Significant Soul Sample No 4: From Time to Timing

This time we’re not knowing

Because anything can be

Mystery

Is the new

Truth

While others are fighting

Over the one way to go

I know

There is no

Such thing as the answer

All is flowing

All-allowing

Step by step

Leading nowhere

Specific

Walking in the meanwhile

Ending up in real time

On and off

hopes and fears

Leaving us with question marks

Uncertainty’s the task

Facing our mask

Of everyday comfort

Scratching away

What does not belong

To us being

No meaning

Is left

Living in a mean world

We’re meant to leave

The world as it used to be

Behind

Before we walk

Into the sunshine

Of not knowing

And

This is the end

The only end, my friend

Significant Soul Sample No 3: The Face of Absence

father, mother, virus

absence means reality

presence needs ability

we only see

what we are looking at



being sane or being ill

we depend on the good will

willing to help each other

willing to be there for another

day without the others



isolation, sanitation

perforation of society

manifestation of insanity

in minds and bodies all around

we are bound to depend

on believing there is an end



so let’s stop to pretend

there will be a new yesterday

all there will be is another day

in the face of the absent



so let’s celebrate

another day in paradise

as long as we have a choice

in how we face the absent



cause we have the luck

not to be stuck

between

the sorrow of tomorrow

and the joy of yesterday

 

Significant Soul Sample No 2: Das All(es) knistert

Manchmal ist alles eins

Miteinander verbunden

Du weißt wer anruft

Antworten auf Fragen

Ergeben sich von selbst

Du fährst auf der Straße

Ein Plakat spricht mit Dir

Du lachst über den Sinn

Der sich von allein ergibt

Wenn das Universum knistert

Ist alles gut, schön, frei

Frisch und fröhlich

Nicht weil es easy wäre

Leichtigkeit ist Nebenerscheinung

Wenn alles so sein darf wie es ist

Freude ist Grundzustand

Wenn alles unberührt bleibt

Die Natur der Dinge

Offenbart sich von allein

Ohne Zutun und Wegnehmen

Was ist, das ist

Nicht so wie Du denkst

Nicht so wie Du fühlst

Nur so wie es ist

Grundlos, grenzenlos

Knistert es, Dein Universum

Significant Soul Sample No. 1: Two Zero – Zero Time

2020

  • Hoffnung weilt in jedem Glied
  • Weil der Anfang in uns steckt
  • Das junge altbekannte Lied
  • Stets in uns die Lust erweckt

  • Möglichkeiten zu erobern
  • Kraftvoll, stürmisch, zielgerichtet
  • In der Vorstellung wohl wahr
  • Unerreichbar, doch so nah

  • Jahr für Jahr dasselbe
  • Immer wieder anders
  • Wagen wir den Sprung
  • Sehen Wunder rund herum
  • Zwei Punkt Null hoch Zwei
  • Vier Punkt Null vorbei
  • Neue Zeiten brechen an
  • Leichter als man brechen kann
  • Mögen wir das eine Mal
  • Es anders machen als bislang
  • Tun was ansteht, ohne zögern
  • Und die Welt um uns erobern

  • Nicht für uns, nicht ohne Sinn
  • Selbst ganz ohne den Gewinn
  • Nur weil‘s besser geht als gut
  • Und gemacht gehört durch Mut
  • Zwei Punkt Null hoch Zwei
  • Vier Punkt Null vorbei
  • Neue Zeiten brechen an
  • Leichter als man brechen kann

02.01.2020 Wir schreiben das neue Jahr – eines, das nicht nur für jede/n von uns eben erst begonnen hat und voll von bunten, hoffnungsgeladenen Wünschen steckt. Auch die frische türkis-grüne Regierung hat heute ihr Regierungsprogramm vorgelegt. Wir bleiben gespannt ob der Soundtrack 2020 eher in Richtung Always Look on the Bright Side of Life oder The Dark Side of the Moon geht…

Sunny Side Step 10: Die Wahrheit über Weihnachten

Weihnachten – wozu?

Beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme, frei nach dem Ausschlussprinzip: Trotzdem sich alles zu Weihnachten ums Konsumieren zu drehen scheint -sei es nun in Form von Essen, Trinken, Bäumen, Kitschdeko oder Geschenken- kann es dabei kaum nur ums Konsumieren gehen. Trotzdem vielleicht althergebrachte Lieder gesungen werden und die Menüfolge und der Ablauf den „Heiligen Abends“ entweder Familientraditionen entstammen oder dem steifen Willen der/des Familienbestimmenden unterworfen sind, kann es bei Weihnachten nicht wirklich um fixe Formen, Rituale oder Vorstellungen gehen. Trotzdem die Familie und Freunde zusammenkommen, kann es zu Weihnachten nicht nur um Familie und Freunde gehen. Obwohl sich die meisten gerade an Weihnachten irgendwann mal wegen Kleinigkeiten in die Haare bekommen und hoffentlich wieder beruhigen, kann es nicht um Harmonie alleine gehen.

Weihnachten ist größer

So wie es heute gefeiert wird, besteht das Weihnachtsfest aus einem Sammelsurium diverser Gebräuche und ist nicht unbedingt der Religion unterworfen, ja nicht einmal einem Glauben. Was auch immer gefeiert wird – und viele gehen sicherlich zur Mette oder haben eine Krippe aufgebaut und gedenken vielleicht auch über das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten bestimmter religiöser Sichtweisen –, mittlerweile handelt es sich wahrscheinlich bei vielen Menschen weder um eine Winterfeier, noch um eine Geburtstagsfeier. Weihnachten ist größer geworden als die Geschichten, die wir uns darüber erzählen und als die Rituale, die wir pflegen mögen. Sei es das Christkind oder der Weihnachtsmann, Karpfen oder Truthahn – um all das geht es eigentlich nicht.

Wenn Wünsche wahr werden

Weihnachten ist ein Turning Point im Jahr, ein Tag und Abend, an dem alles schön und gut sein soll und mit dem der Ausklang des Jahres sanft eingeläutet wird. Am besten friedlich und fröhlich. Sinnlich und besinnlich. Geschenkt und beschenkt. Wir feiern miteinander das Leben, wir erleben miteinander eine Feier. Egal was wir genau feiern und ob wir überhaupt etwas Bestimmtes feiern, es wird wohl irgendwie ums Zusammensein gehen. Ums Miteinander. Ums Freude bereiten und Freude empfinden. Miteinander sein und sich freuen, sich selbst freuen, sich mitfreuen und sich miteinander freuen. Das ist Weihnachten. Sollte es zumindest sein, finde ich. Kein Stress, keine Perfektion, keine Leistungsshow, kein Konsumwahn, keine übervollen Bäuche und übermäßig trunkenen Hirne, die von sich selbst und der unangenehmen Gesellschaft ablenken sollen. Wer Weihnachten nicht glücklich ist, sollte diese Form von Weihnachtsfeiern schlicht sein lassen. Und stattdessen Menschen suchen, mit dem er/sie wirklich gern beisammen sein möchte. Menschen, die sich freuen. Sich freuen können und mitfreuen wollen.

Freude ist keine Kleinigkeit, Freude ist eine Kunst. Sie wird durch die Zutaten Echtheit, Humor, Mitgefühl, Wertschätzung, Staunen und einem gesunden Abstand zu sich selbst entwickelt. Wer derartige Menschen nicht kennt, der sollte vielleicht zumindest an Weihnachten versuchen, ein solcher Mensch zu sein. Damit wäre auch einer möglicherweise vorhandenen unangenehmen Gesellschaft gedient. Denn freudvolle Menschen vermögen ganze Atmosphären umzudrehen, Stress zu entspannen, Ärger zu befrieden, Trauer zu trösten, Unverständnis und Intoleranz Raum zu geben, sodass sie keinem weh tun. Lustige Weihnachtsgeschichten, richtig gute Musik, stimmungsvolle Beleuchtung und ein breites, in sich ruhendes Lächeln können zusätzlich einiges an fröhlicher Grundstimmung bewirken.

Do Good – Have Good

So lautet ein altes Sprichwort aus Indien. Seine eigene Freude zu verschenken ist nicht nur im besten aller Sinne ansteckend, sondern schwingt auch garantiert zurück. Ein wahrhaft würdiges Weihnachtsgeschenk…

Sunny Side Step 9 – Living in the Meantime

Magnetismus der Zielverfehlung

Können Sie sich erinnern, als „Warten“ noch unangenehm war? Als man im Arztzimmer oder an der Supermarktkasse nicht wusste, wohin mit sich vor lauter innerer Unruhe, weil nichts weitergeht? Als man noch keine Möglichkeit hatte, die dringenden Emails, Nachrichten und Anrufe vor Ort und auf der Stelle per Smartphone abzuarbeiten? Als das Warten auf Züge und Flüge, Ärzte und Handwerker nervenzerreißend wirkte und zeitraubend schien, weil es uns im Erledigen unserer dringenden oder wichtigen Aufgaben aufzuhalten drohte?

Alles anders ist ganz normal

Was sich heute Alltag nennt, ist stattdessen zur Routine des nervtötend Unbekannten geworden. Nichts kommt mehr so wie erwartet, aber wir haben uns daran gewöhnt. Wir können damit umgehen, denn wir haben einen Trick gelernt: Wir lenken uns einfach und erfolglos ab. Auf jede Erwartungsenttäuschung folgt eine Belohnung, die nicht wirklich hilft. Um das Nichterfüllende daran nicht zu bemerken, vergraben wir uns noch tiefer im vermeintlichen Spaßfaktor der Ablenkung. Die Spannung des Lebens vegetiert heute in den Abgründen des Immergleichen Ewiganderen von den meisten unbemerkt vor sich hin. Dysfunktion und Desinformation waren vielleicht gestern en vogue. Ent-Fokussierung ist die Wahldroge der Zeit.

Kein Ziel rechtfertigt dieses Resultat

Zugegeben: Weder in der Planung noch im Abarbeiten von Aufgaben (von Aufstehen, Zähneputzen, Putzen im Allgemeinen über die Schulpflicht bis hin zur Arbeitspflichten) liegt heutzutage noch Zufriedenheit. Das Spannende verströmt gerade jener Hauch von Seltsamkeit, der Routinetätigkeiten diese Tage durchdringt: Jegliches Abarbeiten geht mit dieser „je-ne-sais-quoi“-Unruhe des „Falschseins“, des „am Leben -Vorbeilebens“ einher. Nichts, was „einfach nur erledigt“ gehört, hat mehr einen Wert. Das Hakerl, das hinter der inneren oder äußeren To-Do-Liste gesetzt wird, bringt keine Erfüllung (mehr) mit sich.

Ich erinnere mich, dass dies einst anders war. Ein guter Tag, war ein leerer Tag, also ein Tag, der sich durch eigene Aktivität geleert hatte. So ein Tag erfüllte mich einst mit innerer Zufriedenheit. Ein Tag, an dem man alles erledigt hatte, was man sich vorgenommen hatte, war genug. Gab Anlass zur inneren Ruhe. Diese Tage gibt es nicht mehr, schon lange nicht mehr. Es ist nicht mehr genug, es ist nie genug.

Warum wir niemals ankommen

Wer zu sich kommt, wer zu sich findet, erkennt, dass routinemäßige Arbeiten im Allgemeinen und Pflichten-Erledigen im Besonderen oft wenig mit der eigenen Sinnfrage zu tun haben. „Warum?“ ist daher die alles entscheidende Frage. Problematisch ist jedoch die Vielzahl an möglichen Antworten und die Beliebigkeit derselben. „42“ würde Douglas Adams als Antwort geben. Wer zu wissen glaubt „warum“ belügt sich entweder selbst oder ist sich der Fragilität der eigenen Arbeitshypothese bewusst. Denn es ist ja nie genug. Natürlich höhlt steter Tropfen nahezu jeden Stein. Aber der Stein ist unendlich groß.

Wer hingegen nicht weiß, „warum“ ist schlicht unzufrieden in seinem Alltag und beginnt im Anderswo zu leben. In der ewigen Ablenkung. Unsere Zeit fördert diese Entwicklung, sie schafft Mechanismen und Strukturen, die unsere Aufmerksamkeit aufsaugen wie der effizienteste Staubsauger aller Zeiten. Dieses Problem stellt allerdings weder die Digitalisierung, die Globalisierung noch die Konsumgesellschaft bereit. Die Quelle des Problems liegt viel, viel näher. Wir sind das Problem. Wir sind süchtig nach dem entweder-oder, nach Pflicht oder Ablenkung.

Wo also steckt sie, die Lösung?

Leben im Zwischenraum und in der Zwischenzeit

Dort, wo keine Bedürfnisse herrschen, keine Zwänge regieren, keine Anforderungen drängen, da spielt die Musik des Lebens. Dieser unendliche Freiraum, der in der Zwischenzeit existiert, wäre eigentlich stets vorhanden und zugänglich. Wir verstellen uns nur permanent die Tür dorthin. Nein, noch wahrer: Wir sind die Tür dorthin, geben aber anderen und den Umständen die Schlüssel in die Hand. Wir reden uns erfolgreich aus, die Tür zum Himmel auf Erden zu sein.

Und nein, es geht dabei nicht um „Freizeit“, welch perverses Konzept. Das Leben will als Ganzes gelebt und nicht gespalten in unzureichende Teile werden. Der Freiraum und die Zwischenzeit harren hinter allen Aufgaben und Ablenkungen unserer Aufmerksamkeit, bereit zu spielen.

Die Macht der Umwege

Wir können also nicht anders, als an der Härte der Realität so lange zu scheitern, bis wir zur Einsicht ihrer inneren Bedingtheit gelangen. Diese Erkenntnis markiert das Ende des Irrweges. Wir irren solange, bis wir nichts mehr erledigen wollen und uns nicht mehr ablenken müssen.

Auf dem Weg dorthin, tief im abhängigen Herumirren, hilft uns jeder dem Geist des Erledigens oder der Lust auf Ablenkungen zutiefst verhasste Umweg. Denn die eigenartige Anziehungskraft des Abwegigen sorgt dafür, dass wir über unsere Planungen und Vorannahmen, Hoffnungen und Befürchtungen stolpern. Wir fallen aus unseren Routinen der Ablenkung vom Unvorhergesehenen und landen.

Im unendlichen Zwischenraum der Freude, im ewigen Frieden der Übergangszeit

Sunny Side Step 8 – Paarungszeit

Es war einmal…

…ein Prinz, der wiederholten Putschversuchen zum Trotz erneut inthronisiert wurde. Doch braucht er für die fürderhin reibungsfreie Verwirklichung all seiner Wünsche eine Partnerin. Es bieten sich aus den umgebenden König(innen)reichen auch prompt zwei Willige und eine Widerspenstige an. Wie beim guten alten Datingprocedere heißt es zunächst einmal: was will der Prinz? Einen schnellen Quickie zu seiner Befriedigung, auf schmutzige Weise hinter verschlossenen Türen zur Verlustigung der beiden Beteiligten – oder eine eventuell mühselige Langfristbeziehung mit commitment zueinander und zu den Ansichten des/der anderen, mit gemeinsamen Beziehungen zur Außenwelt, mit gelegentlicher Paartherapie in Krisenzeiten, mit sozialen Verpflichtungen?

Das Blaue Wunder

Ja klar, der türkisgewandete Prinz könnte sich ratzfatz mit der blauen Möchtegerndomina zusammentun, daraufhin schalten und walten, wie er will. Nur die Kollateralschäden, die seine letzte Geliebte zu ihrem Eigennutz ohne Gewissensbisse verursacht(e), gilt es halt auszubaden. Davon wird es mehr geben, denn sie kann ja nicht anders. Alles Einzelfälle, die aber insgesamt ein Charakterbild ergeben. Weshalb sie als Konkubine des Herrschenden auch in der Gunst des Volkes gefallen ist. Jetzt schon -noch bevor überhaupt kundgetan ist, wer da mit wem intim werden wird- wiederholen sich die medial und zivilgesellschaftlich ausgeschnaubten Stoßseufzer: „Wir haben‘s ja gesagt. Kein Anstand, die Bagage, alle miteinander.“ Und dass Türkis eigentlich eh fast Blau ist, braucht im Falle eines Revivals dieser Liaison wirklich niemanden mehr zu wundern.

Rot sehen

Aber was ist mit der anderen Willigen und der Widerspenstigen? Oder gar mit der Ex? Die Ex sieht seit jeher Rot, wenn sie Schwarz sieht, das ändert sich auch kaum im Gegenwart der umgefärbten Türkisen. Wiewohl sie momentan für selbige wieder attraktiver sein könnte, weil schwächelnd und wenig kampfeslustig. Wenn es nicht widerlich sexistisch klingen würde könnte man fast sagen: sie hätte es bitter nötig (das Regieren). Allerdings haben die beiden gegen das lange Ende ihres Beziehungslebens hin leider dauerhaft missharmoniert. Was ursprünglich als durchaus bereichernde Komplementarität (man erinnere sich an das altmodische Wort Sozialpartnerschaft) gesehen werden konnte, die mehr Seiten als bloß einer diente, ist zunehmend in böswillig oder hilflos anmutende Stagnation gekippt. Respekt, Wertschätzung, Zuhören, Dialog? Nada. Paartherapie wäre rechtzeitig angebracht gewesen. Nun scheint der Ofen aus zu sein.

Bleibt noch die willige Pinke und die/der widerspenstige Grüne.

Die Rosa Brille und der Grüne Star

Der Grüne Star wirkt mit sich selbst zufrieden. Er weiß, wofür er steht und was er will. Er wird sich nicht anbiedern. Ja nahezu widerspenstig begegnet er möglichen Anfragen, ob denn der Thron für ihn interessant wäre. Dazu hat er jedes Recht, will er sich doch nicht verkaufen. Darob wird allerdings der Spagat, den unser Prinz hinzulegen hätte, ein durchaus gewagter. Er müsste sich nämlich zu Dingen verpflichten, die zwar Sinn machen aber auch Geld kosten. Und zwar das Geld der ihn am Thron haltenden Lehensherren des Staates. Und er müsste langfristig denken und nachhaltig handeln lernen. Was ihm aber durchaus zugetraut werden könnte, ist er doch noch in lernfähigem Alter. Allein der Wille und die vox populi scheinen hierfür den Ausschlag zu geben.

Apropos Stimme des Volkes: Seitens der nicht zu vernachlässigenden Zukunft und ihrer aktuell bereits lebenden (wählenden und auch weiterhin wählen werdenden) Generationen wäre allerdings die junge Garde mit ihm und seinem Lernprozess. Ja, sie würde ihm beim Spagat-Üben tatkräftig zuskandieren, all jene wackeren Recken und holden Maiden (ja, die Kinder der Bloggenden mussten sich vor gar nicht allzu langer Zeit die Nibelungensaga zu Gemüte führen), die sich dem Klimadrachen munter entgegenwerfen. Ihre Aufmunterungen können durchaus Kraft geben – vor allen Dingen jenen, die sie ernst nehmen.

Und damit zum Fazit: Was käme in einer solchen Situation eigentlich gelegener, als eine rosa Brille? Nicht, dass die rosa Queen nicht auch ihren eigenen Willen hätte und sich die Welt widiwidiwiesieihrgefällt machen möchte. Aber als Vermittlerin und Obachtgebende, auf Fairness und gesunde Kompromisse Achtende, mitunter wesentliche Entwicklungsrichtungen Anstossende könnte ihre Rolle recht fruchtbar sein. Bekommt der Prinz im besten Fall also gar zwei Königinnen? Nun, vielleicht wäre korrekter zu sagen: einen Ko-König und eine Art Schiedsrichterin mit eigenen Anliegen? Wir, das Volk, bleiben gespannt.

Das bunte Potenzial funkelt jedenfalls zauberhaft…

Sunny Side Step 7: Summerbreak

Abenteuersuchen – Abhängen – Anbandeln – Aufwachen – Bereitsein – Biertrinken – Buntwerden – Chaosfördern – Dankbarbleiben – Einfachdasein – Erfüllungerfahren – Faulenzen – Flanieren – Flowen – Freiheiterleben – Freundetreffen – Friedenfinden – Geniessen – Gernhaben – Grandiosfühlen – Grillen – Herzen – Highohnegrundsein – Hoffen – Inskaltewasserspringen – Inspirationspüren – Jammen – Künstlerrauslassen – Ko(s)mischfinden – Lachen – Leben – Leerwerden – Lieben – Loslassen – Lustigfinden – Maulfaulsein – Meersehen – Mildwerden – Musikerindirzuwinken – Neuesausprobieren – Nichtstun – Offensein – Panzerfallenlassen – Rasten – Reinkippen – Ruhenichtverscheuchen – Schlafenkönnen – Schwimmengehen – Seelenbaumeln – Spielen – Sternschnuppenzählen – Strahlen – Talentezeigen – Träumen – Trostspenden – Tunwasspassmacht – Verliebeninsleben – Wohlwollen – Zerkugeln – Zufriedensein – Zulassen

Wie sieht Dein Wort-Rorschachtest zum Sommer aus?

Denk an Sommer, schreib drauflos, lass die negativen Assoziationen weg und Dich vom Ergebnis inspirieren…

Sunny Side Step 6: Frisch, Führung, Frauenpower

Neulich beim Physiotherapeuten (live mitgehört)

Patient: „Wissens, I hab mei Leben voll genossen, hab ma nix gschenkt, hab olles gmocht, wos nur geht. Nix ausglossn. Hob ma docht, I reiß mit Fuffzig a Bankerl. Dann bin I 60 gwordn. Dann in Pension gangen. Dann bi I 70 gwordn. Und da hats angfangen…“

Therapeut: „Ja“

Patient: „Hihi, ois tuat ma weh. Net amol a Gabel kaun I gscheit hoitn. A Wengerl nur in die ane Richtung hoitn und scho tuats höllisch weh. Hihi. Gegen die Schmerzen kann I nur Medikamente nehmen. Bis die Nieren versagen. Hihi.“ (Patient lacht ehrlich über seinen Zustand. Wundert sich nicht. Beklagt sich nicht. Ist nur froh, dass er überhaupt noch da ist. Halte Patienten gerade für einen großen Buddha des Alltags)

Therapeut: „Ja, alles im Leben hat eine Nebenwirkung“

Patient: „Hihi. Ja. Wie in der Politik. Hihi“ (Ibiza schwingt mit)

Therapeut: „Na, das ist aber jetzt nicht komisch!“

Patient: „Oba vom Wana wird’s a net bessa…“

Stimmungsbild in der Bevölkerung

Aktuell – mit der „ExpertInnenregierung – keimt eine Hoffnung im Lande, dass Regieren tatsächlich auch anders gehen könnte. Und dass weiblicher Einfluss positiv wirken könnte. Dass nicht immer nur intrigante, machtgeile, selbstgerechte und selbstgefällige, in Sachen Korruption und Schacher geübte, medienmanipulierende Egoisten das Sagen haben müssen. Mit diesem groben, aber stimmungsmäßig wohl der Ansicht vieler WählerInnen entsprechenden Vorurteil den Regierenden gegenüber, ist natürlich keine spezielle Regierung gemeint. Eher ein diffuses aber generelles Gefühl, das seit Jahrzehnten wächst. (Selbstverständlich gibt‘s Ausnahmen, je nach persönlichem Gusto. Man will ja niemandem die Quellen seiner/ihrer Hoffnung nehmen).

Mut zum Anerkennen der Lücke

Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Glaubwürdigkeit, Authentizität, Handschlagqualität, Geradestehen, der Wille und die Fähigkeit miteinander etwas bewegen, statt gegeneinander gewinnen zu wollen – all diese Qualitäten haben viel zu lange Zeit gefehlt. Die politischen Vorbilder, die durch Menschlichkeit und reale Visionen, durch Tatkraft und wert-volles Verhalten führen (wollen) waren nur selten sichtbar und haben sich noch seltener gehalten. Wurden aus den eigenen Reihen oder von außen und durch Manipulation der öffentlichen Meinung gemeuchelt. Bis zur kürzlich vergangenen Krise. Unser verehrter HBP hat gezeigt, wie menschliche und werthaltige Führung gehen kann und sollte. Und auf der jetzigen Regierung lastet die Hoffnung auf vielleicht systemisch Unerreichbares. Nämlich auf ehrliche, wohlmeinende Politik im Sinne aller BürgerInnen.

 „Echt“ starke Führung

Was wäre, wenn tatsächlich sachlich und zielgerichtet, lösungsorientiert und reformwillig regiert würde? Wenn Umsicht und „Dienst an den BürgerInnen“ (Zitat HBP) ernst genommen würden? An dem Attribut „reformwillig“ scheitert die jetzige Regierung allerdings –  willentlich, begründbar und für die Übergangszeit nachvollziehbar. Man/Frau will die Dinge am Laufen halten und keine verlorenen Meter machen. Parallel dazu ist das Parlament aktiv wie vielleicht schon lange nicht mehr. Hat das gegenseitige Behindern in dieser Übergangszeit wirklich ein Ende? Was wäre, wenn aus der Übergangszeit eine zeitgemäße Form des Regierens würde? Wenn Open Minded Leadership statt Eigeninteressen und Ellbogenkämpfen jenen die Arbeit ermöglichen, die sie tatsächlich tun (wollen)?

Für mich zeichnet sich „starke” Führung in unserer Zeit durch wirksames Handeln im besten Sinne aller aus. Was braucht es dazu? Vernetztes Denken. Eine öko-soziale Marktwirtschaft, die das gleichzeitige und gleichstarke Überleben des Planeten, der Menschen und der Lebensqualität im Auge hat und sichert. Proaktives miteinander Gestalten.

Frischer Wind durch Frauenpower

„Weibliche“ Führungsqualitäten könnten gerade jetzt als effektives Gegenmodell zur sogenannten „Dunklen Triade“ ins öffentliche Bewusstsein rücken. Unter der Dunklen Triade versteht man einen ganz speziellen Cocktail aus Persönlichkeitsmerkmalen, der „starke Männer“ seit jeher zu gewaltigen Höhenflügen berauscht – leider allzu oft unter der applaudierenden Bewunderung vom „Volk“. Das charakteristische Merkmal der Dunklen Triade ist die ausgeprägte Dreieinheit von Narzissmus (=rücksichtslose Selbstbezogenheit, ehemals bekannt als „Größenwahn“), Macchiavellismus (= Macht geht vor Moral oder Recht, Stichwort „Ibiza“) und Psychopathie (= Fehlen von Mitgefühl, sozialer Verantwortung und Gewissen, „über Leichen gehen“).

Wahrscheinlich gab und gibt es auch Frauen, die derart dunkel „gestrickt“ sind. Tendenziell werden jedoch eher Männer so wahrgenommen, sie werden sogar wegen dieser oftmals zunächst charismatischen Eigenschaften, die mit Führungsstärke verwechselt werden, ans Ruder der Macht gehievt und halten sich eben deshalb auch erfolgreich dort. Mehr über die Dunkle Triade findet Ihr übrigens in unserem Buch Open Minded Leadership.

Das Gegenkonzept der Hellen Triade erarbeiten wir genau jetzt. Wesentliche „lichte“ Eigenschaften, die einen „weiblicher“ geprägten Führungsstil bewirken – welche natürlich auch von Männern gelebt werden können (und sollen) –, umfassen im Umkehrschluss zur Dunklen Triade: Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Umsicht und Rücksicht. Dazu wert-volles Verhalten, Ehrlichkeit und Verantwortungsgefühl, eine grundlegende Ausrichtung am „Dienst an der Gemeinschaft“ sowie die stete Achtung und Wahrung der Würde und Rechte aller Menschen. Warum diese Eigenschaften und Fähigkeiten „weiblich“ sein sollen? Sind sie nicht. Aber sie werden in patriarchal geprägten Systemen offenbar weniger gelebt. Nein, hier geht es nicht um ein entweder-oder, nicht um Mann oder Frau oder darum wer der/die bessere ist. Es geht um Menschlichkeit. Unabhängig von Geschlechtern. Und um diese zu erreichen brauchen wir kraftvolle Frauen, die richtungsweisend agieren. Es gibt sie sichtlich. Danke. Bitte mehr davon. Jetzt.

Sunny Side Step 5: uVoteWe.Date – Wähl Dir Dein Liebesglück!

„Gehst Du wählen? Dann wähl ich Dich!“

uVoteWe.Date lautet die Formel, die diese Tage immer wieder bei Dating Apps und Webseiten wie Tinder, Bumble oder Grindr Profile auftaucht. Mit #uVoteWeDate und entsprechenden Fotos statten junge Menschen (mein Foto ist daher nur ein Dummy ;-)) derzeit ihre Dating Profile aus. Sie fragen damit ihre Datingpartner, ob diese ihr demokratisches Wahlrecht nützen, wie etwa nächsten Sonntag bei der Europawahl am 26. Mai 2019.

Weil nicht egal ist, wen wir (er)wählen

Auf Partnersuche ist uns Menschen das Aussehen wichtig, auch die Größe zählt. Das Geld und die Lebensumstände sind für die meisten wesentlich, ebenso wie eine gute Ausbildung und ein attraktiver Job. Warum aber ist vielen (noch) nicht wichtig, ob der/die WunschpartnerIn wählen geht?

Wer wählt hat mehr vom Leben

Das Wahlverhalten legt offen, ob jemand Verantwortung tragen will oder nicht. Denn wer wählen geht macht sich Gedanken um seine Umwelt und will seinen Teil zum Zusammenleben beisteuern. Wer wählt, der liebt nicht nur sich selbst. Wer wählt ist damit einfach der bessere Lover…

Was Sex und Wählen gemeinsam haben

Mit wem wir was tun oder nicht tun – wem wir überhaupt näherkommen wollen und wem nicht – hängt von einem individuellen Auswahlprozess ab, der uns selten voll bewusst ist. Körperliche Signale wie Offenheit in der Körpersprache, sympathisches Aussehen, eine volle Stimme, passende hormonelle Mixturen und Duftstoffe, attraktive Kleidung, angenehmes Auftreten, interessante Ansichten, genügend Status… All das und vieles mehr, wie die eigene Lust und Laune, aber auch familiäre und soziale Prägungen tragen dazu bei, mit wem wir intim werden (wollen). Und die Entscheidung trifft sowieso unser limbisches System, unser Gefühlshaushalt, lange bevor sich unser Verstand einschaltet.

Wählen und Beziehungsglück

Daher stellt sich die Frage: Wie viel Aufmerksamkeit bekommt eigentlich das Hirn bei der Partnerwahl? Sind die allgemeinen Ansichten über die Welt, die politische Ausrichtung oder gar das demokratiepolitische Verhalten denn wesentliche Auswahlfaktoren, wenn es um potenziellen SpielgefährtInnen im Liebesleben geht? Wahrscheinlich weniger. Aber warum eigentlich nicht? Ist uns nicht wichtig, ob sich jemand für die Welt, in der er oder sie lebt, tatsächlich interessiert oder gar einsetzt? Macht es denn keinen Unterschied, ob jemand wählen geht oder ob ihm/ihr egal ist, was rundherum so passiert und alles den anderen überlässt? Wie oft fragt man beim ersten Date nach politischen Interessen und dem Wahl-Verhalten?

Wer wählt, sollte wissen, wen

Wen wir an uns heranlassen sollte nicht nur äußerlichen Kriterien entsprechen. Seien wir uns bewusst, dass wir in jedem Naheverhältnis etwas von uns hergeben und etwas von den anderen bekommen. Positive, aktive, interessierte und mitfühlende Menschen geben anderes von sich her und beeinflussen ihre Umwelt anders als das Gegenteil: negativ eingestellte, passive, ignorante oder kaltherzige Menschen beeinflussen ihre Umwelt auf nachhaltig negative Weise. Unsere Partnerwahl, und sei es auch nur für einen süßen Augenblick oder eine heiße Nacht, hinterlässt einen Nachgeschmack in unserem Leben. Ob wir das wollen oder nicht. Klar, wenn es um die „große Liebe“ geht, um den/die Eine/n, dann sehen wir meist schon etwas näher hin. Aber fragen wir tatsächlich bereits zu Beginn einer Begegnung, ob jemand wählen geht? Und warum eigentlich nicht?

Wähle den Unterschied!

Wer nicht wählen geht, entstammt entweder einer Familie, der demokratische Mitgestaltung nicht wichtig ist (das Wahlverhalten junger Menschen wird fast ausschließlich von der Wahlgewohnheit in der eigenen Familie bestimmt). Gut, darüber kann man reden. Der zweite Grund, nicht wählen zu gehen ist, dass es ihm/ihr schlichtweg egal ist. Will man aber seine kostbare Zeit mit einem Menschen verbringen, der sich nicht um seine Umwelt schert? Dem es egal ist, wer die Regeln in Zukunft macht? Möchte man wirklich mit jemandem die Nacht oder eine längere Zeit verbringen, der einfach nur konsumieren will, ohne etwas von der eigenen Energie zum Zusammenleben beizusteuern? Ja, das könnte nette Körperakrobatik werden. Die innere Leere danach (manchmal schon währenddessen) ist aber höchstwahrscheinlich vorprogrammiert. Natürlich gibt es auch ganz bewusste Wahlverweigerer. Sie brüsten sich damit, dass niemand im politischen Angebot den eigenen Kriterien entspricht und eh alles „Idioten“ seien oder meinen, dass die eigene Stimme soundso nichts bewirken kann. Doch reicht diese Ausrede? Kann es genug sein zu schimpfen, den Kopf in den Sand zu stecken und andere, die sich politisch engagieren, runterzumachen? Ohne selbst den Schritt zu wagen, irgendwo aktiv mitzumischen (und sei es einfach nur in Diskussionen oder eben in der Wahlkabine)? Ist diesen Menschen tatsächlich nicht bewusst, dass, wenn sie nicht wählen, sie das Zepter an all jene abgeben, die sie erst recht nicht unterstützen wollen? Die Menge der Nichtwähler beeinflusst das Wahlergebnis nämlich besonders stark…

Nur wer wählen geht ist gut genug…

…lautet die Behauptung der aktuellen Kampagne uVoteWe.Date. Wer sich nicht interessiert, ist auch nicht interessant. Ich finde diesen Zugang höchst spannend. Und wenn Euch interessiert, wer aller wählen geht und noch zu haben ist, macht mit bei uVoteWe.Date auf: #uvotewedate, http://www.uvotewe.date

PS: uVoteWe.Date ist eine überparteiliche, gemeinnützige, zivilgesellschaftliche Initiative zur Steigerung der Wahlbeteiligung. Sie wurde gemeinsam mit Jugendlichen in Zusammenarbeit mit R9 Regional TV entwickelt. Mitwirkende sind die Teil- und Mitgliedsverbände der europäischen überparteilichen Jugendorganisation JEF Österreich wie AIESEC, AEGEE und EYP. Warum sie das tun? Weil eines fest steht: “Wählen gehen“ ist ein wichtiger demokratiepolitischer Akt, der als gesellschaftlich relevanter Wert auch gelebt werden muss!

PPS: Fotocredits L.Schedl