BeMeUp – The SelfCenter

Secret Success Story No 27 – Grenzenlos Sein

Was bisher geschah

Die 27 Secret Success Stories vollführen einen Bogen – bis die etwas anderen Erfolgs-Geschichten sich heute zum Kreis schließen.

Auf der Suche nach echtem Erfolg, also einem Erfolg, der uns und andere glücklich und zufrieden macht, sowie uns zum munteren Weiterentwickeln animiert, begannen wir bei der „Strahlkraft“ von erfolgreichen Personen. Heute enden wir damit. Anfangs ging es ums Leuchten und seine Kraft, heute sprechen wir vom Strahlen, das von innen kommt und seine Macht. Obiges linkes Bild vermittelt deutlich den Beginn der Blogserie: wie schön kann im Prinzip nicht  jedes Strahlen sein, auch das Angestrahlt-Werden, wie es die glühende Bergspitze des Matterhorns so eindrucksvoll zeigt. Dieses Bild symbolisiert, was wir nach einem anstrengenden Berg-Bezwingen normalerweise erwarten: Auf beruflichen Erfolg übertragen sagt das Bild, dass wir üblicherweise nach dem Überwinden von Schwierigkeiten, nach dem Geben all unserer Kräfte, nach dem Beweisen überwältigender Leistung und dem Verdrängen vieler unserer Bedürfnisse erwarten, von außen durch Ruhm und Ehre, mit Bewunderung und Aufmerksamkeit, von Geld und anderer Wertschätzung angestrahlt zu werden.

Wir gewinnen mehr als andere, stehen anderen vor, ragen durch Leistung hervor – andere sehen dies und machen uns daraufhin zu hell leuchtenden Vorbildern für Erfolreichsein in unserer Gesellschaft. So zumindest sieht das Erfolgs-Bild in vielen Köpfen aus. Derartiges Erwartende müssen sich zunächst also über andere erheben, um damit rechnen zu können, gesehen zu werden. Sie heben sich selbst von anderen ab und durch irgendetwas hervor, damit sie gesehen werden. Sie tun, um von der Aufmerksamkeit anderer beleuchtet zu werden. Die Erwartung dahinter sagt: Sind sie nur „Berg“ genug, wird man sie automatisch sehen, beleuchten, an ihnen nicht vorbei kommen. Und dieses Leuchten kann für den Herausstechenden und die ihn Betrachteten durchaus sinnlich anregend und sinnvoll im Sinne der Aufforderung zum Nachahmen sein. So funktionierte „Erfolg“ für viele und lange Zeit. Karriere, Geld, Posten, Entscheidungsmacht, Öffentlichkeit… – überlegen Sie, wie die „Erfolgsberge“ unserer Zeit nach wie vor aussehen.

Jede einzelne Secret Success Story hat genau dieses in unserer Gesellschaft tief verwurzelte Vorurteil, nämlich dass es beim Erfolgreichsein ums Ausstechen, ums Bessersein, um die Verdrängung anderer geht, kritisch betrachtet und versucht, ihm gegenüber die uns inne liegende Strahlkraft, um nicht zu sagen Erfolgskraft zu beleuchten und zu stimulieren. Das rechte Bild der Strahlen, die durch die Wolkendecke brechen, stellt diesen Zugang zu „Erfolg“ dar. Die Kernfragen, die jedem Blogbeitrag zugrunde liegen, führen den Leser immer wieder in 3 Themenfelder, die jeder von uns in und mit seinem Leben zu durchwandern hat – und die vor allem in unterschiedlichen Übergangsphasen und Lebenskrisen drängend hervor treten:

Was ist mir wirklich wichtig?

Was führt mich tatsächlich zu einem in meinen Augen erfolgreichen Leben?

Wie kann ich ein solches Leben inmitten einer Welt, die scheinbar „anders tickt“ führen?

BeMeUp – Nur wir selbst gehen unseren eigenen Weg

Die Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, sollten uns in die tatsächlich durch und von uns definierte Richtung bringen. Dazu gilt es zunächst herauszufinden, was man selbst wirklich will. Das de facto zu tun ist weit weniger selbstverständlich, als es sich zunächst anhört. Wir glauben zu wissen, was wir wollen – doch wie oft wollen wir nicht etwas, das wir wollen sollen? Auch im Wie manifestiert sich das Fremdbestimmte gern. Das Ziel mag bei vielen dasselbe sein. Glücklich Sein, Zufriedenheit, Verbundenheit, ein erfülltes Leben, durch das man einen positiven Unterschied in der Welt macht. Nur das Wie ist in Zeiten wie diesen eben nicht mehr selbstverständlich.

Wir sind heute dazu aufgefordert, wesentlich tiefer zu fühlen und weiter zu denken, breiter zu wirken und näher zu handeln als je zuvor. Die Welt ist unser Spielfeld. Und Erfolg hat nicht, wer Tore schießt, Punkte macht oder andere Erwartungen übertrifft. Wir erreichen heute nicht mehr nur unsere Nächsten, unsere Familie, unsere Gemeinde, die diversen communities, in denen wir uns bewegen. Unser Verhalten, unsere Einstellung spielt mittlerweile eine globale Rolle. Jeder zählt, wenn es darum geht, eine Globalgesellschaft auf Basis innenorientierter und damit menschenzentrierter Werte zu etablieren. Wir sind tatsächlich alle miteinander vernetzt. Das Tor vom Ich zum Wir ist überall. Wir kreieren die Matrix, würde Neo vielleicht sagen (siehe Matrix, der Film). Und was wählen wir – die blaue oder die rote Pille: Was erschaffen wir durch unser Sein?

Konkurrenz, Kampf, Krieg ist die eine Variante.

Kooperation, Konfliktlösung, Kreation ist die andere.

Jeder von uns hat es in der Hand, welche Wahl er oder sie trifft.

Seien wir uns bewusst, dass sich diese Wahl in nahezu jeder alltäglichen Handlung manifestiert. Und seien wir uns bewusst, dass sich jede Manifestation auf unsere reale wie virtuelle Umwelt auswirkt. Wir sind beständig kommunizierende Wesen, wir strahlen unsere Einstellung in jedem Moment unseres Seins und darüber hinaus aus. Wir wirken, auch wenn wir scheinbar nichts tun. Daher zählt unsere Einstellung immens, denn sie geht jeder Handlung voraus und schwingt durch jede Handlung hindurch, in die nahe und ferne Umgebung hinaus.

Wenn es mal nicht so gut geht…

…dann ist unsere Einstellung doppelt gefragt. Denn sind wir gewohnt, mit unangenehmen, ungerechten, unglaublich irritierenden Umständen und Zuständen eigenverantwortlich umzugehen, so können wir in jeder Lebenslage handeln. Können wir uns un-abhängig von anderen in jedem Moment selbst zentrieren, werden wir kreative Wege in und aus nahezu jeder Situation finden. Manchmal gibt es jedoch nichts, das wir tun können. Hier zählt unsere Einstellung am meisten. Denn jene Momente auszuhalten und uns und anderen gerade dann beizustehen, wenn Hopfen und Malz verloren oder gar das Leben auf dem Spiel stehen, zeigt wahre Größe.

Was wir wollen wirkt

Wollen wir angestrahlt werden oder selbst strahlen?

Das ist die einzige Frage, um die es eigentlich geht.

BeMeUp – The SelfCenter ist nicht nur der Titel dieses Blogs. Es ist auch die Grundlage meiner Arbeit in der Persönlichkeitsentwicklung – sei es mit einzelnen Menschen, mit Teams oder ganzen Unternehmen.

Peak Personality Performance

Wer sind wir, wer wollen wir sein und wie wollen wir wirken?

Ich schlage vor: Aus dem Inneren heraus, konsequent unserem Kern folgend, stimmig im Denken, Fühlen und Verhalten auf die Umwelt einwirkend. Worauf sich unweigerlich unser wohlschwingendes Resonanzfeld erweitert, in Kontakt tritt, andere berührt, bewegt und weiter Wohlschwingendes bewirkt.

Zum Abschluss erlauben Sie mir bitte die zweite Werbeeinschaltung dieser 27 stories: Auf www.walzercom.com finden Sie mehr Informationen über meine tägliche Arbeit, mein Resonanzfeld, wenn Sie so wollen. Sollten Sie dann wunder-voller Weise noch mehr erfahren und erleben möchten und Lust darauf bekommen, Ihr Zentrum zu stärken, Ihre höchsteigene Wirkungsweise zu entwickeln und eine in Ihrem Sinne echte Erfolgskraft zu  entfalten, melden Sie sich ganz einfach.

Das Ende wird der Anfang Sein.

Mit BeMeUp-The SelfCenter und dem diesbezüglichen Entwicklungs-Prozess ist nicht die Pflege des Egos und des Selbstzentrismus gemeint, sondern vielmehr eine Öffnung und Verbindung nach Innen und Außen. Aus der Verbindung zur eigenen Mitte nährt sich das Selbst-Bewusstsein, die Handlung aus der Mitte heraus stärkt das Selbstwertgefühl und in Verbundenheit zu anderen Menschen, die mit ihrer eigenen Mitte in Kontakt sind, erfüllt sich unser Sein mit Sinn und erfreut sich der Sinnlichkeit.

Sein, Sinn und Sinnlichkeit sind die drei Seiten der Medaille des Lebens. Sie ist die einzige bare Münze, die wirklich zählt und die zu sein sich auszahlt.

 

Was den Blog betrifft folgt jetzt die Winterpause – mit 27 Super Simple Solutions geht’s dann 2016 weiter und auf zu neuen sinnlich-sinnvollen Ufern…

MASTER OF MAGIC MOMENTS

Secret Success Story No 26 – über die Magie im Miteinander

Kleine Werbeeinschaltung

Ich gestehe. Ich habe eben ein Buch geschrieben. Es kommt im März heraus. Im Braumüller-Verlag (toller Verlag, großartiger Verleger – bin leicht stolz und schwer dankbar). Unter dem Titel: Die Kunst der Begegnung. Vom Ich zum Wir. Und einen – Untertitel – hab ich noch: Der Weg zu einer erfüllenden Beziehung. Soso, werden Sie sagen. Jaja, antworte ich. Geht. Wer noch nicht hat (eine Beziehung mit hoher Begegnungsqualität, vielleicht sogar in Form tatsächlich und alltäglich stattfindender magischer Momente), der kann. Jetzt. Dieser Blogbeitrag frohlockt mit einem dezenten Vorgeschmack – aufs Buch und aufs Magische im Miteinander

Jetzt aber mal in echt

Wie oft hören wir einander nicht beim Leiden zu: „Warum gibt es da draußen niemand, der zu mir passt“, „Was soll ich noch alles tun, damit ER/SIE endlich…“. Und wie oft beweisen wir unseren derart lamentierenden Freunden nicht unsere tiefe Verbundenheit, indem wir ihrem profunden Selbstzweifel vehement entgegentreten, sie aufbauen und vom Gegenteil zu überzeugen suchen. Und wie genau wissen wir nicht zugleich, dass dies letztendlich nur die betreffende Person selbst kann. Freunde füllen Fässer ohne Boden mit Wertschätzung und Zuneigung. Und doch ist dies nicht der Weg hinaus aus deren Leid. Wir wirken in dem Fall eher wie ein Pflaster, indem wir helfen, die Zeit zu überbrücken, bis die Selbstheilung greift. Denn: Nur jeder selbst kann seinem Leid ein Ende setzen. Wohlgemerkt schon in diesem Leben. In echt.

Das Wunder der Eigenverantwortung

Wenn jeder einzelne die Verantwortung für seine Befindlichkeit übernehmen  würde – wie anders würde unser Miteinander aussehen

Doch im Allgemeinen sieht es so aus, dass wir schlicht gefühlte 1000x pro Tag vergessen, bei uns selbst zu bleiben. Wir machen andere und äußere Umstände für unsere Gefühle, für unser Leiden verantwortlich. Wir sind es schlichtweg nicht gewohnt, in den eigenen Zuständen zu leben und zu wirken. Warum ist das bloß so?

Macht der Gewohnheit

Brauchen wir wirklich Gründe fürs Schlechtdraufsein? Nein. Es gibt derer so viele wie Sterne am Himmel. Schauen wir in uns hinein, an unser herab, um uns herum: Gründe genug zur Unzufriedenheit, zum Leiden, zur Frustration, Wut, Trauer, Ohnmacht. Nein, dass wir uns manchmal suboptimal fühlen (sonnig ausgedrückt) braucht wirklich keinen Grund.

Umkehrschluss: Braucht es denn einen Grund, um sich strahlend, frisch, großartig und leicht zu fühlen? Die Natur, das Wetter, die Liebe, das Leben… Ja, das sie alle sind gute Gründe. Aber einen Grund braucht es dennoch wirklich nicht.

Es ist doch nur die Macht unserer Gewohnheiten, die unter ganz bestimmten Umständen ganz bestimmte Gedanken und Gefühle, bzw. Hormone und Verhaltensweisen produziert. Also liegt es ebenfalls in der Macht unserer Gewohnheiten, unter allen Umständen und für alle Umstände unsere eigenen – im Sinne von vergangenheits-unabhängigen – Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen zu entwickeln.

Aber wie? Wenn das so einfach wäre, würde es ja jeder tun. Und wo kämen wir da hin? Eine Welt voller eigenverantwortlicher Glücklicher oder gar Zufriedener? Kann das sein? Darf es das geben? Klingt irgendwie nach Märchenwelt, nach Magic Wonderland – oder vielleicht nicht?

Macht der Magie

Was macht Magie? Magie macht alles anders, ohne dass man wüsste wie genau. Manchmal bemerkt man nicht einmal den Prozess. Sie wirkt bloß. Bloß so. Bloß die Leichtigkeit des „einfach so“ zu entwickeln, ist gar nicht mal ganz so einfach. Obwohl auch nicht schwer. Eher so wie ein Verschieben des Fokus, ein Scharfstellen auf Tiefe und Weite und Nähe und Höhe in einem Atemzug. Wie jetzt, fragen Sie? Sind Sie denn bereit?

Denn hier ist sie, die Zauberformel:

Präsenz + Intensität + Zeitlosigkeit + Authentizität + Wertfreiheit = Möglichkeitsraum + Du = Magic Moment

Zu kompliziert? Na versuchen wir‘s mal komprimiert: Hier + Jetzt = Wir

Das geht eigentlich ganz einfach. Voraussetzung ist, dass man sich selbst der Magie nicht in den Weg stellt, also der Verbindung zu sich und dem/der/den  anderen nicht im Weg steht.

Um das sich-selbst-in-den-eigenen-Weg-stellen zu  vermeiden, kann man z.B. die etwas komplexere Formel – s.o. – anwenden. Oder noch weiter oben erwähntes Buch konsultieren. Oder sich einfach das Ende der Gewohnheit, sich und andere zum Problem zu machen, zur schönen Aufgabe machen. Ohne dazu Drogen aller Art (dazu zähle ich auch zuviel Essen, Trinken, Fernsehen, Blöd reden etc.) missbrauchen zu müssen. Nein, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Weniger aus moralischen Gründen als vielmehr aus funktionellen: Man braucht sich als Ganzes, nicht abgeschnitten von seinen vielleicht weniger liebsamen Anteilen und Empfindungen, sondern im Vollbesitz all seiner Möglichkeiten, um Magie sich entfalten zu lassen.

Hüstel. Verzeihung bitte! Äh…“, höre ich Sie rufen. „Ja macht denn so eine Art von Magie überhaupt Spaß? Klingt irgendwie so… nüchtern, nicht? Wohlüberlegt… Achtsam…“ Ich sehe Zweifel in Ihrem Gesichtsausdruck vor mir, die Mundwinkel zucken in Richtung Bäh, weil Gääääähhhhhhnnnn…?

Magie mag man eben

Au contraire! Das Abenteuer, nicht zu wissen, was in der Offenheit des Augenblicks alles möglich ist – also keinen Plan, keine Schlussfolgerung, keine Absicht zu haben, ist unübertroffen in seiner umfassenden Entertainment-Wirkung. Der wonnigliche Augenblick, in dem wir Eins werden ist tatsächlich wundersam, wirkt wundersam. Ein tiefer Blick ohne Worte, eine zarte Berührung ohne Absicht, ein mildes Lächeln ohne Grund. Sie alle sind Einladungen an den Möglichkeitsraum, seine Wurmlöcher zum Besuchen fremder Galaxien und zum Erkunden neuer Dimensionen zu öffnen. Wenig ist so spannend, wie die zwischenmenschliche Grenzenlosigkeit. Wenig ist so entspannend, wie die grenzenlose Zwischenmenschlichkeit. Beiden Erfahrungen geht das innere Entgrenzen voraus. Ein wahrlich magischer Schritt, den nur der tun kann, der sich in sich entspannen kann, der sich gesucht und herausgefunden hat, dass Alles und Nichts auf dem Spiel stehen. Und der sich trotzdem entspannen kann. Weil es de facto keinen anderen Weg gibt, der solchen Sinn macht oder auch nur annähernd so sinnlich wäre.

Master of Magic Moments

Die Meister der magischen Momente wissen, dass sie nichts wissen. Gerade dadurch gewinnen sie alle Möglichkeiten. Sie lassen sich von Moment zu Moment aufs Neue vom Leben überraschen. Sie gehen mit allen Optionen nach Herzenslust um. Sie müssen sich nicht ent-scheiden. Sie lachen ohne Grund. Und fühlen ohne Anlass. Sie teilten das Sein. Mit. Sich und anderen. Sie tut nicht mehr und nicht weniger.

Wir alle haben das Potenzial zum Künstler, wenn es um unser Vermögen geht, magische Momente zu kreieren.

Voraussetzung ist, zu wissen, wer wir sind. Nämlich Menschen. Damit wissen wir zugleich, wer wir sein können. Wir alle können alles sein: Selbst sein, eigen-artig und konform, angepasst. Großartig und kleinkariert. Wir können uns selbst erleben und uns selbst verlieren. Alleine, zu Zweit, in Gruppen – und im All-Eins. Wir haben die Wahl.

Wir können uns steuern und kontrollieren oder loslassen und uns hingeben – bis hinein in den ewigen Augenblick.

Als Magier des Momentes können wir uns auf uns verlassen. Wir können uns auch verlassen und uns auf andere einlassen. Und uns selbst zugleich zutiefst verbunden bleiben. Wir können mit voller Absicht oder auch ganz versehentlich verloren gehen. Neues erkunden. Dahin gehen, wo noch niemand zuvor war. Wir können alles. Sogar glücklich sein. Allein und Miteinander.

Als  Magier des Momentes können wir das Hier und Jetzt mit der Bedeutung der Unendlichkeit versehen. Wir können uns und unserem Gegenüber die Wichtigkeit der Ewigkeit und der großen Gefühle verleihen: Wir können uns vertrauen. Zuversicht. Liebe. Loyalität. Solidarität. Mitgefühl. Erleben und geben.

Wir können uns Mit-Teilen. Uns selbst stabilisieren, wenn es nötig ist, und einander Halt geben. Wir können uns fallen lassen. In die Offenheit hinein. Ein-Sicht gewinnen. Und in die Viel-Schicht tauchen. Das So-Sein So-Sein-Lassen. Einfach Nur Da Sein. Spüren Sie das milde Lächeln?

It’s magic, isn’t it?

 

Gibt es wirklich noch etwas hinzuzufügen? Vielleicht nur noch einen letzten Weg-Weiser. Last but not least, in der 27. der 27 Secret Success Stories mit dem Titel „BeMeUp – The SelfCenter“ geht es nicht um selbst-zentrierte Egoisten, sondern um in ihrem Selbst zentrierte Individuen. Sie strahlen uneingeschränkt in ihrer Größe , sind des Miteinanders mächtig und gestalten machtvoll wie magisch ihre Gegenwart, sodass die Zukunft unser ist… Success Story No 27: BeMeUp – The SelfCenter. Samstag, 12.12.2015

MIRACLEMEN

Secret Success Story No 25 – über das Mirakel im Mann

Es kann nur Einen geben

Sind Sie alt genug, um den Highlander noch zu kennen? Den Film meine ich. „Es kann nur Einen geben“. Wer ihn kennt weiß: Alle anderen sind entweder öde Sterbliche oder es gehört ihnen der Kopf abgeschlagen. Manchmal denke ich mir: Ja, so funktioniert die Männerwelt. Und nein, ich kann es im selben Atemzug (immer noch) nicht glauben. Das kann es doch nicht sein? Alle sind de facto so lange Konkurrenten, bis sie zu Verbündeten, Untergebenen oder klaren Feinden werden. Die Unwichtigen kommen gleich gar nicht vor. Nur als Zahlen (Mitarbeiter, Bevölkerungen, Flüchtlinge). Nein. Hier regt sich meine tief verwurzelte Männerfreundlichkeit wieder: Das kann wirklich nicht alles sein. Ich mag euch ja. Aber was wollt ihr? Eigentlich und wirklich. So vom Leben, meine ich…

Das MiracleMen-Projekt

Um dieser Frage nach männlichen Erfolgsbildern nachzugehen und alternative Vorstellungen zu obiger Schilderung in der Realität zu erforschen, entwickelte ich – mit männlicher Unterstützung, danke Alex! – ein ganz spezielles Seminar: Das MiracleMen-Weekend.

Das Seminar beginnt damit, der „Männlichkeit“ auf die Spur zu kommen. Wann ist ein Mann ein Mann?, wie schon Herbert Grönemeyer so schön sang… Offenbar reicht ja die reine Anatomie nicht ganz aus. „Wahre Männer“ sind den Aussagen von Seminarteilnehmern nach Männer, die „Es“ geschafft haben. „Es“ hat dabei viele Bedeutungen: erfolgreich im Business, glückliche Familie, beeindruckendes Haus, beeindruckende Frau(en). „Es“ bedeutet, dass sie stark sind oder zumindest angesehen. Männer, auf die man sich verlässt. Führungsfiguren. Echte Männer stehen zu ihren Ansichten und dafür auch ein. Sie stehen ihren Mann. So einiges in ihrem Leben muss jedenfalls bereits (felsenfest)stehen. (Ja, das lass ich jetzt mal so stehen.) Große Männer kämpfen für die gute Sache. Sie sind souverän und überlegen. „Es“ sind Männer, zu denen man aufschauen kann, mit denen man befreundet sein will, die man um Rat fragen kann, die mit Taten glänzen, wenn es darum geht. Geradlinig, ehrlich, unschlagbar.

Kann es denn jemals zwei geben?

Nein. Von Männern als wirklich erfolgreich angesehene Männer sind in ihrem Gebiet einzig und unerreicht. Man(n) beachte die Wortwahl: in ihrem Gebiet. Revier, um nicht zu sagen. Da kommt keiner ran. Territorial gesehen kann es nur jeweils Einen geben. In Allianzen lassen sich die Machtverhältnisse dann ausweiten, die Reviergrößen weiter verhandeln, die Grenzen  noch umfassender stecken. Dabei sind die anderen bloss eine notwendige Verlängerung des eigenen Arms, dienen der Absicherung des eigenen Reiches…

Auf die Frage nach realen „erfolgreichen“ Männern wurden in den Seminaren Vorbilder wie Steve Jobs, Marc Zuckerberg, Jack Welch, Jesus, Cäsar, Alexander der Große etc. genannt. Nun ja, zumeist waren es Wirtschaftsgiganten oder Kriegsherren. Mal abgesehen von den obligaten Glaubensführern. Von denen es wohlgemerkt auch immer nur Einen gab, der vorne stand.

Ein Mirakel wären mehrere

Miteinander erfolgreich sein. Das wäre mal ein männliches Mirakel, weil ein substanziell anderes Erfolgsziel. Das setzte voraus, Erfolg nicht daran zu bemessen, dass andere weniger verdienen, weniger Aufmerksamkeit bekommen, weniger geniale Ideen haben (oder Mann selbst eben mehr). Das setzte Vertrauen voraus. Zu vertrauen scheint aber im Alltag erfolgs-kontraproduktiv zu sein.

Andere Verhaltensmuster herrschen vor, allen voran die Orientierung an der Macht. Wer hat die Macht und wie bekommt Mann mehr davon? Zu versuchen, die Kontrolle durch Überlegenheit zu gewinnen soll helfen, der Angst vor der Enttäuschung, dem Versagen vorzubeugen. Selbst wenn Mann dies bereits weiß und da nicht mehr „mitspielen“ wollte, sebst wenn Mann sich und anderen nichts mehr beweisen will: Was tun, wenn es in der Wirtschaftswelt und der Politik von intriganten Sesselklebern und noch intriganteren Sesselbein-Sägern nur so wimmelt? Oder sehe ich das zu schwarz? Will Mann einfach nur überleben und tut daher, was schlichtweg notwendig ist? Ist das Streben nach Erfolg in Form von Macht, Geld, Karriere, Besser-Sein überlebens-notwendig? Und wenn dem so sein sollte: welche Mittel und Methoden sind dabei zulässig?

Kann Mann überhaupt mit anderen gemeinsam erfolgreich sein, ohne herausstechen, sie ausstechen zu müssen?

Miteinander statt Gegeneinander

Es wäre wirklich ein wahres Mirakel, wenn das Vergleichen und Beurteilen ein Ende hätte. Wenn Projekte nach ihrem nachhaltigen Nutzen für die Menschheit und nicht nach Vierteljahresberichten wertgeschätzt würden. Ja, das wäre ein miraculum, ein „Wunderding“, mit dem Mann sensationell die Menschheit unterhalten könnte (siehe die Wortdefinition von Mirakel). „Unterhalten“ kann dabei auch im wörtlichen Sinne verstanden werden, nämlich als: Erhalten. Wenn statt Geld der Grad an Lebenswert-Aufbau und -Erhalt zählte. (Kleines Kommentar an dieser Stelle: Natürlich ist die Existenz von Mirakel-Damen ebenfalls höchst wünschenswert, die WonderWomen waren jedoch letzte Woche dran. Diese Woche heißt es men only.)

The 1 Million Dollar Question

Wenn Sie 1 Million Dollar (gern auch Euro) gewinnen würden und sich einen Job aussuchen könnten, an dem Sie den Rest Ihres Lebens arbeiten – wofür würden Sie sich entscheiden? Was würden Sie mit dem Rest Ihres Lebens tun?“ Dies ist eine altbekannte Frage im Coaching und ähnlichen Prozessen zur Findung der eigenen Berufung. Stellen Sie sich vor, Sie müssten niemandem beweisen, was für ein toller Hecht Sie sind. Stellen Sie sich vor, Sie könnten tun, was Ihnen Spaß macht und was Sie für sinnvoll erachten – und Sie würden sich großartig dabei fühlen. Was würden Sie tun? Würden Sie sich vielleicht dennoch beweisen wollen? Warum? Was sagt das über Ihr Selbstbewusst sein aus?

Wo ist mein Platz?

Irgendwie scheint es vielleicht doch archaisch im Mann verankert zu sein. Der tiefe Wunsch danach, seinen Platz einzunehmen. Ein Haus zu bauen, einen Baum zu pflanzen, sich fortzupflanzen. Der Wunsch nach Zugehörigkeit und Geborgenheit, nach zuhause und dem Großen Ankommen, der ist ja nicht den Männern alleine vorbehalten. Aber dort dann der Chef sein zu wollen (und damit ist nicht, gemeint die Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu tragen, sondern als Boss, als Oberhaupt angesehen werden zu wollen)… Hm. Schon irgendwie, oder? Warum? Warum ist es so wichtig, ganz oben in der Hierarchie anzukommen, wenn es darum geht erfolgreich zu sein? Es ist verständlich, dass Mann seine Freiheit will und eigenständig entscheiden können will. Aber geht das nur in einem hierarchischen System? Geht das nicht auch ohne „oben-unten“-Denken. Eben mit einander?

Ich will aber nicht!

Auf diese Frage habe ich oft gehört „Nein!“. Es geht nicht. Weil es sonst die anderen tun. Und Mann (bis hin zum Untergang des Abendlandes) dann unterjocht würde. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Es gibt viele, die es sich irgendwo in der Mitte einer Hierarchie gemütlich gemacht haben. Die kein Erfolgsstreben an den Tag legen, die ein friedliches Miteinander sehr schätzen. Aber in diesem Blog geht es um das Thema Erfolg. Und um Antworten, die Männer auf die Frage geben, wann ein Mann wirklich erfolgreich ist. Bisher habe ich in den Seminaren noch nie gehört „Wenn jemand mit sich im Reinen ist, einfach zufrieden mit dem Moment“. Ich habe noch nie gehört, dass es erstrebenswert wäre, wenn Menschen für ihren Beitrag zum besseren Miteinander-Sein, für ihr selbstbewusst-umsichtiges Wesen geschätzt würden. Jetzt können Sie sagen: „Was haben Sie denn für Teilnehmer in Ihren Seminaren?“ Ganz normale Männer aller Altersstufen, zumeist aus dem Wirtschaftsleben. Ja, vielleicht sind die privat ganz anders… Aber zumeist wird Erfolg über das Berufsleben definiert. Und dort getraut sich offenbar niemannd so schnell und öffentlich, die klassischen Erfolgskriterien von Geld, Macht und Karriere in Frage zu stellen.

Erfolg – mal anders

Was wäre, wenn die Wirtschaft anders funktionieren würde? Wenn es nicht um Geld und Posten, um Macht und Gewinn ginge. Um dies zu erreichen: müssten dazu Männer anders denken? Oder die Gesellschaft umdenken? Oder gleich das ganze Wirtschaftssystem umgebaut werden? Ist der konstruktive Journalismus eine Lösung? Wofür wird jemand gelobt und gerühmt? Wir alle können viel dazu beitragen, dass erfolgreiche Männer und natürlich erfolgreiche Menschen, in Zukunft anders definiert werden, als es heute noch größtenteils der Fall ist. Aber wir müssen dies selbst tun. Im Kleinen wie im Großen. Bei der Kindererziehung (ist Leistung wirklich alles?) wie im Unternehmen (wer wird Mitarbeiter des Monats? Wer bekommt wofür Boni?), in der Presse wie am Stammtisch. Sind wir bereit dafür?

Das Wunder Mann – MiracleMen

Keine Frage: Männer sind wunderbar. Weil sie Dinge bewegen und bauen, erschaffen und behauen wollen. Weil sie stark und zärtlich sein können, weil sie schnell im Denken und gut im Kontrollieren ihrer Gefühle sein können. Männer werden großartig, wenn sie erkannt haben, dass sie Menschen sind. Menschen, die nicht durch ihren Körper oder ihre Vorstellungen begrenzt sind. Und sie bewirken Wunder, wo sie dasselbe in anderen, vor allem auch in Frauen sehen. Menschen sind wunder-voll, wenn sie einander als das sehen, was sie sind: Als Wesen, die durch die Augen sehen und durch die Ohren hören. Es sind dies Wesen, die nicht durch ihre Form, ihr Aussehen begrenzt werden. Wesen, die versuchen schlicht das Beste draus zu machen. Lasst uns das gemeinsam tun. Das Beste draus machen.

Let’s be MiracleHuMen.

 

Mirakulöse Männer, wundervolle Frauen – was bleibt uns noch zu tun? Magische Momente miteinander zu erleben! Success Story No 26: Masters of Magic Moments – über die Kunst des Eins-Seins. Am Samstag, 05.12.2015

WONDERWOMEN

Secret Success Story No 24 – über Weibliche Wunderwirksamkeit

Weib und Wunder

Während der männliche Erfolgstrieb zumeist in Richtung „größer, höher, weiter, schneller, stärker“ geht, und damit im Generellen zur Leistung mahnt, stellt sich der weibliche „Erfolgstrieb“ als erstaunlich wenig greifbar oder generalisierbar dar. Klar, es gibt sie, die Vorstellungen von einer erfolgreichen Frau. Entweder sie steht ihren „Mann“, im Sinne der obigen Erfolgskriterien (Geld, Macht, Karriere) oder… naja, sie ist halt völlig „Frau“. Will heißen: Kinderkriegen, Heim und Herd, hübsch begehrenswert, verlässlich mütterlich, für ihre Lieben da. Immer. Da sein für andere als Erfolgskriterium eines erfüllten Frauenlebens.

Liebe Frauen: Wollt ihr das? Wollt ihr Variante 1. die klassische männliche Leistungsshow? Oder wollt ihr lieber  Variante 2. die klassische weibliche Dienstleistungsshow?

Und was ist, wenn beide Varianten gar nicht wunder-voll genug wirken? Wenn sie schlicht nicht anziehend, nicht erfolgsversprechend, nicht ausreichend sind, um das weibliche Leben tatsächlich und spürbar zu s (statt bloß auszufüllen)? Und damit stellt sich die Frage Wenn die Varianten 1 und 2 nicht wirklich erfolgsversprechend sind: Was will Frau eigentlich? Welches Leben würde sie jenseits von Leistung und Dienstleistung leben wollen?

Weibliches Wollen

Dürfen Frauen denn überhaupt etwas anderes wollen, als sich für andere aufopfern? Dass es Frauen in Führungspositionen schwer haben ist ja nichts Neues. Aber die Frage, ob Frauen „Männerrollen“ übernehmen sollen, dürfen oder wollen, steht hier nicht im Vordergrund. Spezifisch weibliches Führungsverhalten gilt es nach wie vor zumeist erst noch zu entwickeln. Ebenso wie die praktizierte Selbstverständlichkeit von Frauen an Führungsspitzen unserer Realität noch fern liegt. Doch wie gesagt, diese Themen stehen nicht im Zentrum dieses Blogs.

Es bewegt diesen Blog vielmehr die Frage: Was tun, wenn weder männliche noch weiblich Erfolgsbilder Frau dazu bringen (können), ihre eigene Größe zu verbergen. Wenn sie sich weder der Karriere noch der Familie verschreiben. Vielleicht wollen Frauen ja in Freiheit und Beziehung leben: Der Freiheit, ihrer Sinnlichkeit zu fröhnen und einen Sinn in ihrem Leben zu stiften. Beziehungen zu leben, die bereichern und beschützen, um nicht zu sagen: beglücken. „Ja klar“, werden Sie sagen. Ich frage Sie: Wie oft ist dies tatsächlich der Fall? Was passiert, wenn Frau eine solche Wahl trifft, sich darin 120% präsent zeigt und mit aufrechtem Gang, geradem Blick, lauter Stimme kraftvoll ausdrückt, was sie für richtig hält? Und damit nicht der gesellschaftlichen Frauen- oder Männerrolle entspricht…

Größe zeigen – Kritik ernten

In meinen Seminaren zum Thema Female Potency kommt besonders ein Einwand bedenklich oft: Auf die Frage „Was passiert, wenn Sie sich in Ihrer vollen Größe zeigen?“ herrscht vor allem die Angst und/oder Erfahrung „Dann werde ich gleich wieder kleingemacht!“ (runtergemacht, zusammengestutzt, v.a. kritisiert). Angst dominiert die weibliche Welt – vor allem die Angst, nicht gemocht, abgewertet, ausgestoßen zu werden. Frauen sind in überwiegendem Maß Beziehungswesen, wollen Teil einer Gemeinschaft (und wenn sie nur aus 2 Personen besteht) sein, wollen von ihr anerkannt werden. Dabei ist ihnen oft wichtiger, als Mensch angenommen zu werden, als für die eigenen Gedanken geschätzt zu werden. Liebhaben oder Begehrtwerden geht meist über Bewundertwerden. Darin unterscheiden sich ganz prinzipiell viele Frauen von Männern. Will Frau wichtiger Bestandteil eines größeren gemeinsamen Ganzen sein, so will Mann einen möglichst hohen Platz in der Hackordnung einnehmen. Frau: „Ich für andere“. Mann: „Ich oder andere“ (bei gleichzeitigem Aufrechterhalten jener Nutz-Netzwerke, die helfen, höher in der Hackordnung aufzusteigen bzw. sich dort oben zu halten).

Sie können mit Fug und Recht bemerken, dass diese Schilderung des weiblichen Erfolgsstrebens und seiner Grenzen zu plakativ, zu provokativ, zu einseitig formuliert ist. Und dass es Ausnahmen gibt, vielleicht sogar, dass Sie, werte Leserin, ganz und gar nicht so sind. Sie machen sich nicht für die Gruppe oder fürs Gerngehabtwerden – oder für den lieben Frieden – kleiner als Sie sind! Und Sie wollen auch nicht nach oben in der gesellschaftlichen Hackordnung.

Wirklich nicht?

Was wollen Sie dann? Und wie erreichen Sie es? Und verhalten Sie sich wunder-voll dabei? Erleben Sie wahre Wunder auf Ihrem Weg?

Wunder Wirken

Ja, Frauen können das Wunder Leben wirken. Sie können Leben schenken – und müssen es dann beschützen, bemuttern, ihm zu eigenständigem Leben verhelfen. Und dann? Oder stattdessen? Können sie nicht auch noch anders wunderwirksam werden?

An dieser Stelle drängt sich eine kleine Begriffsdefinition des Wortes „Wunder“ auf: Ein Wunder ist ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung oder Erstaunen auslöst. Ich behaupte, eine un-abhängige Frau, bei klarem Verstand, für ihre Gefühle selbst verantwortlich und selbst-bewusst in ihrem Verhalten, erzeugt bei den meisten Menschen noch immer ein Gefühl der Verwunderung. Wenn Wunder-Wirksamkeit bedeutet, Erstaunen in anderen auszulösen, so kann dies vielleicht leichter geschehen, als man zunächst meint.

Ein solches Wunder können wir noch im selben Atemzug mit der voll bewussten Entscheidung, nicht gefallen zu wollen und nicht dazugehören zu müssen, bewirken. Doch Vorsicht: Diese Entscheidung bedeutet nicht, nicht gefallen zu wollen und damit zugleich provozieren zu müssen. Das wäre nur eine wenig funktionelle Gegenhaltung, die erfolgreich Abwehr in anderen, aber wohl kein Erstaunen auslösen würde. Deshalb wirkt die Protestbewegung unter den Frauenbewegungen oft so unsympathisch: Weil sie es drauf anlegt, zu provozieren und eben nicht zu gefallen. Ist ihr gutes Recht, keine Frage. Doch von so einer Haltung spreche ich hier nicht. Wenn ich sage „frei davon, gefallen zu wollen“, heißt das nur, sich von der Fremdmeinung un-abhängig zu machen. Das heißt nicht, dass man sich nicht selbst gefallen darf, in der eigenen Haut nicht wohlfühlen darf, keine Sinnlichkeit zeigen darf, seine Weiblichkeit verstecken muss. Ganz im Gegenteil. Wenn die eigene Form der Weiblichkeit Erstaunen erzeugt und das mögliche Abwehrverhalten (etwa eben die Kritik) der angepassten anderen ausgehalten wird, dann steht dem Ausdruck der eigenen Größe nichts mehr im Weg. Und höchstwahrscheinlich finden sich recht bald andere eigen-willige Menschen in Ihrem Resonanzfeld ein…

Körperlichkeit versus Geistlichkeit?

Warum sollten Sinn und Sinnlichkeit eigentlich einander ausschließen? Wer kam auf die Idee, diese Grenze zu ziehen (ich nehme an, Sie haben dazu eine Theorie – aber auch um einen patriarchal motiviert vorgestellten Gott und seine potenzielle Sichtweise geht es hier nicht)? Und wozu ist eine solche gegenseitige Ausschließung gut, wenn nicht dazu, das Leben und sein Potenzial zu beschneiden?

Warum sollten Frauen ihre Vorstellungen eines erfolgreichen Lebens nicht aus sich selbst schöpfen? Körper, Emotion und Geist: Findet einen Weg, Euch unzensuriert in Eurer eigenen Form, Größe und Fülle, Schönheit und Weisheit auszudrücken – findet Euren Weg! Ein Weg, der nicht über andere oder zu anderen führt, sondern ein Verhältnis zu sich selbst und dem Großen Ganzen, dem Universum, dem/der Göttlichen herstellt. Frauen! Warum gibt es so wenige unter Euch, die sich liebevoll ernst nehmen, sich hoch schätzen, sich verehren? Ist es die Angst vor der Einsamkeit oder wirklich nur die Furcht davor, als Egoist(in) abgestempelt zu werden. Müssen wir nicht alle helfende Hände im Gesamtwerk der Gesellschaft sein? Müssen wir?

Dein Weg voller Wunder

Was können Sie besonders gut und machen Sie besonders gern, das nichts mit anderen zu tun hat? Was schätzen Sie an sich besonders? Wie drücken Sie diese Qualitäten und Ihre Wertschätzung dafür aus? Gehen und stehen Sie aufrecht ohne steif zu sein, erlauben Sie Ihrem Atem, Sie völlig zu durchströmen, langsam und tief. Gestatten Sie Ihrer Stimme, ihr ganzes Volumen auszukosten, fliegen Sie mit Ihren Gedanken dahin. Sehen Sie andere in ihrer Eigenwelt und versuchen Sie nicht dazuzugehören. Mischen Sie sich nicht sein. Bleiben Sie ganz Sie selbst. Leben Sie aufrecht ohne sich zu verbiegen. Und Sie sind ein Wunder. Und wirken.

 

Das Wunder Mann – MiracleMen

Nicht nur zwecks der Gleichbehandlung geht es nächste Woche um Männer, die Mirakel sind. Der lateinische Begriff „miraculum“ bezeichnet ein „Wunderding“ und meint damit sensationelle (ein Publikum unterhaltende) Dinge, v.a. außergewöhnliche menschliche Leistungen. Wie es auch gehen kann, ein Mirakel zu sein, ohne sich der Leistungsmaschinerie zu verschreiben: Success Story No 25: MiracleMen – über das Mirakel im Mann. Am Samstag, 28.11.2015

FREEFLOWLETTINGO

Secret Success Story No 23 – über die Leichtigkeit des Seins

Flow

Kennen Sie das scheinbar mühelose völlige Aufgehen in einer Tätigkeit? Wenn Zeit und Raum, einfach alles außerhalb Ihres Konzentrationsfeldes, schlicht nicht mehr existieren. Hier drängen sich keine störenden Gefühle oder Gedanken auf. Im vielgepriesenen Zustand des Flows sind wir eins mit uns und unserer Handlung. Wie Kinder beim Spielen. Leider stehen uns unser Verstand, unsere Gefühle und unser Körper oft im Weg. Sie verhindern das „reinkippen“ in den Flowzustand. Genauso wie die Anforderungen des Alltags oder andere Menschen, die uns ablenken, rausbringen, vereinnahmen, fremdbestimmen.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die dieses köstliche Erlebnis in die Existenz heben. Das Gefühl der Selbstbestimmung ist das zentralste von allen. Und wie oft haben wir dies am Tag? Und wie oft, sofern wir es kennen, mündet es in Langeweile bis Depression? Fühlen wir uns faul, nutzlos, nicht gebraucht, überflüssig? Selbstbestimmt, aber einsam und alleine…

Freiheit

Wer sein Leben zur freien Verfügung hat, den freut dies nicht immer. Aber sobald wir wissen, was uns mit Spaß und Sinn erfüllt, wenn wir es tun steht dem Eintauchen in den Fluss des Seins nichts mehr im Weg. (Wer noch nicht weiß, was er wirklich will, dem sei hier der Blogbeitrag „Motirection“ empfohlen). Es sind aber noch einige andere Zutaten für das freie Fließen im Moment nötig: das Freisein von Sorge und Angst oder die Freiheit von Erwartungen und Erfolgsdruck. An deren Stelle steht die Freiheit, den eigenen Fähigkeiten entsprechend aktiv zu werden. Das dem eigenen Wesen entsprechende Tun sollte sich in der eigenen Haut gut anfühlen (für andere könnte sich dasselbe schrecklich anfühlen) und das Werk im eigenen Sinne Sinn machen (für andere könnte es völlig sinnentleert sein). Der Weg zum wonniglichen Fließen führt daher zunächst aus der Insel der Selbstbestimmtheit über die Brücke der Un-Abhängigkeit von Fremdvorstellungen und Fremdbeurteilungen, jenseits des Berges der Kritik (von innen und außen) und damit hinein ins Land der unbegrenzt fliessenden Möglichkeiten.

Loslassen

Und da? Einfach machen. Und dann? Das ist eine gute Frage. Denn der Flowzustand hat ein Ende. Dann schlägt der Alltag gnadenlos zu, die Rechnungen wollen bezahlt werden, die Schule zwingt einen zum Sprechtag, die Kinder wollen etwas essen, Partner wollen beglückt werden. Verantwortungen rufen. Laut und gebieterisch. Flow und Verantwortung scheinen zwei Planeten aus unterschiedlichen Sonnensystemen zu sein. Kein Wunder, dass viele Künstler sich eher soziopathisch verhalten und große Denker oder Mathematiker dem Reich des Autismus nahe stehen.

Wie passt das zusammen? Wie findet der Flow, das reine Sein  im Moment, seinen Frieden mit jener Selbstaufgabe, die benötigt wird, um seinen Verpflichtungen in der Gesellschaft nachzukommen?

Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins

…ist deshalb unerträglich, weil es einem zwar leicht fallen kann, alles zu vergessen, sich zu vergessen, nur zu sein. Aber weil zur gleichen Zeit ganz automatisch im Vergleich dazu alles und jeder andere schlichtweg unfassbar schwer wird. Spürbar schwer. Mühsam. Im Flow gibt es keine Probleme, die nicht gelöst werden können. Die Welt außerhalb des Flow zelebriert das Problembewusstsein schlechthin. Wer sich leicht fühlt, der wird schnell von seinem Umfeld (oder von seinen eigenen Gewohnheiten) wieder runtergeholt und durch die Schwerkraft des Alltäglichen eines scheinbar Besseren belehrt. Aber: welcher Zustand ist echter? Leicht oder schwer? Welche Einstellung, welches Erleben entspricht wirklich und wahrhaftig der Realität? Doch wohl die Schrecken dieser Welt. Glück, Zufriedenheit, Leichtigkeit – die alle zählen nicht so viel, wiegen nicht so schwer (!). Die Macht des schlechten Gewissens sorgt schon dafür. Wir dürfen uns nicht bewusst wohl und leicht fühlen angesichts des Elends dieser Welt. So viel ums uns ist ungerecht, dramatisch, unfassbar und vor allem: unlösbar. Apokalypse now! Und wie kann man sich angesichts des Elends dieser Welt bloß leicht fühlen?

Andersrum aber geht das ganz gut: Ewig gegen Windmühlen kämpfen, das ist ein respektabler Seinszustand. Die passende Einstellung dazu: „Alles wird schlechter, obwohl es früher auch nicht besser war“. Es gibt zwar keine gute alte Zeit aber dafür gibt es auch keine große Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wo soll uns eine solche Denkweise eigentlich hinführen? Nirgendwohin. Eine solche Haltung ist im wahrsten Sinne Aussichts-los. Sie ist letztendlich auch nur eine Art, im Hier und Jetzt zu sein. Keine sehr angenehme.

Alles easy – oder was?

An der Leichtigkeit – am Flow, am Spiel, an Spaß, an Sinnlichkeit und Sinn – führt deshalb kein Weg vorbei, weil alle anderen Tätigkeiten und Einstellungen dem Leben seine Qualität nehmen. Wie finden nun also Selbstlosigkeit und Selbstbestimmung zu einander? Wie finden Freiheit und Verantwortung eine gemeinsame Ausdrucksform? Darf „Gutes tun“ tatsächlich Spaß machen und das „kreative Lösungen für echt große Probleme-Finden“ in Leichtigkeit passieren? Darf man dem Ernst des Lebens lustvoll auf die eisige spiegelglatte Glatze spucken und dem eigenen Antlitz darin eine schön freche Grimasse ziehen? Ja, man darf.

Viele großartige und oft unsichtbare Menschen und Projekte zeigen, wie inspirierende Kreativität selbst festgefahrenes Problemdenken aufbricht oder wie ein echtes Lächeln real bedrohliche Konfliktherde in bereichernde Reibungsfreude umwandelt. Die Haltung, aus der derart wirksame Transformationsakte entstehen kann, ist eine Mischung aus edler Gesinnung (etwas zum Besseren verändern zu wollen) bei gleichzeitigem Mangel an Rechthaberei (den Zwang, etwas erreichen zu müssen loslassen). Die Unaufdringlichkeit jener, solche Transformationen initiierenden Akteure mischt sich idealerweise mit der spontan entstehenden Freiwilligkeit der  zur Transformation eingeladenen Beteiligten. Eine solche, höchst effektive Leichtigkeit in einem anstehenden Veränderungsprozesses zu vermitteln und ihn dadurch gezielt einzuleiten kann Schwerstarbeit sein. Diplomaten wissen um die immense Schwierigkeit, andere so zu bewegen, dass die äußere Form mit selbstverständlicher Leichtigkeit gewahrt und im selben Atemzug im Inneren alte Denkweisen ersetzt oder massive Strukturveränderungen eingeleitet werden können.

You gotta move it, move it

Diese Fähigkeit, unauffällig und freudvoll andere zur weiteren Entwicklung anzuregen, mit einem Blick oder einer Geste Grundsätzliches zu bewegen und so quasi „nebenbei“ das Rad der Evolution am Laufen zu halten, wird selten mit Ruhm und Ehre, Geld oder Karriere belohnt. Diese Art von Erfolg ist kaum messbar, kaum sichtbar, nur spürbar. Es gibt keine institutionalisierten Beobachter jener weisen Akteure, die im Hintergrundrauschen des Alltags mit dem Funken der Verwandlung spielen. Diese Funken verändern Negatives in Optionen und Leid in Erkenntnis. Solche Menschen wandeln fast unsichtbar umher und tippen andere an, so  wie Buddhisten ihre Gebetsrollen am Rotieren halten. Sie bringen stockende Energien in Gedanken, Gefühlen oder auch im Körper ganz unauffällig wieder zum Fließen. Eine Begegnung mit ihnen lässt einen das eigene Zentrum spüren und die eigene Handlungsfähigkeit steigt wieder. Sie machen, dass wir uns fühlen, wie das Titelbild dieses Blogs zeigt: Sie halten uns am Laufen(den). Ein Dank an all jene, die uns derart im Inneren „anstupsen“, die uns selbstlos berühren und bewegen, unsere Welt am Weiterdrehen halten, uns immer wieder ins Fließen bringen! Dieses Wunder geschieht aus jener bewundernswerten Leichtigkeit heraus, die durch Lebenserfahrung erworben wurde. Gerade diese lebensweise Leichtigkeit kann kaum professionalisiert oder gelehrt werden…

Professionelle Helfer und die Leichtigkeit

Denn der Grat ist schmal. Der Grat zwischen selbstloser und zutiefst befriedigender Hilfstätigkeit beim Sein und Werden – und der völligen Selbstaufopferung. Jeder Sozialarbeiter, jede im Gesundheitswesen kennt ihn, diesen gefährlichen Grat zwischen der Hochachtung vor der Aufgabe, andere zu berühren und zu bewegen – und dem Burnout durch Selbstaufgabe. Kennt diese zehrende Hoffnungslosigkeit, die hinter jeder gelungenen Hilfsaktion lauert, weil es zu viele gibt, denen im selben Atemzug nicht geholfen wird. Weil das Leid kein Ende kennt, aber die eigenen Kräfte schon. Die Erwartungen, die Hoffnungen, sind groß, die Realität weit von der Leichtigkeit einer Erfüllung entfernt. Die oben angesprochenen Weisen der Leichtigkeit haben die Hoffnung aufgegeben. Nicht weil sie frustriert oder hoffnungslos wären, sondern weil sie das Leben kennen und nehmen. Deshalb sind sie auch unsichtbar. Sie kompromittieren ihre eigene Einstellung nicht mit der Suche nach Anerkennung. Sie wissen, dass dies kontraproduktiv für das Resultat wäre. Ihre Selbstlosigkeit ist kaum wahrnehmbar, gut versteckt. Mit voller Absicht.

Die Falle der Selbstlosigkeit

Selbstaufgabe zugunsten anderer wird in unserer Zeit und Gesellschaft einerseits als anbetungswürdig verherrlicht. Moderne Märtyrer, Helden von heute. Die konstruktiven Journalisten erzählen gerne von den Mutter Theresas und Nelson Mandelas. Oder ein untragbares, menschenunwürdiges (beispielsweise Gesundheits-)System (siehe unsere Spitäler und deren Arbeitszeiten) fordert die Selbstaufgabe einfach ein. Leichtigkeit hat im offiziellen Berufsleben keinen Wert. Im Gegenteil. Arbeit muss schwer sein, damit sie als Arbeit gilt. Und nicht einmal dann wird sie mit Wertschätzung entlohnt.

Vor allem Frauen ergeben sich darin, ihr Leben in den Dienst anderer zu stellen. Und in einer Zwickmühle aus mangelnder Wertschätzung und niedriger Entlohnung zu landen. Den eigenen Weg zu gehen ist für Frauen immer noch nicht nur schick. Sie würden vielleicht dafür Geld bekommen, aber Wertschätzung? Für die Kinder da sein oder Karriere machen – diese Entscheidung ist viel zu oft nach wie vor ein entweder-oder  bei der jede Seite nur verlieren kann. Geld und Hochachtung fehlen in den meisten „weiblichen“ Berufen – ebenso wie im Muttersein. Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Putzfrauen, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Pflegerinnen, Sexarbeiterinnen. Zweite Reihe, Hilfsdienste, Zulieferer, Wohlfühlbasis, Hintergrundrauschen. Was sind sie der Gesellschaft wirklich wert? Ich weiß, ich provoziere. Allerdings für einen guten Zweck, nämlich um das – vorwiegend weibliche – Rezept „Erfolg durch Selbstaufgabe“ in Frage zu stellen. Geht es denn auch anders? Dieser Frage widmet sich nächste Woche die Success Story No 24: WonderWomen – über Weibliche Wunderwirksamkeit. Samstag, 14.11.2015, 10.00.

Und an dieser Stelle der Gerechtigkeit halber gleich eine Vorschau auf die Success Story No 25: MiracleMen – über das Mirakel im Mann. Am Samstag, 21.11.2015

 

CHAOSRULES

Secret Success Story No 22 – über die Ordnung in der Unordnung

Wie Alles begann und inwiefern Alles immer so kompliziert ist

Am Anfang war das… naja, Nichts eigentlich. Wo keine Zeit, da kein Raum, da keine Materie. Trotzdem waren Alles und Nichts schon mal da. Denn irgendwo muss das Etwas ja herkommen. Schlaue könnten jetzt sagen: Alles ist ja auch ein Wort (soviel zu „Am Anfang war das Wort„, zumindest laut Johannesevangelium). Da (dort, dann) kommt‘s jedenfalls her. Alles und Nichts waren quasi die Zwei Ur-Eltern des bekannten Universums (beide neutral von ihrem Artikel her, interessant). Sie waren zu zweit, so schaut’s nämlich aus. Dennoch Einerlei. Denn vor dem Big Bang ist laut zeitgenössischer Physik vorläufig noch Alles Graue Theorie, also nix is fix. Daher fangen wir mit dem Großen Knall an. Das ist mal ein (oder zwei) Wort(-ö/er)!

Sie sehen’s vielleicht schon: Zu Beginn des heutigen Blog-Beitrags drängt sich ein Haufen Paradoxa in den Vordergrund. Um nicht zu sagen sternenstaubhaufenweise Paradoxa. Denn Alles kam aus dem Nichts. Und Alles ist Nichts. Zumindest damals, am zeitlosen Anfang. Vielleicht (wie gesagt, da ist man sich unter Wissenschaftlern nicht einig, eher mehrfach zweinig, um den Widersprüchen weiter zur Ehre zu verhelfen und inhaltlich ein bisschen Konsistenz zu zeigen). Doch zurück zum Thema: Alles war mal Nichts und als solches wohl noch dazu zu allem Überfluss Eins. Eine Einheit. Ein AllesundNichts. Zwei Nichtse wären ja schon wieder Etwas, aber keinesfalls Alles. Es kann nur Das Nichts und Das Alles geben, wenn man die Grundgesamtheit des Universums betrachtet. Einzahl. Von Paralleluniversen reden wir ja nicht, die müssen ja auch von wo herkommen. Aus anderen All-Nichtsen?

Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist Ihnen inmitten all dieser Verwirrung fast schon aufgefallen, dass wir uns grad ganz hinterlistig, von der Maschekseitn sozusagen, an das Chaos anpirschen. Ich würde mich freuen, wenn Sie es ein bisschen spüren, den Schwindel des Allanfangs, und ihn aushalten, nur um zu sehen, wie es weitergeht. Aber ich will Ihnen nicht zu viel abverlangen. Also bringen wir jetzt ganz im Sinne des Titels mal ein bisschen Ordnung rein in diese paradoxen Wahrheiten (wenn sie denn solche sind): (Ein) Nichts war, dann macht‘s anständig PUFF (zumindest wörtlich, nicht als Explosion, da ist das Wort BANG nämlich missverständlich) und: Alles ist. Schaut doch schon viel besser aus. Die Zeit macht‘s möglich und trennt das vermurkste Chaos in eine schöne und nachvollziehbare Reihenfolge. Aber fragen Sie jetzt bloß nicht warum! So weit sind wir noch nicht. Wir sind wie gesagt erst am Anfang. Alles ist einmal. Winzig klein, zusammengepresst, Sie können getrost sagen „Ein Klumpen Etwas“. Ein immens dichter Punkt. Klingt eigentlich nach einem fundamentalen ersten Statement: „Und Punkt.

Dicht bis zum GehtNichtMehr oder: Warum Alles immer so komplex ist

Sind Sie schon soweit und fragen sich (mich – ja, Wir sind an diesem Punkt Eins, zumindest aus meiner Sicht, die Sie ja grad lesen): „Was hat das denn alles mit mir zu tun??“ oder: „Was hat das Alles denn mit Erfolg zu tun??“ Denn darum geht es ja in diesem Blog, um Erfolg – mal anders.

Na dann kommen wir besser gleich auf den Punkt, nicht war?! Singularität würden die Physiker unter Ihnen an dieser Stelle sagen. Einfach, weil nur Eins. Die Singularität ist unendlich dicht, die arme. Kein Wunder dass sie in ihre Bestandteile zerfällt, vielleicht musste sie sich übergeben. Und Schwupps: da war er, der Erfolg. Es folgt die Entstehung von Raum-Zeit und Materie. So viel Reichtum aus dem Nichts! Wenn das mal kein Megaerfolg ist. Und nach der Dichte folgen Ausdehnung und Abkühlung. Mit anderen Worten: Die Weltherrschaft. Startup Total. Cool. Zu diesem Zeitpunkt ist das Universum noch gehörig undurchsichtig (im wahrsten Sinne des Wortes). Erst mit der Zusammenrottung von Elektronen, Neutronen und Positronen (insgesamt Nukleonen), die ihrerseits größtenteils aus Quarks bestehen, zu Atomen kommt ein bisschen mehr Ordnung rein. Und mit der Ordnung der Durchblick, denn endlich kriegt das Nichts seinen Raum zwischen den Etwassen. Das Zwischendenzeilenlesen wird möglich, weil nicht mehr alles aneinanderpickt. Aus dem Dunklen Einerlein ins Helle Vielerlei. Aus dem Chaos in…. Juhu, die Komplexität! Und damit vom Regen in die Traufe? Denn die kleinsten subatomaren Bestandteile hängen irgendwie zusammen, verleihen durch ihre raumzeitliche Strukturierung und kräftemäßige Koordination unserem sichtbaren Universum seine Gestalt, verhalten sich trotzdem nicht unbedingt stets berechenbar. Ohne in die Untiefen der Beobachterabhängigkeit der Wirklichkeit abzudriften kann man getrost sagen: Die Wahrheit über die Wirklichkeit liegt im Auge des Betrachters. Alles andere ist eine mehr oder weniger gute Theorie über die Wirklichkeit. Je besser die Theorie – will heißen je nachvollziehbarer und überprüfbarer ihre Thesen – desto schöner entfaltet sich das komplexe Gebäude möglicher Zusammenhänge zu einem funktionierenden Großen Ganzen. Uni-Versum. Ein Vers das Ganze – Gott ist Poet. Und mein Latein schlecht.

Da wir wissen, dass es (noch) keine bestätigte Theorie gibt, die alle einzelnen Ordnungskräfte des Alls – quasi alle Sinnzusammenhänge unseres Gedichtes – vereinen könnte, müssen wir uns damit zufriedengeben, dass es sich insgesamt gesehen um ein recht komplexes Alles handelt. Nicht so leicht zu durchschauen, obwohl jetzt in Atomen, später in Sternen und Planeten, schon einmal schöner aufgeräumt. Richtig geräumig das Universum, wo doch vorher so viel allesaufeinmal war! Je mehr Raum desto komplexer, desto ordentlicher. Je mehr Zeit desto komplexer, desto erkennbarer. Weil irgendwann mal wer entsteht, der des Erkennens fähig ist. Und je mehr Durchblick, desto mehr sichtbare Komplexität. Kommt Ihnen das bekannt vor? So schön paradox wie das Leben! Willkommen im Club. Und wir haben noch nicht mal die Frage beantwortet, wie genau sich Alles Undurchsichtige zu Etwas Sichtbarem und noch viel mehr Durchsichtigen zusammenrottet.

Phasenübergänge: Beam us up Scotty!

Ja auf den Punkt zu kommen ist gar nicht so einfach. Wieviel schwerer ist es dann, auf viele Punkte zu kommen? Naja eines stimmt: Es braucht tatsächlich Schwerkraft und noch ein paar andere Kräfte. Alles in Allem verläuft der Bildungsprozess von etwas Ordentlichem (weil aus dem murksigen Dichten Vielen Etwas zunehmend mehr Einheiten sichtbar werden) prozesshaft und sprunghaft in sogenannten Phasenübergängen. Und jetzt endlich kann ich zu meinem Punkt kommen (ich weiß das hat etwas gedauert, aber im Vergleich zu den Zeitmaßstäben des Universums, des Großen einen Gedichts, ist ja alles ein bisschen relativ).

Ich behaupte nämlich, dass erfolgreiche Künstler und Leader (politische, unternehmerische, familiäre,…) besonders gut darin sind, Zeit, Raum und Materie in Übergangsphasen zu verdichten. Außerdem schaffen sie es, Dinge und Betrachter in und über einen Phasenübergang auf die nächste Ordnungsstufe zu heben. Sie schaffen es, aus dem Dunkeln Mischmasch das sichtbare Etwas hervor zu kitzeln. Und sie führen es anderen vor, indem sie sie dabei mitnehmen. Erfolg, weil folgenreich.

Die Kunst als Schöpferin

Künstler machen sichtbar, was unter der Oberfläche schwelt. Sie machen spürbar, was eine Gesellschaft, einen Zeitgeist beschäftigt, noch bevor sie oder er es sich selbst eingesteht oder gar wahrzunehmen vermag. Künstler zeigen des Offensichtliche, das bis dahin noch kaum jemand erkannt hat oder in Form bringen konnte. Sie legen das bereits allseits Offensichtliche auf eine Art und Weise offen, die zu neuen Sichtweisen führt. Sie gestalten den Phasenübergang des Alten zum Neuen aus, sind Reporter des Uferlosen, Grenzgänger im grenzenlos Komplexen. Sie reflektieren den Prozess unseres Werdens, sie sind Spiegelbilder der Abgründe ihrer selbst. Je treffsicherer sie den wunden Punkt, die Ideal-Sehnsucht oder die Realitätswut einer Gesellschafft treffen, desto erfolg-reicher sind sie. Vorausgesetzt, sie werden gesehen, gehört, für wahr genommen. Kunst gießt das Vergängliche ins Zeitlose. Große Künstler überleben den Tod weil ihre Kunst weiterlebt, ihr Wirken sich fortpflanzt. Dieser unaussprechliche Kreationsakt gelingt, indem sie das Paradoxe einer Ausgangssituation (Sie erinnern sich: AllesundNichts in Einem) in Bedeutung auflösen. Eine Bedeutung, die von anderen als erlebte Wirklichkeit empfunden werden kann. Oft interpretieren andere ihre Werke ins nicht Nachvollziehbare hinein. Rezipienten sehen, hören, spüren Aspekte eines Prozesses und eines Ergebnisses, die dem Künstler selbst eher als bloße Notwendigkeit erschienen. Einen solchen Wandlungsprozess auszulösen unterscheidet die Kunst von der Natur.

Sie sehen schon: Ich verehre die Kunst, huldige den Künstler in jedem von uns. Die Kunst-Vollen muten sich, ihr Chaos und ihre Komplexität, ihr Dunkel und ihr Licht, sich selbst und anderen zu. Sie heben das Andere ins Blickfeld. Sie sind anders. Künstler passen sich nicht den Vorstellungen anderer an. Sie bleiben stur beim Dokumentieren der Phasenübergänge einer Gesellschaft, eines Wesens, des Universums, ohne all zu sehr darauf zu achten, ob sie dafür gemocht oder geschätzt werden. Verschrobene Wissenschaftler und nerdige Techniker, alle Arten von hemmungslos durch Alles Mögliche motivierten Innovatoren, die es nicht des Geldes wegen tun, sondern um zu gestalten und zu formen, zu bewegen und zu verändern, sind für mich Künstler.

Die Kunst des Führens

Aus dem Hut eines Standpunkts mehrere Handlungsoptionen zaubern. Das kann die Kunst des Führens. Aus der Lustlosigkeit, dem Frust, der Abwehr oder gar Wut einer Belegschaft, eine Vision, Ziele und Taten zu formen, schafft die Kunst des Führens. Echte Leader sehen die Möglichkeiten in der Krise. Und sie geben inmitten des Chaos und der Dunkelheit Orientierung, spenden Vertrauen, stellen ein Vorbild dar. Klingt irreal in Zeiten wie diesen? Erleben wir derzeit zuviel Veränderung, einen zu starken Phasenübergang, eine zu hohe Komplexität, einfach zuviel des Chaos? Ich hoffe sehr auf das Erscheinen jener Führungs-Kräfte, die unsere Zeit braucht. Menschen, die das scheinbar Unmögliche – das Undurchsichtige, undurchdringlich Komplexe – in Möglichkeit, in Ein-Sicht verwandeln. Ordnung auf einer neuen Ebene herstellen, und so ihrer Berufung folgen. Menschen, die kritische Phasen als notwendigen Teil einer laufenden, weil universalen Entwicklung sehen und die diese Evolution tatkräftig begleiten: Wir brauchen Euch! Und wenn Ihr nicht zu sehen seid, liegt es vielleicht daran, dass es so viele sind, die rund um uns das Beste aus dem Hier und Jetzt zum Besten aller, auch dort und dann, machen? Vielleicht fallen deshalb die Ewiggestrigen so stark auf, weil sie in der Unterzahl sind, befremdlich jene längst als untragbar erkannte Realitätsvorstellungen hernehmen, um dadurch den Veränderungen unserer Welt gerecht zu werden suchen? Was genau tun diese anderen, die nicht Ausschau nach neuen Welten, nach neuem Durchblick, nach der nächsten Seinsstufe – und sei sie nur ein Stück näher am Herzen oder ein Stück tiefer im Geist, sind?

Auch jene, die nicht an den Prozess der Weiterentwicklung, des stetigen Werdens glauben, schaffen Ordnung im Chaos. Nur anders. Oder anders gesagt eher immer gleich.

Selbstähnlichkeit alias sich selbst der nächste sein

Zugegeben: Tradition, Rituale, Regeln und Normen – das Ordnunghalten durch das wiederkehrend Gleiche – machen durchaus Sinn. Sie erleichtern das Zusammenleben indem sie verhindern, dass die Einzelteilchen unserer Gesellschaft derart aneinandergeraten, dass sie sich aufreiben und es zu unnötig hitziger Reibungswärme oder gar explosionsartigen Veränderungsschüben, die oft eine massive Vernichtung ihrer Bestandteile mit sich bringt, kommt. Alles beim Alten zu belassen heißt auch, Ruhephasen und Regeneration gewinnen. Aber immer und ewig more of the same? Das lässt die Evolution nicht zu, da sollen die konservativen Kräfte nur lamentieren und intrigieren, sich versteifen und rechthabenwollen so viel sie können. Das „ordentliche Aufräumen“, das Ordnungmachen in Veränderungsphasen auf Basis der Repetition des Starren, basierend auf dem Strickmuster des Alten, versucht das Gleiche wie bisher oder vielleicht sogar die gute alte Zeit zu reproduzieren. Eine Illusion, an der die Ewiggestrigen gerne festhalten, weil sie Kontrolle über das Chaos suchen. Wenn sie das Ruder von Anfang an gehabt hätten, dann wäre das Universum nicht entstanden, denn in der Stille vor dem Beginn, da war‘s so schön ordentlich. Da gab es nur einen Standpunkt. Den Einen. Und der hat sich nicht in Frage gestellt. Oder doch? Ist er deshalb aus der Einheit mit sich gefallen, zur Vielheit gewachsen? Hm. Am Anfang war… Oh ja, da waren wir schon.

Nix is fix

Controlfreak nennt man jemanden, der versucht alles und jeden mit seiner eigenen Sichtweise und den eigenen Methoden zum eigens ausgeklügelten Ergebnis zu pressen. Nein ich meine nicht Lehrer oder Eltern. Die müssen das Paradoxon von Grenzen-setzen und Horizonte-erweitern meistern. Sie haben genug damit zu tun, dass ihr Klientel so veränderungsfreudig und zugleich formungsresistent ist. Gut so, in der Spannung von Altem und Neuem wächst jene Handlungskompetenz, mit ungeahnten Paradoxa vertrauensvoll und zugleich mutig umzugehen. Respekt an jene Lehrer und Eltern, die den Nachwuchs über diese Phasen hinweg begleiten. Der Nachwuchs wächst sich irgendwann mal aus. Er wächst. Zum Er-wachsenen. Und hier ist es wichtig, dass er weiter wächst, flexibel bleibt, immer neue Ordnung schafft – indem er vorhandene Ordnungen weiter-wachsen lässt.

Alles fließt

Nun ja, es lässt sich nicht verleugnen: Chaos und Ordnung sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, die Ausdehnung von Raum und Zeit, sie alle schauen drauf, dass die prinzipielle Tendenz im Universum in Richtung Unordnung geht. Aber es gibt andere, wirksame Kräfte, Mittel und Wege zu immer neuer Ordnung in der Unordnung. Sogar zu immer neuen Ordnungsebenen, komplexere Ordnungen sozusagen: Physik, Chemie, Biologie, Psychologie, Soziologie – alles Zeichen der sprunghaften Entwicklung komplexer Systeme. Das Schaffen neuer Ordnungen kann auch ohne bewussten Akt geschehen. Die Evolution zeigt, dass Fehler und Krisen, Katastrophen und ganz allgemein „das Chaos“, im Sinne des Zusammenbruchs einer Ordnung, zu neuen Formen der Existenz führen.

Chaos Rules, das ist das Statement der beiden Strömungen des Seins. Alles strebt zur Auflösung. Auf dem Weg dorthin, eigentlich währenddessen, entsteht ganz Erstaunliches: Ordnung. Ordnung und Chaos existieren zugleich, der Widerspruch lebt ganz offensichtlich. Alles und Nichts, Chaos und Ordnung. Menschen, die die Einheit des Paradoxen akzeptieren anstelle das Entweder-Oder zu verteidigen, halte ich für lebensweise. Erfolgreich nach universellen Ausmaßen. Mehr geht nicht. Punkt. Punkte. Und ihr Zwischenraum.

Und jetzt? Was tun im Fluss des All-Einen, wenn alles Sein und Werden zum Vergehen und Neu-Ordnen führt? Enjoying the ride? Oder doch lieber eine hehre,  moralisch-ethisch lobenswerte Aufgabe erfüllen? Geht’s auch anders? Mit der Frage nach dem Loslassen und Seinlassen befasst sich BeMeUp-Der Erfolgsblog nächste Woche: Success Story No 23: Freeflowlettingo – alles easy oder was? Samstag, 07.11.2015, 10.00

DISCOVENTURE

Secret Success Story No 21 – über das Abenteuer des Entdeckens

Der Ruf der Ferne

Manche hören ihn, den Ruf der Ferne. Manche folgen ihm. Vor allem jene ohne Verpflichtungen oder jene, die von Berufs wegen der Ferne verpflichtet sind. Manch andere hören ihn nicht nur nicht, für sie liegt die Ferne gänzlich jenseits ihrer Lebenswelt. Für solche mag schon der angrenzende Bezirk oder auch die Nachbarwohnung zu weit weg wirken, als sie erforschen zu wollen. Dritte wiederum begeben sich in der Ferne in Ressorts, die wie ein besseres Zuhause funktionieren – all inclusive, abzüglich Kochen, Putzen und Kinder – wenn auch das Wetter besser und die Umgebung sowie Shoppinggelegenheiten andere sind.

Die Welt ist ein Dorf

Wo liegt überhaupt die Ferne, jenes fremde und verlockende Abenteuerland, das es zu entdecken gilt, so man denn überhaupt etwas ent-decken möchte? Ist nicht bereits die ganze Welt erschlossen, alle Lebewesen gezählt und katalogisiert, alle Landmassen vermessen? Zugegeben, in der tiefsten Tiefe der Meere gibt es teils noch Unentdecktes, überraschend anders aussehenden Schildkröten werden immer noch neue Namen verliehen.  Ähnlich wie rund um die kleinsten Teilchen der Physik noch ungelüftete Geheimnisse schwirren oder der große Gesamtzusammenhang des Universums, sein Entstehen, sein Enden, seine Enden und die Einheit seines Kräftespiels, noch fehlen. Aber die sichtbare Welt, oberhalb des Meeresspiegels? Da gibt es kaum echtes Neuland zu finden, überall war schon wer, alles ist mehr oder weniger altbekannt. Kann sogar über Satelliten angesteuert und vergrößert werden. In Echtzeit. Scheinbar zumindest erschließt sich uns die ganze Welt auf Knopfdruck. Und das Abenteuer „Expedition“ nimmt heute andere Formen an als noch vor 100 Jahren.

Moderne Entdeckungsreisen

Wir entdecken heute kaum mehr die Ferne, sondern vielmehr unsere eigenen Grenzen. Wir laufen Marathon, biken extrem mountain. Die Generation 50+ und fängt an zu Surfen oder einen Kampfsport auszuüben. Wir entdecken aber nicht nur unsere körperlichen Grenzen – um sie zu erweitern, das Leben zu verlängern, das Unmögliche zum Machbaren zu degradieren. Wir erforschen auch unsere psychischen Weiten und Tiefen mit Hilfe von Therapeuten, wir entdecken unser Verhalten und seine Limits oder Optionen mit Hilfe von Coaches. Wir reisen mit Schamanen zu den Ahnen, oder mit Astrologen zu den Sternen. Und überall finden wir: uns selbst. Oder Aspekte unserer selbst, Splitter unseres eigenen Gesamtzusammenhanges. Wir haben Erfolgserlebnisse, wenn wir uns tränenreich mit unserem inneren Kind versöhnen und wenn wir uns im Rausch des Naturbezwingens unseren Endorphinen ausliefern. Wir haben „Durchbrüche“, wenn wir verstehen, wie wir funktionieren und warum, indem wir unsere Familiengeschichten nicht nur durchleuchten, sondern etwa in systemischen Aufstellungen sogar weit in der Vergangenheit vor uns Vergrabenes am eigenen Körper durchleben.

Wir lernen uns selbst kennen, bereisen die bedrohlich und verlockend unbekannten Flecken unseres Lebens, unseres Wesens, unserer Vergangenheit. Nicht selten mündet die Reise in ein Gefühl der Ernüchterung. Der Weg dorthin, in uns hinein, ist vielleicht spannend, aufregend, intensiv und erlebnisreich. Aber kann das Ziel, sich selbst ein Stück weit besser zu kennen, tatsächlich als Erfolg verbucht werden? Ist die Selbst-Erkenntnis nicht vielmehr Startpunkt und Endpunkt einer jeden Reise? Können wir diesbezüglich überhaupt jemals ans Ziel kommen? Sind die in diesem Bereich wahren Erfolg-Reichen nicht vielmehr die diversen Reiseleiter zum „Ich“, die in den unzähligen Disziplinen ihr Geleit, ihre Landkarten – ihre Versionen moderner Schatzsuche – anbieten? Therapie, Coaching, Training, Ernährungsberatung, Energiearbeit, Feng Shiu – irgendwann hat man dann alles, was einen anspricht, ausprobiert, kennt sich und die Pauschalreisen zur Erkenntnis und zum besseren, runderen Selbst-Erleben gut genug und fragt sich: Und wohin jetzt?

Das Unwirkliche als Neuland

Was haben denn die Außen- und die Innenwelt noch zu bieten, was das Virtuelle nicht besser, schöner, aufregender vermitteln könnte? Wir orientieren uns heute selten am Sonnenstand (außer um zu entscheiden, was wir anziehen oder welcher Freizeitbeschäftigung wir nachgehen). Wir sondieren die Lage der Welt eher am (elektronischen) Zeitungsstand, entdecken in den Digitalen News, was unsere Welt bewegt. Wir bewegen uns selbst in der Welt, ohne uns selbst zu bewegen. Der Screen und seine virtuelle Wirklichkeit – unser Einstiegstor in alternative Realitäten, in denen wir uns und einander oft näher sind, uns intensiver spüren, als im schalen Dunstkreis unserer alten „wirklichen“ raumzeitlichen Umgebung. Erfolg hat, wer viele friends hat. Erfolgreich ist, wer geliked wird. Noch erfolgreicher ist, wer geshared wird.

Virtuell Erfolgreich…

so könnten sich auch jene nennen, die auf ihrem Bankkonto viele Zahlen sehen (ohne Minus davor). Zahlen im Äther der digitalen Welt, Zahlen ohne Realitätsbezug, Zahlen mit denen spekuliert wird – auf den Zusammenbruch von Staaten oder den Hunger der Welt (auch auf Luxusgüter). Zahlen, die man versucht zu vermehren, indem auf die Unwahrscheinlichkeit einer Katastrophe gewettet wird. Denn letztendlich ist Spekulation nichts anderes als eine elaborierte Form, auf das beste „Pferd“ zu setzen. Virtuelles Neuland, auf das sich wetten lässt zu erfinden, ist so ertragreich, wie reale Personen, Institutionen oder Staaten, die man für irgendetwas klagen kann. Am besten auf etwas, das neue oder bisher ungenutzte Rechtslücken ermöglichen, denn dann kann man Sammelklagen veranstalten oder Präzedenzfälle für Folgeklagen schaffen – und es kennt sich niemand damit so richtig aus. Um wirkliche Gerechtigkeit geht es hierbei selten. Profit ist das Wort des virtuellen Erfolges. Von Big Data, Cookies und Apps als Goldesel und das potenziell Eselhafte an uns Usern will ich jetzt gar nicht anfangen…

Im Virtuellen liegt reales Geld. Start up-Millionäre sind die neuen Hoffnungsträger, sie sind der Stoff, aus dem postpostmoderne Heldenstories gemacht sind: Vom Tellerwäscher zum Millionär? Au contraire! Vom Studenten zum Netzwerk-Giganten, zur Suchmaschinen-Legende, zum eShopping-Megalithen. Das Abenteuer im Algorithmus-Land, der Entdecker wird zum Schöpfer ungeahnter Optionen, der nerdige Programmierer der Vergangenheit zum sexy Supermodel der Zukunft.

Das Locken der Sirene

Virtualität oder Wirklichkeit: es gefällt de facto heute dasselbe wie damals. Was wir nicht sind, aber gerne wären. Leute, die tun was sie wollen und gut dabei aussehen? Eher weniger. Eher schon Leute, die durchschnittlich aussehen – so wie wir oder wenn geht etwas weniger attraktiv – und mehr (wörtlich) erreichen als irgendjemand sich auch nur erträumen kann. Hoffentlich tun sie dabei, was sie wollen, öfter aber wahrscheinlich tun sie etwas, das es braucht, um wahr-genommen zu werden. Die wenigsten schaffen das von ganz alleine. Irgendwer Potenter muss auf den Visions-Zug aufspringen und das Ganze in die Verwirklichung hinein finanzieren, damit es abhebt. Was tut ein solcher „Business Angel“ eigentlich? Er sucht, erkennt und füttert diese Hoffnungsträger, die nicht so recht wissen, wie der Hase in der Wirtschaftswildnis unbehelligt hoppelt, ohne zu früh abgeschossen oder von anderen gefressen zu werden. Er trainiert die Rennpferde der Zukunft, bereitet sie auf die Rennbahnen der Gegenwart vor, schützt sie vor Fallstricken und rechnet sich und seinen Investorenfreunden den nächsten Lottosechser und die passende Strategie der Risikostreuung aus. Berechenbare Unberechenbarkeit? Spiele der Erwachsenen! Warum nehmen wir sie bloß so ernst? Was genau ist es, das wir uns und anderen durch virtuelles Gewinnspielen beweisen wollen? Worin besteht der Unterschied zum bloßen Computerspielen? Suchtpotenzial scheinen ja alle Arten virtueller Tätigkeiten zu bieten: Das Geschäftemachen, das Spielen, das Usen

Die Verheißungen des außergewöhnlich Alltäglichen

Ich behaupte, es ist das Machtgefühl, die Welt auf einen Knopfdruck hin verändern zu können. Via youtube Millionen von Leuten erreichen zu können, ohne landläufige Wege wie Expertentum, Reichtum, Heldentum oder irgendein anderes Hervortun beschreiten zu müssen. Eine Parallelwelt, in der jeder digital inhabitant die gleiche Chance hat. Das zeigen uns etwa die unzähligen unsäglichen Katzenclips, die Hundertausende von Malen geliked, geshared und wer-weiss-wie-unendlich-oft angesehen werden. Kein Newswert im klassischen Sinn: nicht neu, nicht prominent, nicht katastrophal, nicht relevant – aber dennoch offenbar weltbewegend, weltumspannend. Infos, die um die (facebook-)Welt gehen. Irgendwie ein Wunder. Das Wunder des außergewöhnlich Alltäglichen. Der schwarze Humor der Realität.

Schön ist, was gefällt

Und am besten gefällt uns das außergewöhnlich überdurchschnittlich Normale. Das „wie es eigentlich sein sollte“: großartig einzigartig, überraschend einfach, das Genie von nebenan, das aber so in der Realität nur selten vorkommt. Wir bewundern das Ideal, das tatsächlich gelebt wird. Der Goldene Schnitt, die Symmetrie, das Ebenmäßige – alles Ausdrucksformen des Schönen. Wie wollen das Schöne entdecken, in uns, in anderen. Es zieht uns magisch an, als wäre sein Anblick, sein Besitz Seinsgrund genug. Schöne Menschen wissen dies, sie können nicht unbemerkt bleiben – sie sind die wandelnde Einladung zu einem Abenteuer, und sei es nur eines im Kopf des Betrachters. Nähe suchen und Besitzen-Wollen: Zeichen der Anziehungskraft der Ästhetik – im Sinne des überdurchschnittlich Durchschnittlichen und daher Schönen.

Der Jagd nach dem Schönen Abenteuer oder dem Schönen Leben gegenüber steht der Schutz, den die Anästhetik, das Nicht-Wahrnehmen, Nicht-Spüren, bietet. Wir schützen uns vor dem Hässlichen, dem Beängstigenden, dem Drohenden und Dunklen, indem wir unsere Sinne desensibilisieren, unsere Wahrnehmung verengen, unser Wahrnehmungsvermögen limitieren. Viele stolpern über die Kunst nichts mitzubekommen, nicht zu empfinden, nicht mitzufühlen, nicht zuzuhören, nicht zu verstehen, nicht zu sehen aus Versehen, ohne dass sie sich bewusst dazu entscheiden. Traumatisierende Erfahrungen werden verdrängt, Altes, scheinbar Sicheres wird zelebriert, hochgehalten , wiederholt – um sich vor dem bedrohlichen Neuen zu schützen. Angst nimmt die Sicht auf Möglichkeiten. Angst und Abenteuer passen nicht zusammen. Hierin liegt der fruchtbare Boden für all die Reiseleiter ins Ich-Land.

Angst essen Seele auf

Um hingegen ins Schlaraffenland zu gelangen, müsste sich die pure Abenteuerlust, der reine Wille nach mehr (anders, weiter, tiefer, höher, bunter) durch den Berg des Risikos fressen. Dieser Berg wird bewacht von der Angst. Die Angst zu verlieren, die Angst zu versagen, die Angst zu vergehen – sie lässt den Berg des Risikos als unerklimmbar, unbezwingbar, unverrückbar erstrahlen. So wirkt der Berg, der uns die Sicht aufs Neuland, aufs Andersland verstellt, zwar sicherheitsspendend altbekannt und vielleicht sogar in seiner Stabilität und Masse ehrfurchtgebietend schön. Aber das nunmehr Unerreichbare dahinter wird zugleich zum Hässlichen verdammt, ins hoffnungslos Ausgeblendete wegradiert. Dies ist ein höchst nützlicher Schutzmechanismus. Angst schafft unbestreitbar Bedrohliches und mögliche Alternativen, auch alternative Sichtweisen werden ausgeblendet, da der Berg des Risikos überlebensgroß erscheint. Es gibt dann nur noch ein Diesseits des Berges. Oder eine Vorstellung vom völligen Jenseits, manifestiert durch das Virtuelle oder auch den Glauben an ein Leben „danach“.

Das gelobte Neuland…

…liegt hingegen Jenseits und Diesseits zugleich. Mit dem Begriff der Aisthetik (geprägt durch z.B. Wolfgang Welsch) eröffnet sich uns letztendlich das Sesamkorn, das sich eben noch als unbezwingbarer Berg getarnt hatte. Und der Tunnelblick stülpt seine Grenzen hinaus, lässt uns eins werden mit dem Berg, führt uns ein ins Abenteuerland. Es sind unsere Sinne, wenn sie nicht überreizt, zugedeckt, eingelullt und abgelenkt werden, die uns die feinen Nuancen jener, dieser stets präsenten Zwischenwelt vermitteln. Es ist die Stille zwischen den Gedanken, die uns die Weite des Universums zugänglich macht. Es ist der Blick in die unendliche Schwärze der Pupille unseres Gegenübers, der uns – hinter jeder Spiegelung unserer selbst – Allverbundenheit erfahren lässt. Das Unwahrscheinliche, das Nochniedagewesene, das Unbeschreibliche, das Abenteuer liegt nicht nur vor unserer Nase. Es liegt viel mehr hinter ihr, zwischen unseren Ohren und sieht durch unsere Augen. Nichts ist so wie es war, wenn wir anfangen zu sehen, wer wir im Sein werden. Welch unvergleichliches Abenteuer!

Und wo führt uns das letztendlich hin? Was ist der Fall, wenn nichts fix ist? Völlige Unsicherheit? Absolute Relativität? Ist das Leben tatsächlich ein unkalkulierbares Risiko? Oder gar komplettes Chaos? Antworten dazu nächste Woche wenn es um Orientierungsfähigkeit, Gestaltungsspielräume und das Etablieren von Strukturen im Chaos geht:

Success Story No 22: Chaosrules – Über die Ordnung in der Unordnung. Samstag, 31.10.2015, 10.00