Silver Sounds of Silence: 2

peace of mind

Seltene Momente, wenn der Kopf mal Frieden gibt. Ganz still ist es ja bekanntlich nahezu niemals da oben drin. Selbst mit Übung gelingt es eher, das Geplapper weniger ernst zu nehmen, nicht auf Drama-Angebote einzusteigen und die Verführungen der Abwärts- und Aufwärts-Spiralen an sich vorbei ziehen zu lassen, als völliger Aussteiger aus dem eigenen Kopfkino zu werden. Die innere Stimme wird mit der Zeit zur altbekannten Freundin – die sich mitunter wenig weise oder gar überaus fies und mies verhälft. Wir hören, was sich da aus den Tiefen unserer Sozialisierung und angesammelten Vorurteilen heraus offenbart, ohne die Inhalte je völlig verändern oder gar die ganze Stimme loswerden zu können. Aufmerksamkeitsverlagerung macht aber eine friedliche Koexistenz möglich. Konzentration auf den Atem, auf den Raum zwischen den Gedanken, auf die Stille hinter dem Strom der wiederkehrenden Kommentare, die die Vergangenheit ohne Ende wiederkäuen oder alles und jeden bewerten. Das Spiel, wer im eigenen Kopf das Sagen hat, geht so lang, bis durch ein gerüttelt Maß an Übung das übliche Gelaber zunehmend leiser wird und in den Hintergrund tritt. Aus dem gewonnenen Freiraum heraus spricht dann mitunter jemand anders zu uns. Weise, witzig, überraschend, inspirierend – mehr als wert, in die unbekannte Stille reinzuhören.

peace of body

Hand aufs Herz: wer fühlt sich in seinem Körper immer wohl? Wem tut nicht viel öfter irgendetwas weh? Kopfschmerzen durch das Laptop/Handy-Nackensyndrom. Rückenschmerzen durchs viele Sitzen. Uvm. Wie kann der Körper Frieden finden – nicht den letzten, sondern den im Leben – wenn die Nerven durch andauernd neue Anforderungen und aufregende Informationen ständig aufgerieben werden, wenn die Bewegung permanent zu kurz kommt, das Essen zu schnell, zu fett, salzig, kohlehydrat-lastig und zuckrig ist? Die Arbeit zu viel, die Menschen zu anstrengend, das Autofahren zu lang,… – die Lebensumstände schlicht körperfeindlich sind? Der Alltag ist für viele wenig lebenslustig, die Freizeigt zum Ausgleich wenig körperfreundlich (Stichwort Couchpotatoe).

Einen fröhlich gestimmten Körper im beständig schmerzfreien Gleichgewicht, den haben nicht mal jene, die sich supergesund ernähren, ständig Laufen, ins Fitnesscenter oder Radfahren gehen und Yoga machen. Warum nicht? Weil das Leben uns in jedem Moment neu herausfordert, uns anzupassen und wir nicht immer hinhören. Worauf der Körper die vielen oftmals ignorierten Ungleichgewichte unseres Lebens ausdrückt. Außerdem gilt: Wer nichts tut, dem tut alles weh. Wer zu viel tut, dem auch. Und „Nichts“ wie „Zuviel“ sind situationsbedingt unterschiedlich gesund oder zielführend.

Das Gleichgewicht zwischen körperlicher, geistiger, seelischer und emotionaler Unter- und Überforderung jeden Tag aufs Neue herzustellen, gelingt wohl nur den wenigsten. Und der Körper badet aus, was im Argen oder Dunkeln liegt. Was also tun? Still werden. Schmerzen wahrnehmen, annehmen, reinatmen. Langsamer werden. Die Weisheit des Alters kommt mit dem permanenten Schmerz. Das wissende Lächeln kommt mit der Akzeptanz der lebensimmanenten Überforderung, die zum ständigen Begleiter geworden ist, der – sofern wir ihn wahrnehmen – langsam mehr Raum gibt, ohne je zu verschwinden. Die gezielte Dehnung der verkrampftesten Stellen zeigt den effizienten Umgang mit Schmerz: reingehen, Platz schaffen, das Sosein zulassen, auch wenn‘s wehtut. Das Leben ein- und das Leiden ausatmen. Vereinzelte Momente des Friedens im Körper genießen. Im Wissen, dass der Schmerz wie die Schmerzfreiheit wie Wellen kommen und gehen, mal intensiver, mal weniger präsent, ruhig werden. Im Anerkennen, dass alles was ist, immer wieder vorübergeht. Dankbarkeit empfinden.

peace of emotion

Gleichmut, das Zauberwort. Mittendrin in aller Nervosität, Agitiertheit, Aufregung, Intensität ist der Beobachter immer dabei. Wie die Nabe eines Rades kann man sich in jenen glücklichen Momenten darauf besinnen, dass nicht nur die action da ist, sondern auch eine innere Instanz der nicht-Aktion. Das Innehalten, die Wahlfreiheit. Sie haben einen Ort im Bewusstsein. Wem diese Position unbekannt oder suspekt ist, der bleibt gefangen im Auf und Ab, denn Hoch und Tief gehören einfach zusammen. Wer hoch fliegt, kommt wieder runter. Wer unten ist, kann sich dort eingraben (das geschieht paradoxerweise oft, um sich vor einem neuerlichen Fall zu schützen) oder neue Kraft und Mut für die nächste Runde sammeln. Wer oben ist kann sich kaum dauerhaft oben halten. Die meisten leben wohl in beständiger „mal höher-mal tiefer“ Fliegerei.

Gleichmut ist nun so etwas wie eine konstante Mittellinie, die alles, was man erlebt und wie man es erlebt neutral durchzieht. Ein bisschen wie das gleichförmige Piiiiiep der lebenserhaltenden Maschinen, nachdem es kein Leben mehr zu erhalten gibt. Die Gleichförmigkeit, der gleiche Geschmack der ewigen Mitte, können Angst machen. Davor, dass das Leben dann öd und fad wird oder gar vorbei ist. Deshalb ist der Friede im Gefühlsleben so unendlich kostbar und selten. Nicht nur weil er meist nur vorübergehend ist, sondern weil er sich diesseits der Angst befindet. Nicht umsonst heißt es „Zu-Frieden“heit. Wer mit sich und dem Leben im tiefen Frieden ist, braucht nicht mehr zu suchen, zu laufen, etwas aufzubauen oder niederzureißen, sich oder andere mit Ansprüchen und Anforderungen, Erwartungen oder Perfektionismus zu quälen. Aber wer will das schon? Denn: Was dann?

peace in motion

Wir sind gewohnt, dass sich alles ständig verändert und dennoch wiederholt. Damit es neu und aufregend, sicher und kontrollierbar zugleich bleibt. Jeden Tag aufs Neue Essen, Schlafen, Tun und Ruhen. Unser Verhalten will mit Wohlgefühl belohnt werden, unser Wohlgefühl will aufrechterhalten werden, alles, was nicht optimal ist, soll verändert, alles, was erstrebenswert ist, soll miteinander in verstärkende Resonanz treten. Zu viele Ansprüche, die sich per Definition nie selbst genügen. Bewegung geschieht von allein. Sie sein lassen reicht vollauf.

peace in relation

Friedvolle Beziehungen ohne Langeweile. Klingt wie die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. Unerreichbar illusorisch. Und dennoch. Vielleicht treffen einander mal Menschen, die die Verantwortung für ihre eigenen Zustände, Umstände und Gefühlsstände übernehmen. Die ihre unerledigten und unbewussten Konflikte nicht nach Außen tragen, sondern sich selbst damit auseinandersetzen. Die in sich ruhen und andere in Ruhe lassen. Die sich am anders und eigen sein erfreuen. An sich selbst und am Gegenüber. Schweigen ist nur dann Gold, wenn das Reden nicht der Quelle des inneren Friedens entspringt. Ansonsten möge der silberne Klang der inneren Stille uns alle zu Poeten des Alltags machen.

PS: dieser Text ist nicht gegendert, da er vom Menschen an sich spricht

Silver Sounds of Silence: 1

Die Kraft der Stille“…

…klingt a. wie ein plattes ausgelutschtes Wortbild und b. wie ein schrecklich langweiliges Thema. Mitnichten.

Weder ist die Kraft der Stille für die meisten Menschen „einfach so“ als Energiequelle anzuzapfen. Noch ist die Stille öd und fad, weil sich darin nichts tut. Ganz in beiden Gegenteilen finden sich wahre Unge- und immense Reichtümer sowie ungeahnte Ressourcen.

Wo die Monster lauern

Fallen die äußeren Störungen erstmal weg, so fallen wir hinein ins magische Wunderland der inneren Kämpfe, der erlebten Niederlagen, der erfahrenen Verletzungen, der inneren Dämonen. Wie in einen dunklen Brunnenschacht werden wir im Grenzland zur Stille tiefer und tiefer in unsere eigene Geschichte, in unsere vielfältigen Verstrickungen und unaufgelösten Themen hineingezogen – in all das, was wir wohlweislich bei wachem Verstand schön wegsperren. Am Eingang zur Stille lauern lauter Tretminen, unsichtbar, doch mit der schmerzhaften Macht uns zu erschüttern bis zu verschütten. Da zeigt sich all das Unangenehme, Gewesene, Verweste, das, was in der Tiefe darauf lauert uns anzufallen, sobald sich die Schleier der Gewohnheiten und die Lautheit des Alltags verzogen haben.

Spannend eigentlich, was sich da so alles offenbart – sofern die Angst nicht überhand nimmt. Wie die Tiere eines Zoos betrachtet man am besten, was tief drinnen schlummert und wummert, wenn die Stille jung ist. Was sich sonst meist nur in Träumen, Kunstwerken oder unbewussten Handlungen mitteilt. Sehen wir die bunte Vielfalt unserer Monster genauer an, so verkörpern sie Schmerzen aller Art. Das Leid hat viele Gesichter, und unser eigenes Leiden hat seine speziellen Formen. Betrachten wir unsere Monster in aller Ruhe, blicken wir ihnen mit offenen Augen ins Herz, so verlieren sie ihren Schrecken. Und die Dämonen, die uns zuvor zu immer neuen Handlungen angetrieben haben, die uns im Alltag jenen unsäglichen Druck gemacht haben, andauernd alles möglich Sinnlose und Stressige zu tun, nur um unseren Monstern nicht zu begegnen, – sie ziehen vor Langeweile von dannen. Um die sie nährende Aufregung woanders, in noch tieferen, dunkleren Schichten zu suchen, oder um im Lichtkegel ihres Erkanntwordenseins schlicht zu verdampfen.

Wo die Juwelen warten

Warum ist es dennoch so schwierig, in der freigesetzten Stille zu verweilen – selbst, nachdem man den eigenen Monstern die Hand gereicht hat und die Dämonen verschwunden sind? Weil die Stimme im Kopf, die Gefühle im Herzen und die Spannungen im Körper immer noch jede Menge Lärm machen. Selbst wenn ihnen klare Aussagen zu fehlen scheinen. Es ist immer etwas los da drinnen.

Nachdem die Monster also friedlich in unserem Seelengarten zu grasen begonnen haben, fegen Stürme an ungeordneten Sinneseindrücken über unsere innere Landschaft hinweg. Wandern wir langsam unter den Wolken durch, hinein in die Mitte des Sturmes, in sein Auge,  so finden wir mittendrin einen See. Den See der inneren Ruhe, mit spiegelglatter Oberfläche. Die Sturmböen vermögen ihn nur ab und an leicht zu kräuseln, die Berge an bereits bewältigten Brunnenschächten herum verhindern, dass sie ungehindert wüten können. Wir können jedoch gezielt Steine in unseren See hineinwerfen -etwa Fragen, die uns beschäftigen- und den konzentrischen Kreisen, die sich um die Frage bilden, beim Ausbreiten zusehen. Manchmal bekommen wir unmittelbar Antworten wie ein klares Echo aus den Bergen. Manchmal blicken wir in aller Stille auf und in den Wasserspiegel. Betrachten uns selbst ungestört und unverzerrt. Werden eins mit dem Menschen, der wir sind, wenn alles Andere wegfällt.

All dies funktioniert nur dann, wenn das Alleinsein überhaupt zum Selbstsein führen kann, also sofern diese Entwicklung nicht von Vorneherein verhindert wird. Etwa dadurch, dass das Mit-Sich-Sein als eine unfreiwillige Pflicht, als eine Einschränkung oder gar als quälende Einsamkeit interpretiert wird. Oder wenn das Fehlen äußerer Reize und jeglicher Pläne als elende Langeweile bzw. „missing out“ empfunden werden. Sind wir jedoch offen für das Unbekannte hinter unseren Erwartungen öffnet sich der Zugang zu unserem See der inneren Wahrheit. Hier, an seinem Ufer lernen Bedürfnisse und Sehnsüchte mit dem Vorhandenen zufrieden zu werden. Vielleicht stellt sich ein Gefühl von Dankbarkeit, von Freude, am Leben zu sein, ein. Vielleicht auch ein Eindruck von Unbegrenztheit. Jedenfalls ein Zustand der Tiefenentspannung.

Zufriedenheit bedeutet nichts anderes, als dass man mit sich selbst im Frieden ist, mit sich in Frieden lebt. Kommt man aus der friedlichen Innenwelt nach „da draußen“ zurück, so umhüllt uns die innere Stille wie eine Art Rundum-Schild. Sein Kraftfeld der Ruhe dimmt die Lautheit der Welt, ent-stresst die Geschäftigkeit des Alltags, zumindest eine Zeit lang. Bis alte Automatismen oder noch im Dunkeln verweilende Elemente unserer Geschichte wieder das Ruder übernehmen wollen…

Wo die Kraft zu Hause ist

Das Umspannwerk der Stille arbeitet mit unaufgeregter Intensität. Seine Energiequelle liegt im Raum des Nichtstuns verborgen. Heute ist es vielleicht gar nicht mehr nötig, jahrelang in einer Höhle zu meditieren, um dieser Kraft zu begegnen. Corona machts möglich: Wir bekommen immer wieder die Chance, uns selbst im Stillen zu begegnen, mit unseren Themen ins Reine zu kommen, mit uns Frieden zu schließen. Die Welt erscheint täglich verrückter und wir wissen nicht, wohin sich alles entwickeln wird. Aber gewollte oder unvermutete Phasen der Zurückgezogenheit geben uns die Chance, zumindest dem Krach unserer Gewohnheiten zu entkommen. Damit sind wir auch besser gewappnet für alles Ungewohnte. Ungestörtes Alleinsein öffnet uns auf vielen Ebenen die Tür zu einem besseren Leben und schenkt uns ein neues Verhältnis zu unserer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Nutzen wir diese Chance!

Dieser Blog klopft 2022 an verschiedene Tore der Stille an. Tore, durch die wir in neue Sphären spähen und gehen können. Willkommen zu einem Abenteuer der anderen Dimension…

SATISFACTORY

Secret Success Story No 6 – Wann ist Erfolg befriedigend?

I can get no… – no, no, no

Erinnern Sie sich noch an Ihren Schulabschluss? Daran, dass Sie es vielleicht sogar satte 12 Jahre lang nicht erwarten konnten, wann endlich Schluss mit Schule ist? Nie mehr Schule! Welch befreiender Gedanke das einmal war. „Danach beginnt endlich das Leben“, so dachten wir. Und was geschah dann nach der letzten Prüfung? Ein unerwartet schales Gefühl stellte sich anstelle eines Highs glückseliger Befreiung ein. Und genau dieses Erlebnis, nämlich alles Notwendige (und oft sogar noch mehr) getan und das Ziel erreicht zu haben aber davon nicht befriedigt zu sein, wiederholt sich den Rest unseres Lebens. Immer und immer wieder erreichen wir Ziele und fühlen und dabei und danach leer, müde, enttäuscht. Was läuft da falsch? Wozu sollten wir uns überhaupt anstrengen, wenn das Zufriedenheitsgefühl nach all der Anstrengung sowieso ausbleibt? Nur um unsere Eltern glücklich zu machen? Spätestens nach erfolgreicher Karriere, Hochzeit, Haus, Hund und Kindern wissen wir: Das Erreichen gesetzter oder vorgestellter Ziele macht nicht – oder nur kurz – glücklich.

Er-Wartung

Das Problem mit der Erwartung ist, dass es nie so kommt, wie wir uns das Ergebnis vorstellen. Zugegeben: Manchmal kommt es auch mal besser als erahnt. Das passiert zumeist, wenn wir nichts erwarten oder uns etwas Negatives vorstellen. Klar, wir könnten aufhören irgendetwas zu erwarten. Könnten aufhören, Pläne zu schmieden oder uns Ziele zu setzen. Aber woher wüssten wir dann ob wir erfolgreich sind? Wie sollten wir denn dann erfolgreich werden, den Erfolg anpeilen? Durch nichts-tun? Durch den Zufall? Nein, das gefällt uns nicht. Wir wollen schließlich stolz sein können auf uns. daher kommt hier die Schlüsselfrage: „Welche Ziele können wir uns setzen, deren Erreichung uns mit berechenbarer Sicherheit zufrieden machen?“

Spürbar Erfolgreich?

Can we get any satisfaction? Am besten immer wieder, regelmäßig, quasi wie vom Fließband? Wir wissen zumindest vom Sport, dass dies geht (solange uns nichts wehtut). Die Ausschüttung von Glückshormonen und der Abbau von Stresshormonen gelingen über körperliche Betätigung mit berechenbarer Sicherheit. Das ist nichts Neues. Wobei gibt es noch Zufriedenheitsgarantie?

Bravour“ beispielsweise ist das Zufriedenheitsgefühl, das sich einstellt, wenn wir etwas besonders kunstfertig machen. Es kommt bei künstlerischen oder technisch perfektionierten Tätigkeiten zum Vorschein. Ein Schiflieger, der den perfekten Sprung erlebt, ein Tänzer, der die ideale Kür vollbringt, ein Musiker dem das einzigartige Solo gelungen ist – sie alle kennen die Befriedigung durch die eben vollbrachte Kunstfertigkeit. Sie alle kennen aber auch den Stress, den das möglicherweise einmalige Spitzen-Erlebnis verursacht. Denn ab nun werden alle weiteren Tätigkeiten mit dem ja tatsächlich möglichen Ideal verglichen. Ab jetzt heißt es: Wettkampf mit sich selbst, um sich zu übertrumpfen. Insofern sind solche Erfolge dazu angetan, uns noch mehr zu stressen und unter noch größeren Druck zu setzen. Den Rest unseres Lebens leiden wir dann unter den Siegen unserer Jugend oder unter den Meisterleistungen am Höhenpunkt unserer Schaffenskraft.

Eine ganz fiese Art, auf Dauer unzufrieden zu sein ist aber das innere Vergleichen mit dem Potenzial, das wir vielleicht in uns haben. Wir denken: „Ich weiß ich habe es in mir, XY genial zu machen! Warum gelingt es mir nicht? (Oder: Warum sieht es bloß keiner?)“ Weder das Vergleichen mit unserem Potenzial noch mit unseren vergangenen Peak-Performance Momenten macht uns auf Dauer zufrieden. Wo können wir noch eine Quelle für nachhaltige Zufriedenheit suchen?

Thinking positive?

Kann uns geistige Arbeit zufrieden machen? Ja, sofern sie Sinn macht. Für uns. Für die Welt. Nicht notwendigerweise muss beides in einer Person zusammen fallen. Manche sind vom Verbesserungsdrang in der Welt beseelt. Andere wollen sich selbst übertreffen, sich ent-wickeln. Sich von sich selbst überzeugen. Zufriedenheit stellt sich hier durch das Vergleichen vom IST-Zustand mit wenig(er) idealen Zuständen ein. Wir fragen uns: „Was habe ich geschafft? Was ist jetzt besser als vorher? Was habe ich in mir oder in der Welt verändert?“ Das Vergleichen des „Jetzt“ mit „wenig(er) optimalen Zuständen“ in der Vergangenheit, bei anderen oder Woanders, macht uns zumindest weniger unrund als das Vergleichen mit Idealen, also (erinnerten oder vorgestellten) perfekten Situationen. Aber dauerhafte Zufriedenheit? Nein.

Könnten wir uns nicht einfach alles schönreden? Bietet das Positive Denken einen sicheren Weg zum Schatz der Zufriedenheit? Nun ja, sind wir uns ehrlich: Es ist nun mal nicht jede Erfahrung schön und wir wissen nicht, ob jede Krankheit wirklich einen tieferen Sinn hat. Aber alleine die Vorstellung, dass jeder Moment ein notwendiger auf unserem Weg (wohin?) ist, erleichtert uns praktischerweise ganz spürbar. Damit kommen wir zur größten Waffe im Krieg gegen die Unzufriedenheit, zum sogenannten „Reframing“.

Neue Zusammenhänge bauen

„Den Rahmen verändern“ heißt so viel wie alte Bedeutungszuweisungen zu verwandeln und neue Zusammenhänge herzustellen. Ja, wir haben unsere Zufriedenheit in der Hand – oder in diesem Sinne vielmehr im Geist. Wir haben die Macht, unsere Schwachstellen zu lieben und unsere Fehler zu ehren, unsere Gewohnheiten anzuerkennen und unsere Gegenwart zu akzeptieren.

Wir können sogar das „Wunder Leben“ an sich zur Quelle unserer Zufriedenheit machen. Manchmal braucht es dafür einen Hauch von Demut oder Dankbarkeit, wie sie sich beispielsweise nach einer schweren Krankheit oder einem Schicksalsschlag einstellen. Manchmal können wir die Quelle der Zufriedenheit durch etwas Galgenhumor oder eine gesunde Distanz zu Gefühlen und Alltäglichem, zu Erwartungen und Erlebtem anzapfen. Und manchmal trifft es uns einfach so, mittendrin im Tun: Das Sein. Und wenn wir unendliches Glück haben, dann begegnen wir in solch einem Moment einem anderen, der sich ebenfalls gerade nicht im Kampf um mögliche Siege befindet und daher nicht vom Ankommen im Hier und Jetzt, vom Wahrnehmen des Momentes an sich abgelenkt ist…In dieser offenen Begegnung zweier insofern freier, weil vom Erfolgsdruck nicht vor-eingenommener Geister liegt eine nie versiegende Quelle für Zufriedenheit: die tiefe Verbundenheit zweier Menschen ohne „Auflage“, ohne Grund und ohne Ziel – im reinen, weil eben un-abgelenkten Sein.

Und woher wissen wir, welche Art von Veränderungen uns zum Erfolg führen?

Erfahren Sie nächste Woche mehr über „Die Kunst des Wandel(n)s“ in

THE ART OF CHANGE – Success Story No 7: Samstag, 18.04.2015, 10.00

 BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today