Special Screen Script 18: GESUNDE GEFÜHLE

Was gesunde Gefühle ausmacht 

Unser Gefühlshaushalt sorgt auf vielfältige Art und Weise für unser Überleben. Er erzeugt Motivation und Schubkraft, auf dass wir tun können, was nötig ist oder Spaß macht. Gefühle weisen uns einen Weg im Angesicht von Gefahren aller Art. Sie vermitteln, dass es Zeit zum Handeln ist. Von „gesunden“ Gefühlen können wir dann sprechen, wenn sie uns unterstützen und uns helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Solche Gefühle schädigen uns selbst nicht und belasten auch unsere Beziehungen nicht auf Dauer. Selbst unangenehme Gefühle sind gesund, ja sinnvoll, weil sie uns anzeigen, dass wir auf bestimmte Bereiche besonders achten sollten. Etwa ekeln wir uns, wenn etwas möglicherweise für unsere Gesundheit abträglich ist (wie vergammeltes Essen). Wir werden wütend, wenn wir uns angegriffen fühlen oder etwas für unfair oder bedrohlich halten. Gefühle haben einen Grund und auch wenn dieser in uns selbst liegt bleibt er uns nur allzu oft verborgen. So drängen sie mitunter ungebremst an die Oberfläche…

Wenn Gefühle „giftig“ werden

Unangenehme Gefühle werden dann so richtig „giftig“, wenn sie uns nicht mehr bei einer positiven Entwicklung unterstützen – dies ist eine, die uns und das Verhältnis zur Umwelt und zu anderen fördert – sondern wenn sie im Gegenteil eine negative Entwicklung bestärken. Beispielsweise wenn wir uns selbst heruntermachen, wenn etwa die Scham oder Angst uns fest im Griff hat und wir uns nicht mehr trauen, aus dem Haus zu gehen. Oder wenn wir ständig in Sorge leben, anderen misstrauen, uns selbst nichts zutrauen. Wenn Wutausbrüche jede Beziehung verleiden. Auch die Autoaggression, also die Wut, die gegen sich selbst gerichtet wird, ist ungesund. Sie macht Menschen seelisch oder körperlich krank, manche werden süchtig, etwa nach Schmerz, nach Ablenkung, nach Essen, Sex oder Alkohol etc.

Unangenehme Gefühle werden besonders intensiv und kippen dann ins Ungesunde, wenn wir ihre Ursachen nicht rechtzeitig erkennen, wenn wir uns nicht rechtzeitig abgrenzen, wenn Konflikte verdrängt werden und im Unbewussten schwelen. Sie drängen dann an bestimmten Stellen unseres Lebens, in bestimmten Situationen und ganz bestimmten Menschen gegenüber vehement an die Oberfläche.

Alarmzeichen erkennen

Um mit toxischen Gefühlen gut umgehen zu können ist es sinnvoll, ihre Vorboten rechtzeitig zu erkennen. Denn selbst wenn die Selbstreflexion im Affekt schwer fällt, so sind es doch bestimmte Verhaltensweisen, an denen wir schon frühzeitig ablesen können, dass sich etwas in die falsche Richtung, also gegen einen selbst oder gegen eine Beziehung bzw. gegen unsere Umwelt, entwickelt.

Die drei Grundformen an denen wir erkennen können, dass wir mit einer Situation oder Beziehung nicht mehr ganz rund sind, können wir an sich einfach erkennen: Festhalten, Wegschieben und Ignorieren.

  1. Festhalten geschieht etwa indem wir versuchen, an Altem festzuhalten wie an den schönen Erinnerungen, an der „guten alten Zeit“ und etwa daran, dass man versucht gewohnte Rituale immer wieder aufzuwärmen, sie aber nicht mehr dieselbe Wirkung haben. Das Entspannungsbier am Abend entspannt nicht mehr, das Plaudern beim Frühstückskaffee stellt keine Beziehung mehr her.
  2. Wegschieben geschieht, indem wir uns selbst oder den anderen abwerten, an allem Möglichen herumnörgeln, uns oder ihn kritisieren und verändern wollen oder das Gute der eigenen oder gemeinsamen Vergangenheit und Gegenwart anzweifeln.
  3. Ignoranz erkennt man daran, dass wir anfangen uns selbst zu übergehen. Wenn wir nicht mehr auf unser Äußeres oder Inneres achten. Oder wenn wir uns vom Partner immer öfter oder immer länger fernhalten, uns einer Auseinandersetzung oder Diskussion entziehen.

Beobachten wir an uns selbst ein solches Verhalten, ist es Zeit, in sich zu gehen und sich zu fragen: Wie fühle ich mich eigentlich? Wovor habe ich Angst? Was macht mich wütend? Worüber bin ich traurig? Was bereitet mir Sorgen? Erst dann können wir nämlich anfangen, darüber zu reden – zunächst im inneren Dialog, dann auf klärende Art und Weise mit der Außenwelt…

Die Gefahr von giftigem Verhalten in Beziehungskrisen 

Kein Mensch will enttäuscht, verlassen oder verletzt werden. Wir wollen auch andere meist weder enttäuschen, noch verletzen. Aber allein schon der Wunsch nach einer Veränderung beinhaltet die Möglichkeit von Enttäuschung und Verletzung ganz automatisch und macht Angst. Und oft ist das Problem genau dieses: Einer von beiden ist mit einem inneren Konflikt oder mit einer äußeren Herausforderung so beschäftigt, dass sich seine Prioritäten verändern – und der andere bleibt in der Vergangenheit stehen, sieht nicht mehr das Hier und Jetzt, sondern eher seine Vorstellung von einem gelingenden Miteinander wie es bisher war. Wenn Partner aber nur ihre eigene Vorstellung bestätigt haben möchten – sei es nun die der Veränderung oder die des Stehenbleibens, das ist egal -, so kann eine offene Kommunikation kaum geschehen. Weil eben Festhalten, Wegschieben und Ignoranz aus Angst vor Verletzung (also sowohl verletzt zu werden, als auch den anderen zu verletzen) gegen einen echten Austausch arbeiten. Es kommt dann nicht nur zu schwierigen Gefühlen, die sich aufschaukeln, sondern auch zu psychisch oder physisch verletzendem, ausfallenden Verhalten sich selbst oder dem Anderen gegenüber (je nach Veranlagung). Es ist das Kommunizieren über die schwelende Verlustangst, über das bedrohte Selbstwertgefühl, über die Gefahren von Einsamkeit und Enttäuschung, über all diese Gefühle, die mit einer veränderten Situation automatisch mitschwingen, das uns so schwer fällt.

Gesunde Kommunikation trotz giftiger Gefühle

Der Schlüssel zur guten Kommunikation(sbasis) besteht darin, trotz intensiver, unangenehmer Gefühle nicht im Affekt zu handeln. Sobald wir merken, dass wir maßlos wütend oder voller Angst sind, sollten wir uns innerlich oder tatsächlich zurückziehen, um herauszufinden, wo wir stehen, welche Bedürfnisse und Erwartungen wir an uns selbst und an den anderen haben und welche Entwicklung unserer Ansicht nach ansteht. Zum anderen sollte uns in diesen Momenten – die auch länger dauern können, je nach Mensch und Situation vielleicht Minuten, Stunden, Tage, manchmal noch länger – klar werden, was genau wir am anderen schätzen und was wir darüber hinaus an uns selbst und an der Beziehung verändern wollen.

Klarheit, Zeit und Wertschätzung sind daher die Kernkomponenten einer fruchtbaren Krisenkommunikation: Für das Krisengespräch vereinbaren wir uns am besten einen abgegrenzten Zeitraum uns sorgen für eine ungestörte und angenehme Atmosphäre. Hier teilen wir einander mit, wie man das (Beziehungs)Leben derzeit sieht, was man empfindet, was man möchte und auch nicht möchte. Was man am anderen schätzt und was einem in der Beziehung fehlt. Dann ist Zuhören gefragt. Je besser wir uns selbst und den anderen verstehen, desto mehr lernen wir selbst aus scheinbar ausweglosen Situationen.

Wie wir Reibungswärme nutzen können

Wir können die vier negativen Grundgefühle von Wut, Angst, Trauer und Ekel meistern, indem wir sie bewusst nutzen lernen. Wenn sie uns nicht mehr vorgeben, wie wir zu denken und zu handeln haben, werden gerade die unangenehmen Gefühle zu wertvollen Signalgebern. Sie deuten unmissverständlich auf Themen und Situationen, deren Hintergründe und Auswirkungen eine intensive Auseinandersetzung verlangen …

Interviewscript zu „Gesunde Gefühle: Wie wir Reibungswärme nutzen können“ in „Heute Mittag“ am 20.03.2018, ORF 2

 

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Surprising Salon Session No 6: Blubbern in der Blase

Life in a Fishbowl

Leben wir nicht alle in unserer eigenen Blase? Notgedrungen – oder auch selbstgewählt – tun wir das, ganz von Selbst. Im wahrsten Wortsinn: Die Blase geht ganz von uns alleine aus. Weil wir unsere eigene Lebenssicht aufgrund ihrer deutlich spürbaren Erfahrbarkeit für vorrangig gültig erachten. Aber selbst im Resonanzraum mit anderen lässt es sich wunderbar in der eigenen Sichtweise einigeln: Im sozialen Netzwerk geht das wahrlich ganz automatisch. Durch automatisierte Algorithmen werden uns nur solche Nachrichten gezeigt, die unseren likes, shares und Surfgewohnheiten entsprechen. Je weniger Kontakt zur Außenwelt wir haben, desto ungestörter können wir letztendlich in unserer eigenen Welt umherblubbern. Je weniger wir uns der rauen Andersartigkeit der un-fassbar Anderen stellen, umso geschmeidiger lässt sichs im eigenen Dunstkreis leben. Scheints. Bis wir dann mit Wahlergebnissen oder frisch gebackenen Despoten, die offenbar niemand aufhalten kann, konfrontiert werden. Sie führen uns unleugbar vor Augen: Die Welt kann auch anders. Gewaltig anders.

Seemannsgarn

Was ist schon wirklich wahr und was ist völlig falsch? Auf diese Frage gibt Die Blase nur vordergründig eine Antwort. Sie sagt: „Hier drin ist alles wahr! Da draußen sind die Übeltäter, die Deppen, die manipulierenden Wirklichkeitsverzerrer und die dem Wahnsinn der vielfältigen Variationen der Wirklichkeitsbetrachtung und verwirrend kompizierten Realitätsdarstellung Verfallenen!“ Dann ist von Den Linken, Den Rechten, Der EU oder Den Politikern, sogar Den „Experten“– je nachdem, welchen Namen man dem aktuellen Feindbild seines Gustos gibt, die Rede. Interessanterweise identifizieren sich von den vermeintlich „Rechten“ gar nicht mal so wahnsinnig viele mit aggressivem Rechtsextremismus. Und die vermeintlichen „Linken“ sind bei Weitem nicht alle Ökofreaks, anarchish-asozial oder Alternative. Die EU sind sogar alle  Staaten gemeinsam, jeder einzelne macht die EU insgesamt aus. Das will schon gar niemand hören. Was aber alle hören wollen ist: Das sie selbst richtig liegen und die anderen nicht. Die Anderen sind Schuld an Der Tragödie der Welt. Am drohenden Untergang. An der Unfairness. An der trüben Zukunft. An der Bereicherung der Reichen, am Verlust der Demokratie etc…

Sirenengesang

Eine gültige Antwort auf die Frage nach Der Wahren Wirklichkeit kann man sich leider (sprichwörtlich leider, weil mit leidvoller Mühsal der Auseinandersetzung und Selbst-Relativierung verbunden) nur im Diskurs, im Vergleichen, im Prüfen und im Forschen, im Austausch – und viel zu oft eigentlich erst im Nachhinein – selbst erarbeiten. Denn Die Wirklichkeit, sie hat einen Haken. Sie ist für jeden von uns einzigartig. Wir sind es, die mit unseren Augen und Ohren das, was ist und so, wie es uns erscheint, für wahr nehmen. Dazu kommt aber dass das, was wir erfahren und wie wir das Erfahrene aufnehmen und empfinden, empfindlich davon mitgeprägt wird, wie andere agieren, reagieren und mit uns interagieren. Wir sind ungeachtet unserer direkten Erlebnisüberzeugung absolut nicht autark in unserem Urteils- und Entscheidungsverfahren. Wir sind zutiefst abhängig von der Meinung anderer. Hören wir immer nur dasselbe von allen Seiten, so sollten wir daher höchst aufmerksam werden. Denn es gibt sie nicht, Die Eine Wahrheit. Wer sie verspricht, der will etwas von uns. Wir sollen mit unserer Stimme bezahlen, mit klicks und Daten, mit Wahlkreuzchen und Freundesmanipulation. Das alles geschieht oft unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle und wir handeln oft ohne, dass wir uns bewusst dafür entscheiden.

Pfui Teufel!

Na geh. Blöd. Wonach suchen wir dann, wenn es Die Eine Wahre Wirklichkeit nicht gibt? Und vor allem: Was finden wir, wenn wir nach Der Wahrheit suchen? Wir finden stets – egal ob wir suchen oder nicht – in jedem Moment unseres Lebens eine Bestätigung oder Abweichung unserer Erwartungen. Aus der Unterscheidung zwischen innerem Ideal und Erlebnis formen wir Sinn und Bedeutung, unsere Selbst- und Weltsicht. Da kann die Mathematik noch so eine logische Wissenschaft sein. Da können die Naturwissenschaften noch so strengen Regeln der Überprüfbarkeit, des versuchsmäßigen Widerholbarkeit, des argumentativen Nachvollzugs aufweisen. Und die Meinungsforschung oder Wirtschaftswissenschaft (geschweige denn die Finanzwelt) kann mit noch so schönen Zahlen protzen, mit statistischen Wahrscheinlichkeit, mit Risikoberechnungen und Unwahrscheinlichkeitsfaktoren daher kommen. Alle, wirklich alle Zugänge zur Wirklichkeitsdarstellung sind selbstreferenziell: Sie überprüfen immer nur eigens angefertigte Annahmen. Und dennoch kommen sie, die selbstbezüglichen Wissenschaften, Der Realität etwas näher als es Der Glauben vermag. Denn eine reine Beurteilung des Erlebten auf Basis von angenommenen Ideen schränkt die Diskursfähigkeit maximal ein. Da ist nicht mal mehr Platz für Verifikation, Testergebnisse, Zweifel oder relative Gültigkeit, Beobachterbezüglichkeit & Co. Dann ist alles vom Dogma Abweichende Der Teufel. Bloss machen solche absoluten Beurteilungen die Wirklichkeit nicht weniger komplex. Sie limitieren nur die möglichen Betrachtungswinkel und Handlungsoptionen… Und daran zu glauben, dass es Einen Anderen Feind gibt, den es zu bekämpfen gilt, damit dann Alles Besser wird, ist nichts anderes als zu Glauben. Glauben, Hoffen und Ver-Teufeln passen irgendwie zusammen. Doch wie durchbrechen wir die selbstbezüglichen Zirkel? Wir kommen wir hinaus aus unserer Haut, aus unseren Ängsten und Hoffnungen und hinein in die unendlich komplexe, vielfältige Welt voller ungeahnter Möglichkeiten?

Raus aus dem Aquarium

Es führt einfach kein Weg vorbei. An der Auseinandersetzung mit all dem, was wir nicht wissen und was sonst noch alles sein kann. Außer wir betrügen uns selbst und belügen einander, um unseren inneren Frieden aufrechtzuerhalten. Was aber nicht funktioniert. Da wir, um unsere eigene Sichtweise entgegen die der Anderen aufrechterhalten zu können anfangen, dafür – und gegen die Anderen – vehement zu kämpfen. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ (man weiß leider nicht, ob dieser Satz tatsächlich von Sokrates stammt, oder aber auf Platons oder Ciceros Kappe geht), heißt es so schön. Aber hilft das im Alltag? Ja, dieser Satz hilft, sich nicht im Käfig der eigenen Sichtweisen, Erwartungen und Glaubenssätze selbst einzusperren. Aber was dann?

Jump!

Zeit für einen Sprung ins Ungewisse. Zeit für eine Relativierung aller Annahmen. Zeit für grenzenlose Wahr-Nehmung von Anderen. Ich habe zum Beispiel einige „Freunde“ auf Facebook, die völlig andere Dinge posten, als ich. Deren Meinung ich überhaupt nicht teile. Nur um zu wissen, wie diese Weltsicht argumentiert und „tickt“. Damit ich mich mit dieser Sichtweise auseinandersetzen kann. Es gibt Freunde, die dies ebenso handhaben. Und es gibt Freunde, die Die Anderen lieber verteufeln. Mit diesem Urteil ist aber nur ihnen selbst geholfen, denn es führt nicht zu einer echten Auseinandersetzung. Um zum Diskurs zu kommen, muss man sich wohl hineinbegeben in die Welt, die Gefühle, die Argumente Der Anderen. Unangenehm. Aber auch erhellend.

Vorsicht Falle

Das besonders Unangenehme ist das Hetzerische, Angstschürende, Reißerische, Schwarz-Weiße an den Postings Der Anderen. Sie zielen darauf ab, dass Menschen sich angegriffen fühlen, sich aufregen, sich bedroht oder hilflos ausgeliefert fühlen. Wer Angst schürt erntet Menschen, die daraufhin entweder in die Autoaggression (=Depression, Ohnmacht, Ignoranz, Starre à la „man kann eh nix machen“) oder in die Aggression gehen (abwehrend, laut und angriffig werden). In beiden Stressreaktionsmustern kann man evolutionär bedingt nicht gut denken, da handelt dann der Instinkt. Und der fühlt sich immer richtig an! Denn er will uns ja nur schützen. Fight or flight. Wenn wir uns also mit der Dunklen Seite der Macht, die zum Teil noch kommunikationstechnisch äußerst geschult ist, auseinandersetzen, sollten wir besonders auf unsere eigenen Gefühle achten: Regen wir uns auf, fühlen wir uns in unseren Werten angegriffen, wollen wir uns selbst oder jemanden beschützen? DANN GEHT DEREN KOMMUNIKATIONSSTRATEGIE AUF. So einfach ist das. Aber daran sind wir dann nicht unbeteiligt. So viel Wahrheit muss sein!

Achtung Ausweg

Das Wichtigste ist jetzt, nicht in Saft zu gehen, denn sonst verstärken wir die Negativität, schüren weiter Angst und Wut. In uns und außerhalb. Trotz und im Angesicht emotionaler Manipulationstechniken gilt es, einen kühlen Kopf, ein offenes Herz und ein tatkräftiges Wesen zu behalten. Und dann? Dann gilt es, Das Richtigste zu tun, wozu wir in der Lage sind. Das kann ein direktes und souveränes „Nein, der Ansicht bin ich nicht“ sein. Das kann Nachdenken und eine innere Auseinandersetzung sein. Das kann der Versuch sein, durch Nachfragen, was jemandem persönlich nahe geht, eine Verbindung herzustellen, um herauszufinden, welches Bedürfnis Der Andere eigentlich wirklich hat. Aber in the long run läuft alles auf eine größere Bewegung hinaus, geht über uns selbst hinaus. Es gilt, die Ängste und Frustrationen, die Aggression und fehlenden Zukunftsaussichten von so vielen in sinnvolle und konstruktive Tätigkeit für uns alle statt gegen andere zu kanalisieren. Der Kampf der Zukunft wird sich genau um die Frage drehen, wer mehr Menschen für seine Sache aktivieren kann. Für oder Gegen – das ist hier die Frage. Und seien wir uns einer Tatsache sicher: Unsere eigene Blase wird uns stets ihre Sicht der Dinge subtil und kaum wahrnehmbar vermitteln. Wer letztendlich hinter Den Meldungen des Tages steckt und was er damit bezweckt, dessen können wir uns wahrscheinlich nicht immer sicher sein. Nur wie wir selbst agieren und auf Andere reagieren liegt weitgehend in unserer eigenen Hand. Reich mir die Hand fürs Leben, flüstert der kleine Fisch in seiner Blubberblase. Und bringt mich zum Lächeln.