SUPER SIMPLE SOLUTION No 21 – Im Fluss der Zeit

Die wirklich wesentlichen Fragen

Lassen Sie sich Zeit für die Beantwortung dieser Fragen, eine nach der anderen:

  • Nehmen Sie sich gerade Zeit?
  • Wie viel Zeit haben Sie jetzt?
  • Wie viel Zeit haben Sie noch?
  • Wie viel Zeit bleibt Ihnen?

Traum oder Wirklichkeit

Blicken Sie auf Ihre Hände, vielleicht halten sie gerade Ihr Handy. Oder sehen Sie auf die Hand an Ihrem Computer, an der Maus. Nehmen Sie die nötige und unnötige Spannung in Ihren Händen, Schultern und im Nacken, eventuell gerunzelte Stirnfalten, alles Unbequeme an Ihrer Sitzposition, wahr. Erleben Sie die Entspannung in Ihrem ganzen Körper, wenn Sie sich Ihrer momentanen Befindlichkeit bewusst werden und überall da loslassen, wo eben noch zu viel Druck herrschte. Ent-Spannen Sie sich.

Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen werden

Peter Ustinov

Wozu eilen, wenn der Moment nie länger sein wird als gerade die Aufmerksamkeit, die wir ihm schenken?

Lebenslänglich

Die Zeit, die vergangen ist, ist weg.

Die, die kommen wird, ist noch nicht da.

Das ist ja nun wirklich keine Neuigkeit.

Und dennoch: Wir verbringen so viel Zeit im Rückwärtsblicken, im Aufbauschen von Vergangenem oder im Ausmalen vom Zukünftigen, im Warten auf etwas oder jemanden, im Planen, im Hoffen, Fürchten und Sehnen. Wir tun dies nicht, weil wir beschränkt wären. Ganz im Gegenteil. Wir leben derart expansiv in die Vergangenheit und Zukunft hinein, weil wir uns diese Welten in unserem Geist und Gefühlsleben kreieren können und wollen. Wir tun dies, weil es uns eine bestimmte Befindlichkeit vermittelt: Mitten im Leben zu stehen. Dies klingt nur auf den ersten Blick paradox. Warum soll ich mich nach hinten und vorne orientieren, um mich als mitten drin zu erleben? Richtig, weil wir unser Erleben dadurch auf eine ganz bestimmte Art intensivieren. Wir wollen uns richtig, wichtig und gebraucht fühlen, und im Leben etwas erreichen. All dies scheint nur durch den Vergleich zu gelingen. Wenn etwas eben noch nicht so ist, wie es sich gehört, gibt uns das eine Richtung, ein Gefühl für „richtig“. Der Vergleich zwischen wie es war, wie es ist und wie es sein soll eröffnet uns ein enormes Spannungsfeld. Intensität nennt sich das Hochgefühl, das wir aus dieser Spannung generieren. Wir lieben diese Art der Spannung! Sobald wir dies wissen und uns dieses Wissen im Moment des Vergleichens, des Wanderns in die Vergangenheit und Zukunft, bewusst machen, fällt der Druck des „nichts ist so, wie es sein sollte“ auf einmal und ganz einfach weg. Nichts ist falsch daran, wenn alles ist. Wie es ist. Gerade auch, dass uns gefällt, wenn uns etwas nicht gefällt, braucht keine Bewertung. In der Frage „wie werde ich Gewohnheiten los“ verfestigen sie sich meist erst recht….

Try not to try not too hard  

James Taylor

Just Do It: Just Be

Zugleich erleben wir uns als eingesperrt, nicht frei. Zunächst in unserem Körper. Er will dauernd etwas. Essen, Trinken, Bewegen, Ruhe, Aufmerksamkeit. Auch unser Geist begrenzt uns oft durch unser erfahrungsbedingtes Vorstellungsvermögen. Und wir werden ständig bewegt von unseren Gefühlen, ohne dass wir uns groß dagegen wehren könnten. Oder dass wir uns der Interaktion, der gegenseitigen Abhängigkeit, der drei Felder Körper-Gefühl-Geist auch nur allzu bewusst wären. Was soll’s, sagen viele. Wir leben.

The secret in life is enjoying the passage of time

James Taylor

Das Geheimnis

Alles fließt. Nur wie wir den Fluss erleben, liegt in unserem Ermessen. Dieses Ermessen kommt auch ohne Messen aus. Was aber tun und was nicht tun, um die passage of time uneingeschränkt zu genießen?

In der reinen Wahrnehmung, ohne uns durch Vergangenheit und Zukunft einschränken zu lassen, betreten wir den Raum des Jetzt. Zugleich können wir die Türen in alle Richtungen der Zeit und Möglichkeiten offen lassen. Wir erfahren dann unsere Welt ohne Absicht, und im Wissen um die eigene Geschichte, um Wünsche und Bedürfnisse, Gewohnheiten und Grenzen. Wir tun, lassen und erleben, worauf wir uns gerade konzentrieren.

Was bedeuten Plan und Ziel, wenn wir im Fluss des Lebens sind?

Vollkommenheit ist etwas, das in einem nicht vorbedachten Augenblick gelebt wird, und dieser Augenblick hat keine Dauer

Dem ist an sich nichts hinzuzufügen.

Außer vielleicht…

…eine hilfreiche Perspektive

Glück gleicht durch Höhe aus, was ihm an Länge fehlt

Robert Lee Frost

Springen wir mit einem wissenden Lächeln in hohem Bogen vom Trampolin des Strebens nach Glück in die Intensität des Seins. Lassen wir uns dort treiben. Tauchen wir unter. Steigen wir heraus. Springen wir noch einmal. Immer. Wieder. Jetzt.

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CHALLENCHOICE

Secret Success Story No 13 – über das Gute an der Qual der Wahl

Freiheit – Privileg und Geißel unserer Zeit

Viel wurde schon darüber geschrieben, wie mühselig doch unsere heutige Zeit geworden ist: Unsere „Freiheit“ besteht darin, ständig Entscheidungen treffen zu müssen, ohne aber die Konsequenzen absehen zu können. Auch die Entscheidungsgrundlagen gleichen eher trüben Sümpfen als dass sie einer klaren Architektur zu folgen scheinen. Die allgegenwärtige Informationsflut überschwemmt uns mit einer unüberschaubaren Vielzahl an… Ja was eigentlich? Das weiß keiner so genau. Hauptsache viel Info, gleichzeitig und räumlich parallel.

Das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben, geschweige denn über die äußeren Umstände musste schon vor einiger Zeit einem Arrangement mit dem „es ist wie es ist“ weichen. Manche interpretieren ihre Rolle in der derzeitigen, gelinde gesagt „veränderungsfreudigen“ Situation eher als Auftritt in dem Stück „friss Vogel oder stirb“. Andere entwickeln im steten und durchaus (mit)reißenden Fluss der Veränderungen eine innere Stabilität. Der Blog nächste Woche („Flexicore“) handelt von ihnen.

Heute geht es um die prinzipielle Einstellung zur Vielfalt – und um unseren Hang zur Einfalt, was unsere Handlungsmöglichkeiten betrifft.

Widerstand ist zwecklos

Gefühle und gedankliche Schlussfolgerungen limitieren unseren Handlungsraum. Gefühle und Gedanken sind nicht viel anderes, als die Interpretation von Sinnesreizen und Körperzuständen im Gehirn. Mit Körperzuständen sind etwa muskuläre Spannungen, der Sauerstoffgehalt im Blut (verursacht durch beispielsweise flache oder tiefe Atmung) oder der im Körper befindliche aktuelle Hormoncocktail gemeint. Diesen „Informationen“ – im Sinne der derzeitigen „Form“, in der wir uns jeweils befinden – wird von uns eine „Bedeutung“ zugeschrieben. Dies geschieht auf der Basis unserer Erfahrung: unsere Erlebnisse, Prägungen und damit Gewohnheiten geben vor, wie wir etwas fühlen, sehen oder verstehen. Das ist er Grund, warum uns immer wieder „dasselbe“ passiert, obwohl wir ja eigentlich „niemals in denselben Fluss steigen“. Die persönliche Interpretation ist aber auch ein Weg im stets Neuen den Eindruck der Kontrolle und Selbstbestimmung aufrechterhalten zu können. Jede Interpretation ist ein willkürlicher, wenn auch zumeist unbewusst ablaufender, Akt der Verortung auf einer fließenden Skala zwischen beispielsweise gut oder schlecht, hell oder dunkel, angenehm oder unangenehm. Insofern ist jede Interpretation zugleich auch ein Akt der Bewertung. Und an dieser Stelle wird es wirklich interessant.

Challenge without choice

Würden wir nämlich akzeptieren, dass jeder Moment absolut einzigartig ist, bräuchten wir ihn nicht mehr zu interpretieren im Sinne von bewerten. Nein: Wir könnten ihn sogar gar nicht mehr bewerten. Wir wären uns voll und ganz bewusst, dass jede Interpretation unserer eigenen Sicht der Dinge entspringt, und damit nur uns selbst und unsere eigene Wirklichkeit widerspiegelt – und nicht „die“ Wirklichkeit (oder „die Wirklichkeit der anderen“).

Aber warum ist diese Unterscheidung überhaupt wichtig? Warum ist es wichtig anzuerkennen, dass wir niemals mit unseren Sichtweisen „absolut recht“ haben sondern nur „relativ recht“, quasi „subjektiv recht“?  Reicht es denn nicht für ein authentisches, erfolgreiches Leben, unseren eigenen Weg gemäß unserer eigenen Vorstellung zu gehen? Ja und Nein. Es kommt eben auf unsere bewusste Einstellung der Subjektivität jeder Entscheidung gegenüber an.

Das eigentliche Problem besteht darin, dass jede Entscheidung eben eine Bewertung, eine Interpretation der Gegebenheiten ist. „Die Gegebenheiten“ erleben wir dadurch, dass sie in uns repräsentiert in Form unserer eigenen Zustände sind. Die Interpretation dieser eigenen Zustände basiert dann eben – wie oben schon beschrieben – entlang unserer Musterprägungen, Erfahrungen, Gewohnheiten. Eine Wahl zu treffen bedeutet, die uns zu einem Zeitpunkt gerade sichtbaren Möglichkeiten zu bewerten, abzuwägen – sprich: auf das uns Sichtbare, Zugängliche zu limitieren.

Die „Qual“ der Wahl stellt sich eigentlich genau hier und jetzt ein: Wenn wir nicht mehr bewerten können oder die Konsequenzen nicht mehr abschätzen können, weil uns eine eindeutige Grundlage für diese Einschätzungen fehlt. Genau hierin liegt aber zugleich die Chance, mehr als „das Übliche“ erkennen und letztendlich tun zu können…

Die Kraft der Entscheidungslosigkeit

Das größte Abenteuerland, die größten Herausforderungen, liegen dort verborgen, wo wir noch nicht waren. Im unbegrenzten Hier und Jetzt. Und um dorthin, dahin, hierher zu gelangen braucht es nicht viel. Ganz im Gegenteil: nur die Aufgabe von Vor-Stellungen.  Das Aufhören vom Bewerten und Interpretieren. Durch die  Hingabe an die Entscheidungslosigkeit eröffnet sich uns das weite Land der Komplexität. Eine Realität zwischen Chaos und Ordnung mit unendlich vielen Möglichkeiten. Orientierung, Sinn, Richtung, Ziel – alle diese Anker des Alltags geben hier wie eine Landschaft verschiedene Täler und Bergspitzen, Flüsse und Wege ab. Und wir sehen verschiedene Menschen auf ihren eigenen Wegen. Wir sehen unsere und ihre Landschaften neben einander. Und manchmal sehen wir uns zu, wie wir gemeinsame Welten gestalten.

Zuvor haben wir zumeist unsere selbst geschaffene Landschaft wahrgenommen. Wenn wir unsere Vor-Stellungen, unsere Bewertungen und Ein-Schätzungen von gut/böse, richtig/falsch, schwarz/weiss etc. als relativ erkennen und ein Stück weit loslassen, füllt sich der Raum mit ungeahnten, ungesehenen Möglichkeiten.

Die Macht der Wahl liegt darin, sie auch nicht treffen zu können

Jede Entscheidung reduziert unendliche Komplexität auf eine simple Funktion. Sei es der Gewinn von Sicherheit, das Stillen von Bedürfnissen, das nackte Überleben. Als Menschen, die im Alltag funktionieren wollen, müssen wir uns ständig entscheiden. Als Vor-Bilder im Unternehmen oder in der Familie müssen wir uns entscheidungsstark geben, um anderen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit zu vermitteln. Wir können nicht von allen erwarten, Komplexität aushalten zu wollen. Es ist jedermanns/-fraus gutes Recht, sich auf die eigenen Sichtweisen zu reduzieren. Ich sage nur: Wenn wir alle unsere Sichtweisen relativieren könnten und uns in diesem Bewusstsein begegnen würden, dann wäre die Welt eine große gemeinsame und vor allem friedlichere Spielwiese.

Ganz in diesem Sinne fordere ich unsere gewohnten Erfolgsbilder heraus: Muss wirklich immer der Stärkere gewinnen? Können wir nicht die mit der Fähigkeit zum intellektuellen Tiefsinn (statt denen mit den Bestsellerlisten), die mit der Fähigkeit zum handlungsorientierten Weitblick (statt denen mit dem meisten Geld/Macht/Ansehen), die mit der Fähigkeit zur emotionalen Nahversorgung (statt denen, die uns das Ganze auf der Leinwand vorspielen) oder die mit der Fähigkeit zum körperlichen Höhenflug (statt denen, die Spitzenleistung bringen) an ihrer Stelle küren? Hier mein Vorschlag: Machen wir einander zu Gewinnern, einfach für die Eigenart, die wir einander schenken – gönnen wir uns Erfolg auf unsere Weise, schätzen wir uns nicht ein oder ab, sondern hoch!

Challenge the Choice! Choose the Challenge! Das bewusste Leben im Fluss unendlicher Komplexität verlangt nach einer unerschöpflichen Quelle innerer Stabilität, die uns wie die Nabe am Rad in der Mitte des Seins zentriert, während das Leben sich in alle Richtungen entwickelt. Mehr dazu in

Flexicore – Success Story No 14: Samstag, 06.06.2015, 10.00

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