BeMeUp – The SelfCenter

Secret Success Story No 27 – Grenzenlos Sein

Was bisher geschah

Die 27 Secret Success Stories vollführen einen Bogen – bis die etwas anderen Erfolgs-Geschichten sich heute zum Kreis schließen.

Auf der Suche nach echtem Erfolg, also einem Erfolg, der uns und andere glücklich und zufrieden macht, sowie uns zum munteren Weiterentwickeln animiert, begannen wir bei der „Strahlkraft“ von erfolgreichen Personen. Heute enden wir damit. Anfangs ging es ums Leuchten und seine Kraft, heute sprechen wir vom Strahlen, das von innen kommt und seine Macht. Obiges linkes Bild vermittelt deutlich den Beginn der Blogserie: wie schön kann im Prinzip nicht  jedes Strahlen sein, auch das Angestrahlt-Werden, wie es die glühende Bergspitze des Matterhorns so eindrucksvoll zeigt. Dieses Bild symbolisiert, was wir nach einem anstrengenden Berg-Bezwingen normalerweise erwarten: Auf beruflichen Erfolg übertragen sagt das Bild, dass wir üblicherweise nach dem Überwinden von Schwierigkeiten, nach dem Geben all unserer Kräfte, nach dem Beweisen überwältigender Leistung und dem Verdrängen vieler unserer Bedürfnisse erwarten, von außen durch Ruhm und Ehre, mit Bewunderung und Aufmerksamkeit, von Geld und anderer Wertschätzung angestrahlt zu werden.

Wir gewinnen mehr als andere, stehen anderen vor, ragen durch Leistung hervor – andere sehen dies und machen uns daraufhin zu hell leuchtenden Vorbildern für Erfolreichsein in unserer Gesellschaft. So zumindest sieht das Erfolgs-Bild in vielen Köpfen aus. Derartiges Erwartende müssen sich zunächst also über andere erheben, um damit rechnen zu können, gesehen zu werden. Sie heben sich selbst von anderen ab und durch irgendetwas hervor, damit sie gesehen werden. Sie tun, um von der Aufmerksamkeit anderer beleuchtet zu werden. Die Erwartung dahinter sagt: Sind sie nur „Berg“ genug, wird man sie automatisch sehen, beleuchten, an ihnen nicht vorbei kommen. Und dieses Leuchten kann für den Herausstechenden und die ihn Betrachteten durchaus sinnlich anregend und sinnvoll im Sinne der Aufforderung zum Nachahmen sein. So funktionierte „Erfolg“ für viele und lange Zeit. Karriere, Geld, Posten, Entscheidungsmacht, Öffentlichkeit… – überlegen Sie, wie die „Erfolgsberge“ unserer Zeit nach wie vor aussehen.

Jede einzelne Secret Success Story hat genau dieses in unserer Gesellschaft tief verwurzelte Vorurteil, nämlich dass es beim Erfolgreichsein ums Ausstechen, ums Bessersein, um die Verdrängung anderer geht, kritisch betrachtet und versucht, ihm gegenüber die uns inne liegende Strahlkraft, um nicht zu sagen Erfolgskraft zu beleuchten und zu stimulieren. Das rechte Bild der Strahlen, die durch die Wolkendecke brechen, stellt diesen Zugang zu „Erfolg“ dar. Die Kernfragen, die jedem Blogbeitrag zugrunde liegen, führen den Leser immer wieder in 3 Themenfelder, die jeder von uns in und mit seinem Leben zu durchwandern hat – und die vor allem in unterschiedlichen Übergangsphasen und Lebenskrisen drängend hervor treten:

Was ist mir wirklich wichtig?

Was führt mich tatsächlich zu einem in meinen Augen erfolgreichen Leben?

Wie kann ich ein solches Leben inmitten einer Welt, die scheinbar „anders tickt“ führen?

BeMeUp – Nur wir selbst gehen unseren eigenen Weg

Die Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen, sollten uns in die tatsächlich durch und von uns definierte Richtung bringen. Dazu gilt es zunächst herauszufinden, was man selbst wirklich will. Das de facto zu tun ist weit weniger selbstverständlich, als es sich zunächst anhört. Wir glauben zu wissen, was wir wollen – doch wie oft wollen wir nicht etwas, das wir wollen sollen? Auch im Wie manifestiert sich das Fremdbestimmte gern. Das Ziel mag bei vielen dasselbe sein. Glücklich Sein, Zufriedenheit, Verbundenheit, ein erfülltes Leben, durch das man einen positiven Unterschied in der Welt macht. Nur das Wie ist in Zeiten wie diesen eben nicht mehr selbstverständlich.

Wir sind heute dazu aufgefordert, wesentlich tiefer zu fühlen und weiter zu denken, breiter zu wirken und näher zu handeln als je zuvor. Die Welt ist unser Spielfeld. Und Erfolg hat nicht, wer Tore schießt, Punkte macht oder andere Erwartungen übertrifft. Wir erreichen heute nicht mehr nur unsere Nächsten, unsere Familie, unsere Gemeinde, die diversen communities, in denen wir uns bewegen. Unser Verhalten, unsere Einstellung spielt mittlerweile eine globale Rolle. Jeder zählt, wenn es darum geht, eine Globalgesellschaft auf Basis innenorientierter und damit menschenzentrierter Werte zu etablieren. Wir sind tatsächlich alle miteinander vernetzt. Das Tor vom Ich zum Wir ist überall. Wir kreieren die Matrix, würde Neo vielleicht sagen (siehe Matrix, der Film). Und was wählen wir – die blaue oder die rote Pille: Was erschaffen wir durch unser Sein?

Konkurrenz, Kampf, Krieg ist die eine Variante.

Kooperation, Konfliktlösung, Kreation ist die andere.

Jeder von uns hat es in der Hand, welche Wahl er oder sie trifft.

Seien wir uns bewusst, dass sich diese Wahl in nahezu jeder alltäglichen Handlung manifestiert. Und seien wir uns bewusst, dass sich jede Manifestation auf unsere reale wie virtuelle Umwelt auswirkt. Wir sind beständig kommunizierende Wesen, wir strahlen unsere Einstellung in jedem Moment unseres Seins und darüber hinaus aus. Wir wirken, auch wenn wir scheinbar nichts tun. Daher zählt unsere Einstellung immens, denn sie geht jeder Handlung voraus und schwingt durch jede Handlung hindurch, in die nahe und ferne Umgebung hinaus.

Wenn es mal nicht so gut geht…

…dann ist unsere Einstellung doppelt gefragt. Denn sind wir gewohnt, mit unangenehmen, ungerechten, unglaublich irritierenden Umständen und Zuständen eigenverantwortlich umzugehen, so können wir in jeder Lebenslage handeln. Können wir uns un-abhängig von anderen in jedem Moment selbst zentrieren, werden wir kreative Wege in und aus nahezu jeder Situation finden. Manchmal gibt es jedoch nichts, das wir tun können. Hier zählt unsere Einstellung am meisten. Denn jene Momente auszuhalten und uns und anderen gerade dann beizustehen, wenn Hopfen und Malz verloren oder gar das Leben auf dem Spiel stehen, zeigt wahre Größe.

Was wir wollen wirkt

Wollen wir angestrahlt werden oder selbst strahlen?

Das ist die einzige Frage, um die es eigentlich geht.

BeMeUp – The SelfCenter ist nicht nur der Titel dieses Blogs. Es ist auch die Grundlage meiner Arbeit in der Persönlichkeitsentwicklung – sei es mit einzelnen Menschen, mit Teams oder ganzen Unternehmen.

Peak Personality Performance

Wer sind wir, wer wollen wir sein und wie wollen wir wirken?

Ich schlage vor: Aus dem Inneren heraus, konsequent unserem Kern folgend, stimmig im Denken, Fühlen und Verhalten auf die Umwelt einwirkend. Worauf sich unweigerlich unser wohlschwingendes Resonanzfeld erweitert, in Kontakt tritt, andere berührt, bewegt und weiter Wohlschwingendes bewirkt.

Zum Abschluss erlauben Sie mir bitte die zweite Werbeeinschaltung dieser 27 stories: Auf www.walzercom.com finden Sie mehr Informationen über meine tägliche Arbeit, mein Resonanzfeld, wenn Sie so wollen. Sollten Sie dann wunder-voller Weise noch mehr erfahren und erleben möchten und Lust darauf bekommen, Ihr Zentrum zu stärken, Ihre höchsteigene Wirkungsweise zu entwickeln und eine in Ihrem Sinne echte Erfolgskraft zu  entfalten, melden Sie sich ganz einfach.

Das Ende wird der Anfang Sein.

Mit BeMeUp-The SelfCenter und dem diesbezüglichen Entwicklungs-Prozess ist nicht die Pflege des Egos und des Selbstzentrismus gemeint, sondern vielmehr eine Öffnung und Verbindung nach Innen und Außen. Aus der Verbindung zur eigenen Mitte nährt sich das Selbst-Bewusstsein, die Handlung aus der Mitte heraus stärkt das Selbstwertgefühl und in Verbundenheit zu anderen Menschen, die mit ihrer eigenen Mitte in Kontakt sind, erfüllt sich unser Sein mit Sinn und erfreut sich der Sinnlichkeit.

Sein, Sinn und Sinnlichkeit sind die drei Seiten der Medaille des Lebens. Sie ist die einzige bare Münze, die wirklich zählt und die zu sein sich auszahlt.

 

Was den Blog betrifft folgt jetzt die Winterpause – mit 27 Super Simple Solutions geht’s dann 2016 weiter und auf zu neuen sinnlich-sinnvollen Ufern…

MASTER OF MAGIC MOMENTS

Secret Success Story No 26 – über die Magie im Miteinander

Kleine Werbeeinschaltung

Ich gestehe. Ich habe eben ein Buch geschrieben. Es kommt im März heraus. Im Braumüller-Verlag (toller Verlag, großartiger Verleger – bin leicht stolz und schwer dankbar). Unter dem Titel: Die Kunst der Begegnung. Vom Ich zum Wir. Und einen – Untertitel – hab ich noch: Der Weg zu einer erfüllenden Beziehung. Soso, werden Sie sagen. Jaja, antworte ich. Geht. Wer noch nicht hat (eine Beziehung mit hoher Begegnungsqualität, vielleicht sogar in Form tatsächlich und alltäglich stattfindender magischer Momente), der kann. Jetzt. Dieser Blogbeitrag frohlockt mit einem dezenten Vorgeschmack – aufs Buch und aufs Magische im Miteinander

Jetzt aber mal in echt

Wie oft hören wir einander nicht beim Leiden zu: „Warum gibt es da draußen niemand, der zu mir passt“, „Was soll ich noch alles tun, damit ER/SIE endlich…“. Und wie oft beweisen wir unseren derart lamentierenden Freunden nicht unsere tiefe Verbundenheit, indem wir ihrem profunden Selbstzweifel vehement entgegentreten, sie aufbauen und vom Gegenteil zu überzeugen suchen. Und wie genau wissen wir nicht zugleich, dass dies letztendlich nur die betreffende Person selbst kann. Freunde füllen Fässer ohne Boden mit Wertschätzung und Zuneigung. Und doch ist dies nicht der Weg hinaus aus deren Leid. Wir wirken in dem Fall eher wie ein Pflaster, indem wir helfen, die Zeit zu überbrücken, bis die Selbstheilung greift. Denn: Nur jeder selbst kann seinem Leid ein Ende setzen. Wohlgemerkt schon in diesem Leben. In echt.

Das Wunder der Eigenverantwortung

Wenn jeder einzelne die Verantwortung für seine Befindlichkeit übernehmen  würde – wie anders würde unser Miteinander aussehen

Doch im Allgemeinen sieht es so aus, dass wir schlicht gefühlte 1000x pro Tag vergessen, bei uns selbst zu bleiben. Wir machen andere und äußere Umstände für unsere Gefühle, für unser Leiden verantwortlich. Wir sind es schlichtweg nicht gewohnt, in den eigenen Zuständen zu leben und zu wirken. Warum ist das bloß so?

Macht der Gewohnheit

Brauchen wir wirklich Gründe fürs Schlechtdraufsein? Nein. Es gibt derer so viele wie Sterne am Himmel. Schauen wir in uns hinein, an unser herab, um uns herum: Gründe genug zur Unzufriedenheit, zum Leiden, zur Frustration, Wut, Trauer, Ohnmacht. Nein, dass wir uns manchmal suboptimal fühlen (sonnig ausgedrückt) braucht wirklich keinen Grund.

Umkehrschluss: Braucht es denn einen Grund, um sich strahlend, frisch, großartig und leicht zu fühlen? Die Natur, das Wetter, die Liebe, das Leben… Ja, das sie alle sind gute Gründe. Aber einen Grund braucht es dennoch wirklich nicht.

Es ist doch nur die Macht unserer Gewohnheiten, die unter ganz bestimmten Umständen ganz bestimmte Gedanken und Gefühle, bzw. Hormone und Verhaltensweisen produziert. Also liegt es ebenfalls in der Macht unserer Gewohnheiten, unter allen Umständen und für alle Umstände unsere eigenen – im Sinne von vergangenheits-unabhängigen – Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen zu entwickeln.

Aber wie? Wenn das so einfach wäre, würde es ja jeder tun. Und wo kämen wir da hin? Eine Welt voller eigenverantwortlicher Glücklicher oder gar Zufriedener? Kann das sein? Darf es das geben? Klingt irgendwie nach Märchenwelt, nach Magic Wonderland – oder vielleicht nicht?

Macht der Magie

Was macht Magie? Magie macht alles anders, ohne dass man wüsste wie genau. Manchmal bemerkt man nicht einmal den Prozess. Sie wirkt bloß. Bloß so. Bloß die Leichtigkeit des „einfach so“ zu entwickeln, ist gar nicht mal ganz so einfach. Obwohl auch nicht schwer. Eher so wie ein Verschieben des Fokus, ein Scharfstellen auf Tiefe und Weite und Nähe und Höhe in einem Atemzug. Wie jetzt, fragen Sie? Sind Sie denn bereit?

Denn hier ist sie, die Zauberformel:

Präsenz + Intensität + Zeitlosigkeit + Authentizität + Wertfreiheit = Möglichkeitsraum + Du = Magic Moment

Zu kompliziert? Na versuchen wir‘s mal komprimiert: Hier + Jetzt = Wir

Das geht eigentlich ganz einfach. Voraussetzung ist, dass man sich selbst der Magie nicht in den Weg stellt, also der Verbindung zu sich und dem/der/den  anderen nicht im Weg steht.

Um das sich-selbst-in-den-eigenen-Weg-stellen zu  vermeiden, kann man z.B. die etwas komplexere Formel – s.o. – anwenden. Oder noch weiter oben erwähntes Buch konsultieren. Oder sich einfach das Ende der Gewohnheit, sich und andere zum Problem zu machen, zur schönen Aufgabe machen. Ohne dazu Drogen aller Art (dazu zähle ich auch zuviel Essen, Trinken, Fernsehen, Blöd reden etc.) missbrauchen zu müssen. Nein, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Weniger aus moralischen Gründen als vielmehr aus funktionellen: Man braucht sich als Ganzes, nicht abgeschnitten von seinen vielleicht weniger liebsamen Anteilen und Empfindungen, sondern im Vollbesitz all seiner Möglichkeiten, um Magie sich entfalten zu lassen.

Hüstel. Verzeihung bitte! Äh…“, höre ich Sie rufen. „Ja macht denn so eine Art von Magie überhaupt Spaß? Klingt irgendwie so… nüchtern, nicht? Wohlüberlegt… Achtsam…“ Ich sehe Zweifel in Ihrem Gesichtsausdruck vor mir, die Mundwinkel zucken in Richtung Bäh, weil Gääääähhhhhhnnnn…?

Magie mag man eben

Au contraire! Das Abenteuer, nicht zu wissen, was in der Offenheit des Augenblicks alles möglich ist – also keinen Plan, keine Schlussfolgerung, keine Absicht zu haben, ist unübertroffen in seiner umfassenden Entertainment-Wirkung. Der wonnigliche Augenblick, in dem wir Eins werden ist tatsächlich wundersam, wirkt wundersam. Ein tiefer Blick ohne Worte, eine zarte Berührung ohne Absicht, ein mildes Lächeln ohne Grund. Sie alle sind Einladungen an den Möglichkeitsraum, seine Wurmlöcher zum Besuchen fremder Galaxien und zum Erkunden neuer Dimensionen zu öffnen. Wenig ist so spannend, wie die zwischenmenschliche Grenzenlosigkeit. Wenig ist so entspannend, wie die grenzenlose Zwischenmenschlichkeit. Beiden Erfahrungen geht das innere Entgrenzen voraus. Ein wahrlich magischer Schritt, den nur der tun kann, der sich in sich entspannen kann, der sich gesucht und herausgefunden hat, dass Alles und Nichts auf dem Spiel stehen. Und der sich trotzdem entspannen kann. Weil es de facto keinen anderen Weg gibt, der solchen Sinn macht oder auch nur annähernd so sinnlich wäre.

Master of Magic Moments

Die Meister der magischen Momente wissen, dass sie nichts wissen. Gerade dadurch gewinnen sie alle Möglichkeiten. Sie lassen sich von Moment zu Moment aufs Neue vom Leben überraschen. Sie gehen mit allen Optionen nach Herzenslust um. Sie müssen sich nicht ent-scheiden. Sie lachen ohne Grund. Und fühlen ohne Anlass. Sie teilten das Sein. Mit. Sich und anderen. Sie tut nicht mehr und nicht weniger.

Wir alle haben das Potenzial zum Künstler, wenn es um unser Vermögen geht, magische Momente zu kreieren.

Voraussetzung ist, zu wissen, wer wir sind. Nämlich Menschen. Damit wissen wir zugleich, wer wir sein können. Wir alle können alles sein: Selbst sein, eigen-artig und konform, angepasst. Großartig und kleinkariert. Wir können uns selbst erleben und uns selbst verlieren. Alleine, zu Zweit, in Gruppen – und im All-Eins. Wir haben die Wahl.

Wir können uns steuern und kontrollieren oder loslassen und uns hingeben – bis hinein in den ewigen Augenblick.

Als Magier des Momentes können wir uns auf uns verlassen. Wir können uns auch verlassen und uns auf andere einlassen. Und uns selbst zugleich zutiefst verbunden bleiben. Wir können mit voller Absicht oder auch ganz versehentlich verloren gehen. Neues erkunden. Dahin gehen, wo noch niemand zuvor war. Wir können alles. Sogar glücklich sein. Allein und Miteinander.

Als  Magier des Momentes können wir das Hier und Jetzt mit der Bedeutung der Unendlichkeit versehen. Wir können uns und unserem Gegenüber die Wichtigkeit der Ewigkeit und der großen Gefühle verleihen: Wir können uns vertrauen. Zuversicht. Liebe. Loyalität. Solidarität. Mitgefühl. Erleben und geben.

Wir können uns Mit-Teilen. Uns selbst stabilisieren, wenn es nötig ist, und einander Halt geben. Wir können uns fallen lassen. In die Offenheit hinein. Ein-Sicht gewinnen. Und in die Viel-Schicht tauchen. Das So-Sein So-Sein-Lassen. Einfach Nur Da Sein. Spüren Sie das milde Lächeln?

It’s magic, isn’t it?

 

Gibt es wirklich noch etwas hinzuzufügen? Vielleicht nur noch einen letzten Weg-Weiser. Last but not least, in der 27. der 27 Secret Success Stories mit dem Titel „BeMeUp – The SelfCenter“ geht es nicht um selbst-zentrierte Egoisten, sondern um in ihrem Selbst zentrierte Individuen. Sie strahlen uneingeschränkt in ihrer Größe , sind des Miteinanders mächtig und gestalten machtvoll wie magisch ihre Gegenwart, sodass die Zukunft unser ist… Success Story No 27: BeMeUp – The SelfCenter. Samstag, 12.12.2015

MIRACLEMEN

Secret Success Story No 25 – über das Mirakel im Mann

Es kann nur Einen geben

Sind Sie alt genug, um den Highlander noch zu kennen? Den Film meine ich. „Es kann nur Einen geben“. Wer ihn kennt weiß: Alle anderen sind entweder öde Sterbliche oder es gehört ihnen der Kopf abgeschlagen. Manchmal denke ich mir: Ja, so funktioniert die Männerwelt. Und nein, ich kann es im selben Atemzug (immer noch) nicht glauben. Das kann es doch nicht sein? Alle sind de facto so lange Konkurrenten, bis sie zu Verbündeten, Untergebenen oder klaren Feinden werden. Die Unwichtigen kommen gleich gar nicht vor. Nur als Zahlen (Mitarbeiter, Bevölkerungen, Flüchtlinge). Nein. Hier regt sich meine tief verwurzelte Männerfreundlichkeit wieder: Das kann wirklich nicht alles sein. Ich mag euch ja. Aber was wollt ihr? Eigentlich und wirklich. So vom Leben, meine ich…

Das MiracleMen-Projekt

Um dieser Frage nach männlichen Erfolgsbildern nachzugehen und alternative Vorstellungen zu obiger Schilderung in der Realität zu erforschen, entwickelte ich – mit männlicher Unterstützung, danke Alex! – ein ganz spezielles Seminar: Das MiracleMen-Weekend.

Das Seminar beginnt damit, der „Männlichkeit“ auf die Spur zu kommen. Wann ist ein Mann ein Mann?, wie schon Herbert Grönemeyer so schön sang… Offenbar reicht ja die reine Anatomie nicht ganz aus. „Wahre Männer“ sind den Aussagen von Seminarteilnehmern nach Männer, die „Es“ geschafft haben. „Es“ hat dabei viele Bedeutungen: erfolgreich im Business, glückliche Familie, beeindruckendes Haus, beeindruckende Frau(en). „Es“ bedeutet, dass sie stark sind oder zumindest angesehen. Männer, auf die man sich verlässt. Führungsfiguren. Echte Männer stehen zu ihren Ansichten und dafür auch ein. Sie stehen ihren Mann. So einiges in ihrem Leben muss jedenfalls bereits (felsenfest)stehen. (Ja, das lass ich jetzt mal so stehen.) Große Männer kämpfen für die gute Sache. Sie sind souverän und überlegen. „Es“ sind Männer, zu denen man aufschauen kann, mit denen man befreundet sein will, die man um Rat fragen kann, die mit Taten glänzen, wenn es darum geht. Geradlinig, ehrlich, unschlagbar.

Kann es denn jemals zwei geben?

Nein. Von Männern als wirklich erfolgreich angesehene Männer sind in ihrem Gebiet einzig und unerreicht. Man(n) beachte die Wortwahl: in ihrem Gebiet. Revier, um nicht zu sagen. Da kommt keiner ran. Territorial gesehen kann es nur jeweils Einen geben. In Allianzen lassen sich die Machtverhältnisse dann ausweiten, die Reviergrößen weiter verhandeln, die Grenzen  noch umfassender stecken. Dabei sind die anderen bloss eine notwendige Verlängerung des eigenen Arms, dienen der Absicherung des eigenen Reiches…

Auf die Frage nach realen „erfolgreichen“ Männern wurden in den Seminaren Vorbilder wie Steve Jobs, Marc Zuckerberg, Jack Welch, Jesus, Cäsar, Alexander der Große etc. genannt. Nun ja, zumeist waren es Wirtschaftsgiganten oder Kriegsherren. Mal abgesehen von den obligaten Glaubensführern. Von denen es wohlgemerkt auch immer nur Einen gab, der vorne stand.

Ein Mirakel wären mehrere

Miteinander erfolgreich sein. Das wäre mal ein männliches Mirakel, weil ein substanziell anderes Erfolgsziel. Das setzte voraus, Erfolg nicht daran zu bemessen, dass andere weniger verdienen, weniger Aufmerksamkeit bekommen, weniger geniale Ideen haben (oder Mann selbst eben mehr). Das setzte Vertrauen voraus. Zu vertrauen scheint aber im Alltag erfolgs-kontraproduktiv zu sein.

Andere Verhaltensmuster herrschen vor, allen voran die Orientierung an der Macht. Wer hat die Macht und wie bekommt Mann mehr davon? Zu versuchen, die Kontrolle durch Überlegenheit zu gewinnen soll helfen, der Angst vor der Enttäuschung, dem Versagen vorzubeugen. Selbst wenn Mann dies bereits weiß und da nicht mehr „mitspielen“ wollte, sebst wenn Mann sich und anderen nichts mehr beweisen will: Was tun, wenn es in der Wirtschaftswelt und der Politik von intriganten Sesselklebern und noch intriganteren Sesselbein-Sägern nur so wimmelt? Oder sehe ich das zu schwarz? Will Mann einfach nur überleben und tut daher, was schlichtweg notwendig ist? Ist das Streben nach Erfolg in Form von Macht, Geld, Karriere, Besser-Sein überlebens-notwendig? Und wenn dem so sein sollte: welche Mittel und Methoden sind dabei zulässig?

Kann Mann überhaupt mit anderen gemeinsam erfolgreich sein, ohne herausstechen, sie ausstechen zu müssen?

Miteinander statt Gegeneinander

Es wäre wirklich ein wahres Mirakel, wenn das Vergleichen und Beurteilen ein Ende hätte. Wenn Projekte nach ihrem nachhaltigen Nutzen für die Menschheit und nicht nach Vierteljahresberichten wertgeschätzt würden. Ja, das wäre ein miraculum, ein „Wunderding“, mit dem Mann sensationell die Menschheit unterhalten könnte (siehe die Wortdefinition von Mirakel). „Unterhalten“ kann dabei auch im wörtlichen Sinne verstanden werden, nämlich als: Erhalten. Wenn statt Geld der Grad an Lebenswert-Aufbau und -Erhalt zählte. (Kleines Kommentar an dieser Stelle: Natürlich ist die Existenz von Mirakel-Damen ebenfalls höchst wünschenswert, die WonderWomen waren jedoch letzte Woche dran. Diese Woche heißt es men only.)

The 1 Million Dollar Question

Wenn Sie 1 Million Dollar (gern auch Euro) gewinnen würden und sich einen Job aussuchen könnten, an dem Sie den Rest Ihres Lebens arbeiten – wofür würden Sie sich entscheiden? Was würden Sie mit dem Rest Ihres Lebens tun?“ Dies ist eine altbekannte Frage im Coaching und ähnlichen Prozessen zur Findung der eigenen Berufung. Stellen Sie sich vor, Sie müssten niemandem beweisen, was für ein toller Hecht Sie sind. Stellen Sie sich vor, Sie könnten tun, was Ihnen Spaß macht und was Sie für sinnvoll erachten – und Sie würden sich großartig dabei fühlen. Was würden Sie tun? Würden Sie sich vielleicht dennoch beweisen wollen? Warum? Was sagt das über Ihr Selbstbewusst sein aus?

Wo ist mein Platz?

Irgendwie scheint es vielleicht doch archaisch im Mann verankert zu sein. Der tiefe Wunsch danach, seinen Platz einzunehmen. Ein Haus zu bauen, einen Baum zu pflanzen, sich fortzupflanzen. Der Wunsch nach Zugehörigkeit und Geborgenheit, nach zuhause und dem Großen Ankommen, der ist ja nicht den Männern alleine vorbehalten. Aber dort dann der Chef sein zu wollen (und damit ist nicht, gemeint die Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu tragen, sondern als Boss, als Oberhaupt angesehen werden zu wollen)… Hm. Schon irgendwie, oder? Warum? Warum ist es so wichtig, ganz oben in der Hierarchie anzukommen, wenn es darum geht erfolgreich zu sein? Es ist verständlich, dass Mann seine Freiheit will und eigenständig entscheiden können will. Aber geht das nur in einem hierarchischen System? Geht das nicht auch ohne „oben-unten“-Denken. Eben mit einander?

Ich will aber nicht!

Auf diese Frage habe ich oft gehört „Nein!“. Es geht nicht. Weil es sonst die anderen tun. Und Mann (bis hin zum Untergang des Abendlandes) dann unterjocht würde. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Es gibt viele, die es sich irgendwo in der Mitte einer Hierarchie gemütlich gemacht haben. Die kein Erfolgsstreben an den Tag legen, die ein friedliches Miteinander sehr schätzen. Aber in diesem Blog geht es um das Thema Erfolg. Und um Antworten, die Männer auf die Frage geben, wann ein Mann wirklich erfolgreich ist. Bisher habe ich in den Seminaren noch nie gehört „Wenn jemand mit sich im Reinen ist, einfach zufrieden mit dem Moment“. Ich habe noch nie gehört, dass es erstrebenswert wäre, wenn Menschen für ihren Beitrag zum besseren Miteinander-Sein, für ihr selbstbewusst-umsichtiges Wesen geschätzt würden. Jetzt können Sie sagen: „Was haben Sie denn für Teilnehmer in Ihren Seminaren?“ Ganz normale Männer aller Altersstufen, zumeist aus dem Wirtschaftsleben. Ja, vielleicht sind die privat ganz anders… Aber zumeist wird Erfolg über das Berufsleben definiert. Und dort getraut sich offenbar niemannd so schnell und öffentlich, die klassischen Erfolgskriterien von Geld, Macht und Karriere in Frage zu stellen.

Erfolg – mal anders

Was wäre, wenn die Wirtschaft anders funktionieren würde? Wenn es nicht um Geld und Posten, um Macht und Gewinn ginge. Um dies zu erreichen: müssten dazu Männer anders denken? Oder die Gesellschaft umdenken? Oder gleich das ganze Wirtschaftssystem umgebaut werden? Ist der konstruktive Journalismus eine Lösung? Wofür wird jemand gelobt und gerühmt? Wir alle können viel dazu beitragen, dass erfolgreiche Männer und natürlich erfolgreiche Menschen, in Zukunft anders definiert werden, als es heute noch größtenteils der Fall ist. Aber wir müssen dies selbst tun. Im Kleinen wie im Großen. Bei der Kindererziehung (ist Leistung wirklich alles?) wie im Unternehmen (wer wird Mitarbeiter des Monats? Wer bekommt wofür Boni?), in der Presse wie am Stammtisch. Sind wir bereit dafür?

Das Wunder Mann – MiracleMen

Keine Frage: Männer sind wunderbar. Weil sie Dinge bewegen und bauen, erschaffen und behauen wollen. Weil sie stark und zärtlich sein können, weil sie schnell im Denken und gut im Kontrollieren ihrer Gefühle sein können. Männer werden großartig, wenn sie erkannt haben, dass sie Menschen sind. Menschen, die nicht durch ihren Körper oder ihre Vorstellungen begrenzt sind. Und sie bewirken Wunder, wo sie dasselbe in anderen, vor allem auch in Frauen sehen. Menschen sind wunder-voll, wenn sie einander als das sehen, was sie sind: Als Wesen, die durch die Augen sehen und durch die Ohren hören. Es sind dies Wesen, die nicht durch ihre Form, ihr Aussehen begrenzt werden. Wesen, die versuchen schlicht das Beste draus zu machen. Lasst uns das gemeinsam tun. Das Beste draus machen.

Let’s be MiracleHuMen.

 

Mirakulöse Männer, wundervolle Frauen – was bleibt uns noch zu tun? Magische Momente miteinander zu erleben! Success Story No 26: Masters of Magic Moments – über die Kunst des Eins-Seins. Am Samstag, 05.12.2015

FREEFLOWLETTINGO

Secret Success Story No 23 – über die Leichtigkeit des Seins

Flow

Kennen Sie das scheinbar mühelose völlige Aufgehen in einer Tätigkeit? Wenn Zeit und Raum, einfach alles außerhalb Ihres Konzentrationsfeldes, schlicht nicht mehr existieren. Hier drängen sich keine störenden Gefühle oder Gedanken auf. Im vielgepriesenen Zustand des Flows sind wir eins mit uns und unserer Handlung. Wie Kinder beim Spielen. Leider stehen uns unser Verstand, unsere Gefühle und unser Körper oft im Weg. Sie verhindern das „reinkippen“ in den Flowzustand. Genauso wie die Anforderungen des Alltags oder andere Menschen, die uns ablenken, rausbringen, vereinnahmen, fremdbestimmen.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die dieses köstliche Erlebnis in die Existenz heben. Das Gefühl der Selbstbestimmung ist das zentralste von allen. Und wie oft haben wir dies am Tag? Und wie oft, sofern wir es kennen, mündet es in Langeweile bis Depression? Fühlen wir uns faul, nutzlos, nicht gebraucht, überflüssig? Selbstbestimmt, aber einsam und alleine…

Freiheit

Wer sein Leben zur freien Verfügung hat, den freut dies nicht immer. Aber sobald wir wissen, was uns mit Spaß und Sinn erfüllt, wenn wir es tun steht dem Eintauchen in den Fluss des Seins nichts mehr im Weg. (Wer noch nicht weiß, was er wirklich will, dem sei hier der Blogbeitrag „Motirection“ empfohlen). Es sind aber noch einige andere Zutaten für das freie Fließen im Moment nötig: das Freisein von Sorge und Angst oder die Freiheit von Erwartungen und Erfolgsdruck. An deren Stelle steht die Freiheit, den eigenen Fähigkeiten entsprechend aktiv zu werden. Das dem eigenen Wesen entsprechende Tun sollte sich in der eigenen Haut gut anfühlen (für andere könnte sich dasselbe schrecklich anfühlen) und das Werk im eigenen Sinne Sinn machen (für andere könnte es völlig sinnentleert sein). Der Weg zum wonniglichen Fließen führt daher zunächst aus der Insel der Selbstbestimmtheit über die Brücke der Un-Abhängigkeit von Fremdvorstellungen und Fremdbeurteilungen, jenseits des Berges der Kritik (von innen und außen) und damit hinein ins Land der unbegrenzt fliessenden Möglichkeiten.

Loslassen

Und da? Einfach machen. Und dann? Das ist eine gute Frage. Denn der Flowzustand hat ein Ende. Dann schlägt der Alltag gnadenlos zu, die Rechnungen wollen bezahlt werden, die Schule zwingt einen zum Sprechtag, die Kinder wollen etwas essen, Partner wollen beglückt werden. Verantwortungen rufen. Laut und gebieterisch. Flow und Verantwortung scheinen zwei Planeten aus unterschiedlichen Sonnensystemen zu sein. Kein Wunder, dass viele Künstler sich eher soziopathisch verhalten und große Denker oder Mathematiker dem Reich des Autismus nahe stehen.

Wie passt das zusammen? Wie findet der Flow, das reine Sein  im Moment, seinen Frieden mit jener Selbstaufgabe, die benötigt wird, um seinen Verpflichtungen in der Gesellschaft nachzukommen?

Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins

…ist deshalb unerträglich, weil es einem zwar leicht fallen kann, alles zu vergessen, sich zu vergessen, nur zu sein. Aber weil zur gleichen Zeit ganz automatisch im Vergleich dazu alles und jeder andere schlichtweg unfassbar schwer wird. Spürbar schwer. Mühsam. Im Flow gibt es keine Probleme, die nicht gelöst werden können. Die Welt außerhalb des Flow zelebriert das Problembewusstsein schlechthin. Wer sich leicht fühlt, der wird schnell von seinem Umfeld (oder von seinen eigenen Gewohnheiten) wieder runtergeholt und durch die Schwerkraft des Alltäglichen eines scheinbar Besseren belehrt. Aber: welcher Zustand ist echter? Leicht oder schwer? Welche Einstellung, welches Erleben entspricht wirklich und wahrhaftig der Realität? Doch wohl die Schrecken dieser Welt. Glück, Zufriedenheit, Leichtigkeit – die alle zählen nicht so viel, wiegen nicht so schwer (!). Die Macht des schlechten Gewissens sorgt schon dafür. Wir dürfen uns nicht bewusst wohl und leicht fühlen angesichts des Elends dieser Welt. So viel ums uns ist ungerecht, dramatisch, unfassbar und vor allem: unlösbar. Apokalypse now! Und wie kann man sich angesichts des Elends dieser Welt bloß leicht fühlen?

Andersrum aber geht das ganz gut: Ewig gegen Windmühlen kämpfen, das ist ein respektabler Seinszustand. Die passende Einstellung dazu: „Alles wird schlechter, obwohl es früher auch nicht besser war“. Es gibt zwar keine gute alte Zeit aber dafür gibt es auch keine große Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wo soll uns eine solche Denkweise eigentlich hinführen? Nirgendwohin. Eine solche Haltung ist im wahrsten Sinne Aussichts-los. Sie ist letztendlich auch nur eine Art, im Hier und Jetzt zu sein. Keine sehr angenehme.

Alles easy – oder was?

An der Leichtigkeit – am Flow, am Spiel, an Spaß, an Sinnlichkeit und Sinn – führt deshalb kein Weg vorbei, weil alle anderen Tätigkeiten und Einstellungen dem Leben seine Qualität nehmen. Wie finden nun also Selbstlosigkeit und Selbstbestimmung zu einander? Wie finden Freiheit und Verantwortung eine gemeinsame Ausdrucksform? Darf „Gutes tun“ tatsächlich Spaß machen und das „kreative Lösungen für echt große Probleme-Finden“ in Leichtigkeit passieren? Darf man dem Ernst des Lebens lustvoll auf die eisige spiegelglatte Glatze spucken und dem eigenen Antlitz darin eine schön freche Grimasse ziehen? Ja, man darf.

Viele großartige und oft unsichtbare Menschen und Projekte zeigen, wie inspirierende Kreativität selbst festgefahrenes Problemdenken aufbricht oder wie ein echtes Lächeln real bedrohliche Konfliktherde in bereichernde Reibungsfreude umwandelt. Die Haltung, aus der derart wirksame Transformationsakte entstehen kann, ist eine Mischung aus edler Gesinnung (etwas zum Besseren verändern zu wollen) bei gleichzeitigem Mangel an Rechthaberei (den Zwang, etwas erreichen zu müssen loslassen). Die Unaufdringlichkeit jener, solche Transformationen initiierenden Akteure mischt sich idealerweise mit der spontan entstehenden Freiwilligkeit der  zur Transformation eingeladenen Beteiligten. Eine solche, höchst effektive Leichtigkeit in einem anstehenden Veränderungsprozesses zu vermitteln und ihn dadurch gezielt einzuleiten kann Schwerstarbeit sein. Diplomaten wissen um die immense Schwierigkeit, andere so zu bewegen, dass die äußere Form mit selbstverständlicher Leichtigkeit gewahrt und im selben Atemzug im Inneren alte Denkweisen ersetzt oder massive Strukturveränderungen eingeleitet werden können.

You gotta move it, move it

Diese Fähigkeit, unauffällig und freudvoll andere zur weiteren Entwicklung anzuregen, mit einem Blick oder einer Geste Grundsätzliches zu bewegen und so quasi „nebenbei“ das Rad der Evolution am Laufen zu halten, wird selten mit Ruhm und Ehre, Geld oder Karriere belohnt. Diese Art von Erfolg ist kaum messbar, kaum sichtbar, nur spürbar. Es gibt keine institutionalisierten Beobachter jener weisen Akteure, die im Hintergrundrauschen des Alltags mit dem Funken der Verwandlung spielen. Diese Funken verändern Negatives in Optionen und Leid in Erkenntnis. Solche Menschen wandeln fast unsichtbar umher und tippen andere an, so  wie Buddhisten ihre Gebetsrollen am Rotieren halten. Sie bringen stockende Energien in Gedanken, Gefühlen oder auch im Körper ganz unauffällig wieder zum Fließen. Eine Begegnung mit ihnen lässt einen das eigene Zentrum spüren und die eigene Handlungsfähigkeit steigt wieder. Sie machen, dass wir uns fühlen, wie das Titelbild dieses Blogs zeigt: Sie halten uns am Laufen(den). Ein Dank an all jene, die uns derart im Inneren „anstupsen“, die uns selbstlos berühren und bewegen, unsere Welt am Weiterdrehen halten, uns immer wieder ins Fließen bringen! Dieses Wunder geschieht aus jener bewundernswerten Leichtigkeit heraus, die durch Lebenserfahrung erworben wurde. Gerade diese lebensweise Leichtigkeit kann kaum professionalisiert oder gelehrt werden…

Professionelle Helfer und die Leichtigkeit

Denn der Grat ist schmal. Der Grat zwischen selbstloser und zutiefst befriedigender Hilfstätigkeit beim Sein und Werden – und der völligen Selbstaufopferung. Jeder Sozialarbeiter, jede im Gesundheitswesen kennt ihn, diesen gefährlichen Grat zwischen der Hochachtung vor der Aufgabe, andere zu berühren und zu bewegen – und dem Burnout durch Selbstaufgabe. Kennt diese zehrende Hoffnungslosigkeit, die hinter jeder gelungenen Hilfsaktion lauert, weil es zu viele gibt, denen im selben Atemzug nicht geholfen wird. Weil das Leid kein Ende kennt, aber die eigenen Kräfte schon. Die Erwartungen, die Hoffnungen, sind groß, die Realität weit von der Leichtigkeit einer Erfüllung entfernt. Die oben angesprochenen Weisen der Leichtigkeit haben die Hoffnung aufgegeben. Nicht weil sie frustriert oder hoffnungslos wären, sondern weil sie das Leben kennen und nehmen. Deshalb sind sie auch unsichtbar. Sie kompromittieren ihre eigene Einstellung nicht mit der Suche nach Anerkennung. Sie wissen, dass dies kontraproduktiv für das Resultat wäre. Ihre Selbstlosigkeit ist kaum wahrnehmbar, gut versteckt. Mit voller Absicht.

Die Falle der Selbstlosigkeit

Selbstaufgabe zugunsten anderer wird in unserer Zeit und Gesellschaft einerseits als anbetungswürdig verherrlicht. Moderne Märtyrer, Helden von heute. Die konstruktiven Journalisten erzählen gerne von den Mutter Theresas und Nelson Mandelas. Oder ein untragbares, menschenunwürdiges (beispielsweise Gesundheits-)System (siehe unsere Spitäler und deren Arbeitszeiten) fordert die Selbstaufgabe einfach ein. Leichtigkeit hat im offiziellen Berufsleben keinen Wert. Im Gegenteil. Arbeit muss schwer sein, damit sie als Arbeit gilt. Und nicht einmal dann wird sie mit Wertschätzung entlohnt.

Vor allem Frauen ergeben sich darin, ihr Leben in den Dienst anderer zu stellen. Und in einer Zwickmühle aus mangelnder Wertschätzung und niedriger Entlohnung zu landen. Den eigenen Weg zu gehen ist für Frauen immer noch nicht nur schick. Sie würden vielleicht dafür Geld bekommen, aber Wertschätzung? Für die Kinder da sein oder Karriere machen – diese Entscheidung ist viel zu oft nach wie vor ein entweder-oder  bei der jede Seite nur verlieren kann. Geld und Hochachtung fehlen in den meisten „weiblichen“ Berufen – ebenso wie im Muttersein. Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Putzfrauen, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Pflegerinnen, Sexarbeiterinnen. Zweite Reihe, Hilfsdienste, Zulieferer, Wohlfühlbasis, Hintergrundrauschen. Was sind sie der Gesellschaft wirklich wert? Ich weiß, ich provoziere. Allerdings für einen guten Zweck, nämlich um das – vorwiegend weibliche – Rezept „Erfolg durch Selbstaufgabe“ in Frage zu stellen. Geht es denn auch anders? Dieser Frage widmet sich nächste Woche die Success Story No 24: WonderWomen – über Weibliche Wunderwirksamkeit. Samstag, 14.11.2015, 10.00.

Und an dieser Stelle der Gerechtigkeit halber gleich eine Vorschau auf die Success Story No 25: MiracleMen – über das Mirakel im Mann. Am Samstag, 21.11.2015

 

CHAOSRULES

Secret Success Story No 22 – über die Ordnung in der Unordnung

Wie Alles begann und inwiefern Alles immer so kompliziert ist

Am Anfang war das… naja, Nichts eigentlich. Wo keine Zeit, da kein Raum, da keine Materie. Trotzdem waren Alles und Nichts schon mal da. Denn irgendwo muss das Etwas ja herkommen. Schlaue könnten jetzt sagen: Alles ist ja auch ein Wort (soviel zu „Am Anfang war das Wort„, zumindest laut Johannesevangelium). Da (dort, dann) kommt‘s jedenfalls her. Alles und Nichts waren quasi die Zwei Ur-Eltern des bekannten Universums (beide neutral von ihrem Artikel her, interessant). Sie waren zu zweit, so schaut’s nämlich aus. Dennoch Einerlei. Denn vor dem Big Bang ist laut zeitgenössischer Physik vorläufig noch Alles Graue Theorie, also nix is fix. Daher fangen wir mit dem Großen Knall an. Das ist mal ein (oder zwei) Wort(-ö/er)!

Sie sehen’s vielleicht schon: Zu Beginn des heutigen Blog-Beitrags drängt sich ein Haufen Paradoxa in den Vordergrund. Um nicht zu sagen sternenstaubhaufenweise Paradoxa. Denn Alles kam aus dem Nichts. Und Alles ist Nichts. Zumindest damals, am zeitlosen Anfang. Vielleicht (wie gesagt, da ist man sich unter Wissenschaftlern nicht einig, eher mehrfach zweinig, um den Widersprüchen weiter zur Ehre zu verhelfen und inhaltlich ein bisschen Konsistenz zu zeigen). Doch zurück zum Thema: Alles war mal Nichts und als solches wohl noch dazu zu allem Überfluss Eins. Eine Einheit. Ein AllesundNichts. Zwei Nichtse wären ja schon wieder Etwas, aber keinesfalls Alles. Es kann nur Das Nichts und Das Alles geben, wenn man die Grundgesamtheit des Universums betrachtet. Einzahl. Von Paralleluniversen reden wir ja nicht, die müssen ja auch von wo herkommen. Aus anderen All-Nichtsen?

Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist Ihnen inmitten all dieser Verwirrung fast schon aufgefallen, dass wir uns grad ganz hinterlistig, von der Maschekseitn sozusagen, an das Chaos anpirschen. Ich würde mich freuen, wenn Sie es ein bisschen spüren, den Schwindel des Allanfangs, und ihn aushalten, nur um zu sehen, wie es weitergeht. Aber ich will Ihnen nicht zu viel abverlangen. Also bringen wir jetzt ganz im Sinne des Titels mal ein bisschen Ordnung rein in diese paradoxen Wahrheiten (wenn sie denn solche sind): (Ein) Nichts war, dann macht‘s anständig PUFF (zumindest wörtlich, nicht als Explosion, da ist das Wort BANG nämlich missverständlich) und: Alles ist. Schaut doch schon viel besser aus. Die Zeit macht‘s möglich und trennt das vermurkste Chaos in eine schöne und nachvollziehbare Reihenfolge. Aber fragen Sie jetzt bloß nicht warum! So weit sind wir noch nicht. Wir sind wie gesagt erst am Anfang. Alles ist einmal. Winzig klein, zusammengepresst, Sie können getrost sagen „Ein Klumpen Etwas“. Ein immens dichter Punkt. Klingt eigentlich nach einem fundamentalen ersten Statement: „Und Punkt.

Dicht bis zum GehtNichtMehr oder: Warum Alles immer so komplex ist

Sind Sie schon soweit und fragen sich (mich – ja, Wir sind an diesem Punkt Eins, zumindest aus meiner Sicht, die Sie ja grad lesen): „Was hat das denn alles mit mir zu tun??“ oder: „Was hat das Alles denn mit Erfolg zu tun??“ Denn darum geht es ja in diesem Blog, um Erfolg – mal anders.

Na dann kommen wir besser gleich auf den Punkt, nicht war?! Singularität würden die Physiker unter Ihnen an dieser Stelle sagen. Einfach, weil nur Eins. Die Singularität ist unendlich dicht, die arme. Kein Wunder dass sie in ihre Bestandteile zerfällt, vielleicht musste sie sich übergeben. Und Schwupps: da war er, der Erfolg. Es folgt die Entstehung von Raum-Zeit und Materie. So viel Reichtum aus dem Nichts! Wenn das mal kein Megaerfolg ist. Und nach der Dichte folgen Ausdehnung und Abkühlung. Mit anderen Worten: Die Weltherrschaft. Startup Total. Cool. Zu diesem Zeitpunkt ist das Universum noch gehörig undurchsichtig (im wahrsten Sinne des Wortes). Erst mit der Zusammenrottung von Elektronen, Neutronen und Positronen (insgesamt Nukleonen), die ihrerseits größtenteils aus Quarks bestehen, zu Atomen kommt ein bisschen mehr Ordnung rein. Und mit der Ordnung der Durchblick, denn endlich kriegt das Nichts seinen Raum zwischen den Etwassen. Das Zwischendenzeilenlesen wird möglich, weil nicht mehr alles aneinanderpickt. Aus dem Dunklen Einerlein ins Helle Vielerlei. Aus dem Chaos in…. Juhu, die Komplexität! Und damit vom Regen in die Traufe? Denn die kleinsten subatomaren Bestandteile hängen irgendwie zusammen, verleihen durch ihre raumzeitliche Strukturierung und kräftemäßige Koordination unserem sichtbaren Universum seine Gestalt, verhalten sich trotzdem nicht unbedingt stets berechenbar. Ohne in die Untiefen der Beobachterabhängigkeit der Wirklichkeit abzudriften kann man getrost sagen: Die Wahrheit über die Wirklichkeit liegt im Auge des Betrachters. Alles andere ist eine mehr oder weniger gute Theorie über die Wirklichkeit. Je besser die Theorie – will heißen je nachvollziehbarer und überprüfbarer ihre Thesen – desto schöner entfaltet sich das komplexe Gebäude möglicher Zusammenhänge zu einem funktionierenden Großen Ganzen. Uni-Versum. Ein Vers das Ganze – Gott ist Poet. Und mein Latein schlecht.

Da wir wissen, dass es (noch) keine bestätigte Theorie gibt, die alle einzelnen Ordnungskräfte des Alls – quasi alle Sinnzusammenhänge unseres Gedichtes – vereinen könnte, müssen wir uns damit zufriedengeben, dass es sich insgesamt gesehen um ein recht komplexes Alles handelt. Nicht so leicht zu durchschauen, obwohl jetzt in Atomen, später in Sternen und Planeten, schon einmal schöner aufgeräumt. Richtig geräumig das Universum, wo doch vorher so viel allesaufeinmal war! Je mehr Raum desto komplexer, desto ordentlicher. Je mehr Zeit desto komplexer, desto erkennbarer. Weil irgendwann mal wer entsteht, der des Erkennens fähig ist. Und je mehr Durchblick, desto mehr sichtbare Komplexität. Kommt Ihnen das bekannt vor? So schön paradox wie das Leben! Willkommen im Club. Und wir haben noch nicht mal die Frage beantwortet, wie genau sich Alles Undurchsichtige zu Etwas Sichtbarem und noch viel mehr Durchsichtigen zusammenrottet.

Phasenübergänge: Beam us up Scotty!

Ja auf den Punkt zu kommen ist gar nicht so einfach. Wieviel schwerer ist es dann, auf viele Punkte zu kommen? Naja eines stimmt: Es braucht tatsächlich Schwerkraft und noch ein paar andere Kräfte. Alles in Allem verläuft der Bildungsprozess von etwas Ordentlichem (weil aus dem murksigen Dichten Vielen Etwas zunehmend mehr Einheiten sichtbar werden) prozesshaft und sprunghaft in sogenannten Phasenübergängen. Und jetzt endlich kann ich zu meinem Punkt kommen (ich weiß das hat etwas gedauert, aber im Vergleich zu den Zeitmaßstäben des Universums, des Großen einen Gedichts, ist ja alles ein bisschen relativ).

Ich behaupte nämlich, dass erfolgreiche Künstler und Leader (politische, unternehmerische, familiäre,…) besonders gut darin sind, Zeit, Raum und Materie in Übergangsphasen zu verdichten. Außerdem schaffen sie es, Dinge und Betrachter in und über einen Phasenübergang auf die nächste Ordnungsstufe zu heben. Sie schaffen es, aus dem Dunkeln Mischmasch das sichtbare Etwas hervor zu kitzeln. Und sie führen es anderen vor, indem sie sie dabei mitnehmen. Erfolg, weil folgenreich.

Die Kunst als Schöpferin

Künstler machen sichtbar, was unter der Oberfläche schwelt. Sie machen spürbar, was eine Gesellschaft, einen Zeitgeist beschäftigt, noch bevor sie oder er es sich selbst eingesteht oder gar wahrzunehmen vermag. Künstler zeigen des Offensichtliche, das bis dahin noch kaum jemand erkannt hat oder in Form bringen konnte. Sie legen das bereits allseits Offensichtliche auf eine Art und Weise offen, die zu neuen Sichtweisen führt. Sie gestalten den Phasenübergang des Alten zum Neuen aus, sind Reporter des Uferlosen, Grenzgänger im grenzenlos Komplexen. Sie reflektieren den Prozess unseres Werdens, sie sind Spiegelbilder der Abgründe ihrer selbst. Je treffsicherer sie den wunden Punkt, die Ideal-Sehnsucht oder die Realitätswut einer Gesellschafft treffen, desto erfolg-reicher sind sie. Vorausgesetzt, sie werden gesehen, gehört, für wahr genommen. Kunst gießt das Vergängliche ins Zeitlose. Große Künstler überleben den Tod weil ihre Kunst weiterlebt, ihr Wirken sich fortpflanzt. Dieser unaussprechliche Kreationsakt gelingt, indem sie das Paradoxe einer Ausgangssituation (Sie erinnern sich: AllesundNichts in Einem) in Bedeutung auflösen. Eine Bedeutung, die von anderen als erlebte Wirklichkeit empfunden werden kann. Oft interpretieren andere ihre Werke ins nicht Nachvollziehbare hinein. Rezipienten sehen, hören, spüren Aspekte eines Prozesses und eines Ergebnisses, die dem Künstler selbst eher als bloße Notwendigkeit erschienen. Einen solchen Wandlungsprozess auszulösen unterscheidet die Kunst von der Natur.

Sie sehen schon: Ich verehre die Kunst, huldige den Künstler in jedem von uns. Die Kunst-Vollen muten sich, ihr Chaos und ihre Komplexität, ihr Dunkel und ihr Licht, sich selbst und anderen zu. Sie heben das Andere ins Blickfeld. Sie sind anders. Künstler passen sich nicht den Vorstellungen anderer an. Sie bleiben stur beim Dokumentieren der Phasenübergänge einer Gesellschaft, eines Wesens, des Universums, ohne all zu sehr darauf zu achten, ob sie dafür gemocht oder geschätzt werden. Verschrobene Wissenschaftler und nerdige Techniker, alle Arten von hemmungslos durch Alles Mögliche motivierten Innovatoren, die es nicht des Geldes wegen tun, sondern um zu gestalten und zu formen, zu bewegen und zu verändern, sind für mich Künstler.

Die Kunst des Führens

Aus dem Hut eines Standpunkts mehrere Handlungsoptionen zaubern. Das kann die Kunst des Führens. Aus der Lustlosigkeit, dem Frust, der Abwehr oder gar Wut einer Belegschaft, eine Vision, Ziele und Taten zu formen, schafft die Kunst des Führens. Echte Leader sehen die Möglichkeiten in der Krise. Und sie geben inmitten des Chaos und der Dunkelheit Orientierung, spenden Vertrauen, stellen ein Vorbild dar. Klingt irreal in Zeiten wie diesen? Erleben wir derzeit zuviel Veränderung, einen zu starken Phasenübergang, eine zu hohe Komplexität, einfach zuviel des Chaos? Ich hoffe sehr auf das Erscheinen jener Führungs-Kräfte, die unsere Zeit braucht. Menschen, die das scheinbar Unmögliche – das Undurchsichtige, undurchdringlich Komplexe – in Möglichkeit, in Ein-Sicht verwandeln. Ordnung auf einer neuen Ebene herstellen, und so ihrer Berufung folgen. Menschen, die kritische Phasen als notwendigen Teil einer laufenden, weil universalen Entwicklung sehen und die diese Evolution tatkräftig begleiten: Wir brauchen Euch! Und wenn Ihr nicht zu sehen seid, liegt es vielleicht daran, dass es so viele sind, die rund um uns das Beste aus dem Hier und Jetzt zum Besten aller, auch dort und dann, machen? Vielleicht fallen deshalb die Ewiggestrigen so stark auf, weil sie in der Unterzahl sind, befremdlich jene längst als untragbar erkannte Realitätsvorstellungen hernehmen, um dadurch den Veränderungen unserer Welt gerecht zu werden suchen? Was genau tun diese anderen, die nicht Ausschau nach neuen Welten, nach neuem Durchblick, nach der nächsten Seinsstufe – und sei sie nur ein Stück näher am Herzen oder ein Stück tiefer im Geist, sind?

Auch jene, die nicht an den Prozess der Weiterentwicklung, des stetigen Werdens glauben, schaffen Ordnung im Chaos. Nur anders. Oder anders gesagt eher immer gleich.

Selbstähnlichkeit alias sich selbst der nächste sein

Zugegeben: Tradition, Rituale, Regeln und Normen – das Ordnunghalten durch das wiederkehrend Gleiche – machen durchaus Sinn. Sie erleichtern das Zusammenleben indem sie verhindern, dass die Einzelteilchen unserer Gesellschaft derart aneinandergeraten, dass sie sich aufreiben und es zu unnötig hitziger Reibungswärme oder gar explosionsartigen Veränderungsschüben, die oft eine massive Vernichtung ihrer Bestandteile mit sich bringt, kommt. Alles beim Alten zu belassen heißt auch, Ruhephasen und Regeneration gewinnen. Aber immer und ewig more of the same? Das lässt die Evolution nicht zu, da sollen die konservativen Kräfte nur lamentieren und intrigieren, sich versteifen und rechthabenwollen so viel sie können. Das „ordentliche Aufräumen“, das Ordnungmachen in Veränderungsphasen auf Basis der Repetition des Starren, basierend auf dem Strickmuster des Alten, versucht das Gleiche wie bisher oder vielleicht sogar die gute alte Zeit zu reproduzieren. Eine Illusion, an der die Ewiggestrigen gerne festhalten, weil sie Kontrolle über das Chaos suchen. Wenn sie das Ruder von Anfang an gehabt hätten, dann wäre das Universum nicht entstanden, denn in der Stille vor dem Beginn, da war‘s so schön ordentlich. Da gab es nur einen Standpunkt. Den Einen. Und der hat sich nicht in Frage gestellt. Oder doch? Ist er deshalb aus der Einheit mit sich gefallen, zur Vielheit gewachsen? Hm. Am Anfang war… Oh ja, da waren wir schon.

Nix is fix

Controlfreak nennt man jemanden, der versucht alles und jeden mit seiner eigenen Sichtweise und den eigenen Methoden zum eigens ausgeklügelten Ergebnis zu pressen. Nein ich meine nicht Lehrer oder Eltern. Die müssen das Paradoxon von Grenzen-setzen und Horizonte-erweitern meistern. Sie haben genug damit zu tun, dass ihr Klientel so veränderungsfreudig und zugleich formungsresistent ist. Gut so, in der Spannung von Altem und Neuem wächst jene Handlungskompetenz, mit ungeahnten Paradoxa vertrauensvoll und zugleich mutig umzugehen. Respekt an jene Lehrer und Eltern, die den Nachwuchs über diese Phasen hinweg begleiten. Der Nachwuchs wächst sich irgendwann mal aus. Er wächst. Zum Er-wachsenen. Und hier ist es wichtig, dass er weiter wächst, flexibel bleibt, immer neue Ordnung schafft – indem er vorhandene Ordnungen weiter-wachsen lässt.

Alles fließt

Nun ja, es lässt sich nicht verleugnen: Chaos und Ordnung sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, die Ausdehnung von Raum und Zeit, sie alle schauen drauf, dass die prinzipielle Tendenz im Universum in Richtung Unordnung geht. Aber es gibt andere, wirksame Kräfte, Mittel und Wege zu immer neuer Ordnung in der Unordnung. Sogar zu immer neuen Ordnungsebenen, komplexere Ordnungen sozusagen: Physik, Chemie, Biologie, Psychologie, Soziologie – alles Zeichen der sprunghaften Entwicklung komplexer Systeme. Das Schaffen neuer Ordnungen kann auch ohne bewussten Akt geschehen. Die Evolution zeigt, dass Fehler und Krisen, Katastrophen und ganz allgemein „das Chaos“, im Sinne des Zusammenbruchs einer Ordnung, zu neuen Formen der Existenz führen.

Chaos Rules, das ist das Statement der beiden Strömungen des Seins. Alles strebt zur Auflösung. Auf dem Weg dorthin, eigentlich währenddessen, entsteht ganz Erstaunliches: Ordnung. Ordnung und Chaos existieren zugleich, der Widerspruch lebt ganz offensichtlich. Alles und Nichts, Chaos und Ordnung. Menschen, die die Einheit des Paradoxen akzeptieren anstelle das Entweder-Oder zu verteidigen, halte ich für lebensweise. Erfolgreich nach universellen Ausmaßen. Mehr geht nicht. Punkt. Punkte. Und ihr Zwischenraum.

Und jetzt? Was tun im Fluss des All-Einen, wenn alles Sein und Werden zum Vergehen und Neu-Ordnen führt? Enjoying the ride? Oder doch lieber eine hehre,  moralisch-ethisch lobenswerte Aufgabe erfüllen? Geht’s auch anders? Mit der Frage nach dem Loslassen und Seinlassen befasst sich BeMeUp-Der Erfolgsblog nächste Woche: Success Story No 23: Freeflowlettingo – alles easy oder was? Samstag, 07.11.2015, 10.00

DISCOVENTURE

Secret Success Story No 21 – über das Abenteuer des Entdeckens

Der Ruf der Ferne

Manche hören ihn, den Ruf der Ferne. Manche folgen ihm. Vor allem jene ohne Verpflichtungen oder jene, die von Berufs wegen der Ferne verpflichtet sind. Manch andere hören ihn nicht nur nicht, für sie liegt die Ferne gänzlich jenseits ihrer Lebenswelt. Für solche mag schon der angrenzende Bezirk oder auch die Nachbarwohnung zu weit weg wirken, als sie erforschen zu wollen. Dritte wiederum begeben sich in der Ferne in Ressorts, die wie ein besseres Zuhause funktionieren – all inclusive, abzüglich Kochen, Putzen und Kinder – wenn auch das Wetter besser und die Umgebung sowie Shoppinggelegenheiten andere sind.

Die Welt ist ein Dorf

Wo liegt überhaupt die Ferne, jenes fremde und verlockende Abenteuerland, das es zu entdecken gilt, so man denn überhaupt etwas ent-decken möchte? Ist nicht bereits die ganze Welt erschlossen, alle Lebewesen gezählt und katalogisiert, alle Landmassen vermessen? Zugegeben, in der tiefsten Tiefe der Meere gibt es teils noch Unentdecktes, überraschend anders aussehenden Schildkröten werden immer noch neue Namen verliehen.  Ähnlich wie rund um die kleinsten Teilchen der Physik noch ungelüftete Geheimnisse schwirren oder der große Gesamtzusammenhang des Universums, sein Entstehen, sein Enden, seine Enden und die Einheit seines Kräftespiels, noch fehlen. Aber die sichtbare Welt, oberhalb des Meeresspiegels? Da gibt es kaum echtes Neuland zu finden, überall war schon wer, alles ist mehr oder weniger altbekannt. Kann sogar über Satelliten angesteuert und vergrößert werden. In Echtzeit. Scheinbar zumindest erschließt sich uns die ganze Welt auf Knopfdruck. Und das Abenteuer „Expedition“ nimmt heute andere Formen an als noch vor 100 Jahren.

Moderne Entdeckungsreisen

Wir entdecken heute kaum mehr die Ferne, sondern vielmehr unsere eigenen Grenzen. Wir laufen Marathon, biken extrem mountain. Die Generation 50+ und fängt an zu Surfen oder einen Kampfsport auszuüben. Wir entdecken aber nicht nur unsere körperlichen Grenzen – um sie zu erweitern, das Leben zu verlängern, das Unmögliche zum Machbaren zu degradieren. Wir erforschen auch unsere psychischen Weiten und Tiefen mit Hilfe von Therapeuten, wir entdecken unser Verhalten und seine Limits oder Optionen mit Hilfe von Coaches. Wir reisen mit Schamanen zu den Ahnen, oder mit Astrologen zu den Sternen. Und überall finden wir: uns selbst. Oder Aspekte unserer selbst, Splitter unseres eigenen Gesamtzusammenhanges. Wir haben Erfolgserlebnisse, wenn wir uns tränenreich mit unserem inneren Kind versöhnen und wenn wir uns im Rausch des Naturbezwingens unseren Endorphinen ausliefern. Wir haben „Durchbrüche“, wenn wir verstehen, wie wir funktionieren und warum, indem wir unsere Familiengeschichten nicht nur durchleuchten, sondern etwa in systemischen Aufstellungen sogar weit in der Vergangenheit vor uns Vergrabenes am eigenen Körper durchleben.

Wir lernen uns selbst kennen, bereisen die bedrohlich und verlockend unbekannten Flecken unseres Lebens, unseres Wesens, unserer Vergangenheit. Nicht selten mündet die Reise in ein Gefühl der Ernüchterung. Der Weg dorthin, in uns hinein, ist vielleicht spannend, aufregend, intensiv und erlebnisreich. Aber kann das Ziel, sich selbst ein Stück weit besser zu kennen, tatsächlich als Erfolg verbucht werden? Ist die Selbst-Erkenntnis nicht vielmehr Startpunkt und Endpunkt einer jeden Reise? Können wir diesbezüglich überhaupt jemals ans Ziel kommen? Sind die in diesem Bereich wahren Erfolg-Reichen nicht vielmehr die diversen Reiseleiter zum „Ich“, die in den unzähligen Disziplinen ihr Geleit, ihre Landkarten – ihre Versionen moderner Schatzsuche – anbieten? Therapie, Coaching, Training, Ernährungsberatung, Energiearbeit, Feng Shiu – irgendwann hat man dann alles, was einen anspricht, ausprobiert, kennt sich und die Pauschalreisen zur Erkenntnis und zum besseren, runderen Selbst-Erleben gut genug und fragt sich: Und wohin jetzt?

Das Unwirkliche als Neuland

Was haben denn die Außen- und die Innenwelt noch zu bieten, was das Virtuelle nicht besser, schöner, aufregender vermitteln könnte? Wir orientieren uns heute selten am Sonnenstand (außer um zu entscheiden, was wir anziehen oder welcher Freizeitbeschäftigung wir nachgehen). Wir sondieren die Lage der Welt eher am (elektronischen) Zeitungsstand, entdecken in den Digitalen News, was unsere Welt bewegt. Wir bewegen uns selbst in der Welt, ohne uns selbst zu bewegen. Der Screen und seine virtuelle Wirklichkeit – unser Einstiegstor in alternative Realitäten, in denen wir uns und einander oft näher sind, uns intensiver spüren, als im schalen Dunstkreis unserer alten „wirklichen“ raumzeitlichen Umgebung. Erfolg hat, wer viele friends hat. Erfolgreich ist, wer geliked wird. Noch erfolgreicher ist, wer geshared wird.

Virtuell Erfolgreich…

so könnten sich auch jene nennen, die auf ihrem Bankkonto viele Zahlen sehen (ohne Minus davor). Zahlen im Äther der digitalen Welt, Zahlen ohne Realitätsbezug, Zahlen mit denen spekuliert wird – auf den Zusammenbruch von Staaten oder den Hunger der Welt (auch auf Luxusgüter). Zahlen, die man versucht zu vermehren, indem auf die Unwahrscheinlichkeit einer Katastrophe gewettet wird. Denn letztendlich ist Spekulation nichts anderes als eine elaborierte Form, auf das beste „Pferd“ zu setzen. Virtuelles Neuland, auf das sich wetten lässt zu erfinden, ist so ertragreich, wie reale Personen, Institutionen oder Staaten, die man für irgendetwas klagen kann. Am besten auf etwas, das neue oder bisher ungenutzte Rechtslücken ermöglichen, denn dann kann man Sammelklagen veranstalten oder Präzedenzfälle für Folgeklagen schaffen – und es kennt sich niemand damit so richtig aus. Um wirkliche Gerechtigkeit geht es hierbei selten. Profit ist das Wort des virtuellen Erfolges. Von Big Data, Cookies und Apps als Goldesel und das potenziell Eselhafte an uns Usern will ich jetzt gar nicht anfangen…

Im Virtuellen liegt reales Geld. Start up-Millionäre sind die neuen Hoffnungsträger, sie sind der Stoff, aus dem postpostmoderne Heldenstories gemacht sind: Vom Tellerwäscher zum Millionär? Au contraire! Vom Studenten zum Netzwerk-Giganten, zur Suchmaschinen-Legende, zum eShopping-Megalithen. Das Abenteuer im Algorithmus-Land, der Entdecker wird zum Schöpfer ungeahnter Optionen, der nerdige Programmierer der Vergangenheit zum sexy Supermodel der Zukunft.

Das Locken der Sirene

Virtualität oder Wirklichkeit: es gefällt de facto heute dasselbe wie damals. Was wir nicht sind, aber gerne wären. Leute, die tun was sie wollen und gut dabei aussehen? Eher weniger. Eher schon Leute, die durchschnittlich aussehen – so wie wir oder wenn geht etwas weniger attraktiv – und mehr (wörtlich) erreichen als irgendjemand sich auch nur erträumen kann. Hoffentlich tun sie dabei, was sie wollen, öfter aber wahrscheinlich tun sie etwas, das es braucht, um wahr-genommen zu werden. Die wenigsten schaffen das von ganz alleine. Irgendwer Potenter muss auf den Visions-Zug aufspringen und das Ganze in die Verwirklichung hinein finanzieren, damit es abhebt. Was tut ein solcher „Business Angel“ eigentlich? Er sucht, erkennt und füttert diese Hoffnungsträger, die nicht so recht wissen, wie der Hase in der Wirtschaftswildnis unbehelligt hoppelt, ohne zu früh abgeschossen oder von anderen gefressen zu werden. Er trainiert die Rennpferde der Zukunft, bereitet sie auf die Rennbahnen der Gegenwart vor, schützt sie vor Fallstricken und rechnet sich und seinen Investorenfreunden den nächsten Lottosechser und die passende Strategie der Risikostreuung aus. Berechenbare Unberechenbarkeit? Spiele der Erwachsenen! Warum nehmen wir sie bloß so ernst? Was genau ist es, das wir uns und anderen durch virtuelles Gewinnspielen beweisen wollen? Worin besteht der Unterschied zum bloßen Computerspielen? Suchtpotenzial scheinen ja alle Arten virtueller Tätigkeiten zu bieten: Das Geschäftemachen, das Spielen, das Usen

Die Verheißungen des außergewöhnlich Alltäglichen

Ich behaupte, es ist das Machtgefühl, die Welt auf einen Knopfdruck hin verändern zu können. Via youtube Millionen von Leuten erreichen zu können, ohne landläufige Wege wie Expertentum, Reichtum, Heldentum oder irgendein anderes Hervortun beschreiten zu müssen. Eine Parallelwelt, in der jeder digital inhabitant die gleiche Chance hat. Das zeigen uns etwa die unzähligen unsäglichen Katzenclips, die Hundertausende von Malen geliked, geshared und wer-weiss-wie-unendlich-oft angesehen werden. Kein Newswert im klassischen Sinn: nicht neu, nicht prominent, nicht katastrophal, nicht relevant – aber dennoch offenbar weltbewegend, weltumspannend. Infos, die um die (facebook-)Welt gehen. Irgendwie ein Wunder. Das Wunder des außergewöhnlich Alltäglichen. Der schwarze Humor der Realität.

Schön ist, was gefällt

Und am besten gefällt uns das außergewöhnlich überdurchschnittlich Normale. Das „wie es eigentlich sein sollte“: großartig einzigartig, überraschend einfach, das Genie von nebenan, das aber so in der Realität nur selten vorkommt. Wir bewundern das Ideal, das tatsächlich gelebt wird. Der Goldene Schnitt, die Symmetrie, das Ebenmäßige – alles Ausdrucksformen des Schönen. Wie wollen das Schöne entdecken, in uns, in anderen. Es zieht uns magisch an, als wäre sein Anblick, sein Besitz Seinsgrund genug. Schöne Menschen wissen dies, sie können nicht unbemerkt bleiben – sie sind die wandelnde Einladung zu einem Abenteuer, und sei es nur eines im Kopf des Betrachters. Nähe suchen und Besitzen-Wollen: Zeichen der Anziehungskraft der Ästhetik – im Sinne des überdurchschnittlich Durchschnittlichen und daher Schönen.

Der Jagd nach dem Schönen Abenteuer oder dem Schönen Leben gegenüber steht der Schutz, den die Anästhetik, das Nicht-Wahrnehmen, Nicht-Spüren, bietet. Wir schützen uns vor dem Hässlichen, dem Beängstigenden, dem Drohenden und Dunklen, indem wir unsere Sinne desensibilisieren, unsere Wahrnehmung verengen, unser Wahrnehmungsvermögen limitieren. Viele stolpern über die Kunst nichts mitzubekommen, nicht zu empfinden, nicht mitzufühlen, nicht zuzuhören, nicht zu verstehen, nicht zu sehen aus Versehen, ohne dass sie sich bewusst dazu entscheiden. Traumatisierende Erfahrungen werden verdrängt, Altes, scheinbar Sicheres wird zelebriert, hochgehalten , wiederholt – um sich vor dem bedrohlichen Neuen zu schützen. Angst nimmt die Sicht auf Möglichkeiten. Angst und Abenteuer passen nicht zusammen. Hierin liegt der fruchtbare Boden für all die Reiseleiter ins Ich-Land.

Angst essen Seele auf

Um hingegen ins Schlaraffenland zu gelangen, müsste sich die pure Abenteuerlust, der reine Wille nach mehr (anders, weiter, tiefer, höher, bunter) durch den Berg des Risikos fressen. Dieser Berg wird bewacht von der Angst. Die Angst zu verlieren, die Angst zu versagen, die Angst zu vergehen – sie lässt den Berg des Risikos als unerklimmbar, unbezwingbar, unverrückbar erstrahlen. So wirkt der Berg, der uns die Sicht aufs Neuland, aufs Andersland verstellt, zwar sicherheitsspendend altbekannt und vielleicht sogar in seiner Stabilität und Masse ehrfurchtgebietend schön. Aber das nunmehr Unerreichbare dahinter wird zugleich zum Hässlichen verdammt, ins hoffnungslos Ausgeblendete wegradiert. Dies ist ein höchst nützlicher Schutzmechanismus. Angst schafft unbestreitbar Bedrohliches und mögliche Alternativen, auch alternative Sichtweisen werden ausgeblendet, da der Berg des Risikos überlebensgroß erscheint. Es gibt dann nur noch ein Diesseits des Berges. Oder eine Vorstellung vom völligen Jenseits, manifestiert durch das Virtuelle oder auch den Glauben an ein Leben „danach“.

Das gelobte Neuland…

…liegt hingegen Jenseits und Diesseits zugleich. Mit dem Begriff der Aisthetik (geprägt durch z.B. Wolfgang Welsch) eröffnet sich uns letztendlich das Sesamkorn, das sich eben noch als unbezwingbarer Berg getarnt hatte. Und der Tunnelblick stülpt seine Grenzen hinaus, lässt uns eins werden mit dem Berg, führt uns ein ins Abenteuerland. Es sind unsere Sinne, wenn sie nicht überreizt, zugedeckt, eingelullt und abgelenkt werden, die uns die feinen Nuancen jener, dieser stets präsenten Zwischenwelt vermitteln. Es ist die Stille zwischen den Gedanken, die uns die Weite des Universums zugänglich macht. Es ist der Blick in die unendliche Schwärze der Pupille unseres Gegenübers, der uns – hinter jeder Spiegelung unserer selbst – Allverbundenheit erfahren lässt. Das Unwahrscheinliche, das Nochniedagewesene, das Unbeschreibliche, das Abenteuer liegt nicht nur vor unserer Nase. Es liegt viel mehr hinter ihr, zwischen unseren Ohren und sieht durch unsere Augen. Nichts ist so wie es war, wenn wir anfangen zu sehen, wer wir im Sein werden. Welch unvergleichliches Abenteuer!

Und wo führt uns das letztendlich hin? Was ist der Fall, wenn nichts fix ist? Völlige Unsicherheit? Absolute Relativität? Ist das Leben tatsächlich ein unkalkulierbares Risiko? Oder gar komplettes Chaos? Antworten dazu nächste Woche wenn es um Orientierungsfähigkeit, Gestaltungsspielräume und das Etablieren von Strukturen im Chaos geht:

Success Story No 22: Chaosrules – Über die Ordnung in der Unordnung. Samstag, 31.10.2015, 10.00

POSSIDIGGING

Secret Success Story No 20 – über das Suchen und das Finden

Golddigger

Das Große Glück, das Große Geld , der Große Wurf… Wie zieht man bloß das Richtig Große Los? Brauchen wir dazu den Zufall, das Schicksal oder doch das aktive und gesteuerte Zusammenbringen günstiger Umstände? Müssen wir gar andere ausnutzen oder uns auf ihre Kosten bereichern? Mit anderen Worten: Wie müssen wir suchen, dass wir auch tatsächlich finden? Und wie oft ver-suchen wir etwas zu err-reichen und er-finden am Weg dorthin etwas ganz anderes?

Wer suchet der findet…

…soviel steht fest. Wir finden immer irgend etwas. Es ist nur oft nicht, was wir gesucht haben. Vergleichen wir uns kurz mit Trüffelschweinen. Für den Trüffelbauern ist die Trüffel das Ziel, die Große Weiße vielleicht das Ganz Große Glück. Für das Schwein ist die Trüffel ebenfalls das Ziel. Ein Ziel, das es, je perfekter es erreicht wird, umso weniger fressen darf. Wir sind das Trüffelschwein. Wir suchen unsere persönliche Trüffel, unser individuelles Glück. Aber selten sind wir in einer Person zugleich auch der Trüffelbauer. Wir suchen und wir finden vielleicht – aber wir kommen nicht recht in den Genuss der Trüffel. Der Trüffelbauer macht‘s anders. Er kauft sich um das Gefundene Große, was er will oder braucht. Aber ob er das um die Trüffel Erworbene dann auch genießen kann? Vielleicht nicht, denn wer weiß schon, was seine wirkliche, höchstpersönliche „Trüffel“ ist…

Das Ziel, der Weg dahin und der Fruchtgenuß sind offenbar unterschiedliche Aspekte von Erfolgreichsein. Ob uns tatsächlich einer davon glücklich macht steht hier zur Debatte.

Wer findet, der suchet

Wir suchen, wir finden – und dennoch bleiben wir unzufrieden. Unbefriedigt. Finden keinen Frieden. Unabhängig davon, ob wir „es“ gefunden, geschafft, gemeistert haben oder nicht. Denn das Ankommen selbst ist eine Kunst. Dazu müssten wir zunächst einmal wissen, wo wir eigentlich hin wollen – und nicht selten lenken uns Zwischenziele, scheinbare „quick wins“, die oft weder quick noch gewinnbringend sind, vom eigentlichen Herzenswunsch ab. To Do-Listen enthalten meist keine To Be-Visionen

Seine wahre Trüffel zu kennen birgt außerdem Gefahren. Denn Ankommen wäre dann das Ende. Das Ende des Suchens – und ohne Suchen gibt es keine Hoffnung. Ohne Hoffnung aber obsiegt der Zweifel mit seiner Tendenz zu verzweifeln. Denn Zweifler finden erst recht nichts außer noch mehr Grund, sich Fragen zu stellen, sich in Frage zu stellen. Nichts gegen Fragen. Aber Fragen ohne Antworten zu suchen? Probleme ohne Lösungen zu suchen? Hoffnungslose zirkuläre Falle, hoffnungslose menschliche Fälle.

Suchen und Finden, Finden und Suchen – der Prozess als Problem und Lösung, der Weg als das Ziel? Ja schon… aber dann doch nicht wirklich. Denn die Trüffel existiert ja irgendwo, vergraben aber doch. Dort – am Ziel. Irgendwo muss die letztendliche Goldtrüffel verborgen liegen, sie wartet darauf, dass jeder von uns seinen eigenen Weg dorthin findet. Oder doch nicht? Ist vielleicht schon alles verloren, war sie vielleicht niemals da? Willkommen Zweifel!

Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst

Bruce Blythe ist Berater für Krisenmanagement. Er hat‘s gern kompliziert, denn er lebt von richtig schweren Fällen: von Unternehmen, deren Erfolg und Image zu ver-fallen drohen. Von Unternehmen, an denen die Kunden zweifeln und deren Management und Mitarbeiter kurz vorm Ver-Zweifeln stehen. Seien es Umweltkatastrophen, Finanzkrisen oder Rückhol-Dramen, die das Image und die finanzielle Sicherheit dieser Organisationen und Menschen bedrohen. Seine Methode für Führungskräfte, um die eingefahrene Perspektive der Zweifler auf neuen Kurs zu bringen, fasst er in seinen Tipps zum Strategic Crisis Leadership zusammen:

Care.

Take responsibility – even if it is not your fault.

Time the response to problems according to the actual needs.

Be true.

Be visible.

Vielleicht fragen Sie sich an dieser Stelle: „Äh, schön und gut – aber wo ist hier die Trüffel?“ Sind das nicht nur Techniken zur Schadensbegrenzung, zum Schöntun, zum Beruhigen und Hinhalten? Was bringt mir ein solches Verhalten, das sich auf Krisenzeiten bezieht, wo ich doch auf meinem Weg zum Erfolg sein will? Die Antwort ist überraschend einfach: Vertrauen. Denn ist der Erfolg nicht in Sicht, kennen wir unsere Trüffel nicht, so sind wir in der Krise.

In Trüffel we trust

Wobei „Trüffel“ hier als Stellvertreter allen Wünschenswerten dient. Vertrauen ist der Schlüssel zum Erfolg. Aus dem Vertrauen heraus trauen wir uns, jene Schritte zu setzen, die das Erreichen von unseren Zielen letztendlich ermöglichen. Außer Sie glauben an Zufall und Schicksal als einzige Wege zum Ziel, aber dann spielen Sie wahrscheinlich lieber Lotto als diesen Blog zu lesen. Aber zurück zur Möglichkeit der aktiven Selbststeuerung jener Umstände, die Trüffelwachstum und -ernte begünstigen:

Innovation: neue Perspektiven, neue Produkte, neue Ziele, neue Alliierte, neue Prozesse, neue Finanzierung, neue Motivation,…

Durchhaltevermögen: Dranbleiben wenn es eng wird, Widerstand aushalten, Selbstvertrauen aus sich selbst schöpfen

Allianzen: strategische und geistige Partnerschaften und die Synergie von Kompetenzen suchen, finden und – aufrecht er-halten

Handeln: Die Vision der höchsteigenen Trüffel (wodurch erreichen Sie Zu-Frieden-heit?) durch gezielte emotional-strategische Fokussierung ins Reich des Möglichen einladen und zum Bestandteil des Tatsächlichen machen

Passion: ohne Lust, Freude, Leiden-schaft bis hin zur Selbstaufgabe können wir wahrscheinlich auch den Weg zur Trüffel nicht genießen. Die Steine drauf scheinen dann schnell unüberwindbar, die Umwege zu weit, die Entfernung unüberbrückbar

Überlegen Sie, in welche dieser Bereiche Sie mehr Energie stecken könnten und möchten. Mit zunehmender Fokussierung auf diese möglichkeits-eröffnenden Verhaltensweisen steigt die Wahrscheinlichkeit erfolgreich zu trüffeln.

Macht der Gewohnheit

Seien Sie gaaaaanz ehrlich zu sich selbst: Glauben Sie daran, dass Sie irgendwann einmal so richtig erfolgreich sein werden (was auch immer ihre Trüffel tatsächlich sein mag)? Vertrauen Sie darauf, dass Sie schon am Weg dorthin sind? Haben Sie ihre Trüffel vor Augen, riechen sie ihr Aroma, hören sie sie verlockend rufen? Spüren Sie ihre Existenz, ihre Präsenz in Ihrem Leben? Oder hoffen und wünschen Sie noch, dass die Trüffel Sie auserwählt…?

Der Große Schatz Ihres Lebens, Ihre höchstpersönliche Eine Trüffel, sollte Sie unwiderstehlich anziehen wie ein Magnet, Sie süchtig machen, Sie so stark träumen lassen, dass Ihre Realität nicht anders kann als traumhaft zu werden. Die unglaublichen, ungewohnten Möglichkeiten, Ihren Weg zu Ihrer Trüffel zu bereisen und zu vollenden, vibrieren genau hier: im Zwischenraum von Traum und Wirklichkeit. Graben Sie in sich, graben Sie außer sich – vor Freude und Lust, nach Frieden und trotz Frust. Geben Sie nicht auf zu suchen und zu finden. Seien Sie Trüffelbauer, Trüffelschwein und Trüffel in einer Person. Vertrüffeln Sie Ihre Existenz. Machen Sie sich das Trüffeln zur Gewohnheit. Die Trüffel wohnt Ihnen inne. Halten Sie inne. Sie sind die Trüffel.

 

Nächste Woche gibt’s noch mehr über das Entdecken zu entdecken. In Discoventure – über das Abenteuer des Entdeckens. Success Story No 21: Samstag, 24.10.2015, 10.00

FOCUSHIFT

Secret Success Story No 19 – über die Augen des Betrachters

Sehen und gesehen werden

Wir sind, was wir essen. Wie wir wohnen. Was wir lesen. Woher wir kommen. Wie wir uns verhalten. Wie viele Methoden es nicht gibt, um festzustellen wer oder was wir sind! Wenig mehr fasziniert uns Menschen so sehr wie die Geschichten und Spekulationen rund um andere Menschen. Was sie quält, was sie auszeichnet, was sie besser und schlechter als wir selbst machen. Unsere Interessen offenbaren uns als Beziehungswesen, die Wenigsten entscheiden sich tatsächlich und freiwillig fürs Einsiedlertum. Wir lieben Geschichten. Großes Kino, Nahes Fernsehen, Zeitungs-Stories und Soziale Dramen – oder auch das beliebte Soziale Netz-Panoptikum. Wer es zur geschichtsträchtigen Figur schafft, der hat „es“ geschafft. Ja, aber was denn eigentlich? Erfolgreich in aller Munde zu sein? Reicht es, wenn uns Aufmerksamkeit geschenkt wird, egal wofür? Sind in diesem Zusammenhang sogar „only bad news good news“? Selbstmarketing gehört heute zum Karriere-Making fix dazu. Optik und Präsentation, Auftritt und Rhetorik – alles zahlt ein ins Gesamtbild, das andere von uns haben – sollen. Zahlt ein in die Geschichte, die wir uns selbst über uns erzählen und die nicht nur wir, sondern zuallererst die anderen über uns glauben sollen. Wir wollen, dass andere uns sehen, wie wir uns selbst gern sehen würden. Sie sollen bestätigen, was wir uns selbst vielleicht (noch) nicht glauben…

Selbstbild und Fremdbild

Was sehen wir, wenn wir uns selbst betrachten? Welche unserer Stärken und Schwächen (aner)kennen wir? Und wie „recht“ haben wir mit unserer Selbsteinschätzung? Wie viele halten sich selbst für toll, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass dieses Gefühl der „objektiven“ Grundlage entbehrt. Aber: Brauchen wir wirklich einen Grund, um uns toll zu finden?? Könnten wir uns nicht einfach nur für wunderbar halten, simpel weil wir existieren? Irgendetwas hakt bei diesem Gedanken. Das darf nicht sein. Warum eigentlich nicht? Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen – liegen sie denn überhaupt in unserer eigenen Hand? Oder bekommen wir sie von der Kinderstube, dem Erziehungssystem, der Umgebung, sprich: den Anderen auf unseren Weg mit – oder eben nicht mit? Wie viele Erfolg-Reiche kompensieren in ihrem Streben nach äußerlichem Erfolg das tief in ihnen verankerte, teils seit Kindheit genährte Manko an Selbstwertgefühl? Und wäre die Schlussfolgerung korrekt, dass psychisch Gesunde, weil von der Meinung und den Gefühlen anderer Un-Abhängige, gleichzeitig aufhören würden, nach Anerkennung und Erfolgsbestätigung durch die Augen anderer zu streben?

Was sehen andere in uns?

Liegt Erfolg im Auge des Betrachters – und zwar im Auge der Anderen, die uns betrachten? Liegt der gesunde Stolz auf uns selbst in der Hand der Außenwelt, die uns durch ihre, also öffentliche, Akzeptanz zum Beispiel in Form von durch sie verliehene Ehren wie hohe Reputation, vollmundige Titel oder vielzitiertem Expertentum zum Glänzen bringen?

Und was ist mit den verinnerlichten Anderen? Jenen Anderen, die ein integraler Bestandteil unserer Selbst geworden sind und deren Stimmen wir – ohne es zu wollen – in uns sprechen hören. Die Stimmen unserer Vergangenheit, die Wünsche und Werte unserer Eltern, die Normen der Gesellschaft, in der wir aufgewachsen sind? Bestimmen sie nicht alle darüber, wann und unter welchen Umständen wir uns als erfolgreich empfinden dürfen? Wieviel von dieser Fremdbestimmung ist uns überhaupt bewusst und wieviel tragen wir ganz selbstverständlich als einen Teil unseres Selbstbildes und der Ansprüche, die wir an uns stellen, mit und in uns? Wie steht es mit Ihnen: Dürfen Sie sich erst wohl fühlen, wenn Sie etwas geleistet haben? Zugegeben, manchmal schätzen wir uns selbst für unsere Leistungen, auch wenn sie keiner sieht. Aber ist es dann wirklich die eigene Stimme in unserem Kopf, die uns lobt und so zufrieden stimmt – oder nur eine uns zutiefst bekannte Stimme der Vergangenheit, die uns einst gelehrt hat, dass wir uns nach vollbrachter Tat redlich und gerecht wohl in unserer Haut fühlen können.

Sind es nicht auch stets andere, die uns gut für außergewöhnliche Dienste, spektakuläre Leistungen oder wertvolle Produkte bezahlen? Ist es nicht erst der erhaltene Lohn der Mühe, der uns als erfolgreich abstempelt? Und ist es nicht genau dieses Anhäufen von fremdem Geld und Gut, das uns zu Aufsteigern macht? Manchen ist der gesellschaftliche Status, die eigene Größe ja bereits mit der adeligen Abstammung oder dem fetten Erbe in die Wiege gelegt. Macht sie das zugleich auch erfolgreich, oder ist das nur folgenreich oder sind sie vielleicht nur reich (an Geschichte(n) und/oder Geld bzw. Besitz)?

Warum glauben wir daran, dass Selbstwert mit Geldwert oder mittels dem Wert einer guten Geschichte gekauft werden kann?

Die Kristallkugel und das Hell-Sehen

Was sehen wir, wenn wir in die Zukunft blicken? Wir sehen die Konsequenzen unserer Prägung, unserer Erlebnisse, unserer Erfahrungen – entschlüsselt durch den Code unserer gewohnten Interpretationsmuster. Diese sind nicht nur mentaler Natur. Körper und Geist finden im Gehirn zusammen, das limbische System mixt hier noch die Gefühlswelt hinzu. Hormonausschüttungen, die Sättigung mit Mineralstoffen oder anderen Substanzen beeinflussen ebenso wie viele andere Aspekte – etwa muskuläre Körperzustände – massiv, ob wir uns stark oder schwach, gut oder elend, zufrieden oder angespannt fühlen. Das Gefühl erfolgreich, stark, schön, leuchtend, beschenkt etc. zu sein manifestiert sich schlichtweg unter den richtigen inneren, also psychophysischen Zuständen. Diese können allerdings durch äußere Umstände „getriggert“ (ausgelöst) werden.

Wir lieben Geschichten oder Spiele deshalb so sehr, weil wir durch sie in alle möglichen Gefühlszustände tauchen können, ohne die Last der Konsequenzen auf uns nehmen zu müssen. Konsequenzen, die in der Außenwelt Wellen schlagen würden, wenn wir in echt so gewalttätig wie James Bond oder so verantwortungslos wie Onkel Charlie wären. Das vorübergehende Mit-Erleben von fremder Größe, Stärke oder Wahnsinn hat zwar vielleicht nicht direkt etwas mit unserem Selbstbild zu tun. Es beeinflusst uns eher indirekt. Durch das Nachvollziehen anderer Verhaltensmöglichkeiten als den uns eigenen – und durch das klare Spüren des Unterschiedes zwischen beiden – nehmen wir unsere eigene Welt, unser Selbst als heimeliges Zuhause wahr. Vielleicht wünschen wir uns aber manchmal stärker, schneller, klüger, wichtiger, schöner, jünger, geliebter, reicher etc. zu sein. Diese Gefühle können Ansporn für die eigene Entwicklung sein. Oder sie sind eine Quelle, das eigene Selbstwertgefühl im Keim zu ersticken. Und genau diese Wahl treffen wir selbst. Exakt diese Entscheidung, wer wir sind sollten wir auch tatsächlich selbst bestimmen, oder?

Stop!

You’d better stop before you go and break my heart…“ singt Sam Brown in ihrem Song Stop!.

Es gibt die unterschiedlichsten Wege, sich im automatisierten Bewerten, Denken, Fühlen und Handeln aufzuhalten und die eigene Aufmerksamkeit auf neue Wege zu lenken. Eine Verlagerung unseres Fokus verhindert nicht nur, dass wir uns selbst und/oder andere physisch, psychisch oder emotional verletzen. Das bewusste neuerliche Ausrichten des Lichtkegels unserer Wahrnehmung auf andere Stellen eröffnet auch neue Handlungsperspektiven. Der Wechsel unseres Blickfeldes führt uns recht leicht vom Problemdenken, von leidvollen Gefühlen oder schwierigem Verhalten hinaus zu frischen Möglichkeiten und ungeahnten Lösungsansätzen.

Unterschiedliche praktische Methoden können beim Aussteigen aus gewohnten Mustern helfen: Ein Stop! (leise im Kopf gesagt oder laut ausgesprochen), ein echter Schritt weg vom Problem („von der Leitung runter steigen“) getan, eine bestimmte Ankerstelle am Körper gedrückt (die zuvor mit etwa einer positiven emotionalen Konnotation gekoppelt wurde), ein simpler Satz wie „Was ist sonst noch möglich?“, ein lautes oder auch besonders sanftes Musikstück. Es gibt viele Wege hinaus aus dem Problem und hinein ins Unbekannte…

Warum fällt es uns aber so schwer, innezuhalten und unsere bisherige gewohnte Sichtweise von uns selbst und der Welt zu relativieren? Weil wir in diesem Fall oft den Eindruck damit verbinden, wir würden uns selbst verraten, unsere Ansichten, unsere Identität aufgeben. Nicht „zu uns“ stehen. Wir identifizieren uns mit unseren Gewohnheiten. Keine hilfreiche Angewohnheit, wenn es darum geht, andere Wege zum Erfolg zu finden und einzuschlagen. Von der Schatzsuche nach unglaublichen, ungewohnten Möglichkeiten zum Erfolg handelt dann der nächste Blog:

Possidigging – über das Suchen und das Finden. Success Story No 20: Samstag, 17.10.2015, 10.00

INTRASTABILISATION

Secret Success Story No 18 – über die Sicherheit aus dem Inneren

Sicherheit versus Freiheit

Gehen Sie gern auf Nummer Sicher? Ist es Ihnen lieber, kaum Risiko einzugehen und den Weg des geringsten Widerstandes zu verfolgen? Stehen Sie dem Ruf des Abenteuers misstrauisch gegenüber und befürchten Sie ungeahnte Konsequenzen? Dann gehören Sie zu jenen, die das Gefühl von Sicherheit über eine Reduktion von Möglichkeit herstellen. Letztere werden dabei einfach ausgeblendet. Wie tunlichst auch alles, was erschreckt, beängstigt, unangenehm ist. Klimawandel, Finanzkrise, Bildungspolitik (das könnte ewig so weiter gehen)… Auf Nummer Sicher gehen und den Rest ausblenden – beide Strategien gehören zueinander wie die zwei Seiten einer Medaille. Das scheint aber auch hervorragend zu funktionieren. Oder? Was wäre denn überhaupt die Alternative? Zeitung lesen, Nachrichten schauen – und Angst haben? Das Gefühl, nichts ausrichten zu können ist unschön, man fühlt sich so leicht verdammt zur offenbaren Hilflosigkeit. Der Eindruck, vom Schicksal oder den diversen Zeitgeistern ungewollt überrollt zu werden, stellt sich angesichts der Unwägbarkeiten der Welt schnell und übermächtig ein.

Wie genau können wir auf Nummer Sicher gehen, ohne uns dabei im Altbekannten einzuigeln und ohne konsequent im Ausblenden zu bleiben?

Freiheit versus Sicherheit

Oder sind Sie vielleicht ein Optimist? Sehen die Chance im Wandel, sind offen für Neues, begrüßen das Andere, umarmen das Fremde? Entspricht „ Alles wird gut“ Ihrer Überzeugung? Dann haben Sie eine andere Wahl getroffen. Und – leben Sie gut damit? Und vor allem: Wo nehmen Sie die Sicherheit her, dass sich schon alles irgendwie ausgehen wird? Wieviel Vogel-Strauß Haltung ist nötig, um diese Zuversicht aufrecht zu erhalten? Und wieviele gut portionierte tägliche Rationen Guten-Glaubens?

Die Schnecke und das Haus

Lassen Sie mich so fragen: In welcher Methode im Umgang mit dem Wahnsinn der Welt haben Sie es sich gemütlich gemacht? In welcher Haut, durch welchen Panzer, fühlen Sie sich pudelwohl und geschützt, wie Zuhause? In der schimmernden Verheißung des Optimismus, der dicken dunklen Decke des Pessimismus, im bunt-hedonistischen Opportunismus? Sind Sie ein Fan der nüchternen Realität oder kämpfen Sie für hohe Ideale? Sind Sie ein Vertreter der neuen Sachlichkeit oder ein Gentleman (eine gentle woman) der alten Schule? Gleich in welchem Zugang Sie ihre Heimat gewählt haben – er wird Sie dennoch nicht beschützen können. Nicht vor den Übeln der Welt, nicht vor den Zeichen der Zeit. Sehen Sie sich bitte einmal um in Ihrem Zuhause. Es ist hoffentlich ein Ort des Rückzugs und der wohligen Heimeligkeit. Nichts deutet darauf hin, dass er viel mit einem filigranen Schneckenhaus gemein hat. Nur eine selbstgebaute Schutzschicht gegen die harte, kalte oder auch heiße, dürre Seite der Wirklichkeit ist. Aber: Eine wilde Woge, ein unbedachter Schritt und… Knirsch. Bis dahin wähnen wir uns wohl behütet (wohl behüttet).

Ängstlichkeit, Naivität,  Ignoranz – sie alle geben vielleicht vorübergehend funktionierende Mittel ab, sich in Sicherheit zu wiegen. Wir bauen aus ihnen unsere höchsteigenen Schutzmechanismen, welche dadurch, dass sie den Blick auf die Welt verwehren, den inneren Frieden bewahren sollen.

Schutz inmitten des Unkontrollierbaren

Was ist die Alternative zum Wegsehen? Hinsehen und sich mit dem, was wir sehen, einfach abfinden? Fatalismus? Zynismus? Sich stoisch aufrecht halten? Haben wir denn eine große Wahl, was das Vergehen aller Dinge inklusive unserer selbst betrifft? Nein, ich glaube nicht an den unmittelbaren Weltuntergang und daran, sich vorzuhalten dass jeder Tag der letzte sein könnte. Vielmehr bin ich der Meinung „Wir sind die Schnecke und ihr Haus“. Will heißen: Wir sind in der Lage, das weiche Innere und die harte Schale zu einem flexiblen und stabilen Ganzen zu formen. Wir sind wunder-volle Wesen – fähig, romantische Realisten oder geerdete Idealisten, hoffnungsfroh verantwortungsvoll oder umsetzungsstarke Tagträumer zu werden. Bleibt nur noch die Frage, wie wir zu dieser Fähigkeit der Verbindung scheinbar gegensätzlicher Fähigkeiten kommen. Wie können wir uns angesichts der Unsicherheiten dieser Welt, eingedenk des ständigen Wandels sowie der selbstgebauten filigranen Schutzmechanismen diesen beiden Fakten, nämlich der sicheren Vergänglichkeit gegenüber überhaupt jemals wirklich sicher fühlen?

Stabilität im Wandel

Wer kann uns garantieren, dass wir unsere Jobs behalten (bzw. bekommen), unsere Pensionen beziehen, uns den Arzt leisten, überhaupt in Frieden leben oder dass unsere Kinder ein gutes Leben haben werden? Die Politik? Der Staat? Ein Gott? Wer sind diese Wesen(heiten) in der gelebten Wirklichkeit? Innere Ideale, die es mit der äußeren Realität (nicht) aufnehmen können? Worauf vertrauen wir, worauf setzt unsere Gesellschaft, wenn die gewählten Volks-Vertreter oder die gepredigten Heilsversprechen spürbar unglaubwürdiger werden? Wenn wir resistent gegen oder gewöhnt an das Opium fürs Volk geworden sind? Natürlich gibt es hochintelligente und hochmotivierte Politiker oder Priester, von den besten Absichten beseelt und überzeugt, gemeinsam etwas nachhaltig Gutes ausrichten zu können. Die breite Öffentlichkeit wählt jedoch lieber altbewährte Vogel-Strauß-Taktik und Schlaraffenland-Versprechen als die nüchterne Aussicht des gewährleistungslosen Alltags reiner Selbstverantwortung. Doch vor allem in ihr, in der Selbstverantwortung, besteht der Schlüssel zum nachhaltig wirksamen und immer wieder aus dem eigenen Inneren herstellbaren Gefühl der Stabilität.

Niemand kann für andere…

…dafür jeder für sich selbst. Jeder von uns ist seiner inneren Stabilität, seines Sicherheitsgefühls eigener Schmied. Was Staat und Politik, Institutionen und Organisationen, Systeme und Glauben leisten können sind, Rahmenbedingungen zu verbessern, Unterstützungen anzubieten, Hilfestellungen zu geben, Ankerstellen zu schaffen und Orientierungsmarken zu setzen, Schmerztabletten zu verteilen und Ablenkungsmanöver darzubringen. Aber das Gefühl der Sicherheit ist zutiefst Ihr eigenes. Fragen Sie sich: Verfällt die Öffentlichkeit in Panik – fallen Sie mit ihr? Bleiben Sie ein Fels in der Brandung, wenn es rund um Sie herum stürmt? Bewahren Sie im dichtesten Dschungel den Überblick und in der Hitze des Gefechtes einen kühlen Kopf? Wer sind Sie, wenn alles andere außer Kontrolle zu geraten droht oder tatsächlich aus den Fugen gerät? Sind Sie ein Anker für sich – und andere, wenn es darauf ankommt?

Sein und nicht Sein

In letzter Konsequenz werden wir alle eines Tages sterben, unsere Welt wird in die Sonne stürzen, so nicht etwas anderes Katastrophales vorher geschieht. Man könnte also sagen, dass sowieso alles egal ist (siehe die Strategie „Ignoranz“). Man könnte den schönen Schein wahren, die eigenen Schäfchen ins Trockene bringen, das Übel der Welt bekämpfen – und dennoch wird alles eines Tages zum selben Ende führen. Der Weg ist das Ziel meinen Sie an dieser Stelle völlig treffend? Das Sein ein Selbstzweck, das Werden Gegebenheit, das Sterben Notwendigkeit? Welche Haltung verlangt eine derart uferlose Klarheit? Wo kommt die innere und zutiefst als wahrhaftig empfundene Sicherheit trotz der Gewissheit der eigenen Sterblichkeit und ohne äußere Versprechen glauben zu müssen her?

Das Lächeln und der Abgrund

Wollen wir wenig funktionelle Strategien der Stabilisierung verabschieden, so können wir sie effektiv ersetzen, indem wir unsere Aufmerksamkeit auf Gelingendes verschieben:

Schätzen wir echte Menschen und tatsächliche Umstände hoch, statt vergangene und drohende Verluste lautstark zu betrauern oder zu befürchten.

Setzen wir uns aktiv für gelebte Gerechtigkeit ein, statt dem Zorn nachzuhängen, der sich einstellt, wenn wir Ungerechtigkeiten sehen, erleben oder befürchten.

Schützen wir alles, was Freude bereitet, statt Hass und Angst einen Raum zu geben. 

Handeln wir, anstatt zu Sudern.

Lächeln wir im Angesicht des Abgrundes, denn diesseits liegt unsere Lebenswelt, über uns der Himmel, unter uns die Erde.

Wie uns das aktive Verschieben unseres Blickfeldes zu einem erfolgreicheren Leben führt, davon handelt der nächste Blogbeitrag:

Focushift – über die Augen des Betrachters. Success Story No 19: Samstag, 10.10.2015, 10.00

COHERINTERFERENT

Secret Success Story No 17 – über die Allverbundenheit im Zwischenraum

Wissen

Wissen ist Macht. Macht korrumpiert. Korruption öffnet Türen. Türen eröffnen Wege. Wege führen zu einem Meer von Möglichkeiten. Die Möglichkeiten sichern die Überfahrt. Am anderen Ufer angekommen, findet mann/frau Gleichgesinnte. Wie viel Wissen steckt in diesem Kreislauf der Reproduktion von Machtstrukturen? So einiges davon. Nämlich das Wissen, wie der Hase läuft. Soziales Erfolgswissen. Das Wissen um die Do it’s und Don’ts. Wer weiß gewinnt. Wer gewinnt hat Er-Folg. Es folgt, was folgen muss: Wer Erfolg hat weiß, wie es geht. Wer weiß, hat Macht… u.s.w.

Was ist Wissen anderes als die Fähigkeit zur Wiedergabe eines in sich schlüssig funktionierenden Systems?

Ist Wissen etwas anderes als ein show-off der eigenen synaptischen und menschlichen connections, der eigenen Kinderstube, der eigenen Erinnerungsleistung?

In Zeiten des Internets ist das Gesicherte am Wissen sichtbar nur relativ zur Quelle zu genießen. Diese Relativität des „Wahrheitsgehalts“ in Bezug zum Urheber steht der Relativität des „Wahrheitsgehalts“ in Bezug zu den Wünschen des Suchenden/Lesenden in Nichts nach. Wer nur will, weiß (noch) nichts. Wer weiß, hat scheinbar schon gewonnen.

Was aber ist wahres Wissen? Zu wissen, dass wir nichts wissen? Scheint irgendwie zu einfach. Die Frage „Was ist Wahrheit“ lege und lasse ich dieser Stelle naturgemäß offen. Wahrheit liegt im Auge des Betrachters, in der Interpretation von „Fakten“ und in der Intensität des Wunsches nach absoluter Glaubensgewissheit. Wahrheit ist ein Wunsch – oder ein Konzept. Aber das ist nur meine Meinung und muss wirklich nicht Ihrer entsprechen.

Weisheit

Das Wissen um die Herkunft von Weisheit liegt vielleicht eher auf der Hand: Es handelt sich dabei um eine beträchtliche Menge an Erfahrung, präsentiert auf einem Spiegel von Allgemeinbildung, gewürzt mit einer scharfen Prise Selbstreflexion, passiert durch einen zarten Hauch Berührbarkeit, geschüttelt von einer Vielfalt überwundener Lebenskrisen, garniert mit gesunder Distanz zu sich und der Welt und verständnisvoll serviert in exakt jenem Gefäß, das punktgenau die Entwicklungsbedürfnisse des Empfängers – und sei dies man selbst – stimuliert.

Weisheit erkennt die Beschränkungen, die sich jeder selbst auferlegt, inklusive der Existenz eigener Blinder Flecken. Weisheit trägt sich nicht zur Schau. Weisheit wirkt durch die Hintertür, indem sie das Innenleben hinter der Fassade offenbart. Sie macht dabei nicht öffentlich, sondern legt jene, die des Verstehens mächtig sind, sich und einander offen. Weisheit führt die anderen, die nur sich selbst sehen, zum eigentlich Wesentlichen, ohne ihnen die Wahl zu nehmen, sich auf Wunsch lieber weiterhin Ablenkungen hinzugeben zu können.

Weisheit ist mächtig, indem sie keine Macht ausübt.

Weisheit verändert, indem sie das Veränderliche frei legt.

Weisheit stabilisiert, indem sie den Kern des Pudels erfasst.

Weisheit lächelt.

Leichtigkeit und Verantwortung

Die Leichtigkeit der weisen Handlung basiert auf der unleugbaren Verantwortung sich selbst gegenüber. Dennoch trägt der Weise nicht die Steine der anderen. Jedem sein eigenes Kreuz (um in Anlehnung an Monty Python zu sprechen).

Zugleich wirkt Weisheit vorbildhaft, selbst wenn sie Erwartungen täuscht und Hoffnungen sprengt. „Das Richtige“ kann unschön oder wenig heldenhaft daher kommen. Wer weise wirkt, muss aber selbst nicht weise sein. Und wer Weisheit besitzt, muss nicht wirken wollen.  Die Verpflichtung der Verantwortung betrifft die Gerechten, nicht die Weisen. Und die Kämpfer für das Gute reiben ihre Handlungskraft nicht selten überwältigt durch die Last der niemals endenden Aufgabe Tag für Tag etwas weiter ab. Wer will schon alles wissen, wer will schon weise handeln müssen, wenn sich der ganze Aufwand als bloßer Tropfen auf den heißen Stein, als niemals genug, als stets einer Legion von Nichtwilligen gegenüber viel zu ungenügend erweist? Ist Nichtwissen und nicht-weise-Handeln nicht wesentlich erfolgsversprechender? Liegt im Limit nicht die Kraft der Fokussierung?

Die Gnade der Disconnection

Konzentrieren wir uns auf eine Sache, so blenden wir den Rest aus. Tun wir, was vor der Nase liegt, so finden Erledigungen zu ihrem Häkchen. Täglich. Stündlich. Minute für Minute. Ein Leben lang. Hartnäckiges Ausblenden höhlt den größten Brocken an Aufgaben zu einem fragmentierten Fragezeichen des „muss ich wirklich?„. Vielleicht ist ja der hohle Stein der Stein der Weisen?

Lassen wir den Überblick rastlos weiterschweifen, den Weitblick ins Leere laufen, den Einblick im Aktuellen enden – so finden wir die Einfachheit der Abgetrenntheit. Die Überschaubarkeit der eigenen Welt. Die Gewissheit der Kontrolle. Gleichzeitig ignorieren wir die Vielfalt der Existenz, die Komplexität der Zusammenhänge, die Unbestimmtheit von Ursache und Wirkung, die Unberechenbarkeit der Zukunft, die Unerklärlichkeit der Gegenwart. Die Eine Wirklichkeit bewahrt uns vor dem Chaos zwischen Allem und Nichts. Sie verstehen, warum ich meine Bedenken der „Wahrheit“ gegenüber habe.

Das All und die Wissenheit

Können Wissen-Schaften die Welt erklären? Nein. Wissenschaften erklären sich selbst. Und sie erklären uns, wie wir die Welt wahr-nehmen. Sie gestalten mit uns, durch uns, unsere Selbst- und Weltbilder.

Die Kunst hingegen reflektiert das für uns Unsichtbare, unseren Kreationsprozess. Kunst rührt uns durch Unspürbares, verwandelt Unaussprechliches in mehr oder weniger greifbaren Klartext. In der Kunst begegnen einander das Alles und die Wissenheit. Sie halten ein Zwiegespräch, dem Künstler und Rezipient unwillkürlich lauschen. Das Neue, das aus der intuitiven Verbindung von All und Wissenheit erwächst, keimt im Einzelnen und belegt den Zwischenraum vor jeder Bedeutungsverleihung. Deutungshoheit hat, wer wahr-zunehmen  und ans Licht zu holen vermag, was  zuvor unter der Oberfläche schwelte. Doch jede Deutung ist eine Reduktion von Möglichkeit, von unendlicher Verbundenheit, von Potenzial – zu Ein-, oder Zwei- oder vielleicht noch viel Mehr-Deutigkeit.

Der All-Wissende reitet jedoch in der Dichte der Querverbindungen von einem Zwischenraum zum nächsten auf der zeitlosen Welle der – aus unserer Sicht zumindest – unendlich  komplexen Wirklichkeit.

Zeit für eine kleine Zusammenfassung:

Perlen des Wissens,

Meer der Weisheit,

Sich erkennendes Universum der All-Wissenheit.

AlleinSsein

Voraussetzung, sich im EinsSein mit dem All zu erleben, ist die Fähigkeit zur Entgrenzung, zur quasi Ent-Identifizierung von all dem, was oder wer wir zu sein glauben. Das Nicht-Festhalten gibt den Startschuss zur Freiheit der Allverbundenheit.

Wir sind die Synapsen, denen unsere Wirklichkeit entspringt. Je bewusster die Wahrnehmung des Netzwerks selbst, desto tiefer das Wissen um die All-Einheit. Im AlleinSsein vereinen wir Alles und Nichts in uns, wobei es kein Außerhalb mehr gibt. Nichts und Alles existieren tatsächlich zugleich im Raum. Vielleicht gut, vielleicht wahr, vielleicht schön. Aber was tun damit?

Wollen wir Teil des Ganzen sein, unseren Platz im Universum finden, unser Selbst verwirklichen, ungehemmt Leben und ungehindert Sein – dann empfiehlt sich der Zustand des AlleinSseins durchaus als der rote Faden der Erfahrung wie auch als letztendliches Entwicklungsziel.

Er-, Nein: Wir-Leuchtung

Was oder wer ist eigentlich wirklich er-leuchtet? Anders gefragt: Wer oder was kann das überhaupt beurteilen? Ich wage zu behaupten, dass Urteilen und Erleuchten sich wie zwei Pole zueinander verhalten. Das eine schließt das andere aus. Und dennoch sind sie miteinander verbunden. Denn in der Allverbundenheit hat alles einen Platz – einen vorübergehenden – im Prozess des Werdens, Seins und Vergehens. Wie sagte Klaus Kinsky so schön in einem seiner Filme: „Ich bin in der Überzahl“ (oder so ähnlich). Wir sind Eins. In dieser Erkenntnis, die nichts mit Wissen, wenig mit Weisheit und viel mit Wahr-Nehmung zu tun hat, liegt vielleicht der Schlüssel für ein erfolgreiches globales Miteinander. Wirklich neu ist diese Erkenntnis nicht. Nur das Wissen alleine reicht eben nicht. Weises Handeln und wahrhaftiges Wir-sind-Eins-Gefühl: er-/wir-leuchte unseren Weg!

Sollen Sie  bis hierher gelesen haben: Hut ab. Dankeschön. Selten lasse ich meinen Gedanken derart freien Lauf. Sie können mich für ver-rückt halten, das ist mehr als ok. Sie können sich zutiefst irritiert fühlen, das wirkt fast noch besser. Denn in der Irritation liegt der Keim eines jeden Wandlungsprozesses. Mitten in der Destabilisierung manifestiert sich die Aufforderung zum Reorganisieren, zum Un-Abhängig werden von Vorannahmen und äußeren Bedingungen der inneren Sicherheit. Sollten Sie es bis hierher geschafft haben, könnte Sie das Thema der nächsten Woche anziehen wie ein schwarzes Loch –  es lockt unnachgiebig, unausweichlich, letztendlich und durchaus beängstigend die Essenz der Transformation:

Instrastabiliation – über die Sicherheit aus dem Inneren. Success Story No 18: Samstag, 03.10.2015, 10.00