Special Screen Script 8: PRINZ ODER FROSCH?

Verlieben ist einfach, doch was danach kommt…

…ist mitunter mehr als ernüchternd. Auf den Rausch der Sinne, auf den Höhenflug des Verliebtseins folgt nur allzu oft der tiefe Fall. Wie schön wäre es, wenn wir das vermeiden könnten! Ein Grund für das immer wieder einsetzende schale Gefühl der Enttäuschung ist die Annahme, dass wir bis in alle Ewigkeit so intensiv verliebt sind und glücklich bleiben. Gegen diese verführerische und hoffnungsgeladene Selbsttäuschung hilft, offenen Auges anzuerkennen, dass die erste Verliebtheitsphase garantiert einmal zu Ende geht. Und zwar nach durchschnittlich 6 Monaten bis etwa 1,5 Jahren. Die Hormonstürme flauen langsam ab und der Alltag kehrt statt dessen Stück für Stück ein. Jetzt lernen wir den anderen und auch uns selbst in dieser Beziehung genauer kennen, und alle Macken und Eigenarten treten vor allem in Stresssituationen deutlich hervor. Niemand kann sich auf Dauer von seiner Schokoladenseite zeigen. Doch damit kommen neue Herausforderungen auf die Beziehung zu. Um Enttäuschungen vorzubeugen, schauen Sie sich am besten so früh wie möglich die häufigsten Verursacher von späteren Schwierigkeiten an.

Achten Sie auf die 5 Beziehungskiller

  1. Der Egofaktor: Wenn Ihr Partner nur auf sich selbst schaut, auf seine Hobbies, seine Freunde, seinen Beruf etc. dann sollte Ihnen klar sein, dass Sie keine zentrale Rolle im Leben des anderen spielen und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nie spielen werden
  2. Die Unsicherheitsfaktor: Wenn fehlendes Commitment Ihres Partners ein ständiges Zweifeln und Grübeln erzeugt und Sie sich einfach nicht sicher sind, ob die Beziehung jemals „etwas wird“. Auch Überlebensnöte wie finanzielle und berufliche Sorgen können eine Beziehung massiv belasten
  3. Der Familienfaktor: Wenn das Miteinander zum Tauziehen wird. Wer macht hauptsächlich den Haushalt? Wer kümmert sich ständig um die Kinder? Wie sehr mischt sich die Schwiegerfamilie ein? Gibt es eine verfahrene Patchworksituation? All das kann frustrieren und zum nächsten Punkt führen:
  4. Der Unlustfaktor: Wenn das Liebesleben, die Lebenslust und das Lustige mit der Zeit unter die Räder kommen. Wenn im stressigen Alltag keine Zeit mehr für die Liebe oder für die traute Zweisamkeit bleibt
  5. Der Vertrauensfaktor: Wenn sich herausstellt, dass Treue, Gleichwertigkeit und Offenheit nicht von beiden gleich verstanden werden. Also wenn einer fremdgeht, ein Parallelleben führt, sich verstellt, den anderen nicht akzeptiert oder als gleichwertig anerkennt. All dies kann uns zutiefst enttäuschen.

Erkennen Sie die ersten Anzeichen für Beziehungskiller schon frühzeitig, so können Sie aktiv damit umgehen, gegensteuern oder Ihre Grenzen ziehen und werden nicht erst im Nachhinein ent-täuscht! Dadurch wird es (selbst im Falle vergangener negativer Erfahrungen) möglich, mit offenen Augen und offenem Herzen das Verliebtsein gleich doppelt zu genießen.

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehen: 

http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13973770/Beziehungsweise-in-Oesterreich-mit-Nana-Walzer/14285092

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Special Screen Script 7: EIN FREUND, EIN GUTER FREUND

Was echte Freundschaft auszeichnet…

…zeigt sich oft erst mit der Zeit. Selbst gute Bekanntschaften kommen und gehen, so manche ehemalige Freundschaft verläuft sich im Sand. Andere Menschen wiederum enttäuschen uns unvermutet und mitunter gerade dann, wenn wir sie am nötigsten in unserer Nähe bräuchten. Wie hilfreich wäre es, schon bei Zeiten feststellen zu können, ob jemand das Potenzial dazu hat, ein echter Freund, eine echte Freundin zu sein?

In der Tat gibt es sie, die

7 Anzeichen für echte Freundschaft*

  1. Wohlfühlen: Mit einer guten Freundin fühlen Sie sich einfach wohl. Sie akzeptiert Sie, so wie Sie sind. Sie sieht und schätzt Ihre Stärken, sie kennt Ihre Schwächen – und mag Sie trotzdem
  2. Wahrhaftigkeit: Ein echter Freund sagt Ihnen die Wahrheit, so wie er sie sieht. Das ist manchmal nicht angenehm. Aber er tut es aus einem Wohlwollen heraus und nicht, um Ihnen wehzutun
  3. Wertschätzung: Eine gute Freundin zeigt Ihnen ihre Zuneigung. Durch Komplimente, Wohlwollen, Interesse. Sie stärkt Ihr Selbstvertrauen und bringt das Beste in Ihnen zum Vorschein
  4. Aufmerksamkeit: Ein wahrer Freund ist offen für Sie, Ihre Ideen, Probleme und Interessen. Er hört zu und fragt nach. Und merkt sich, was Ihnen wichtig ist
  5. Verbundenheit: Eine echte Freundin bleibt. Und zwar lebenslang. Auch wenn Sie einander nur selten sehen, fühlen Sie sich verbunden. Und wenn Sie sich dann vielleicht erst nach Jahren wiedersehen, so ist es, als wäre keine Zeit vergangen
  6. Mitfreude: Wahre Freunde fühlen mit. In guten wie in schlechten Zeiten. In guten freuen sie sich mit, in schlechten unterstützen sie
  7. Humor: Mit einem Freund können Sie einfach lockerlassen und auch über die schwierigen Seiten des Lebens lachen

Viele dieser Punkte stellen sich natürlich erst nach einer gewissen Zeit heraus. Zeit, die nötig ist, um beidseitiges Vertrauen aufzubauen. Nicht umsonst gewinnen viele Menschen ihre besten FreundInnen schon in der Schulzeit. Damals verbrachten sie jahrelang fast jeden Tag miteinander – gingen gemeinsam durch dick und dünn, teilten die schwierigsten und schönsten Erlebnisse, ertrugen die langweiligen und genossen die aufregenden Momente dieser intensiven Lebensphase zusammen.

Lernen wir einander erst im Erwachsenenalter kennen, so braucht es vor allem auch die „Reibungsphasen“, in denen und durch die beide einander erst so richtig gut kennen lernen können. Bleiben die FreundInnen dann trotz aller „Hitze des Gefechts“  für einander offen, dann werden ihnen ihre individuellen Grenzen, Werte und Ansichten nicht nur klar. Vielmehr werden ihnen durch die intensive Auseinandersetzung miteinander in Form von vielen Gesprächen die Eigenarten des anderen aus ihrer jeweiligen Lebensgeschichte heraus nachvollziehbar. Ähnlichkeiten und Andersartiges kann so an die Oberfläche gelangen und gesehen werden. In diesem Prozess lernen sich die FreundInnen gegenseitig aber auch selbst besser kennen. So wird eine präzise(re) gegenseitige Einschätzung möglich, auf deren Basis sich das Gefühl von Vertrautheit und Verlässlichkeit entwickeln kann. Nähe zu sich und zum anderen kann aufgebaut werden.

Zu Beginn einer Bekanntschaft achten Sie am besten darauf, dass Sie miteinander eine gute Zeit haben, dass sich beide zeigen können, wie sie sind, sowie dass Sie sich gegenseitig schätzen und echtes Interesse am Leben des anderen zeigen.

  • im Text werden „Freundin“ und „Freund“ der Lesbarkeit halber abwechselnd und jeweils synonym für das andere Geschlecht verwendet

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehen: 

http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13972896/Beziehungsweise-in-Oesterreich/14281571

Special Screen Script 6: BEZIEHUNGSFORMEN & BEZIEHUNGSFALLEN

Warum es manchmal einfach nicht klappen will

Eine Möglichkeit, warum Menschen auf Dauer (also nach der ersten Zeit der Verliebtheit) nicht miteinander können, sind zu große Unterschiede in den Erwartungen, Vorstellungen und Bedürfnisse. Um diese auseinanderklaffenden Differenzen schnell erkennen zu können, hilft es, sich möglichst bald in der werdenden Beziehung Klarheit darüber zu verschaffen. Fragen Sie sich selbst und den anderen, welche der 3 Beziehungsformen Sie beide sich vorrangig wünschen. So können Sie erkennen, ob sich Ihre Vorstellungen decken. Stellen Sie sich dazu die folgenden Fragen:

Wollen Sie mit Ihren Partner vor Allem den Alltag meistern, wollen Sie hauptsächlich Ihre Bedürfnisse stillen oder wollen Sie sich aneinander und miteinander weiterentwickeln?

Eine Beziehung, die auf gemeinsamen Zukunftsvorstellungen und dem gemeinsamen Funktionieren in der Welt beruht, ist eine Funktionsgemeinschaft. Sie suchen dann vielleicht die Mutter/den Vater ihrer zukünftigen Kinder, wollen eine Familie aufbauen, „Haus und Hund“ oder auch nur ein gesichertes und funktionierendes tägliches Leben miteinander teilen.

Wenn Sie viel mehr die schönen Seiten des Lebens mit einem Partner teilen wollen, also etwa gemeinsam Essen, Trinken, Spaß haben, Unterhaltung, Kunst, Kultur, Reisen, Sex etc. genießen möchten, dann suchen Sie so etwas wie einen Spielgefährten fürs Leben. Dies ist eine Bedürfnisgemeinschaft, weil vorrangig gemeinsam körperliche, emotionale und geistige Bedürfnisse gestillt werden.

Wollen Sie vielleicht alles das, aber im Grunde noch viel mehr: miteinander durch Dick und Dünn gehen, das Abenteuer „Leben“ gemeinsam erleben, sich selbst dabei verändern und zugleich miteinander wachsen? Dann suchen Sie eine Entwicklungsgemeinschaft. Hier werden etwa Streit und Spannung zum aneinander Lernen genutzt. Das braucht viel Reflexion und den Willen zur Auseinandersetzung. Manchen Menschen ist aber genau das, dieses gemeinsame Auseinandersetzen mit dem Beziehungsleben, das „Darüber-Reden“ und auch das eigene Selbstreflektieren ein Gräuel…

Hier nochmals die 3 Beziehungsformen im Überblick:

  1. Eine Funktionsgemeinschaft (Alltag teilen)
  2. Eine Bedürfnisgemeinschaft (Bedürfnissen stillen)
  3. Eine Entwicklungsgemeinschaft (sich selbst und miteinander weiterentwickeln)

Stellen Sie fest, welche Form von Beziehung Sie selbst vorranging wollen bzw. in welchem Mischungsverhältnis der drei Formen eine Beziehung für Sie so gut passt, damit sie diese als erfüllend empfinden. Dann können Sie leicht und rechtzeitig verstehen, warum ein anderer nicht, noch nicht – oder vielleicht auch nicht mehr – zu Ihnen passt.

 

Special Screen Script 5: KANN DENN ARBEIT SÜNDE SEIN?

Liebe am Arbeitsplatz

Viele Menschen „erwischt es“ im Arbeitsumfeld – sie stellen sich dann Fragen wie: „Zwischen meiner Kollegin und mir funkt es ganz schön. Ich weiß aber nicht ob es wirklich sinnvoll ist, ein Verhältnis mit ihr zu beginnen. Worauf muss ich dabei achten?“ 

Statistiken gemäß verliebt sich jeder Dritte irgendwann mal in einen Kollegen oder eine Kollegin – und etwa jede vierte Beziehung beginnt tatsächlich am Arbeitsplatz. Vieles spricht dafür, einiges dagegen.

Folgende 3 Punkte sollten Sie sich gut überlegen, bevor Sie zur Tat schreiten:

  1. Beziehungsform: Zunächst gehört geklärt, ob Sie eine Affäre oder eine Beziehung anpeilen. Affären leben vom Reiz des geteilten Geheimnisses, können aber zu Schwierigkeiten führen, wenn einer von beiden mehr will. Diese Konflikte können sich dann auf das Arbeitsumfeld ausbreiten und für schlechte Stimmung sorgen oder die Belegschaft spalten (wer hält zu wem?).
  2. Hierarchie: Wenn Sie etwas mit einer Kollegin anfangen, kein Problem. Aber mit einer/m Vorgesetzten oder mit jemandem, der Ihnen unterstellt ist, kann es schwierig werden. In der Firma könnte es sich herumsprechen, es können Gerüchte auftauchen, dass Sie begünstigt werden oder ihre Freundin/ihren Freund bevorzugen. Auch die worst case-Szenarien sehen unschön aus: Sie könnten als Untergebene/r in ein ungewolltes Abhängigkeitsverhältnis geraten oder als Vorgesetzte/r wegen sexueller Belästigung verklagt werden.
  3. Recht: In Österreich ist es rein rechtlich gesehen kein Problem, in der Arbeit ein sexuelles Verhältnis zu beginnen. Arbeitsrechtlich darf ein Dienstgeber die Beziehung zwischen Mitarbeitern jedenfalls nicht verbieten. Manchmal müssen Partner aber den Firmenvorschriften gemäß die Abteilungen wechseln. Natürlich darf die Arbeitsleistung und Professionalität nicht leiden. Man sollte auch Privates von Beruflichem strikt trennen. Alles Intime sollte ebenfalls in der Öffentlichkeit unterlassen werden: also kein Händchenhalten, Küssen oder Streiten im Büro.

In jedem Fall sollten Sie vermeiden, Liebesgeheimnisse und Intimitäten oder gar Beziehungsfrust in der Firma loszuwerden, denn das kann nicht nur die Beziehung, Sie selbst oder Ihren Partner, sondern letztlich Ihr gesamtes Arbeitsumfeld stark irritieren.

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehen: http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13970441/Liebe-am-Arbeitsplatz/14269480 

Special Screen Script 4: FREUNDSCHAFT PLUS

Zweisamkeit mal anders: Kann das gut gehen?

Wer mehr will als eine bloß platonische Freundschaft, der fragt sich vielleicht, ob das Beziehungskonzept „Freundschaft plus“ nicht eine Option wäre. Dazu sollte uns bewusst sein, dass Freundschaft plus nach ganz anderen Spielregeln verläuft als die üblichen Paarbeziehungsformen.

Als klassisches „Paar“ ist man nämlich meistens der gegenseitigen Treue verpflichtet. Bei reinen Freunden hingegen fehlt die körperliche Komponente, kurz gesagt: der Sex. Aus diesen Unterschieden zwischen dem weit verbreiteten Paarbeziehungsmodell und der Freundschaft plus ergeben sich dann auch die folgenden Schwierigkeiten im Alltag:

Die 3 größten Herausforderungen für das Beziehungsmodell „Freundschaft plus“

  1. Keine Gefühle: Hormonrausch: ja bitte – Liebe: nein danke. Dabei sind diese beiden sehr intensiven Gefühlswelten nicht immer leicht auseinander zu halten und können schnell verwechselt werden. Was der eine dann als „einfach nur angenehm“ empfindet, kann für den anderen schon „mehr“ bedeuten. Wer sich auf Freundschaft plus geeinigt hat, der hat zudem kein Recht auf Exklusivität. Das heißt, beide können sich auch mit anderen treffen und sollten das auch ganz offen einander mitteilen (können). Jeder kann nach Lust und Laune tun, wonach ihm oder ihr ist – keiner ist dem anderen  verpflichtet. Eine solche Offenheit und das Teilen des anderen mit unbekannt vielen Dritten, Vierten etc. hält nicht jeder aus. Eifersucht oder jeglicher Erwartungsdruck (wie etwa, dass man sich bald wieder sieht), sind tabu.
  2. Keine Zukunftsplanung: Die Chancen stehen verschwindend gering, dass eine gemeinsame Wohnung, eine gemeinsame Familie, ein gemeinsames Leben irgendwann mal angedacht, geschweige denn verwirklicht werden. Das kann im Moment vielleicht passend sein, kann auf Dauer aber „zu wenig“ werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer von beiden irgendwann einmal eine stabile Zweierbeziehung führen möchte, ist groß – und dann kommt die unberechenbare Zeit „danach“: Können beide einfach wieder „nur“ Freunde sein? Gibt es ein „zurück“?
  3. Kein gemeinsames Auftreten: Im Freundeskreis und in der Öffentlichkeit bleiben Sie immer nur „gute Freunde“. Für die anderen sind beide Singles, aktive natürlich, aber dennoch. Auch typische Paaraktivitäten, wie ein romantisches Dinner zum Valentinstag, werden Sie voraussichtlich nicht machen. Oder eher scherzhaft bestreiten. Kann auch Spaß machen. Oder doch Hoffnungen schüren?

Wenn man sich diese drei Herausforderungen ansieht so wird eines klar: Freundschaft Plus ist für jene gut geeignet, die tatsächlich keine ernsthafte Partnerschaft suchen oder eingehen wollen. Sie kann eine Zeit lang gut funktionieren. Das Risiko, dass einer der beiden irgendwann „mehr“ möchte ist aber durchaus gegeben. Und bei einer etwaigen Enttäuschung kann auch die Freundschaft gefährdet sein…

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehenhttp://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13969425/Talk-mit-Kommunikationsexpertin-Nana-Walzer/14263694

 

 

Special Screen Script 3: WAHRE LIEBE?

Woran man den Partner fürs Leben erkennen kann 

Ob Sie Ihre Wonderwoman oder Ihren Superman gefunden haben zeigen Ihnen die folgenden sieben klar erkennbare Signale!

DIE 7 V – KENNZEICHEN DER GROßEN LIEBE
1. Verbundenheit: erkennbar etwa im gegenseitigen direkten, offenen und tiefen Augenkontakt – bei dem keiner von beiden etwas anderes will, als einander in Verbundenheit zu spüren
2. Verstehen: wissen, wer man selbst ist und was man will – wissen, wer der andere ist und was er/sie will – Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrnehmen, zulassen und annehmen
3. Vertrauen: den Entscheidungen des anderen vertrauen, darauf vertrauen, dass ihr einander nur Gutes wollt und selbst im Konfliktfall einen Weg findet
4. Verlangen: Körperliche Anziehung, die auf Gegenseitigkeit beruht, ein beidseitig erfüllendes Liebesleben
5. Verantwortung: beide Seiten sind willens und im Stande, für die eigenen Gefühle, die eigenen Bedürfnisse, das eigene Leben und für das Wohl der gemeinsamen Zukunft Sorge zu tragen
6. Vorstellungen: Ähnliche Werte und Prioritäten, Interessen und Einstellungen sowie Vorstellungen vom Alltag und der gemeinsamen Zukunft sichern, dass auch in schwierigen Zeiten am selben Strang gezogen werden kann
7. Nicht Verstellen: So sein, wie man ist und einander gegenseitig klar sehen und akzeptieren. Wer dem anderen helfen will sich zu verändern, der kann Vorschläge machen und unterstützen – aber er sollte keine Bedingungen stellen. Wer den anderen nicht nehmen kann, wie er ist, also mit seinen Schwächen und Macken, der erweist sich selbst als nicht der/die Richtige für den anderen…

Einen wichtigen Punkt gilt es dabei zu beachten: Viele Menschen haben sich mit der Zeit an das Suchen und Finden, an das Kosten und Probieren im Beziehungsleben gewöhnt. Sie sind gar nicht bereit, ihre (Beziehungs-)Reise aufzugeben und endgültig bei einem Partner anzukommen. Damit stellt sich die vielleicht wichtigsten Frage von allen: Sind Sie selbst denn überhaupt bereit der oder die „Eine“ für Ihr Gegenüber zu sein?

Und trotz aller guter Vorzeichen können sich Menschen und Umstände mit der Zeit auch verändern, sodass eine Neuausrichtung innerhalb unserer selbst, im Umgang miteinander oder in Bezug auf unser Verhältnis zur Umwelt (denken wir da etwa an die Arbeitswelt und Familienverbände) notwendig wird. Erst an diesen Bruchstellen des eigenen Lebensweges und der partnerschaftlichen Lebensgeschichte beweist sich, ob eine Beziehung halten kann, was zunächst unter besten Vorzeichen begonnen hat …

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehenhttp://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13968373/Beziehungsweise-mit-Kommunikationstrainerin-Nana-Walzer/14258097

Special Screen Script 2: SO geht anders!

Viel zu oft stehen wir uns nicht nur selbst im Weg. Wir bereiten uns auch gegenseitig eine Menge Kopfzerbrechen und Herzleid. Wenn es uns Menschen gelänge, mit unterschiedlichen Sichtweisen sozialverträglich umzugehen, wäre die Welt definitiv ein besserer Ort. Aber warum fällt es so schwer, gut miteinander umzugehen, wenn wir anderer Meinung sind? Worüber streiten wir besonders gern und oft – meist lautstark und voll unangenehmer Emotionen? Welche Verhaltensweisen sind eigentlich sinnlos, obwohl sie uns nahezu tagtäglich begleiten? Und vor allem: (Wie) Geht es auch anders?

Der Beitrag „Streit oder Diskussion?“ wurde am 27.02.2018 auf ORF 2 in „Mittag in Österreich“ ausgestrahlt: http://tvthek.orf.at/profile/Mittag-in-Oesterreich/13887636/Mittag-in-Oesterreich/13967537/Nana-Walzer-Kommunikationsexpertin-Streit-oder-Diskussion/14253276

Und für alle, die das Zeitfenster der TV-Thek verpasst haben oder die gleich lieber nachlesen:

Worüber streiten wir uns, wenn nicht um des Kaisers Bart?

Gründe für Konflikte gibt es scheinbar wie Sand am Meer, aber eigentlich sind es nur drei Bereiche, die uns schnell einmal aufregen: Wir streiten uns besonders gern, wenn es um Unterschiede in den Bedürfnissen, Wünschen, Erwartungen und Zielsetzungen zwischen zwei Menschen oder Menschengruppen geht. „Wer bekommt, was er will?“ lautet bei diesen Konflikten die Grundfrage.

Zweitens sind wir vielfach über die Methoden, also über den besten Weg zu einem gewissen Ziel zu kommen, uneins. Hier kommen unsere Einstellungen und Werte ins Spiel: Was empfinden wir als fair und was als unfair? Wie definieren wir richtig und falsch? Welches Vorgehen funktioniert am allerbesten? Welche möglicherweise untragbaren Konsequenzen können im Zuge einer Entscheidung entstehen? Unsere unterschiedlichen Erfahrungen und Prägungen liefern uns den Hintergrund für weit auseinanderklaffende Ansichten. Leider sind an sie individuelle Hoffnungen und Ängste geknüpft, die einem selbst oft selbstverständlich erscheinen, aber für andere nur schwer nachzuvollziehen sind – vor allem dann, wenn diese darunterliegenden Gefühle nicht ausgesprochen werden. Solche divergierenden Ausgangspositionen verleiten uns dazu, mitunter heftig am eigentlichen Thema vorbei zu streiten. Oft würde es an der Stelle darum gehen, angehört und in den eigenen Sichtweisen und Empfindungen anerkannt zu werden. Dann erst kann der Inhalt wieder in den Mittelpunkt rücken.

Und zu guter Letzt sind es auseinanderdriftende Prioritäten oder Hierarchien, die Differenzen verursachen. Dem einen ist etwa die Beziehung wichtiger, dem anderen die Arbeit. Einem die Familienzeit, anderen die Freizeit alleine oder mit Freunden. Und wer wo in der Hackordnung steht, das ist ein Thema, das wohl die meisten in Beziehungen aller Art, sei es in der Familie oder der Arbeit, auf Trab hält. Wer darf entscheiden? Wer kann wem etwas anschaffen? Wer muss gehorchen und darf nicht mitreden?

All diese Themen lassen sich gar nicht so einfach ruhig diskutieren und verleiten uns leicht zum miteinander Streiten.

Worin liegt der Unterschied zwischen einem Streit und einer Diskussion?

Beim Streiten kochen die Gefühle leicht einmal über oder es wird schnell untergriffig. Wir fühlen uns vom anderen angegriffen, abgewertet oder ignoriert. Das Resultat ist, dass wir „aus der Haut“ fahren, „rot sehen“, uns aggressiv oder defensiv verhalten.

Beim Diskutieren stehen es aber weniger die Gefühle, weniger die eigene Stellung als Person oder das Selbstwertgefühl der Beteiligten im Zentrum. Vielmehr geht es in einer Diskussion ums recht(er) haben auf Basis des besseren Arguments.

Was macht eine gepflegte Diskussion aus?

Wer nicht nur streiten kann, sondern zu diskutieren versteht, vermischt die Beziehungs- und die Sachebene nicht so leicht, wie es beim Streiten fast automatisch passiert. Es stehen eher die Inhalte als die Gefühle eines Menschen oder die Beziehung zueinander im Zentrum. Dabei geht es nicht darum, das Persönliche, sämtliche Gefühle und die Beziehungsebene zu ignorieren oder zu verdrängen. All diese Komponenten gehören ebenso wahrgenommen, sie sollten aber die sachorientierte Unterhaltung nicht so stören, dass das Gespräch aus dem Ruder läuft. Dazu braucht es eine gewisse emotionale Reife: Wahrnehmungsvermögen nach innen und außen, den Willen zur ungeschönten Selbsterkenntnis und die Fähigkeit zur Gefühlsregulation.

Wenn eine Diskussion in diesem Sinne gelingt, also sachlich geführt werden kann, dann hört man dies auch am Tonfall. Er kann zwar aufgeregt sein, muss aber nicht aggressiv oder anklagend werden.

Was genau versteht man unter einer Diskussion?

Diskutieren bedeutet schlicht „seine Meinung austauschen“, etwa um ein Problem oder einen Vorschlag aus verschiedenen Blickwinkeln zu erörtern. Es geht dabei primär um ein Thema, das untersucht wird, indem jede Seite ihre Argumente dazu beiträgt. Ein Argument ist übrigens eine Aussage zur Begründung oder Wiederlegung einer Behauptung. Es können für eine nachvollziehbare Begründung zum Beispiel wirtschaftliche, technische, menschliche, organisatorische und Umweltaspekte herangezogen werden. Also alles, was etwa finanzielle Faktoren oder die Machbarkeit betrifft, den sozialen Nutzen, die Zeitersparnis oder Nachhaltigkeit uvm.

Die Beweisführung sollte dabei aus richtigen, belegbaren Zahlen, Daten, Fakten und Aussagen bestehen. Diese sollten aus einer qualitativ hochwertigen Quelle stammen (etwa aus Wissenschaft, Qualitätspresse, Fachliteratur, Expertenmeinungen, gesellschaftlichen Normen oder natürlich auch aus eigener praktischer Erfahrung und mit eigenen Augen beobachtbaren Entwicklungen). Die Nacherzählung der Meinung eines anderen liefert kein starkes Argument. Die Güte eines Argumentes bestimmt zum Ersten genau diese nachweisbare Realitätsabbildung, zum Zweiten das nachvollziehbare Vorbringen des Arguments und zum Dritten das Fehlen von überschäumenden Gefühlsinterpretationen oder anderen unzulässigen Bedeutungsauslegungen.

Wie sehen die „Goldenen Grundregeln des Diskutierens“ aus?

  1. Die erste Regel besteht darin anzuerkennen, dass zwei Menschen unterschiedliche Sichtweisen, Erfahrungen und Meinungen haben können – und dass dies völlig normal ist. Es kann sogar ein einzelner Mensch verschiedene Standpunkte und Perspektiven einnehmen, die sich widersprechen. Man selbst bzw. die Gruppe, der man sich zugehörig fühlt, muss daher nicht immer recht haben oder richtigliegen. Je nach Situation und Bezugsrahmen können unterschiedliche Sichtweisen nachvollziehbar werden. Natürlich wollen wir alle Bestätigung und Anerkennung erleben und nicht kritisiert werden oder mit der Nase darauf gestoßen werden, dass wir Unrecht haben. Aber genau diese Fähigkeit zur Selbstkritik, zum Anerkennen, dass wir nur eine Meinung unter vielen möglichen vertreten, macht uns erst diskussionstauglich. Wir können erst an dieser Stelle von der Frage des Selbstwertes absehen und zugeben, dass wir auch mal danebenliegen können. Wir müssen also nicht Recht haben, nicht Gewinnen, nichts beweisen. Ab hier kann die persönliche Ebene von der inhaltlichen gut getrennt werden. Man kann einen Interessenskonflikt lautstark oder über einen langen Zeitraum austragen, und einander zugleich mögen. Oder man kann einander nicht leiden und zugleich derselben Meinung sein.
  2. Sobald diese grundsätzliche Erkenntnis bei zwei Menschen oder in einer Gruppe angekommen ist, ist es Zeit für die zweite Regel: Beide Seiten sind bereit, die Meinungen des anderen anzuhören und durchzudenken. Die Diskussionspartner gehen nicht sofort in die innere Abwehr, suchen weder Rechtfertigungen noch Gegenargumente. Sie sind offen für neue Perspektiven und versuchen den dazugehörigen Bezugsrahmen – etwa Hintergründe, Zusammenhänge und historische Entwicklungen – nachzuvollziehen.
  3. Die dritte Regel: Es werden sinnvolle Begründungen vorgetragen und am besten mit Beispielen erläutert. Ein starkes Argument lässt sich gut belegen und ist nachvollziehbar.
  4. Viertens: Der Verzicht von unfairen Kommunikationsmitteln. Keine unzulässigen Verallgemeinerungen oder Verkürzungen, keine spekulativen Interpretationen, schon gar keine Drohungen, leere Versprechungen, verzerrende Gefühlsfärbungen oder andere Formen des manipulativen Verbiegens eines Inhaltes, nur um zu Gewinnen oder zu Überzeugen.
  5. Fünftens: Es muss keine Einigung erzielt werden und keine Lösung herauskommen. Auch muss kein Kompromiss geschlossen werden. Die Diskutanten können unterschiedlicher Meinung bleiben. In jedem Fall haben am Ende einer gut geführten Diskussion alle Beteiligten über den eigenen Tellerrand geblickt, ihren Horizont erweitert und etwas dazu gelernt. Daher ist es auch so wichtig, an vielen Diskussionen aktiv oder als Zuhörer teilzunehmen. Sich mit mehreren Zugängen zu einem Problem auseinanderzusetzen fördert unter anderem die Fähigkeit, mit der Vielschichtigkeit der Wirklichkeit besser umgehen zu können. Wir werden dann weniger anfällig für Manipulationen aller Art, etwa für leere Versprechungen, Angstmacherei oder simple Lösungsvorschläge für komplexe Probleme.