OSCILLATOR

Secret Success Story No 8 – über das Schwingen zwischen den Welten

Eine Sicht auf viele Welten

Eine Buckelpiste runterwedeln. Die Wellen entlang surfen. Auf einen Gipfel rauf, wieder runter und zum nächsten wandern. Das „runners-high“ durchs immer weiter Laufen provozieren… Im Sport kennen wir das genüssliche Schwingen, das sich einstellt, wenn wir die Hürden der Außenwelt mit der „richtigen Einstellung“ nehmen. Höchst freiwillig setzen wir uns der Mühsal des Trainings aus. Wir nehmen die sich uns dabei stellenden Herausforderungen quasi „sportlich“.

Im „normalen“ Leben sind wir nicht immer froh darüber, wenn wir uns aus unserer Komfortzone hinaus bewegen sollen. Und wir wollen es eigentlich auch nicht. Denn außerhalb des Sports sind etwa die Ziele und Regeln, der Zeitrahmen oder die Konsequenzen sowie vor allem der Aspekt der Freiwilligkeit nicht so eindeutig gegeben. Im normalen Leben machen wir es uns vielleicht gar nicht zur Aufgabe, mit den auftauchenden Hürden lustvoll umzugehen. Spaß am Anderen, am Anstrengenden, am Un-Komfortablen zu haben – hat das einen Wert für Sie?

Die „Viele Welten-Theorie“ oder: das Problem des Mit-Schwingens

In der Physik oder der Philosophie existiert die Überlegung, dass es so viele Welten gibt, wie nur möglich sind bzw. so viele Weltbilder existieren, wie es Beobachtende gibt. Allein auf dieser, unserer, Welt hat jede(r) von uns eine ganz eigene Vorstellungen von sich, von der Welt, von Wirklichkeit und Wahrheit. Interessant daran ist, dass die meisten von uns zugleich glauben, mit der eigenen Sicht der Dinge rechter zu haben als die anderen. Das liegt wohl daran, dass wir unser eigenes Leben derart unmittelbar erfahren, während wir das Leben der anderen nur „in Übersetzung“ kommuniziert bekommen. So interpretieren wir ganz automatisch etwa mit Hilfe unserer Spiegelneuronen wie es anderen gerade geht und worum es ihnen eigentlich geht – und nehmen zumeist unreflektiert an, das wäre dann tatsächlich so. Wir stellen den Zustand anderer innerlich in uns nach und unser Gehirn schlüsselt die ankommenden Reize in uns bereits bekannte Bedeutungen und Gefühle auf. Dieses scheinbare  „Mitschwingen“ mit den Zuständen und Motiven anderer können wir etwa beim Filmschauen in höchstem Maß genießen. Wir sind in diesen Momenten – dank unseres Einfühlungsvermögens – die Tänzer und Helden, die Liebenden und Abenteurer, die Bösewichte oder Opfer.

Es gibt aber auch Momente, in denen das „Mitschwingen“ mit den Gefühlen oder dem Verhalten anderer ganz und gar unerwünscht ist. Wenn die Kollegin jammert, der Boss – oder das Kind – schreit, der Liebste zickt oder die Schwester mit Vorwürfen daher kommt. Dann wollen wir all diese „üblen Schwingungen“ gar nicht mit-bekommen. Was gehen uns die schlechten Gefühlslagen der anderen an? Aber leider, unseren empathischen Fähigkeiten sei „Dank“, können wir unser Mitempfinden auch bei den schwierigen, den düsteren Empfindungen anderer nicht komplett ausschalten. „Emotionale Atmosphärenvergiftung“ – das ist es, was so mancher Mitarbeiter in Unternehmen verursacht, manchmal sind es ganze Teams, die sich im Schwarzmalen ergehen und ihre Umwelt mit Negativität verpesten.

Wie schön wäre es, wenn jede(r) von uns die Verantwortung für die eigenen (Gefühls- und Körper-)Zustände übernehmen würde! Wir könnten dann unseren Unmut so ausdrücken, dass er andere nicht belastet oder wir würden nur unsere angenehmen Stimmungen in die Umwelt abgeben… Ebenso schön wäre es wenn wir lernen könnten, wie wir uns nicht von der Negativität, der Angst oder Aggression, dem Frust oder der Trauer, der Verzweiflung und der Ohnmacht anderer „anstecken“ lassen. Aber es ist wie es ist: Wollen wir etwas nicht wahrnehmen, so spüren wir es trotzdem, vielleicht sogar verstärkt, gerade weil wir diese Gefühlsstimmung nicht wahrhaben wollen. Selbst wenn wir geübt im Abwehren und Verdrängen sind, finden die unerwünschten Reize Eingang in unser System und wir fühlen uns vielleicht ungreifbar unwohl, ohne dass wir die Ursache zuordnen könnten. Weil wir das Gefühl nicht haben wollen und nicht wissen wollen, was es auslöst. Oft geschieht das, weil wir uns nicht daran erinnern wollen, was solche Gefühle in uns selbst einmal provoziert hat.

Wir können uns leider auch nicht einreden, unangenehme Stimmungen anderer auf einmal „toll“ zu finden. „Ja, lass es raus!“ rufen wir selten, wenn jemand tobt. Und wenn doch, so riskieren wir, dass sich die Aggression auf uns persönlich richtet oder intensiviert.

Nein, im Umgang mit den verschiedenen Schwingungszuständen in und um uns muss es andere Wege geben als das Wegschieben oder Akzeptieren (letzteres verstanden im Sinne von diese Gefühle für „gut“ zu befinden).

Annehmen, ohne zu übernehmen

Die Zauberformel heißt: Zulassen, Einlassen – ohne sich zu dagegen wehren oder sich hinein zu steigern. Gar nicht so leicht in der Hitze des Gefechts. Das „Reiten“ von (eigenen oder fremden) „Störgefühlen“ will geübt werden. Man kann trainieren, sich auf unangenehme Emotionswelten einzustellen, ohne seine Mitte dabei zu verlieren. Ganz wie bei einer sportlichen Herausforderung: Wir verlassen unsere eigene Komfortzone – und wir können uns deshalb verlassen, weil wir uns auf uns verlassen können. Diese Fähigkeit, sich einzulassen ohne sich in anderen (Gefühlszuständen oder Weltbildern) zu verlieren hat etwas mit Vertrauen zu tun. Mit Selbstvertrauen einerseits sowie mit einem gewissen (Ur-)Vertrauen, nämlich „dass alles im Prinzip so passt wie es ist“ (wie oben beschrieben heißt das nicht, dass wir es deshalb für gut befinden müssen). Wir selbst, aber auch die anderen, die Welt, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft – alles ist so (war so/wird so sein) wie es ist. Punkt. Es ist keine Bewertung des Status Quo nötig.

Ja, aber wer glaubt das schon? Und wer will das schon? Wer will sein Leben einfach so nehmen wie es ist?? Herrscht in unserer Zeit nicht die Stimmung der Krise, des Risikos, der bösen Vorahnungen, des prinzipiellen Zweifelns (an sich und der Welt) vor? Oder der Selbstüberhöhung, des Größenwahns, der unbegründeten Ignoranz aller Warnungen (Klima, Umwelt, Soziales etc.), um das Bedrohliche nicht wahrnehmen zu müssen? Diese Angst vor dem Status Quo und seinen potenziellen Konsequenzen ist der Grund, warum wir die Dinge, vor allem die unangenehmen, eben nicht so nehmen wollen – und sie nicht einfach so sein lassen können, wie sie sind. Weil wir ans „(uns) in Frage stellen“ und ans „Selbstschützen durch anderes-Abwehren“ gewöhnt sind, fühlen wir uns schnell aus der Mitte, unrund, unangenehm, unwohl wenn miese Stimmungen daher kommen.

Oszillation als Ausweg, Umweg, Einweg, Mehrweg

Wie kann ein erfolgreicher Umgang mit den beängstigend unangenehmen Welt(sicht)en anderer aussehen? Es müssen ja nicht immer nur unangenehme Welten sein. Manchmal gehen uns auch die siegesgewissen oder erfolgsstrotzenden Überflieger auf die Nerven….

Der Ausweg ist ein spannender und eröffnet sich, wenn wir die „Viele-Welten-Theorie“ wörtlich nehmen. Werden wir zu Abenteurern, die die Welten anderer erkunden, dann können wir mit-fühlen, mit-erleben, ohne uns von den Gefühlszuständen und Sichtweisen anderer von uns selbst forttragen zu lassen. Wir sind wie Reisende, die sich sehenden Auges auf eine fremde Speise, etwa eine unbekannte Frucht und ihren eigenartigen Geschmack, einlassen. Sie kann bitter oder süß sein – jedenfalls wird das Einlassen auf sie ein einzigartiges Erlebnis. Und nein, wir sind nicht dafür verantwortlich, die Bedürfnisse der anderen zu befriedigen, also quasi den Geschmack der Frucht zu verändern. Wir müssen nicht jeden, der uns begegnet sich „besser fühlen“ lassen. Dieser unlautere, eigentlich respektlose, Eingriff in die Welt anderer laugt aus, vor allem dann wenn die anderen gar nicht dazu bereit sind, sich selbst oder ihre Sicht der Dinge zu verändern.  Das mag für professionelle Helfer-Rollen anders aussehen, aber für uns als Menschen ist es schon eine Heldentat, wenn wir die Verantwortung für unsere eigenen Zustände tragen (lernen).

Das führt zu einem erfolgreichen Leben, denn: Wenn wir die Verantwortung für unsere eigenen Gefühle (aller Schattierungen!) übernehmen, gibt es keine Schuld mehr, keine Opfer und Täter, keine Retter! Wir werden zu unseren eigenen Helden. Das heißt nicht, dass wir dadurch völlig vereinsamt in unserer eigenen Welt dahin vegetieren und auf jeden Kontakt verzichten. Wir erkennen nur an, dass es nicht andere sind, sondern wir selbst, die in einem Moment Gefühle und Körperzustände wie etwa Spannungen erleben. Wir nehmen uns selbst klar wahr und wir geben uns selbst, was wir brauchen, damit es uns besser geht anstatt dies von anderen zu erwarten.

Interessanterweise ändert sich auch bei anderen etwas, wenn wir sie so sehen wie sie sich selbst sehenohne etwas zu tun. Ohne ihnen unser Weltbild oder das Bild, das wir von ihnen haben (wollen) aufzudrängen. Vielleicht stellen wir sehenden Auges einige Fragen. Nur um die Klarheit des anderen über seine Gefühlslage und Motive erhöhen zu helfen, ohne zugleich eigene Interpretationen anzubieten. Als „Reisende“ mit der Fähigkeit zwischen verschiedenen Welten zu Oszillieren, können wir die jeweiligen Zustände zulassen ohne uns damit zu identifizieren. Wir wollen primär nichts ändern, sondern nur kennen lernen.  Und irren wir uns nicht: Selbst wenn wir glauben dieselbe Sache schon 1000x erlebt zu haben ist dem nicht so. Jeder Moment ist einzigartig und – in Erinnerung an den letzten Blog „The Art of Change“ – können wir uns jederzeit fragen „Was ist noch möglich?“. Lassen wir uns von der Antwort des Lebens überraschen. Lassen wir uns von uns selbst und von anderen überraschen. Es bleibt spannend, denn nichts ist so wie es einmal war und nichts kommt so, wie wir es uns vorstellen….

Ja, das Leben ist ein laufender Prozess. Nächste Woche dreht sich alles um die prinzipielle Bewegung, was uns antreibt und den Sinn und Ziel von lebenslanger Entwicklung.

Transformotion – Success Story No 9: Samstag, 02.05.2015, 10.00

BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

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THE ART OF CHANGE

Secret Success Story No 7 – über die Kunst des steten Wandel(n)s

„Sich wandelnd ruht die Wirklichkeit“

Schon die alten Griechen – allen voran Sokrates und Heraklit mit ihren berühmte Aussage „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ und „Man steigt niemals in denselben Fluss“ – ernannten die Veränderung zum Prinzip des Daseins und erklärten Dauerhaftigkeit zur Illusion. Für sie war es die Selbsterkenntnis, die den Weg der Entwicklung zum höchsten Gut des Menschen, nämlich zur Weisheit, markierte.

Ich bin etwa 9 Jahre und habe 2 klare Lebensziele. Ich will Abenteurer und weise werden. Ersteres Entwicklungsbild stammt von meiner umfassenden Karl May Lektüre. Zweiteres von… das weiß ich gar nicht so genau. Aber wenn ich mir die Erwachsenen in meinem Leben ansehe, fällt mir vor allem eines ganz deutlich auf: nämlich dass sie allesamt unlustig, unglücklich, unentspannt sind. Die Mütter sowieso, das wundert uns Kinder gar nicht sonderlich. Die scheinen nicht viel Spaß in ihrem Leben zu haben. Sie kochen, waschen, putzen, sind dauernd beschäftigt mit Herrichten, Wegräumen, Aufräumen, Planen, Organisieren, Einkaufen und, ah ja da war noch was, Arbeiten. Wer will denn das bitte schön?? Aber auch die Männer, wenn sie mal da sind, sind mit ihren witzig gemeinten Scherzchen irgendwie komisch, und das eher im Sinne von seltsam. Also so richtig mit dem Leben zufrieden scheint keine Erwachsener zu sein. Daher also will ich weise werden. Ich will wissen, wie man mit dem Leben am besten umgeht, auf dass das Leben nicht so mit mir umgeht. Ich will unter keinen Umständen ein mieselsüchtiger Erwachsener werden…

Cut. Viele Jahre später.

Das Leben ist mühsam. Voller Erledigungen. Abarbeiten, Erhalten-Müssen, Disziplinieren, Erziehen. Die angenehmen Freiräume scheinen proportional zur Verantwortung des Erwachsenseins zu verschwinden. Klar, man kann sich ablenken mit Entertainment und Genuss oder Konsum. Worin liegt die aber Weisheit, mit der man die Routine, den Alltag und all das „Müssen“ in schmetterlingshafte Sonnigkeit, in unerwartete Leichtigkeit und berückende Schönheit verwandeln könnte? Als Erwachsener sehne ich mich nach wie vor nach der Kunst der Transformation von Stroh in Gold…

Transformation ist Kunst

Die Komfortzone, das Altbekannte und Gewohnte ist wie ein wunderbar eingelaufener Schuh. Zieh ihn an und nichts tut Dir weh. Es gibt eine Textzeile in einem Song von Sade, in dem sie den Hunger in Afrika besingt, die lautet: „And it hurts like brand new shoes“. Ich empfinde diesen Satz als höchst unpassend. Wie kann man solch gravierendes existenzielles Leid mit banalen neuen Schuhen vergleichen?! Es kann natürlich sein, dass ich den Songtext die ganze Zeit schon falsch verstehe. Aber jedes Mal wenn ich den Song höre, wundere ich mich aufs Neue (und sehe nicht im Internet nach, ob der Text auch wirklich so lautet oder so gemeint ist). Ist das Neue wirklich dermaßen spürbar, derart schmerzlich – körperlich so schmerzhaft wie unstillbarer Hunger?

Was tut eigentlich so weh an Veränderungen? Die Gefühle von Unsicherheit oder das Risiko können es nicht sein, die sind maximal unangenehm, manchmal sowieso anregend aufregend. Mir geht es hier um den effektiven Schmerz, den Veränderungen verursachen können. Eine zerbrochene Beziehung, ein verlorener Job, ein verstorbener naher Verwandter – der Schmerz des Unfreiwilligen oder des Verlustes, die Angst vor der Einsamkeit oder das Bewusstsein der Sterblichkeit: Sie alle sind zutiefst schmerzhaft, zugleich aber höchst verständlich. Nein, ich meine den unerklärlichen Schmerz wenn wir unsere Routinen verändern sollen oder wollen. Der neue Schuh schmerzt wie ein Einschnitt in die Archilles-Ferse unseres Seins. Warum ist es so schwierig, anders zu denken, anders zu fühlen, anders zu handeln als bisher? Warum wollen wir nur schweren Herzens ins Neue schlüpfen, unser bisheriges Leben wenn schon nicht völlig verlassen, so doch zumindest einmal mit anderen Augen sehen? Meine Theorie lautet: Weil Veränderung eine Kunst ist. Und diese Kunst uns nicht gelehrt wird. Wir lernen Altbekanntes kennen, lernen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen und sie dann vehement zu verteidigen. Therapeuten lehren uns vielleicht die Vergangenheit anders emotional zu interpretieren, um besser mit der Gegenwart zurechtzukommen. Coaching zeigt vielleicht unbekannte Wege auf und macht Lust auf neue Schritte, neue Ziele. Aber ins Neue gehen müssen wir selbst. Und das lustvolle Wandeln, das Lustwandeln in stets neue Zustände und Umstände ist uns fremd. Wie sich der stete Wandel lustvoll leben lässt, kann uns die Kunst jedoch lehren. Denn sie zelebriert das stets Andere.

Kunst ist Transformation

Künstlerische Impulse irritieren das Normale, Alltägliche, Gewohnte und Erwartete. Sie tun dies ästhetisch ansprechend oder abstoßend, auf sinnhafte oder sinnentleerende Weise, in sinnlicher oder sinnvoller Art. Und in Kombination all dieser Wege, letztendlich um den Künstler selbst und/oder die Rezipienten seiner Kunst zu berühren, ihren Erlebnishorizont zu erweitern. Kunst thematisiert das Nichtgesehene, das unter der Oberfläche Schwelende, das vielleicht allzu Alltägliche. Kunst macht uns den aktuellen Status Quo und den (anstehenden) Wandel unserer Gesellschaft, den Grad unseres aktuellen kollektiven bewusst Seins zugänglich. Künstler interpretieren die Realität, versuchen das momentan Ideale zu dekonstruieren oder das Gegensätzliche in neuen Einheiten aufzulösen. Kunst thematisiert den uns im Moment des Kunstgenusses zugänglichen Möglichkeitsraum. Sie öffnet unsichtbare Welten und bringt so manch verdrängtes Gefühle zum Vorschein.

In all diesen Formen zelebriert die Kunst den Wandel, indem sie anders agiert als der hypothetische „Otto Normalverbraucher“. Bekannte Bedeutungswelten, akzeptierte Werte-Räume, angenommene Verhaltenskodizes, übliche  Wahrnehmungsvorlieben – sie alle werden abstrahiert, verdreht, neu kombiniert und gemixt. Das Überraschende, die Unterbrechung, der Kontrollverlust, das Unberechenbare werden in der Kunst zu Prinzipien des Wachstums stilisiert. Kunst ist die Expertin des Wandel(n)s. Wie können wir von ihr lernen, das Stroh unseres Alltags ins Gold des Besonderen zu transformieren?

Formvollendete Veränderung

Erfolg in der Kunst ist nur zu einem Teil handwerklicher Kunstfertigkeit geschuldet. Feine Antennen, die in den Zeitgeist hinein reichen sind ebenso essenziell wie Vermittlungsformen zu kreieren, die unweigerlich ankommen. Gegen die sich die Welt nicht wehren kann. Gar nicht wehren will. „Große Kunst“, verstanden als Kunst, die die Welt bewegt, regt an und auf. Wir können uns ihr nicht entziehen. Vorausgesetzt wir nehmen sie überhaupt wahr, verändert formvollendete Kunst etwas in uns. Sie enthebt uns des Banalen, belebt das Besondere in uns, im Moment und darüber hinaus. Aber das Alltägliche passiert ja zumeist diesseits des Kunstvollen. Die Schlüsselfrage lautet daher: Wie kann das tägliche Leben an sich zur Kunstform werden?

Veränderung als Lebenskunst

Lebenskunst meint in diesem Zusammenhang nicht das Auskommen ohne Geld oder das nicht durchgeplante Weltreisen, auch nicht das unabhängige Selbstversorger-Dasein. Mit der Kunst zu Leben sei hier die Fähigkeit adressiert, die Spannungsfelder des täglichen Lebens kreativ nutzen zu können.

Blicken wir auf die Faktoren, die überdurchschnittlich oft zum alltäglichen „Unrundsein“ führen: Fremdbestimmung, Überforderung, Erwartungs-Enttäuschung, Sorgen. Sie zeigen sich in Müdigkeit, Frustration bis Wut und Streit, in anstrengenden Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsstörungen. Sie werden sichtbar, etwa in schwunglosem Auftreten, geknickter Körperhaltung, hängenden Mundwinkeln, gekrausten Stirnfalten, wiederkehrenden Kopfschmerzen, chronischen Krankheiten, allgemeinen Süchten. Alles Zeichen dafür, dass wir unser Leben nicht so erleben, wie wir es gerne wollten. Sie erzählen nach innen und nach außen vom vorübergehenden oder lebenslangen Misserfolg. „Misserfolg“ verstehe ich hier als eine wiederkehrend erlebte Unstimmigkeit zwischen innerer Erwartung und äußerer Realität. Der Versuch, unsere inneren Überzeugungen im Außen sichtbar und wirksam zu machen ist gescheitert. Und die Tretmühle des Alltags zermalmt Tag für Tag jede Hoffnung darauf.  Und jetzt? Was tun?

Genau jetzt ist die Lebenskunst gefragt. Die Kunst, sich und sein Leben aus dem trüben Sumpf des Alltäglichen ins Besondere zu verändern. Die Kunst, zum einen die eigenen Erwartungen zu verändern und zum anderen sich selbst und die Umwelt anders als bisher zu interpretieren. Anstelle des „Funktionierens“ im eigenen Sinn, anstelle des Vergleichens mit eigenen und fremden Vor-Stellungen, könnten wir hier an dieser Stelle des „Aufgebens“ unseres alten Lebens anfangen die Welt und uns selbst frisch wahrzunehmen. Wir könnten in Leichtigkeit und mit Leidenschaft in jedem Moment aus dem Vollen schöpfen. Wie das gehen könnte? Fragen Sie sich in jedem Moment der Enge: „Was ist noch möglich?“ Wie könnte das Gegenteil, das Andere aussehen? Was würde ich gern Neues empfinden? Sie müssen im selben Moment keine Antworten suchen. Die Antworten auf diese Fragen, sofern sie mit tiefem inneren Interesse gestellt werden, werden uns finden. Die Voraussetzung ist nur, dass Sie fragen und dadurch eine Haltung der Offenheit erreichen. Es reicht, wenn Sie sich in diesen Momenten des „Unrundseins“, des „Unwohlseins“ mit sich und der Welt völlig unbegründeter Weise einfach körperlich aufrichten, ohne Grund Lächeln und einen Moment Innehalten im Tun.

Wenn wir den Schritt wagen, nicht in Gedanken und Gefühle vorwegzunehmen, was da ist und kommt und wahrnehmen, was aus diesem Nichtwissen, als dem Nicht nach unseren Gewohnheiten Handeln, aus dem Nichtweiterverfolgen des Bisherigen heraus passiert… Dann verwandelt sich der scheinbar niemals endende ewiggleiche Alltag in einen Fluss einzigartiger Momente mit unbekannter Ausrichtung. Dann begegnen wir uns in der Kunst des Lebens.

Genau hier betreten wir uns bis dahin fremd gewesene Welten und es eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten…

Wie können wir uns in all diesen verschiedenen Welten bewegen, ohne uns selbst in ihnen zu verlieren?  Erfahren Sie nächste Woche mehr über die Fähigkeit des Oszillierens:

Oscillator –  Secret Success Story No 8: Samstag, 25.04.2015, 10.00

BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

SATISFACTORY

Secret Success Story No 6 – Wann ist Erfolg befriedigend?

I can get no… – no, no, no

Erinnern Sie sich noch an Ihren Schulabschluss? Daran, dass Sie es vielleicht sogar satte 12 Jahre lang nicht erwarten konnten, wann endlich Schluss mit Schule ist? Nie mehr Schule! Welch befreiender Gedanke das einmal war. „Danach beginnt endlich das Leben“, so dachten wir. Und was geschah dann nach der letzten Prüfung? Ein unerwartet schales Gefühl stellte sich anstelle eines Highs glückseliger Befreiung ein. Und genau dieses Erlebnis, nämlich alles Notwendige (und oft sogar noch mehr) getan und das Ziel erreicht zu haben aber davon nicht befriedigt zu sein, wiederholt sich den Rest unseres Lebens. Immer und immer wieder erreichen wir Ziele und fühlen und dabei und danach leer, müde, enttäuscht. Was läuft da falsch? Wozu sollten wir uns überhaupt anstrengen, wenn das Zufriedenheitsgefühl nach all der Anstrengung sowieso ausbleibt? Nur um unsere Eltern glücklich zu machen? Spätestens nach erfolgreicher Karriere, Hochzeit, Haus, Hund und Kindern wissen wir: Das Erreichen gesetzter oder vorgestellter Ziele macht nicht – oder nur kurz – glücklich.

Er-Wartung

Das Problem mit der Erwartung ist, dass es nie so kommt, wie wir uns das Ergebnis vorstellen. Zugegeben: Manchmal kommt es auch mal besser als erahnt. Das passiert zumeist, wenn wir nichts erwarten oder uns etwas Negatives vorstellen. Klar, wir könnten aufhören irgendetwas zu erwarten. Könnten aufhören, Pläne zu schmieden oder uns Ziele zu setzen. Aber woher wüssten wir dann ob wir erfolgreich sind? Wie sollten wir denn dann erfolgreich werden, den Erfolg anpeilen? Durch nichts-tun? Durch den Zufall? Nein, das gefällt uns nicht. Wir wollen schließlich stolz sein können auf uns. daher kommt hier die Schlüsselfrage: „Welche Ziele können wir uns setzen, deren Erreichung uns mit berechenbarer Sicherheit zufrieden machen?“

Spürbar Erfolgreich?

Can we get any satisfaction? Am besten immer wieder, regelmäßig, quasi wie vom Fließband? Wir wissen zumindest vom Sport, dass dies geht (solange uns nichts wehtut). Die Ausschüttung von Glückshormonen und der Abbau von Stresshormonen gelingen über körperliche Betätigung mit berechenbarer Sicherheit. Das ist nichts Neues. Wobei gibt es noch Zufriedenheitsgarantie?

Bravour“ beispielsweise ist das Zufriedenheitsgefühl, das sich einstellt, wenn wir etwas besonders kunstfertig machen. Es kommt bei künstlerischen oder technisch perfektionierten Tätigkeiten zum Vorschein. Ein Schiflieger, der den perfekten Sprung erlebt, ein Tänzer, der die ideale Kür vollbringt, ein Musiker dem das einzigartige Solo gelungen ist – sie alle kennen die Befriedigung durch die eben vollbrachte Kunstfertigkeit. Sie alle kennen aber auch den Stress, den das möglicherweise einmalige Spitzen-Erlebnis verursacht. Denn ab nun werden alle weiteren Tätigkeiten mit dem ja tatsächlich möglichen Ideal verglichen. Ab jetzt heißt es: Wettkampf mit sich selbst, um sich zu übertrumpfen. Insofern sind solche Erfolge dazu angetan, uns noch mehr zu stressen und unter noch größeren Druck zu setzen. Den Rest unseres Lebens leiden wir dann unter den Siegen unserer Jugend oder unter den Meisterleistungen am Höhenpunkt unserer Schaffenskraft.

Eine ganz fiese Art, auf Dauer unzufrieden zu sein ist aber das innere Vergleichen mit dem Potenzial, das wir vielleicht in uns haben. Wir denken: „Ich weiß ich habe es in mir, XY genial zu machen! Warum gelingt es mir nicht? (Oder: Warum sieht es bloß keiner?)“ Weder das Vergleichen mit unserem Potenzial noch mit unseren vergangenen Peak-Performance Momenten macht uns auf Dauer zufrieden. Wo können wir noch eine Quelle für nachhaltige Zufriedenheit suchen?

Thinking positive?

Kann uns geistige Arbeit zufrieden machen? Ja, sofern sie Sinn macht. Für uns. Für die Welt. Nicht notwendigerweise muss beides in einer Person zusammen fallen. Manche sind vom Verbesserungsdrang in der Welt beseelt. Andere wollen sich selbst übertreffen, sich ent-wickeln. Sich von sich selbst überzeugen. Zufriedenheit stellt sich hier durch das Vergleichen vom IST-Zustand mit wenig(er) idealen Zuständen ein. Wir fragen uns: „Was habe ich geschafft? Was ist jetzt besser als vorher? Was habe ich in mir oder in der Welt verändert?“ Das Vergleichen des „Jetzt“ mit „wenig(er) optimalen Zuständen“ in der Vergangenheit, bei anderen oder Woanders, macht uns zumindest weniger unrund als das Vergleichen mit Idealen, also (erinnerten oder vorgestellten) perfekten Situationen. Aber dauerhafte Zufriedenheit? Nein.

Könnten wir uns nicht einfach alles schönreden? Bietet das Positive Denken einen sicheren Weg zum Schatz der Zufriedenheit? Nun ja, sind wir uns ehrlich: Es ist nun mal nicht jede Erfahrung schön und wir wissen nicht, ob jede Krankheit wirklich einen tieferen Sinn hat. Aber alleine die Vorstellung, dass jeder Moment ein notwendiger auf unserem Weg (wohin?) ist, erleichtert uns praktischerweise ganz spürbar. Damit kommen wir zur größten Waffe im Krieg gegen die Unzufriedenheit, zum sogenannten „Reframing“.

Neue Zusammenhänge bauen

„Den Rahmen verändern“ heißt so viel wie alte Bedeutungszuweisungen zu verwandeln und neue Zusammenhänge herzustellen. Ja, wir haben unsere Zufriedenheit in der Hand – oder in diesem Sinne vielmehr im Geist. Wir haben die Macht, unsere Schwachstellen zu lieben und unsere Fehler zu ehren, unsere Gewohnheiten anzuerkennen und unsere Gegenwart zu akzeptieren.

Wir können sogar das „Wunder Leben“ an sich zur Quelle unserer Zufriedenheit machen. Manchmal braucht es dafür einen Hauch von Demut oder Dankbarkeit, wie sie sich beispielsweise nach einer schweren Krankheit oder einem Schicksalsschlag einstellen. Manchmal können wir die Quelle der Zufriedenheit durch etwas Galgenhumor oder eine gesunde Distanz zu Gefühlen und Alltäglichem, zu Erwartungen und Erlebtem anzapfen. Und manchmal trifft es uns einfach so, mittendrin im Tun: Das Sein. Und wenn wir unendliches Glück haben, dann begegnen wir in solch einem Moment einem anderen, der sich ebenfalls gerade nicht im Kampf um mögliche Siege befindet und daher nicht vom Ankommen im Hier und Jetzt, vom Wahrnehmen des Momentes an sich abgelenkt ist…In dieser offenen Begegnung zweier insofern freier, weil vom Erfolgsdruck nicht vor-eingenommener Geister liegt eine nie versiegende Quelle für Zufriedenheit: die tiefe Verbundenheit zweier Menschen ohne „Auflage“, ohne Grund und ohne Ziel – im reinen, weil eben un-abgelenkten Sein.

Und woher wissen wir, welche Art von Veränderungen uns zum Erfolg führen?

Erfahren Sie nächste Woche mehr über „Die Kunst des Wandel(n)s“ in

THE ART OF CHANGE – Success Story No 7: Samstag, 18.04.2015, 10.00

 BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

EFFICACY

Secret Success Story No 5 – Über die Berechenbarkeit von Erfolg

Shareholders Dream

Der direkte, berechenbare, exponentiell wachsende Weg zum Erfolg! Feuchter Traum aller Investoren. Vision aller Strategen. Mission aller Vertriebler. Daumenschraube der Produktion. Motivation des Marketings. Aufgabe der Konsumenten. Ideale Geißel der Vierteljahresberichte. Seit dem Ende des Industriezeitalters verlorene Legende. In Technologiebetrieben darf die Sage immer wieder auferstehen. Apple macht‘s möglich: Wir können noch daran glauben. Die „üblichen Verdächtigen“ des Erfolges wie die Geschwindigkeit der Innovations- und Produktionszyklen, niedrigste Produktionskosten oder ein Image als „state of the art“-Prestigeobjekt lassen wir jetzt mal außen vor.

Disruptive Innovation ist schon ein spannenderes, weil weniger bekanntes Konzept. Es meint so viel, wie daß alles Gute besser früher ein Ende nimmt als später. Und durch etwas ersetzt wird, was auf bis dahin noch ungeahnte Weise noch mehr Kundenbedürfnisse noch viel effektiver stillt. Es geht darum, das letztendlich immer Gleiche immer wieder auf immer neue Art zu erfinden, mit atemberaubenden Möglichkeiten auszustatten und mit witzigen Methoden zu präsentieren. Persönlich irgendwie, scheinbar ein Geheimnis offenbarend und zugleich dem Mitbewerb und sogar eigenen Produkten überlegen seiend. Die Produkte sollen alles können, was der moderne Mensch offenbar so dringend braucht: totale Mobilität ermöglichen, völlige Verbundenheit zulassen, Aktionen in Echtzeit gestatten, Verlässlichkeit und Vertrauen vermitteln. Den letzten Punkt liefert die Kraft einer Marke an sich. Für den Rest ist die Technik verantwortlich. Und Technik hat für die Wirtschaftswelt etwas prinzipiell Erleichterndes – sie funktioniert mechanisch. Senn auch digital. Ist sie jedenfalls rational nachvollziehbar. Technik und Finanzwesen ähneln einander insofern, als dass der Anschein von Berechenbarkeit einen Eindruck von Sicherheit schafft. Ob nun in Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit gerechnet wird, macht gar keinen so großen Unterschied…

Risikostreuung ist ein weiteres Erfolgsprinzip der strategischen Erfolgsführung. Überhaupt der effiziente Umgang mit Risikofaktoren. Der Mensch, die Umwelt, die politische Landschaft (vor allem in den Billigproduktionsländern), der Finanzmarkt, die Immobilien und die diversen immer wieder aufpoppenden „Blasen“ – alles quasi kalkulierbare Risikofaktoren. Die Versicherungen könnten sich eigentlich freuen, wäre da nicht die offensichtlich steigende Unverlässlichkeit der Realität. Unwahrscheinliches nimmt tatsächlich zu. Auf das Klima kann man sich wirklich nicht mehr verlassen, da stimmen die Berechnungen langsam. Katastrophenschäden müssen dennoch bezahlt werden, Bankenhaftungen werden unvorhergesehener Weise schlagend, ganze Staaten können mittlerweile verklagt werden.

Disruptive Probability könnte man sagen. Seitdem Risiko in Unwahrscheinlichkeit berechnet wird, weil die Wahrscheinlichkeit als sichere Berechnungsgrundlage nicht mehr ausreicht, lässt sich die Zukunft gewissermaßen wieder planen. Das ist natürlich nichts Neues. Wer sich heutzutage nicht mit aller Unwahrscheinlichkeit neu erfindet, zählt schnell zum alten Eisen. Und im Risiko liegt die Krux: Entscheider großer Konzerne verlassen sich auf Sicherheit spendende Studien, um für die Unberechenbarkeit keine Verantwortung tragen zu müssen. Oder sie entscheiden gleich gar nicht. Die meisten Manager großer Konzerne werden so und so nach einem Jahr in ein anderes Land versetzt. Verzögerung, Nicht-Tun, bloß nichts falsch machen sind beliebte Strategien im Umgang mit dem Unberechenbaren. Das mittlere Management verzweifelt derweil, weil es keine klaren Ansagen bekommt und kaum agieren kann. Top-Manager werden ja an sich für ihr Risikohandling, für den Überblick, für das Verantwortung-Übernehmen von etwas Unberechenbaren derart hoch bezahlt. Dafür, dass es eben jederzeit auch schiefgehen kann. Sie werden so überproportional gut bezahlt, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit für irgendetwas im Gefängnis landen könn(t)en, von dem sie vielleicht gar nichts wissen (wollen). Bei ihnen geht es meist weniger um „Arbeit“ oder „Leistung“ im klassischen Sinn, also um ein Abarbeiten von Vorgaben. Es geht bei ihnen weniger um operative Umsetzung, als vielmehr um die heutzutage unbezahlbare Fähigkeit zur (finanziellen und rechtlichen) Absicherung in diverse Netzwerken, um das Gewinnen und Halten von mächtigen Verbündeten, um das Durchsetzen von Gesetzesänderungen – eben um die Fähigkeit zur praktischen „Risikostreuung“.

Security Check

Sicherheit und Kontrolle, die Relikte eines hoffnungsschillernden mechanistischen Industriezeitalters, bröseln an allen Ecken und Enden. Doch was ist ein großer Erfolg heute noch wert, wenn er nicht berechenbar ist? Wenn er keine cash-machine wird? Ein „One Hit Wonder“ in der Wirtschaftswelt ist desaströs, etwa wenn man ein Unternehmen mit dem Versprechen konstanter Erfolgsleistung an die Börse bringen möchte. One-Hit Wonder werden belächelt, man hält solche Unternehmer für Loser, die wie ein blindes Huhn auch einmal ein Korn gefunden haben.

Wohin aber mit all dem Geld, das investiert werden will bzw. muss (weil Liegenlassen zu viel Steuern kostet)? Am besten man bleibt am Puls der Zeit und erschnüffelt à la Trüffelschwein den nächsten verlässlichen Superhit, der die Wirtschaftswelt revolutioniert. Business Angels versuchen vielversprechende Startups mit Geld und Knowledge, mit Netzwerken und Mentoring auf ihrem Weg zum Erfolg zu unterstützen. Das birgt durchaus ein Risiko, bietet jedoch nach dem eigenen Berufsleben eine Art Jungbrunnen für so manchen Ex-Manager, der sich vielleicht gerade noch rechtzeitig vor den drohenden Unsicherheitskonsequenzen aus dem Erwerbsleben zurückgezogen hat. Oder der golden für sein Gehen gehandshaked wurde, weil er „alte“ Ansichten vertrat, wie man zum Erfolg kommen könne. Oder solle. Ethik, CSR, Nachhaltigkeit – schöne Vorstellungen in unserer sich am Geldfluss messenden Erfolgsgesellschaft. Sollen die anderen sich darum kümmern, die Schwachen. Oder die, die eine Imagepolitur nötig haben. Firmen mit Produkten, die in der ersten Welt umstritten sind, investieren dann halt in der zweiten oder dritten Welt. Sie gewähren Mikrokredite, stiften Spitäler und bauen Produktionshallen – dort wo keiner hinwill (weil das Risiko zu groß ist). Sie schaffen Arbeitsplätze, unterstützen die Menschen vor Ort und beeinflussen die Politik. Ob dasselbe Produkt zuvor in der ersten Welt als ungesund eingestuft wurde, interessiert dann keinen so wirklich, denn hier passiert Entwicklungsarbeit. Gut? Böse? Wirtschaft. Wirtschaft im Angesicht globaler Wachstumsmöglichkeiten. Die Frage, ob es Wachstum ohne Ende geben kann, ist ein alter zeitlos unmoderner Hut. Alternative Wirtschaftsmodelle werden gesucht, de facto aber nicht gewollt. „Das System will sich stets selbst erhalten“: Selbstkonstruktion, Selbstähnlichkeit und Selbstorganisation nennen diverse Wissenschaften diesen Mechanismus. Um systemische Strukturen im großen Stil zu verändern braucht es entweder „genetische Mutation“ (also den Zufall) oder massive Störung (also Revolution, Krieg oder Katastrophen). Die rein menschliche Motivation über die Aktivierung von Belohnungszentren führt nur selten aus der Komfortzone des Vertrauten heraus.  Daher bleibt die Wirtschaftswelt trotz berechenbarer Unberechenbarkeit so wie sie ist.

Sicherheit als Zustand

Unser Gefühl von Sicherheit hängt nicht notwendigerweise nur mit der Planbarkeit von Zukunft zusammen. Zuversicht und Optimismus, Überzeugung und Einsatz vermögen uns Stabilität zu vermitteln. Doch dies sind zunächst einmal Zustände, die es im einzelnen Menschen, in Teams und in Unternehmen zu entwickeln gilt. Aus ihnen entstehen dann eventuell Sicherheit spendende Umstände. Weder die Zustände noch die vielleicht daraus folgenden Umstände lassen sich mit Zwang, Kalkulation oder Kontrolle herstellen. Sich erfolgreich zu fühlen ist doch glatt etwas anderes, als mit Geld messbaren Erfolg zu haben.

Lesen Sie nächste Woche mehr über den innerlich befriedigenden Effekt von Erfolg:

Spürbar Erfolgreich?

Can you get any satisfaction? Und wenn ja: immer wieder, regelmäßig, quasi wie vom Fließband?

SATISFACTORY- Success Story No 6: Samstag, 11.04.2015, 10.00

BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

 

DEEP IMPACT

Secret Success Story No 4 – Über die Macht, zu bewegen

Kollisionskurs

Er ist Kampfsportmeister, tritt mit dem würdevollen Understatement und der nonchalanten Selbstsicherheit eines vielfachen internationalen Medaillengewinners auf. Alleine seine physische Präsenz lässt ihr die eigenen schlaffen Muskeln und mancherorts durchaus speckigen Stellen unangenehm bewusst werden. Er lebt seinen Körper. Absolut überzeugend und bewundernswert. Im selben Augenblick wirkt er irgendwie hart. Würde sie ihn umarmen, so würde sie vom Stahl seines Körpers wohl abprallen. Sie überlegt, wie es sich anfühlt in diesem Körper, der eine Schlagkraft und Spannkraft, eine Flexibilität und Schnelligkeit wie kaum ein anderer hat. Eigentlich müsste ihm alles rundherum zu langsam gehen, zu träge sein. Ihm, der noch dazu blitzschnell im Kopf ist. Er denkt mit der Leistungsfähigkeit seines Körpers. Er denkt körperlich. In der Sicherheit eines höchst aktivierten Körpers liegt für ihn der Quell des Friedens, des erfüllten Lebens, seines Erfolges.

Zu Demonstrationszwecken lässt er seine Faust blitzschnell nach vorne schießen. Er will ihr zeigen, dass alle Menschen Gewohnheitswesen sind. Will ihr vorführen, dass sie ganz unbewusst zusammenzucken und völlig automatisch ausweichen wird. Doch ihr Körper tut nichts dergleichen. Sie rührt sich nicht. Wie in Zeitlupe sieht sie seine Faust kommen, sieht ihr rechtes Augenlied sich zugleich langsam senken. Der Aufprall ist ein magischer Moment, in dem sich zwei einander unbekannte Welten begegnen. Ihre Wimpern streicheln wie der Hauch eines Schmetterlingflügels zart seinen zusammengeballten Mittelfingerknochen. Eine Spur weiter noch und ihr Auge wäre dahin. Verblüfft zieht er die Hand zurück. Im Schweigen danach liegt eine Frage: Was ist eben geschehen?

Sie hatte schlichtweg keine Angst gehabt. Sie fühlte sich nicht bedroht. Im echten Leben früherer Zeiten hätte sie der Säbelzahntiger mit dieser Einstellung längst erledigt. In diesem Leben aber ist physische Bedrohung für sie kein Thema. Sie empfindet Krankheit  als lebensbedrohlich, aber ein Überfall: nein, das kommt nicht in ihrem Erfahrungsschatz vor. Auch die Arbeit an ihrem Körper, ein Workout oder Training, geschieht nicht um des Kampfes Willen, sondern ihres Wohlgefühls, ihrer Gesundheit oder der ästhetischen Gefälligkeit wegen. In diesem ewig kurzen Moment, in dem sich Faust und Wimpernschlag berühren, offenbart sich die Erkenntnis. Vertrauen und Angst schließen einander im selben Augenblick aus. Sie ist schlichtweg nicht auf Krieg, auf Überlebenskampf gepolt…

Kann ein Mensch ohne diese grundlegende Triebfeder, sich im Kampf durchsetzen und als Sieger beweisen zu wollen, trotzdem Einschlagendes verursachen? Hat „Impact“ – eine tiefe Wirkung – ohne Kampf einen Wert? Und welche anderen Kampfarenen gibt es noch neben dem Schauplatz des Körperlichen?

Light Impact

Die Leichtigkeit des Seins. Unerträglich finde ich sie nicht. Manche wollen sich selbst und andere durch ihre körperliche Leistungsfähigkeit oder Erscheinung beeindrucken. Andere wollen sich gut oder erhaben, wohl oder zufrieden fühlen. Dritte möchten geistig überlegen sein, besser wissen, mehr verstehen. Alle drei Ebenen sind unsere üblichen „Kampfarenen“: der Körper, die Emotion und der Geist. Sie sind nicht die meinen.

Ich ziehe das Sein an sich dem „Sein im Vergleich zu…“ vor. Besser, schneller, weiter – das ganze Gegenüberstellen und Abwägen mit anderen oder eigenen Vor-Stellungen liegt mir nicht, es stresst mich eher. Dabei bin ich wahrlich keine Couch-Potatoe. Ich tue, was vor der Nase liegt und worauf ich Lust habe. Zugegeben, manchmal muss ich auch lästigen Alltag erledigen, Verantwortung tragen, Rechnungen zahlen. Diese Momente der Fremdbestimmung machen mir deutlich klar wie schön die anderen Momente, die der freien Wahl, sind. Ja, in weniger selbstbestimmten Phasen nütze ich das Vergleichen um mir bewusst zu machen, dass hier ein Prozess im Gange ist, der mich wieder mal woanders hinführt. Aber ich möchte nicht, was andere so dringend haben wollen: Einen bleibenden Eindruck als „dies oder jenes“ hinterlassen. Ich will nicht mit meiner beruflichen Rolle verwechselt werden. Das Nicht-Vergleichen mit anderen oder mit Idealvorstellungen hat für mich einen großen Vorteil. Ich bin ich, egal was ist.

Ob ich mit meiner Einstellung des Nicht-Vergleichens andere beeinflusse? Manchmal fühlen sie sich irritiert, weil ich beim „Wer ist besser“-Spiel nicht mitmache. Es gibt natürlich noch andere Spiele, denen ich mich ebenso verweigere: „Wer ist bemitleidenswerter“ oder „Wer ist schöner/cooler/witziger“. Auf ein „Wer ist jünger“-Match verzichte ich schon lange. Mein mich-Entziehen dieser „Spiele der Erwachsenen“ hat den Effekt, dass mein Verhalten andere verwirrt. Sie wissen dann nicht, worum „es“ eigentlich geht oder wie sie eine Be-Ziehung zu mir herstellen sollen, wenn es gar kein Gefälle auf die eine oder andere Art gibt, über das man ein Verhältnis zueinander herstellt. Wo ist der Bezug? Wo ist die Verbindung, wenn es nicht um ein „Wo stehst Du im Vergleich zu mir?“ geht?

Genau dieser Moment der fragenden Offenheit, in denen diese Fragen deutlich spürbar werden und in Ratlosigkeit münden, macht mich lächeln. Und genau an dieser Stelle und damit berühre ich sie, die um ihren Platz an der Sonne Kämpfenden. Mit der Gewissheit „es geht auch anders!“. Manche lehnen diese Sichtweise ab, da sie ihre Sicht der Dinge erschüttert und ihr gewohntes Verhalten weniger notgedrungen macht. Andere erkennen den Frei-Raum dies- oder jenseits des Vergleichens und lächeln mit. Sind bewegt. Wollen darüber sprechen, suchen Antworten.

Ein-Druck

Was macht wirklich Eindruck außerhalb der Kampfarenen des Vergleichens?

Neues, Andersartiges, Überraschendes. Eindruck zu machen ohne Druck zu machen ist eine Kunst. Sie kann beunruhigen, weil sie ungewohnt ist. Diese Kunst muss nicht schön oder hässlich sein, zerstören oder kreieren. Sie kann einfach nur sein. So. Anders. Und überhaupt. Hat ein solcher Impact denn Relevanz?

Als Van Gogh seine Meisterwerke schuf, waren sie Zeit seines Lebens verpönt. Er stand in ständigem Kampf mit sich selbst, er machte sich Druck, seine Sichtweise in die Welt zu bringen und er hoffte auf Käufer, die zu schätzen wussten, was er leistete. Ob er er sich mit anderen verglich und besser sein wollte? Vielleicht. Sein Malstil läutete jedenfalls erst nach seinem Tod für den Rest der Welt wahrnehmbar eine neue Art zu sehen und die Welt darzustellen ein. Er selbst hatte seine eigene innere Wirklichkeit ernst genommen und wurde dafür für verrückt gehalten. Und auch seine Unbesonnenheit, was finanzielle Sicherheit oder gesellschaftliche Akzeptanz betrifft, macht ihn heute zu einem der ganz Großen. Im Nachhinein – von Menschen, die Vergleiche lieben.

Künstlerischer Impact hat eine besondere Macht, unsere Gewohnheiten zu erschüttern – ohne uns Druck zu machen, ohne zu vergleichen. Kunst schafft neue Türen im Geist, öffnet Augen, stimuliert das Herz. Sie bewegt uns tief, ohne dass wir kämpfen müssten. Durch ihre Kraft unsere Gewohnheiten zu relativieren, wird uns beim Lesen, Betrachten oder Hören nachvollziehbar bewusst, dass es auch anders geht. Dass wir die Wahl haben, wie wir unser Leben sehen und gestalten. Diese Kraft zur Selbstverantwortung, zur Hingabe, zur Motivation, sich neu zu erleben und sein Leben frisch zu gestalten ist ebenso wichtig wie etwa struktureller Impact, also politische Veränderungen, Gesetze oder rechtliche Rahmenbedingungen, die unser aller Alltag maßgeblich beeinflussen.

Wie weit wir die eigene Kampfarena verlassen möchten und uns im unbekannten „Draußen“ umzusehen bereit sind, liegt ganz bei uns…

Doch können und wollen wir den Eindruck der Bestimmbarkeit, der Kontrolle über unser Leben denn überhaupt aufgeben?

Vom unvergleichlichen Impact zum berechenbaren Effekt

Mit EFFICACY  dreht sich nächste Woche alles um die Planbarkeit von Erfolg.

EFFICACY – Success Story No 5: Samstag, 04.04.2015, 10.00

BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

 

RADIATOREN

Secret Success Story No 3 – Über die Strahlkraft, die Erfolg schafft

Was Strahler 80 und Meister Proper gemeinsam haben

„Strahlerküsse schmecken besser“ lautet das Motto einer kultigen Zahnpasta der 1980er Jahre. „Doppelt aktiv ist die Kraft, die es glänzend sauber schafft!“, so der Slogan von Meister Proper. Er will nicht besser küssen, er verspricht keimfreie Ordnung. „Strahlen“ durch Hochglanzeffekte etwa auf Mc-Eigelb (siehe die Frühstücksei-Werbung besagter Fast Food Kette) oder auf glitzerndgetunter Model-Schminke, eingebaute „Sternchen“ auf blinkend-weißen Zähnen oder blitzend-blanke Böden, in denen „man sich spiegeln kann“: Sie alle repräsentieren, dass der Betrachter etwas wahrlich Hochqualitatives vor Augen hat. Etwas, das es zu begehren gilt. Das „Strahlen“ stellt „Erfolg“ bildlich dar, es verheißt, dass der/die/das Strahlende irgendwas “geschafft“ hat, etwas besonderes schaffen kann. Aber was genau?

„Wie man nur so strahlen kann?“ fragt die aktuelle Werbung eines Job-Portals. Und derselbe Spot liefert sogleich die Antwort: „Vielleicht liegt’s am richtigen Job?“. „Strahlen“ macht also nicht nur in der Konsumwelt einen begehrenswerten Eindruck, auch der richtige Job kann uns begehrenswert, mehr noch: sogar beneidenswert strahlend, weil glücklich und zufrieden machen. Entsprechender Konsum und bestimmte konsumierbare Aktivitäten, die uns „strahlen lassen“, verleihen uns die erstrebenswerte Aura eines hochqualitativen Produktes.

Strahlemänner

Tycoone der Wirtschaftswelt sind oft siegesversessene Männer, verbissen bis schlecht gelaunt, aalglatt und stählern im Verhandeln. Sie strahlen auf eine „kühle“ Weise, wirken einschüchternd, verhalten sich anstrengend, respekteinfordernd bis unter-drückend. Ihre Bewunderer wollen wie sie sein: mächtig und unumgänglich, sie möchten andere beeindrucken.

Daneben gibt es die wirtschaftlich erfolgreichen Charismatiker. Sie begeistern ihre Zuschauer (Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter, PartnerInnen – ganz generell jede Art von „Öffentlichkeit“) mit ihrem positiv strahlenden Auftreten. Ihr Strahlen macht einen wohligen Eindruck, hat etwas „Wärmendes“, es will entertainen und gute Stimmung verbreiten. Charismatisches Strahlen wirkt auf die meisten erstrebenswert. Wer möchte nicht auch von seinen Mitmenschen gemocht und gehört, gefragt, begehrt und verehrt werden? Diese wie die Sonne strahlenden Menschen scheinen für die Karriereleiter geboren zu sein, weil sie alleine mit ihrem Wesen erfolgreich Zuversicht verkaufen können. Ihre Leistung ist oft weniger das harte Verhandeln oder das strategische Planen als der schöne Schein. Und in unsicheren Zeiten ist der viel Wert. Image ist alles, Wohlgefühl und Hoffnung zählen, Probleme will keiner. Wir alle kennen solche Showmaster und Politiker.

Beam me up!

Dann gibt es noch jene gesellschaftlichen Ikonen, die sachlich und herzlich zu strahlen wissen. Die durch ihre Persönlichkeit und ihre Erfahrung überzeugen und mit Hilfe ihres höchst eigenen Ausdrucks erfolgreich sind. Sie wirken nicht „wie“, sie sind scheinbar auch in den schwierigsten Situationen ganz sie selbst. Sie scheinen tatsächlich an ihre Ideen zu glauben, an anderen Mitmenschen wirklich Anteil zu nehmen, sie scheinen Systeme und Strukturen für alle, nicht nur für sich selbst, verbessern zu wollen. Allein ihre Anwesenheit verändert etwas in ihrem Umfeld. Es lädt sich auf mit dem Prickeln von „Möglichkeit“. Sie zeugen vom Ende der lähmenden Routine und der täglichen Probleme. Vorbilder wie Nelson Mandela, Mahatma Gandhi oder auch Barack Obama in seinen Anfangszeiten haben mit ihrer „yes, we can!“-Überzeugung Millionen von Menschen bewegt und beeinflusst. Was macht sie so strahlend?

Sie verheißen nicht nur Hoffnung, sie zeigen auch Wege auf, wie sich etwas für jeden von uns ganz praktisch verändern lässt. Und sie leben diese Wege vor. Wenn sie ihren Weg verlassen verlieren sie an Glaubwürdigkeit. Bis dahin verströmt ihre Haltung die „doppelt aktive“ Kraft von der Meister Proper spricht. Und wollen wir nicht alle eigentlich doppelt kräftig sein, mit einem Schlag alles Störende vernichten, alles Notwendige erledigen? Ordnung schaffen, küssen und dann endlich zufrieden aufs Sofa sinken dürfen? Die „Properen Ikonen“ machen uns ihr Leben lang vor, was wir nicht schaffen: Ein Vielfaches an Entbehrungen im Einsatz für die „richtige“ Sache zu ertragen. Seien es Gleichbehandlung, Frieden oder Menschenrechte. Themen, die uns Normalbürgern aus dem Fernsehen und vielleicht in ehrenamtlichen Tätigkeiten begegnen. Oder diese großen Themen berühren uns in der Form von Aktivisten, auf der Strasse spendensammelnd, bei Demonstrationen u.ä. Aktivisten kämpfen mehr oder weniger anstrengend in ihrem Fanatismus für die „gute Sache“ (es gibt derer viele). Jedenfalls wirken sie viel weniger sympathisch mit ihren erhobenen Zeigefingern und der „bessergewissen-Überlegenheit“, die sie uns unter die Nase reiben. Die echten „Großen Männer“ (in der Öffentlichkeit sind es meist Männer) machen vor wie es wirklich geht: Sie verkörpern publikumswirksam (politische) Macht in Verbindung mit einem für viele relevanten Anliegen. Ihr Strahlen ermutigt auch den „Kleinen Mann“, sein Schäufelchen zur Verbesserung der Welt beizutragen. In seinem Maß, in seinem machbaren Ausmaß, quasi vom Sofa aus. Und sei es nur durch das richtig gesetzte Kreuzchen am Stimmzettel oder die Spende. Auch so kann das Strahlen „abfärben“, wird von den Großen Männern unterschwellig versprochen. Wollen wir nicht alle groß sein? Wenn wir dann nur nicht so kritisiert würden und so wenig Zeit für die Freuden des Lebens hätten…

Shining Eyes

Strahlen geht auch anders. Wir müssen nicht unter dem „Großen Mann“-Syndrom leiden, sprich dem ewigen Vergleich mit „idealen“ Figuren, die nicht wir sind. Ein Beispiel: Benjamin Zander vermittelt als Dirigent und Professor seinem Publikum, worum es bei klassischer Musik geht (vgl. “classical music with shining eyes“ von Ben Zander auf youtube). Und dabei worum es in unserem Leben eigentlich gehen kann. Er bringt den Sinn des strahlenden Daseins auf das schöne Bild: „Shining Eyes“, auf Deutsch so viel wie: „Glänzende Augen“. Wenn wir an uns liebe Menschen denken oder jemandem eine echte Freude bereiten, einen schönen Sonnenaufgang mit all unseren Sinnen genießen oder eben ein erhebendes Musikstück hören, dann erleben und bewirken wir solche „Shining Eyes“. Das Wundersame an diesen „Shining Eyes“ ist, dass sie in höchstem Maß ansteckend sind. Wenn jemand vom Leben ergriffen ist versteht er seine Endlichkeit, schätzt den Moment, liebt sein Dasein und ist offen für seine Mitmenschen. Diese Wahrhaftigkeit ist durch jede seiner Poren und rundum spürbar.

Was wäre wenn das Erfolgsrezept des Lebens im Entwickeln und Verursachen von „Shining Eyes“ läge?

Shining Me – Shining You: 3+1 Schritte zum strahlenden Vorbild

  1. Innere Motivation: Sie wollen etwas verändern – nicht um (etwas/jemand) zu gewinnen, sondern um (etwas/jemand) zu bewegen, zu erforschen, zu verbessern, der/die/das Ihnen im Herzen wichtig ist.
  2. Standfestigkeitwie viele Menschen drehen sich nicht nach dem (Umgebungs-)Wind? Lassen Sie sich von guten Argumenten beeinflussen und bleiben Sie flexibel. Aber stets Ihrem Anliegen treu.
  3. Konsequenz: es muss nicht immer Hungerstreik oder Gefängnis sein. Aber manchmal müssen wir für unkonventionelle Ideen, die anderen gegen ihren Gewohnheits-Strich gehen, „Prügel“ einstecken. Kritik, schlechte Nachrede, Intrigen, Gegenwind. Das „nicht-gemocht-Werden“ auszuhalten ist gar nicht so einfach. Ihr Anliegen sollte Ihnen den Kampf wirklich wert sein. Das bringt uns zur eigentlichen Kern-Frage:
  4. Haben Sie ein Anliegen!(?): eines, das Sie im Kern berührt, das Sie bewegt? Und das Sie in und mit Ihrem Leben vertreten wollen? Wie lautet Ihr Anliegen in einem Satz? In einem Wort?

Und was kommt nach dem Strahlen?

Lesen Sie nächste Woche über den „ultimativen“ Gradmesser von Erfolg, nämlich IMPACT. Die Macht, zu bewegen.

DEEP IMPACT – Success Story No 4: Samstag, 28.03.2015, 10.00

 BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

LIFE LEADER SHIP

Secret Success Story No 2 – Was führt zum Erfolg? 

Die Kunst der Führung

„Kunst kommt von Können“, höre ich in meinem Kopf. Und „Übung macht den Meister“. Dass ich nicht lache. Vielleicht ist das im Ballett oder der Musik so, Bereiche in denen es klare Regeln und handwerkliche Fähigkeiten zu meistern gilt. Aber in meiner Führungstätigkeit sieht jeder Tag anders aus, weht der Gegenwind stets aus neuer Richtung. Sind die Hürden und Täler, die es morgen zu überwinden gilt heute noch nicht einmal vorhanden.

Die wahre Kunst des erfolgreichen Führens liegt doch nicht im Wiederholen von Handlungsmustern! Wie viele Bücher und Seminare habe ich nicht schon über Leadership gelesen und besucht. Was dort gelehrt wird hilft mir in der Praxis nur selten. Am Reißbrett lassen sich die Ressourcen „Zeit“ und „Mensch“ gut planen. Die Techniken zur Konfliktbewältigung oder zum Umgang mit Veränderungen mögen ja gut und schön sein. Letztendlich gilt, was ich sage. Und es verändert sich was ich sage mit den Umständen. Für mich beginnt echte Führung dort, wo das Training aufhört – ja vielleicht niemals hinkommt. In der Spontaneität des Momentes, in der Aktion. Vielleicht kommen die Begriffe Inspiration, Intuition und Improvisation meinem Führungsstil näher als eine „klassische“ Führungs-Typologie dazustellen vermag, die etwa autoritäre, kooperative oder patriarchale Stile unterscheidet. Ich will fair bleiben: Eine Zeit lang waren solche Leadership-Konzepte und ihre Handlungs-Rezepte durchaus als Reflexionshilfen brauchbar, haben mein Selbstbewusstsein gehoben und Horizonterweiterung oder einfach die Gelegenheit zum Atemholen und Austauschen mit Kollegen geboten.Training und Coaching haben mir andere Sichtweisen und unbekannte Methoden eröffnet. Vielleicht haben sie mich ein Stück weit offener gemacht und mir in schwierigen Phasen den Rücken gestärkt. Aber was bleibt unterm Strich? In der Praxis hilft keine graue Theorie. Dafür ist keine Zeit.

Diese Zeit ist meine Zeit. Und sie verlangt nach mehr. Nach mir.

Der Mensch und das Meer

Der Unplanbarkeit jeden Tages begegne ich so wie ich bin. Ich blocke Unnötiges ab, scanne jede Minute nach Nützlichem, schmiede Brücken in eine tragfähige Zukunft, spanne ein Netzwerk gegenseitiger Verbindlichkeit. Ich entscheide, was geschieht. Das „Wie“ und das „Umsetzen“ überlasse ich anderen. Meine Aufgabe ist es, dieses Schiff sicher durch das unergründliche Meer des Lebens zu manövrieren. Das Meer gibt die Wellen vor, Strömung und Wind helfen oder bremsen. Ich steuere Schatzinseln an, lege an Werften an, nehme Proviant auf. Halte die Mannschaft bei Laune, gebe den Kurs vor und erzähle Geschichten von lohnenswerten Mühen, um verheißungsvolle Ziele zu erreichen. All das verlangt nach Kreativität. Ich kreiere Bilder einer Wirklichkeit, die vorher nicht da waren. Das Meer, der Wind, die Werften sind vorhanden. Weg, Ziele und Schätze male ich wie Landschaften in ein blaues Bild. Menschen, die mir andere Geschichten erzählen, höre ich an – bis ich weiß, ob darin eine Pointe liegt, die ich für die Verfeinerung meines Werkes verwenden kann. Menschen, die andere Bildern verfolgen oder von Unstimmigkeiten in meinem Bild fantasieren, Menschen die nicht in der Lage sind, mein Werk überhaupt zu sehen, will ich nicht um mich haben. Ich brauche Leute, die umsetzen, die tun. Die willens und fähig sind, in meinem Bild die Kraft der Wirklichkeit zu spüren und die es dann durch ihre Arbeit wirklich werden lassen. Ich verstehe gut, warum man „an der Spitze einsam ist“. Bist Du menschlich, wirst Du von den Seeungeheuern, die Dich umgeben und Dir unheimlicher Weise unheimlich nahe stehen, zum Frühstück gefressen. Die Menschen in meiner Umgebung sind keine Jammerer, greifen durch, treiben an und wehren ab. Es sind erfahrene Seeleute, abgehärtet, unerschütterlich, dickhäutig. Das ist es, was ich suche, das ist es, was ich brauche. Da zählt nur die Erfahrung, da hilft schon lange kein Training mehr.

Natural Born Leader

Ja, wir Erfolgreichen halten unseren Kurs zwischen unseren Bedürfnissen und den Notwendigkeiten. Wir wollen genießen, uns umgeben mit wem wir wollen, uns erleben als wen wir wollen. Daneben sind die Kinder standesgemäß zu versorgen, die Häuser zu erhalten, die Verbindlichkeiten zu bedienen. Für die optimale Kursführung ist essenziell, den Schein des Gewinnens überzeugend zu wahren, die Story des Erfolges überwältigend zu erzählen. Natürlich zählen auch die Zahlen – doch wie man von ihnen erzählt, ist ausschlaggebend für die eigene Erfolgsgeschichte. Was für mich noch zählt? Dass mir niemand etwas erzählen kann. Dass meine Geschichten so erzählt werden, wie ich es will. Meine Erfahrung ist der Schild gegen die zahlenmäßig stets steigende Übermacht der Jugend. Ich umschiffe Klippen, die ihnen zum Verhängnis werden, weil ich weiß, wo sie sind und wie man das Schiff steuert. Ich platziere die eine und die andere Seemine. Ich gerate nicht in Untiefen, weil ich sie schon von Weitem erkenne, ich bin ja schon einige Male aufgelaufen, weit in der Vergangenheit. Ich habe einen gesunden Respekt aber keine Angst vor Stürmen und weiß jede Windrichtung zu nutzen. Ich nehme jeden Anflug von Meuterei an der Haltung meiner Mannschaft wahr, an ihren Gesichtsausdrücken. Ich weiß, welche Knöpfe ich drücke, um sie bei Laune zu halten.

Was für mich von Wert ist? Mir diese Frage nicht erst stellen zu müssen, da ich bereits lebe, was mir wichtig ist. Anderen kann ich jederzeit eine eloquente Antwort darauf geben, je nachdem was gerade im Vordergrund steht. Ich führe ja nicht nur Mitarbeiter, ich bin ein Vor-Bild der Gesellschaft. „Je mehr Freiheit, desto mehr Verantwortung“ pflege ich immer zu sagen…

Und wie viel Führungs-Kraft steckt in Ihnen?

In dieser Blogstory geht es um erfolgreiche Führung aus dem Blickwinkel der Praxis. Die Aussagen basieren auf Gesprächen mit Führungskräften – wohlgemerkt Entscheidern, nicht operativ tätigen Managern – aus verschiedenen Branchen. Es handelt sich um eine Zusammenfassung von Aussagen internationaler Unternehmensführer, Gründer weltweit bekannter Firmen bis hin zu Chefs mittelständischer Betriebe. Die Wertfreiheit in der Formulierung dient dem optimalen Nachvollzug. Das Thema ist die Haltung eines Führenden: Zu Steuern ist sein Leben, er stellt seine Rolle nicht in Frage – sie ist die Basis seines Seins.

Lesen Sie nächste Woche mehr über RADIATOREN: Das sind die mit der Strahlkraft, die Erfolg schafft.

Success Story No 3 – RADIATOR: Samstag, 21.03.2015, 10.00

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