SUPER SIMPLE SOLUTION No 26 – BeziehungsWeiser

In der Beziehungsfalle

Es gibt viele Anzeichen dafür, dass eine Beziehung einfach nicht klappen will. Ständige Missverständnisse, unangenehme Unverbindlichkeit, lästiges Misstrauen oder berechenbare Unzuverlässigkeit sind nur einige davon. Auch am Menschen selbst kann man die fehlende Begeisterung für eine Beziehung leicht erkennen: Auf der geistigen Ebene gibt es dann kaum Fragen, kaum Austausch, kaum Interesse für den anderen. Auf der Gefühlsebene zeigt sich eine gewisse Kälte, eine dauerhafte Distanz, jeder bleibt in seinem geschützten Eigenraum. Die Partner freuen sich nicht von Herzen darauf, einander zu sehen. Es wird nicht über die eigenen Gefühle gesprochen und es werden kaum gefühlvolle Zeichen gesetzt oder zweisame, romantische Aktivitäten geplant. Auch im Körperlichen gibt es dann wenig einfühlsame Begegnungen, selten liebevollen Körperkontakt, kaum ein echtes Lächeln oder tiefe Augen-Blicke.

Die Grundfrage: Was will ich eigentlich?

Eine Möglichkeit, warum Menschen einfach nicht langfristig miteinander können, sind ihre unterschiedlichen Erwartungen. Die einen suchen vielleicht die/den Mutter/Vater ihrer Kinder, wollen eine Familie aufbauen, quasi das „ganze Paket“, bis zum gemeinsamen „Haus und Hund“. In diesem Fall müssen die Vorstellungen beider über die gemeinsame Zukunft zusammenpassen. Tun sie dies nicht, dann „funkt“ es einfach nicht langfristig. Da können sich zwei Menschen noch so gut verstehen. Eine solche Beziehung, die auf gemeinsamen Zukunftsvorstellungen und dem gemeinsamen Funktionieren in der Welt beruht, nenne ich Funktionsbeziehung.

Andere wollen eher die schönen Seiten des Lebens mit einem Partner teilen: Essen, Trinken, Sex, Spaß, Unterhaltung, Kunst und Kultur, Reisen etc. Sie suchen dann so etwas wie einen Spielgefährten fürs Leben. Ich nenne diese Form der Beziehung eine Bedürfnisgemeinschaft, weil gemeinsam die eigenen Bedürfnisse gestillt werden.

Und Dritte wollen vielleicht alles das – und mehr: Sie wollen miteinander durch Dick und Dünn, wollen sich selbst verändern und miteinander wachsen können. Diese Menschen möchten eine Entwicklungsgemeinschaft. Hier werden etwa Streit und Spannung zum aneinander Lernen genutzt. Solche Partner machen mit einander einen Prozess durch und werden durch die Erfahrungen letztlich reifer. Auch das Gefühl der Verbundenheit steigt, während sich jeder einzelne mit den anstehenden Themen auseinandersetzt und die Verantwortung für seine Handlungen und Gefühle übernimmt.

Manch anderen ist aber genau das, dieses „Darüber-Reden“ oder das Selbstreflektieren ein Gräuel. Manche wollen keine Familie gründen, ja nicht einmal zusammen wohnen. Dritten ist das „nur Spaß miteinander haben“ einfach „zu wenig“.

Wissen wir, welche Form von Beziehung wir selbst wollen, so können wir besser erkennen, warum ein anderer nicht zu uns passt. Oft suchen wir in einem Partner auch einen „alten“ Typus Mann oder Frau zu finden, einen, den wir unseren Eltern gewünscht hätten oder der gar ähnlich wie ein Elternteil ist. Wenn uns die unterschiedlichen Erwartungen an eine Beziehung bewusst werden und wir uns von alten, nicht mehr passenden Vorstellungen lösen können, fangen wir an, für andere Menschen offener zu werden, die eher unserem Innersten entsprechen. Voraussetzung dafür ist auch, dass wir in Anwesenheit des anderen zu 100% wir selbst sein können – und es auch sind.

Ist es der/die Richtige? Ein Tipp für alle Fälle

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob es mit Ihrem aktuellen Partner „nicht doch noch etwas wird“, so suchen Sie am besten zunächst nach Gemeinsamkeiten in ihren Vorstellungen und Bedürfnissen (siehe die drei Gemeinschaftsformen oben: will der andere eine Funktions-, Bedürfnis- oder Entwicklungsgemeinschaft – und was wollen Sie?). Sind gemeinsame Ziele nur marginal vorhanden, dürfte es auf Dauer schwierig miteinander werden. Finden Sie jedoch eine gewisse Basis an ähnlichen Werten und Wünschen, dann sehen Sie sich genau an, welche prinzipiellen Unterschiede in ihren Vorstellungen vorhanden sind. Nicht, um sie zu ändern, sondern um sie zu nutzen. Beispielsweise, indem Sie vorhandene Differenzen als wiederkehrenden Grund für Spannungen und Aufregungen anerkennen. Auch Reibungswärme lässt sich nutzen, am einfachsten ist sie durch körperliche Nähe abzubauen. Aber auch die Erweiterung des eigenen Horizonts durch geistigen Austausch bietet sich an, wobei nicht das Recht-haben, sondern das Verstehen im Mittelpunkt stehen sollte. Respektieren Sie die Vorlieben des anderen auch in Bezug auf seine Nähe- und Distanzbedürfnisse (etwa wenn der andere „seine Ruhe“ möchte und Sie seine Nähe suchen). Wenn Sie all das getan haben, fragen Sie sich: Will ich ganz ich selbst sein in dieser Beziehung, will ich mich öffnen und zeigen, was in mir vorgeht?

Sehen Sie, ob dieses auf-den-anderen-Eingehen Sie einander vertrauter macht und sich die Beziehung vertieft – oder ob Ihr Gefühl und Ihr Körper Ihnen signalisieren, von der Beziehung Abstand zu nehmen, weil Ihre Vorstellungen, Bedürfnisse oder Entwicklungswünsche zu kurz kommen…

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Wünschen Sie Menschen in Ihrem Umfeld ein besseres Miteinander, eine wunder-volle Partnerschaft?

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SUPER SIMPLE SOLUTION No 25 – Wie Wünsche Wahr Werden

Wünschel-Route

Welchen Weg müssen wir gehen, damit sich unsere Wünsche erfüllen, jetzt wo es das Christkind doch schon etwas länger nicht mehr gibt (schade eigentlich)? Was oder wer bestimmt, ob unsere Wünsche Wirklichkeit werden? Sollen wir es mithilfe des Gesetzes der Resonanz versuchen, also indem wir die Schwingung unseres Bedürfnisses mit der Schwingung einer andernorts vorhandenen Überfülle zu vereinen suchen? Sollen wir auf den günstigen Zufall hoffen oder ist doch eher das Schicksal der Vater aller Wunscherfüllung? Sollte gar die sagenumwobene Synchronizität die Mutter aller Verwirklichungskräfte sein? Mit ihr ist jene gleichzeitige und gegenseitige Verstärkung von menschlicher Fokussierung, sowie räumlichen, zeitlichen und situativen Gegebenheiten gemeint, die zu schwer nachvollziehbaren komplexen Ursache-Wirkungs-Interferenzen führt. Klingt alles samt irgendwie kompliziert, oder?

Ist denn wirklich wichtig, wodurch unsere Wünsche in die Realität transferiert werden? Ja, es ist. Denn wozu sollte ein Wunsch gut sein, wenn er unserer Kontrolle entrinnen, unserer berechtigten Hoffnung entfleuchen kann und wir letzten Endes enttäuscht werden? Wäre es unter diesen Umständen nicht viel einfacher, „einfach wunschlos glücklich“ zu sein, weil wir uns damit viele Frustrationen ersparen würden – und uns das Leben quasi aus dem Nichts heraus eines ums andere Mal positiv überraschen könnte? Nein, wäre es nicht. Wir sind Menschen, uns liegt das Hoffen, Wünschen und Sehnen im Blut, in den Genen: Wir streben nach mehr, nach angenehmer, weiter, schöner, gescheiter, jünger, besser, anders, nach unerreichbar. Wünschen ist wichtig, gerade weil wir unsere Wünsche niemals völlig befriedigen können. Unsere Unzufriedenheit ist eine starke Triebfeder für Entwicklung, für Neugierde. Die Spannung macht Lust auf Lösung, die Leere ruft nach der Fülle. Die Fülle schreit nach mehr, nach anders. Nicht nur zu Weihnachten. Aber wie sollen wir richtig wünschen, sodass wir nicht enttäuscht, sondern erfüllt, beglückt und überaus angenehm überrascht werden, und zwar immer wieder?

Der Weihnachtsmann oder das Christkind

Wer – wenn schon nicht was, also welche Methode – ist eigentlich für die Wunscherfüllung zuständig? Ist der Staat verpflichtet, alle seine Bürger lebensfähig zu erhalten? Sind die Eltern dazu verpflichtet, Kindern alle Träume zu erfüllen? Muss der Partner den Vorstellungen seines Gegenübers entsprechen? Wer macht uns froh und zufrieden und: muss er/sie das?

Auf diese Frage gibt es zweierlei Antworten, beide machen uns zumindest auf den ersten Blick nicht unbedingt rundum happy. Erstens: Es sind andere Menschen und ganze Systeme für das höchsteigene Wohl zuständig. Das ist schön, wenn diese die Verantwortung tatsächlich übernehmen. Es macht uns jedoch zugleich hochgradig abhängig von ihnen. Zweitens: Wir sind es selbst, die für unser Wohl und Weh zuständig sind. Das macht die Wunscherfüllung planbarer und überschaubarer, aber der Zufallseffekt ist wohl eher limitiert, ebenso wie alles, das außerhalb unseres naheliegenden Wirkungskreises aktiviert werden müsste. Und es ist durchaus befriedigend, Ziele zu erreichen, sich Geschenke zu kaufen, Wohnträume zu verwirklichen. Fühlt sich alles gut und richtig an, sofern es uns gelingt, unsere Vorstellungen in die Realität umzusetzen. Viel zu oft hinterlassen aber gerade die hart erarbeiteten Ziele eher das schale Gefühl eines abgehakten Etappenziels auf dem Weg ins Nirgendwo. Wie also richtig wünschen?

Wunscherfüllung, aber richtig

Praktisch wäre folgende Einstellung:

Nichts von anderen erwarten und sich über alles freuen, was da kommt.

Alles von sich selbst erwarten und sich stets wundern, wenn es anders kommt.

Aber wer lebt schon so? Erwarten wir nicht immer mehr von anderen, als diese uns bieten oder liefern (können)? Das Resultat sind wiederkehrende Ent-Täuschungen. Und erwarten wir andererseits nicht meist mehr von uns selbst, als wir in der Lage sind zu erfüllen? Wobei uns das meist sauer auf uns selbst macht. Beides, die Frustration und die Unzufriedenheit mit oder sogar Wut auf sich selbst und andere, sind Gefühlszustände, die weitab von der wunschverwirklichenden Strahlkraft liegen, wie sie etwa in „The Secret“ beschrieben wird. Spüre dein Wunschziel in dir – dann geht es in Erfüllung, magisch angezogen durch deine Ausstrahlung. Hach schön wär‘s. Denken wir aber beim Wünschen versehentlich eher an den Mangel als an das Ziel (und das geschieht leider viel zu oft), dann wird das Mangelbewusstsein gestärkt und uns zu noch mehr Mangelzustand führen (in beiden Fällen wirkt das „Gesetz der Bestätigung eigener Vorannahmen“, vulgo: die selffulfilling-prophecy). Wünschen wir uns mehr Geld oder endlich den richtigen Partner? Schwupps, schon sind wir in der Mangelfalle. Tun wir hingegen so, als hätten wir alles Geld der Welt, werden sich voraussichtlich unsere Schulden erhöhen. So will das mit dem Wünschen irgendwie nicht klappen.

Was wirklich wirkt

Wollen wir ein Leben in der Fülle, im Wohlgefühl mit uns selbst und der Welt führen, dann gilt es, diesen Zustand in uns selbst herzustellen. Punkt. Alles andere, also Wunscherfüllung und Wohlgefühl von außen und anderen und in Form bestimmter Dinge ist ein Geschenk, das wir dankbar annehmen oder ablehnen können. Hilfreich dabei ist es anzuerkennen, dass der Mensch nicht auf dauerhafte Zufriedenheit und Glücks-Hochs gepolt ist. Wir leben recht gut und vor allen gewohnheitsmäßig in der Qualität des Auf und Ab, des Angenehmen und Unangenehm, des Kalt-Warm. Ohne das eine wäre das Erkennen und Wahrnehmen des anderen gar nicht möglich. Wären wir keine Wesen der Polarität, der Hochs und Tiefs, dann würden wir in der ewigen Mitte, in der reinen Gelassenheit, in der völligen Unberührbarkeit verweilen. Seien wir uns ehrlich, wer will das schon? Also: Rein in die breite Farbpalette des Lebens, der Gefühle, des Wünschen und Sehnens, Freuen und wieder Loslassens.

In einem Zustand der erwartungsfreien Offenheit wird es möglich, so tief in sich hinein zu spüren, dass wir herausfinden, was wir gerade brauchen, nicht was wir wollen. Unsere Wünsche verdecken unsere Bedürfnisse nur allzu oft. Wir können mit etwas Einfühlung auch leicht erkennen, welche unsere ureigenen Wünsche sind und welche wir von anderen übernommen haben (von Menschen aus unserer Vergangenheit, aus Medien, von unserer Umgebung). So viele Wünsche gehören uns gar nicht. Welch unglaubliche Erleichterung!

Wir können uns in dieser frischen Unvoreingenommenheit dazu entscheiden, den Wunsch eines anderen Menschen für ihn wirklich werden zu lassen – wir sind dann sein Christkind, Schicksal, Zufallsmoment. Wir müssen aber nicht. Früher oder später führt ein solches Handeln zur Erfahrung, dass das eigene Wünschen reiner, schöner Selbstzweck sein kann. Das Wünschen selbst macht dann Freude, unabhängig von der Form oder der Art und Weise der Wunscherfüllung: Im Spagat zwischen dem tatsächlich Machbaren (etwa einem Wochenende in einem schönen Hotel) und dem idealen, unerreichbaren Zielbild (beispielsweise einem Schloss in Südfrankreich) liegt ein freudvolles Reich an Möglichkeiten und Varianten, die Palette der Annäherung und Distanzierung vom Idealwunsch auszukosten. Sich für keine Möglichkeit zu verschließen („das geht ja eh nicht“) und sich an keine Variante zu klammern („Es muss unbedingt das Wasserschloss an der Loire sein“) hält uns im prickelnden Zwischenraum des Aussichtsreichen, ohne in die Sehnsucht des Abwesenden zu kippen. Hier, in diesem Zwischenreich mit 360 Grad Panoramablick in alle Realisierungsrichtungen erleben wir das Wünschen als Wunder-voll. Hier macht es tatsächlich nur Spaß und liefert fruchtbare Inspirationen für den tagträumenden Alltag und für die vorfreudige Planung der tatsächlichen Zukunft. Wunsch-voll glücklich lächeln wird dann aus der Fülle des Abwesenden, Vorgestellten und Realisierten heraus – alles und mehr kann kommen, so oder anders…