SPECIAL SCREEN SCRIPT 20: WIR SIND EUROPA(STAATSPREIS)!

Danke

Einen Preis verliehen zu bekommen ist definitiv etwas Besonderes. Ihn für eine Truppe engagierter Menschen für einen gute Zweck übernehmen zu dürfen, sogar tatsächlich eine große Ehre. Stolz erfüllt mich, nicht weil ich den in der Tat physisch durchaus mächtigen Preis (er)halten darf, sondern vielmehr, weil sich für europa.cafe so viele Freiwillige zusammengefunden haben, um in der Welt da draußen einen Unterschied zu machen.

Für alle, die nicht wissen warum und wozu es für uns einen Preis gab: Das europa.cafe ist eine Initiative von und für BürgerInnen, die strikt non-profit orientiert ist und von ehrenamtlichem Engagement lebt. Ein eigens zu einem mobilen europa.cafe umgebautes Kleinfahrzeug ermöglicht einen österreichweiten BürgerInnen-Dialog zu Europa. So können Gesprächssituationen über Europa dort stattfinden, wo die Menschen tatsächlich sind. Sie müssen nicht extra zu einer Diskussionsveranstaltung gehen – zu der sie vielleicht nie gegangen wären – und sie bekommen einen persönlichen guten Eindruck von Menschen, die sich pro-europäisch einsetzen. Bei einer guten Tasse Kaffee lässt es sich zudem ohne moralischem Zeigefinger ganz entspannt diskutieren. Freiwillige laden PassantInnen zu einem Gespräch über Europa ein, hören zu, nehmen Hoffnungen und Bedenken ernst und reden darüber, was Europa für sie ausmacht. Auch geben sie Auskunft darüber, wie Europa eigentlich funktioniert – wenn das gewünscht wird.

Das Konzept hinter dem Projekt lautet „Europa ist auch Dein Kaffee!“. Meiner Meinung nach gibt es kein Europa ohne Europäische BürgerInnen. Dazu ist wichtig, dass wir alle uns als solche verstehen (lernen) und die gemeinsame Verantwortung für eine gelingende Zukunft übernehmen (lernen). Das gesamte Projekt wurde von Daniel Gerer, Leiter von Europe Direct Wien, und mir entwickelt. Es ist der Zusammenarbeit von Europe Direct Wien, dem Europe Direct Netzwerk Österreich und vielen pro-europäischen NGOs zu verdanken, dass europa.cafe den Europa-Staatspreis 2018 erhalten hat. Einen der wichtigsten Beiträge, nämlich das Stellen von Freiwilligen für die Diskussionen auf der Strasse, haben die Jungen Europäischen Förderalisten und ihre Mitgliedsorganisationen AIESEC, Europäisches Jugendparlament und DebattierKlub geleistet.

Bitte

Es ist schlichtweg fatal, wenn sich die europäische Bevölkerung als Opfer und als durch „die EU“ fremdbestimmt empfindet,

  • ohne zu verstehen, wie das gemeinsame Europa eigentlich genau funktioniert
  • ohne anzuerkennen, dass alle Staaten zusammen „die EU“ ausmachen, und
  • ohne etwas dazu beizutragen, Europa aktiv nach ihrem Wunsch zu gestalten.

Unsere Ziele liegen daher im Fördern von Verständnis und Identifikation für und mit Europa. Wir bieten bei einem Becher Kaffee unaufdringlich Hilfestellung zur Entwicklung eines Europäischen Selbstverständnisses und unterstützen die Selbst- und Mitverantwortung für unser Europa durch seine/ihre BürgerInnen. Wobei es nicht darum gehen kann, „die EU“ zu bewerben oder zu verteidigen. Jedes große Projekt ist in einem ständigen Prozess der Weiterentwicklung zu verstehen. Und wir können dabei helfen, etwas Gutes daraus zu machen oder das im Werden Begriffene für egozentrische Zwecke missbrauchen, konstruktive Schritte blockieren und bisher Erlangtes zerstören. Wir BürgerInnen bestimmen massiv mit, welcher Weg beschritten wird. Wir treffen sprichwörtlich die Wahl.

Es sind auch die einfach hingenommene Selbstverständlichkeit eines funktionierenden gemeinsamen Europas oder die unreflektierte Ignoranz der gemeinsamen Herausforderungen, ein vielfach  gewohnheitsmäßig aus dem Umfeld übernommenes Gefühl der Abwehr oder das Misstrauen gegen ein „neues“ größeres Ganzes sowie die Einfachheit des „Feindbildes EU“, dem man alle unangenehmen Entwicklungen in die Schuhe schieben kann, denen mit fundierter Information und positiver Emotion entgegenzutreten sind. Es geht um unsere Welt, unser Europa, unseren Lebensraum, unser gutes Miteinander, unsere gemeinsame Zukunft! Europa braucht uns Europäische BürgerInnen.

Für unser gemeinsames Europa einzutreten ist nicht nur der Drive für dieses Projekt, sondern auch noch für viele weitere, etwa im Rahmen einer neuen Initiative namens Europe United, der ich vorstehen darf (check it out: www.europeunited.eu)….

Und überhaupt…

Meine Motivation in der Europafrage aktiv zu werden, resultiert aus der Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre. Wir alle, jeder einzelne von uns, scheinen schon seit einigen Jahre zunehmend an einem Scheideweg zu stehen – die gesellschaftliche Spaltung zeugt eindrucksvoll bei jeder Wahl von dieser Entwicklung:

Entweder wir sind für einen Regress, etwa den Rückschritt zur Nation, für die Abschottung von der Welt, für die Ignoranz von Leid oder gar für Gewaltanwendung zur Abwehr von Neuem und (menschlich) Notwendigem. So landen wir auf Dauer (wieder) in einer Welt, die nach dem Motto „jeder gegen jeden“ funktioniert.

ODER wir sind für Progress, für Weiter-Entwicklung, in Offenheit, mit einer Haltung der Konstruktivität und Lösungsorientierung – und treten so für ein Miteinander und eine gemeinsame Zukunft ein.

Das scheint heute die fundamentale Grundsatzentscheidung zu sein, die die Geister scheidet. Regress oder Progress. Wir haben die Wahl. Und genau diese Wahl bewusst zu treffen, Menschen zur aktiven Auseinandersetzung anzuregen, damit sie verstehen, dass sie

  1. eine Wahl haben und
  2. was diese Wahl für die Gegenwart und die Zukunft bedeutet – für die Rahmenbedingungen, in denen wir alle leben, für unsere tägliche Lebenswelt –

treibt meinen freiwilligen Einsatz für Europa an.

…jetzt aber!

Wir alle sind Europa, das muss uns bewusst sein.

Wir bestimmen, in welcher Welt wir leben wollen, welche Rahmenbedingungen wir zulassen, und diese Verantwortung sollten wir, die Europäischen BürgerInnen, offenen Auges annehmen.

Handeln wir danach.

 

Inhalte aus Interviews im Zuge der Preisverleihung zum Europa-Staatspreis 2018, am 16.10.2018 im Österreichischen Außenministerium

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SUPER SIMPLE SOLUTION No 25 – Wie Wünsche Wahr Werden

Wünschel-Route

Welchen Weg müssen wir gehen, damit sich unsere Wünsche erfüllen, jetzt wo es das Christkind doch schon etwas länger nicht mehr gibt (schade eigentlich)? Was oder wer bestimmt, ob unsere Wünsche Wirklichkeit werden? Sollen wir es mithilfe des Gesetzes der Resonanz versuchen, also indem wir die Schwingung unseres Bedürfnisses mit der Schwingung einer andernorts vorhandenen Überfülle zu vereinen suchen? Sollen wir auf den günstigen Zufall hoffen oder ist doch eher das Schicksal der Vater aller Wunscherfüllung? Sollte gar die sagenumwobene Synchronizität die Mutter aller Verwirklichungskräfte sein? Mit ihr ist jene gleichzeitige und gegenseitige Verstärkung von menschlicher Fokussierung, sowie räumlichen, zeitlichen und situativen Gegebenheiten gemeint, die zu schwer nachvollziehbaren komplexen Ursache-Wirkungs-Interferenzen führt. Klingt alles samt irgendwie kompliziert, oder?

Ist denn wirklich wichtig, wodurch unsere Wünsche in die Realität transferiert werden? Ja, es ist. Denn wozu sollte ein Wunsch gut sein, wenn er unserer Kontrolle entrinnen, unserer berechtigten Hoffnung entfleuchen kann und wir letzten Endes enttäuscht werden? Wäre es unter diesen Umständen nicht viel einfacher, „einfach wunschlos glücklich“ zu sein, weil wir uns damit viele Frustrationen ersparen würden – und uns das Leben quasi aus dem Nichts heraus eines ums andere Mal positiv überraschen könnte? Nein, wäre es nicht. Wir sind Menschen, uns liegt das Hoffen, Wünschen und Sehnen im Blut, in den Genen: Wir streben nach mehr, nach angenehmer, weiter, schöner, gescheiter, jünger, besser, anders, nach unerreichbar. Wünschen ist wichtig, gerade weil wir unsere Wünsche niemals völlig befriedigen können. Unsere Unzufriedenheit ist eine starke Triebfeder für Entwicklung, für Neugierde. Die Spannung macht Lust auf Lösung, die Leere ruft nach der Fülle. Die Fülle schreit nach mehr, nach anders. Nicht nur zu Weihnachten. Aber wie sollen wir richtig wünschen, sodass wir nicht enttäuscht, sondern erfüllt, beglückt und überaus angenehm überrascht werden, und zwar immer wieder?

Der Weihnachtsmann oder das Christkind

Wer – wenn schon nicht was, also welche Methode – ist eigentlich für die Wunscherfüllung zuständig? Ist der Staat verpflichtet, alle seine Bürger lebensfähig zu erhalten? Sind die Eltern dazu verpflichtet, Kindern alle Träume zu erfüllen? Muss der Partner den Vorstellungen seines Gegenübers entsprechen? Wer macht uns froh und zufrieden und: muss er/sie das?

Auf diese Frage gibt es zweierlei Antworten, beide machen uns zumindest auf den ersten Blick nicht unbedingt rundum happy. Erstens: Es sind andere Menschen und ganze Systeme für das höchsteigene Wohl zuständig. Das ist schön, wenn diese die Verantwortung tatsächlich übernehmen. Es macht uns jedoch zugleich hochgradig abhängig von ihnen. Zweitens: Wir sind es selbst, die für unser Wohl und Weh zuständig sind. Das macht die Wunscherfüllung planbarer und überschaubarer, aber der Zufallseffekt ist wohl eher limitiert, ebenso wie alles, das außerhalb unseres naheliegenden Wirkungskreises aktiviert werden müsste. Und es ist durchaus befriedigend, Ziele zu erreichen, sich Geschenke zu kaufen, Wohnträume zu verwirklichen. Fühlt sich alles gut und richtig an, sofern es uns gelingt, unsere Vorstellungen in die Realität umzusetzen. Viel zu oft hinterlassen aber gerade die hart erarbeiteten Ziele eher das schale Gefühl eines abgehakten Etappenziels auf dem Weg ins Nirgendwo. Wie also richtig wünschen?

Wunscherfüllung, aber richtig

Praktisch wäre folgende Einstellung:

Nichts von anderen erwarten und sich über alles freuen, was da kommt.

Alles von sich selbst erwarten und sich stets wundern, wenn es anders kommt.

Aber wer lebt schon so? Erwarten wir nicht immer mehr von anderen, als diese uns bieten oder liefern (können)? Das Resultat sind wiederkehrende Ent-Täuschungen. Und erwarten wir andererseits nicht meist mehr von uns selbst, als wir in der Lage sind zu erfüllen? Wobei uns das meist sauer auf uns selbst macht. Beides, die Frustration und die Unzufriedenheit mit oder sogar Wut auf sich selbst und andere, sind Gefühlszustände, die weitab von der wunschverwirklichenden Strahlkraft liegen, wie sie etwa in „The Secret“ beschrieben wird. Spüre dein Wunschziel in dir – dann geht es in Erfüllung, magisch angezogen durch deine Ausstrahlung. Hach schön wär‘s. Denken wir aber beim Wünschen versehentlich eher an den Mangel als an das Ziel (und das geschieht leider viel zu oft), dann wird das Mangelbewusstsein gestärkt und uns zu noch mehr Mangelzustand führen (in beiden Fällen wirkt das „Gesetz der Bestätigung eigener Vorannahmen“, vulgo: die selffulfilling-prophecy). Wünschen wir uns mehr Geld oder endlich den richtigen Partner? Schwupps, schon sind wir in der Mangelfalle. Tun wir hingegen so, als hätten wir alles Geld der Welt, werden sich voraussichtlich unsere Schulden erhöhen. So will das mit dem Wünschen irgendwie nicht klappen.

Was wirklich wirkt

Wollen wir ein Leben in der Fülle, im Wohlgefühl mit uns selbst und der Welt führen, dann gilt es, diesen Zustand in uns selbst herzustellen. Punkt. Alles andere, also Wunscherfüllung und Wohlgefühl von außen und anderen und in Form bestimmter Dinge ist ein Geschenk, das wir dankbar annehmen oder ablehnen können. Hilfreich dabei ist es anzuerkennen, dass der Mensch nicht auf dauerhafte Zufriedenheit und Glücks-Hochs gepolt ist. Wir leben recht gut und vor allen gewohnheitsmäßig in der Qualität des Auf und Ab, des Angenehmen und Unangenehm, des Kalt-Warm. Ohne das eine wäre das Erkennen und Wahrnehmen des anderen gar nicht möglich. Wären wir keine Wesen der Polarität, der Hochs und Tiefs, dann würden wir in der ewigen Mitte, in der reinen Gelassenheit, in der völligen Unberührbarkeit verweilen. Seien wir uns ehrlich, wer will das schon? Also: Rein in die breite Farbpalette des Lebens, der Gefühle, des Wünschen und Sehnens, Freuen und wieder Loslassens.

In einem Zustand der erwartungsfreien Offenheit wird es möglich, so tief in sich hinein zu spüren, dass wir herausfinden, was wir gerade brauchen, nicht was wir wollen. Unsere Wünsche verdecken unsere Bedürfnisse nur allzu oft. Wir können mit etwas Einfühlung auch leicht erkennen, welche unsere ureigenen Wünsche sind und welche wir von anderen übernommen haben (von Menschen aus unserer Vergangenheit, aus Medien, von unserer Umgebung). So viele Wünsche gehören uns gar nicht. Welch unglaubliche Erleichterung!

Wir können uns in dieser frischen Unvoreingenommenheit dazu entscheiden, den Wunsch eines anderen Menschen für ihn wirklich werden zu lassen – wir sind dann sein Christkind, Schicksal, Zufallsmoment. Wir müssen aber nicht. Früher oder später führt ein solches Handeln zur Erfahrung, dass das eigene Wünschen reiner, schöner Selbstzweck sein kann. Das Wünschen selbst macht dann Freude, unabhängig von der Form oder der Art und Weise der Wunscherfüllung: Im Spagat zwischen dem tatsächlich Machbaren (etwa einem Wochenende in einem schönen Hotel) und dem idealen, unerreichbaren Zielbild (beispielsweise einem Schloss in Südfrankreich) liegt ein freudvolles Reich an Möglichkeiten und Varianten, die Palette der Annäherung und Distanzierung vom Idealwunsch auszukosten. Sich für keine Möglichkeit zu verschließen („das geht ja eh nicht“) und sich an keine Variante zu klammern („Es muss unbedingt das Wasserschloss an der Loire sein“) hält uns im prickelnden Zwischenraum des Aussichtsreichen, ohne in die Sehnsucht des Abwesenden zu kippen. Hier, in diesem Zwischenreich mit 360 Grad Panoramablick in alle Realisierungsrichtungen erleben wir das Wünschen als Wunder-voll. Hier macht es tatsächlich nur Spaß und liefert fruchtbare Inspirationen für den tagträumenden Alltag und für die vorfreudige Planung der tatsächlichen Zukunft. Wunsch-voll glücklich lächeln wird dann aus der Fülle des Abwesenden, Vorgestellten und Realisierten heraus – alles und mehr kann kommen, so oder anders…