SUPER SIMPLE SOLUTION No 23 – Jenseits von Gut und Böse

Gegensätze ziehen sich aus

Trump und Clinton – 2 Pole auf einem Kontinuum von Gut und Böse? Oder beide am „Negativ“-Pol, wie als „die Wahl zwischen Pest und Cholera“ oft in den sozialen Medien vergangener Wochen beschrieben? Aber wer gilt überhaupt als wirklich „gut“ heutzutage? Für die einen vielleicht Bernie Sanders oder Michelle Obama, für die anderen augenscheinlich Viktor Orban oder Recep Erdogan. Der Erfolg der jeweils „anderen“ ist für die „einen“ einfach unglaublich. Wie kann sich diese enorme Spanne zwischen „Gut“ und „Böse“ in unseren Köpfen bloß ausgehen? Wie kann eine(r) für die einen „Gut“ geheißen werden, während er/sie für die anderen absolut „Böse“ wirkt? Warum ist die Bevölkerung so gespalten? Wie kann es sein, dass die Meinungen der Menschen derartig unterschiedlich sind? Die Gesellschaft wirkt zerrissen zwischen Optimisten und Pessimisten, zwischen Progressiven und Konservativen, zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Offenheit und Mauern, zwischen „der Welt“ und „der Heimat“. Und je klarer sich die Pole positionieren, umso offenbarer werden die Werteunterschiede, die Lebensweltunterschiede, die emotionalen Unterschiede. Gegensätze ziehen einander aus, sie machen den, die und das „Andere(n)“ jeweils öffentlich nackt und offenbaren dadurch sich selbst, ihre eigenen wertenden Sichtweisen, Engen, Grenzen, Ängste und Hoffnungen.

Vom „Warum?“ zum „Was tun?“

Antworten bzw. Erklärungen für diesen Umstand der offenbar zunehmend auseinanderdriftenden Gesellschaftsteile sind im Zuge des spätestens in diesem Jahr wahrnehmbaren Rechtsrucks in Europa, im Zuge von Entscheidungen der Bevölkerung wie des Brexits und im Zuge des Verlaufs und Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl vielfach diskutiert worden. Um nur einige Faktoren für die Spaltung der Bevölkerung des Westens zu nennen, stehen sich offenbar zwei völlig gegensätzliche Erlebniswelten gegenüber:

  • Abgesichertheit versus Verunsicherung
  • Gefühl der Anerkennung versus mangelnde Wertschätzung
  • Globalisierungsgewinner versus Globalisierungsverlierer
  • Stabiles Selbstbild versus Identitätssuche
  • Zuversicht versus Aussichtslosigkeit
  • Lust am Gestalten der Zukunft versus Angst vor unbewältigbaren Veränderungen
  • Miteinander versus Gegeneinander

Zu diesen Gegensätzen, die unvereinbar daherkommen, gesellt sich die lang und öffentlich gelebte Ignoranz, Häme und Arroganz durch die „etablierten“ Meinungsmacher (links vom „versus“ in der obigen Liste, oft als „Eliten“ bezeichnet) den Sorgen, Kulturen und Kommunikationsweisen der „breiten Masse“ (rechts vom „versus“ in der obigen Liste dargestellt) gegenüber. Alle drei (Angst, kulturelle Zugehörigkeit und einfache, emotionale Diktion) weiß wiederum der Populismus zu bedienen. Er signalisiert all das, was vielen in ihrem Leben fehlt: Hoffnung, Zugehörigkeit, Identität, Sicherheit und macht damit zugleich die Gräben zwischen den Bevölkerungsschichten nicht nur sichtbar und spürbar, sondern zugleich tiefer, breiter – unüberbrückbar. So sieht es zumindest in den Augen der immer wieder hochschwappenden Ohnmachtsgefühle des einen Bevölkerungsteils aus.

Wer gewinnt?

Diese Entwicklung führt zu einer Ausdifferenzierung der Werte von Menschlichkeit und Toleranz auf der einen Seite und von Selbstzentriertheit und Autorität auf der anderen Seite. Es scheint als würden derzeit zwei Wertesysteme zugleich und nebeneinander existieren: Jenes, das auf die „Macht des Stärkeren“ vertraut und jenes, das auf den „Verstand der Gebildeten“ setzt. Faust gegen Hirn.

Aber mit dieser Sichtweise sind wir genau da, wo wir keinesfalls sein sollten: in der entweder-oder-Falle!

Wo ist das Herz?

Denn Überlegenheit, Abwertung oder Ausgrenzung der jeweils anderen Seite sind Merkmale beider Parteien und machen die dabei entstehende Reibungswärme potenziell explosiv. Gutmenschen und Diktatoren – beide folgen dem alten Prinzip „teile und herrsche“, indem sie die Welt durch ihre Handlungs- und Kommunikationsweisen in schwarz und weiß trennen. Das funktioniert allerdings nicht auf Dauer. Nicht, ohne die jeweils „eigenen“ Unterstützer in die Aggression und den Kampf für das jeweils aus eigener Sicht „Gute, Richtige“ zu führen. Kampf ist das Gegenteil von Friede. Doch durch Wegschauen wird sich der Friede nicht einstellen. Was folgt aus diesem Patt? Der gesellschaftliche Herzstillstand, weil Kopf und Bauch nicht und nicht zueinanderfinden?

Spannungsfeld oder Schlachtfeld, das ist hier die Frage

Spannend ist an sich alles, was sich zwischen 2 Polen positioniert und von dort aus auf ein Ideal zubewegt. Solche Ideale sind für die einen vielleicht „Eine Welt ohne Rassismus“ und für die anderen vielleicht „Eine Welt ohne Fremde“. Und jedes Ideal kann im Vergleich zur Realität Anlass zum Kampf oder aber zum Hinterfragen des Ideals sein. Die Spannung zwischen Realität und Ideal lässt sich nur durch Bewegung in die eine oder andere Richtung auflösen.

Entspannend wirken würde hingegen der Entschluss, die Polarität selbst und an sich aufzulösen, zu transzendieren, in einen dritten Weg umzuwandeln. Dazu gälte es, die Realität als solche anzuerkennen und die jeweils vorhandenen Ideale als Inspiration zu verstehen, um in jeder Situation das zu tun, was… Ja, was denn?

Wo wollen wir denn überhaupt hin?

Es ist wieder einmal so weit in der Geschichte: Wir müssen uns überlegen, wo wir als Menschheit hin wollen. Derzeit leben wir unter anderem im Spannungsfeld zwischen den Polen Haben und Sein. Die, die haben, wollen einfach nur weiterhin so sein können, wohl-habend, friedlich und miteinander. Die, die „nur“ sind, wollen einfach mehr haben, wollen „wer“ sein, dazugehören. Notfalls mit Gewalt und gegen „die Anderen“, im Wohlstand oder der Bildung Etablierten.

Wer hat Recht?

Leider wieder so eine „falsche“ Frage. Es geht nicht um den richtigen, den rechten, den guten oder schlechten Weg. Es geht darum herauszufinden, was wir wollen und wie wir dorthin kommen. Mein Vorschlag: Haben und Sein. Wohlgefühl kann beide Seiten verbinden. Und lässt sich vielfältig herstellen. Statt „Wer hat Recht?“ lautet die Frage dann „Wo und wie fühlt es sich gut und richtig an?“ Die Antwort ist auch eine kulturelle: Wo kann und will jemand dazugehören? Hier liegen die möglichen „Heimatländer“ momentan eben sehr weit auseinander. Die Jungen, jene aus urbanen Gebieten und mit höherer Bildung wollen sich in der Welt zu Hause fühlen. Die Älteren, Ländlicheren und mit weniger Bildung wollen es sich in ihrem altbekannten Zuhause ungestört gemütlich machen – oder sich zumindest ein Zuhause sichern. Beide Wege zeigen diametral auseinander. Und wir können die Dualität nicht auflösen, indem wir die eine oder die andere Seite mit einer „entweder-oder“-Sichtweise betrachten. Es darf schlichtweg nicht um Sieger und Verlierer gehen, selbst wenn es tatsächlich welche gibt und geben wird.

Es muss um einen neuen Weg gehen, der an das Alte anzuknüpfen vermag, und der sich gut anfühlt.

Ein für alle gangbarer Weg. Er gehört ermittelt, kommuniziert und von auf beiden Seiten akzeptierten Menschen authentisch vorgelebt. Ohne sichtbare Verkörperung des Dritten Weges wird es schwierig, weil wir dann in der Öffentlichkeit nur Personifizierungen der einen oder der anderen Seite sehen.

Der Dritte Weg

Wie kann er aussehen, der „Dritte Weg“? Es ist sicherlich nicht der Dritte Weltkrieg. Und zugleich dürfen bestimmte „heiße Eisen“ der Geschichte, Gegenwart und Zukunft nicht verdrängt werden. Warum werden Menschen radikal? Weil sie sich nicht zugehörig fühlen. Nicht geliebt, anerkannt, verstanden, wertgeschätzt. Einsamkeit, Aussichtslosigkeit und Trostlosigkeit macht Menschen aggressiv. Aber sobald sich die derart negativ Gestimmten, die Angstbesetzten und Aggressiven gegenseitig bestärken, haben sie auf einmal alles: das Gefühl, gesehen zu werden, dazuzugehören, Anerkennung, Wertschätzung, Identität. Die gesellschaftliche Verurteilung durch den „Mainstream“ wirkt lange nicht so stark, als dass sie diese verlockende Anziehungskraft aufheben könnte. Ganz im Gegenteil. Plus- und Minuspol, Positivität und Negativität befinden sich momentan im Gleichgewicht. 50:50. „Was machen wir daraus?“ ist die einzig relevante Frage.

Zeit für einen Perspektivenwechsel

Statt „Es war einmal…“-Erzählungen zu schmieden ist es Zeit „Es wird einmal…“-Bilder zu schaffen und zu konkretisieren. Bilder, die auch die Folgen vergangener (Fehl-)Entscheidungen auf die mögliche Zukunft projizieren. Wie sieht unsere Welt in 10 Jahren aus, wenn wir weiter Mauern auf allen Ebenen bauen? Wie sieht sie aus, wenn wir es nicht tun? Wie sehen die zukünftigen Lebensbedingungen in diktatorisch geführten Ländern aus? Und wie sehen sie in demokratisch bestimmten Ländern aus? In welcher Welt wollen und können wir leben?

Wir brauchen zudem realistische Bilder eines funktionierenden Miteinanders ohne allen Gutmenschentums oder Populismus und im Angesicht der Hoffnungen und Ängste der Menschen. Dazu braucht es Kreativität und den Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue gangbare Visionen zu entwerfen – und die Weisheit, das Bisherige nicht außer Acht zu lassen. Wir alle sehnen uns nach Neuem und nach Sicherheit, nach Entertainment und nach Souveränität, nach Authentizität und Vertrauenswürdigkeit.

Die Synthese von Gut und Böse

Was wir brauchen sind Künstler*innen des politischen Alltags, die glaubwürdig wie Bernie Sanders und Donald Trump in einer Person für eine Zukunft eintreten, die für alle oder zumindest die meisten wünschenswert oder zumindest akzeptabel ist. Wir brauchen Revolutionäre*innen der Ehrlichkeit, Visionäre*innen der Menschlichkeit, Radikale des Mitgefühls, Weise der Wirkungsweisen, leuchtende Führer*innen durch unsichere Zeiten. Frauen und Männer, die beinhart zu sich selbst und der Welt, in der sie leben und leben möchten stehen. Wir brauchen Seher*innen, die vorleben, wie eine Zukunft im Wohlgefühl für alle aussehen kann. Ist das einfach? Ja und Nein. Ja, weil es solche Menschen gibt. Und Nein, weil der Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung da steht, wo er sich gerade zuspitzt: in der Bewusstmachung der Gegensätze. Sind sie der Bevölkerung klar genug, ohne dass es zu einem „entweder-oder“-Kampf kommt, kann sich der dritte Weg herauskristallisieren, verkörpert und angenommen werden.

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SUPER SIMPLE SOLUTION No 19 – Massen weise Entscheidungen

Ohnmacht oder die Angst vor der Courage?

Wie oft wird einem Politiker vorgeworfen „umzufallen“. Man nehme etwa einen Bundeskanzler, zunächst hochgelobt und von Erwartungshaltung nahezu erdrückt. Früher oder später ereilt ihn die Realität: Europa im Angesicht der Globalisierung, Österreich im Angesicht der Populisten, Parteien im Angesicht ihrer heterogenen Klientel und Boulevard, der einen Keil in der Gesellschaft sucht und verstärkt, um seine Auflagen zu erhöhen

Die Macht der Masse

Sollten wir sämtliche politische Entscheidungen durch „das Volk“ treffen oder zumindest legitimieren lassen? Wie sieht die ideale Form der bürgerlichen Mitbestimmung aus? Wie können Wünsche und Bedürfnisse, Meinungen und Rechte aller berücksichtigt werden?

Was heißt es, wenn eine „gespaltene“ Gesellschaft Entscheidungen trifft, die für 50% der Menschen im Land mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar abzulehnen ist?

Hat die Mehrheit immer Recht?

Wir kennen das Vorgehen aus der Wirtschaft und auch aus der Medienwelt: Meinungsumfragen, Marktforschungen und andere Methoden, um die Stimmung und die Urteile der Menschen zu erheben, dienen den Entscheidern gerne als Basis zur Befriedung der eigenen Leute und vor allem auch als Legitimation für Änderungen (oder eben keine Änderungen). Aber: Wir kennen die Tücken von Umfragen mittlerweile nur zu gut. Um nur eine zu nennen: Trotz aller Hochrechnungen und Wahrscheinlichkeiten, bilden sie natürlich nur ab, was gefragt wurde. Und die Schlussfolgerungen liegen ebenso oft ganz im Auge des Betrachters (Auftraggebers). Wer sich unsicher ist, macht eine Umfrage, um so seine Entscheidung rechtfertigen oder die eigene Argumentationsweise abstimmen zu können. Feige sagen die einen, notwendig sagen die anderen. Ohne Rückendeckung ist es einsam im Dickicht der ungewissen Zukunft mit ihren unvorhersehbaren Schlaglöchern. Aber heißt dass, dass die Befragungen und damit „die Mehrheit“ selbst die „richtigen Entscheidungen“ trifft? Worauf basieren die Entscheidungen „der Menschen“? Richtig. Wie (nicht nur) die Neurowissenschaften postulieren, werden Entscheidungen im limbischen System, also im emotionalen Teil unseres Gehirn, wenn man so will, getroffen – und erst im Nachhinein „rationalisiert“, also vom Verstand versucht, zu erklären.

Damit zum anderen Weg, zu versuchen, das zu tun, was „die Menschen“ wollen: auf die Stimmung „im Land“, sprich in den Medien, vor allem auch den sozialen Medien eingehen. Aber ist wirklich wichtig, was sich lautstark und wiederkehrend im Sumpf der eigenen und fremden Resonanzkreise äußert?

Schwarmintelligenz

Zu Beginn der 2000er Jahre galt dieser Begriff als bahnbrechend: Man nahm an, dass wir gemeinsam, also als Kollektiv, wie „selbstorganisiert“ durch Kooperation und Kommunikation zu wesentlich schnelleren und besseren Entscheidungen finden würden. Mittlerweile hat sich zu dieser Ansicht eine zweite gesellt: „Gemeinsam sind wir dümmer“ betitelt etwa Der Spiegel  einen Artikel im Wissenschaftsteil. Er bezweifelt, dass aus „vielen guten Entscheidungen Einzelner“ die „Weisheit der Masse“ würde. Interessanterweise haben Studien herausgefunden, dass Schwarmintelligenz schnell in „Schwarmdummheit“ umschlagen kann – und zwar, sobald Menschen erfahren, dass andere über ein Problem anders denken als sie selbst. Wir wollen es nicht wahrhaben, aber dann verändern wir selbst unsere Meinung, zumindest ein bisschen. Leider kann sich dieses „bisschen“ hochschaukeln und im kollektiven Konsens zu wahrem Un-Sinn umschlagen.

Der Todessprung der Lemminge

Um die „Weisheit der Vielen“ nutzen zu können ist es wichtig, dass der Einzelne bei seiner Entscheidung nicht weiß, wie die anderen entscheiden. Diese Beeinflussung von außen, überdeckt oft die innere Einstellung. Wir müssten uns abschirmen. Gerade die sozialen Medien sind so äußerst effektive Stimmungsmacher und Manipulatoren. Wir manipulieren uns selbst und einander. Wir müssten also bewusst verstärken, was wir in der Welt sehen wollen. Dazu braucht es eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und den Mut, Kritik einstecken zu können, ebenso wie die Fähigkeit, andere Meinungen zu sehen, zu verstehen und darauf eingehen zu können, ohne die eigene Meinung außer Acht zu lassen.

Die Volksvertreter und der Opportunismus

Diese Gratwanderung machen auch unsere Politiker durch: Zwischen eigener Meinung, Positionierung der Partei und Stimmung der Bevölkerung, suchen sie einen Weg, der ihnen nach außen hin ein anerkanntes Profil gibt und zugleich sich selbst und die „eigenen Leute“ nicht verrät.

Reines Vertrauen scheint daher bei der politischen Mitbestimmung genauso wenig hilfreich zu sein, wie die pure Abwehr gegen alle Politiker. Angst ist kein guter Ratgeber für Entscheidungen, ebenso wenig wie Frustration, Wut oder blauäugiges Wunschdenken geeignete Einflüsterer für sinnvolle Entscheidungen sind. Was also tun?

Die einfache Lösung

Wenn sich Politiker immer nur nach dem „Willen des Volkes“, sprich der Mehrheit, richten würden, wären wertebasierte Entscheidungen oft im Hintertreffen. Die Vorteile einer repräsentativen und parlamentarischen Demokratie liegen insofern auf der Hand, als die politischen Vertreter verpflichtet wären, gewisse Grundstandards wie die Grundrechte aktiv zu vertreten. Minderheiten und Anliegen, die von vielen als weniger populär, weniger akut oder weniger wichtig eingestufte werden, wie etwa Maßnahmen und Strategien zur Gleichberechtigung bzw. Gleichbehandlung, gelangen dadurch nicht allzu sehr ins Hintertreffen. Eine solche Verantwortung zu tragen sollte den gewählten Volksvertretern zugestanden werden. Sie sollten im Sinne der Verfassung und der Grundwerte einer Gesellschaft agieren, ohne den Machtspielen und Manipulationen durch Populisten nachgeben zu müssen.

Zum anderen ist es wichtig, dass jeder Einzelne im Kontakt zu seiner inneren Entscheidungswelt, zu seinen persönlichen Werten steht. Dazu müssen wir lernen, dem Gruppendruck zu wiederstehen. Der Beeinflussbarkeit durch andere muss ein profunder Standpunkt gegenüber stehen können. Hier hilft zum einen Bildung. Etwa bieten sich Kommunikationstrainings und Diskussionstrainings in Schulen an. Sie können zeigen, wie Menschen unterschiedlicher Meinung sein können, ohne sich deshalb angegriffen zu fühlen, rechtfertigen oder verteidigen zu müssen oder die Meinung des anderen annehmen zu müssen.

Nein, wir sind kein Schwarm. Wir sind Individuen, die selbst bestimmen können, was wir für gut und richtig halten und wie wir miteinander leben wollen. Trotz und in aller Verschiedenheit.