Surprising Salon Session No 21: Es b(r)öckelt…

Ein Bock ist ein Bock ist ein Bock

Und mitunter geil. Wer triebgesteuert durchs Leben geht, der hat es aber mittlerweile zumindest nicht mehr ganz so einfach. Obwohl Frauen es diesbezüglich ja nie wirklich einfach hatten. Wollten sie „zu viel“, mit „zu vielen“ verschiedenen Partnern oder abseits der gesellschaftlichen Konventionen ihren Trieben frönen, so galten/gelten sie als (beliebiges weibliche Genitalien oder Sexarbeiterinnen betreffendes Schimpfwort einfügen). Sie wurden und werden in weiten Kreisen der Gesellschaft massiv abgewertet.

Männer hatten es diesbezüglich zumindest früher viel einfacher. Ein Klatsch auf den Kellnerinnen-Po, die Sekretärin am Schreibtisch nehmend und die aufstrebenden Karriere-Damen ihren Leistungswillen beweisen lassen – das war/ist offenbar, was viele Männer woll(t)en. (Mancher) Mann will sich einfach nehmen, was Mann „braucht“: Viel zu oft werden Autoritätsverhältnisse an Schulen missbraucht und Übergriffe zu Hause ignoriert. Viel zu lange, wahrscheinlich ein Männer-Menschengedenken lang, war Missachtung, Missbrauch und Misshandlung aller Art eine totgeschwiegene und damit geduldete Selbstverständlichkeit. Die klassischen Abwehr- und Rechtfertigungshaltungen sind seitens vieler Männer zumindest unbewusst das Patriarchat – also die scheinbare gott- oder natur- oder kulturgegebene Überlegenheit der Männer über die Frauen. Viele Frauen sind mit solchen Verhaltensmustern aufgewachsen und nehmen ihre unterlegene Rolle als gegebenen Umstand an – ein besonders heikler Punkt, wenn es um die „Die ist ja selber Schuld“-Argumentation geht.

Wobei einfach nur festzuhalten ist: Ein geiler Bock ist ein geiler Bock. Und wenn er seine Triebe ausleben will, müsste er sich nur an eine Regel halten. Erlaubt ist, was erlaubt wird (also im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen stattfindet), von beiden gewollt wird und beiden Spaß macht.

Sex und Macht

Wer Sex hat, fühlt sich danach meist besser. Wer gerne sexuelle Handlungen vollzieht, die verboten sind, erfährt einen besonderen Kick. Wer Grenzen überschreitet, beweist sich und anderen damit, etwas Besonderes zu sein. Sex und Selbstwert sind bei vielen Menschen untrennbar miteinander verbunden. Im positiven Fall entspannen sich die Muskeln, Stresshormone werden abgebaut und Bindungshormone ausgeschüttet. Im negativen, übergriffigen Fall, wird dem gegenüber Gewalt angetan – einer erhöht und befriedigt sich auf Kosten der/des anderen.

Wenn die Fassade b(r)öckelt

Machoismus war früher, im letzten Jahrhundert wohl tatsächlich en vogue. Er ist es nicht mehr. Andere Kulturen pflegen ihn noch, ältere Semester sind darin sozialisiert. „Wo die Männer die Chefs sind und die Frauen zuarbeiten, da ist die Welt noch in Ordnung“ – dieser Ansicht sind tatsächlich immer noch viele. Aber wenn durch Unterdrückung ein Vorteil entsteht, sei es psychisch (Selbstwertgefühl), emotional (Überlegenheitsgefühl), physisch (Druck abbauen), sowie wirtschaftlich (höheres Gehalt, Aufstieg auf der Karriereleiter, mehr Entscheidungsmacht), warum sollten sie damit aufhören? Weil es ihnen mehr Nutzen und höheres Ansehen bringen sollte, wenn sie damit aufhören würden.

Ins Bockshorn jagen

#MeToo hat bislang Verborgenes an die Öffentlichkeit gebracht und eine Menge Vorurteile an die Oberfläche geschwemmt. Positiv an einer breiten Auseinandersetzung sind das Bewusstmachen der immer noch weitest verbreiteten geil-bockigen Handlungsweisen und das Rausholen derselben aus der gesellschaftlichen Verdrängung, aus der Unsichtbarkeit und dem Toleranzrahmen. Zum einen können Frauen, die sich bisher vieles gefallen ließen, eine klare Grenze setzen und erhalten dafür auch gesellschaftlichen Rückenwind. Zum anderen müsste Männern langsam bewusst werden, dass übergriffiges Verhalten aller Grade nicht nur „nicht politisch korrekt“, sondern ein absolutes Tabu ist.

Es gilt, das Tabu des „nicht-darüber-Redens“ in ein Tabu des „nicht-Tuns“ zu verwandeln.

Es gilt, das Stillschweigen zu jeder Form des Eingriffs in die psychische, emotionale oder körperliche Intimsphäre eines anderen (und natürlich sind davon nicht nur Frauen betroffen, sondern auch Kinder oder Männer) auf beiden Seiten zu brechen. „Täter“ müssen sich bewusst sein, dass sie dies nicht nur „eigentlich nicht tun sollten, sondern absolut nicht tun dürfen. Ihre innere Hemmschwelle muss steigen, auch unter Alkoholeinfluss oder Arbeitsstress. Und potenzielle „Opfer“ müssen sich bewusst sein, dass sie ein Recht auf Abgrenzung haben, sich beileibe nichts gefallen lassen müssen.

Miteinander ins Neue Zeitalter

Für ein gutes Miteinander braucht es Menschen, Männer wie Frauen, der Neuzeit. Sie verhalten sich allen Menschen gegenüber respektvoll, haben ihre Triebe im Griff und setzen sich gegen übergriffiges Verhalten aller Art ein. Sie verhalten sich allen Menschen gegenüber selbstbewusst, lassen sich nicht zum Opfer machen und behandeln andere nicht als mehr oder weniger wertvoll als sich selbst. Sie setzen Grenzen und handeln vorbildhaft für Mitmenschen aller Generationen, leiten andere in ihrer Entwicklung an, verdienen und bekommen entsprechendes Ansehen.

Das kann doch nicht so schwer sein, oder?

 

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Super Simple Solution No 2: Große Frauen

Ein Bild von einer Frau!

Ja, aber was für eines? Das Bild der idealen Frau ist heute widersprüchlicher denn je. Wobei das Wunschbild der „eierlegenden Wollmilchsau“ überwiegt. „Sie“ soll alles können: schön sein, klug sein, verständnisvoll sein, Karriere machen, Kinder haben. Jung sein und jung bleiben, wissen was sie will und es verfolgen, zugleich da sein für alle, sich versprühen, sich hingeben und die Kontrolle behalten. Und bloß keine Szenen machen. (Der Klischee-)Mann wünscht sich seine persönliche Variante von „Heilige-Mutter-Geliebte“, die nur ihm zu Diensten ist. Eine solch mild-nachgiebig-einsichtige, koch-putzend-kinderhütende Wahnsinnige im Bett widerspricht wohl dem, was Frau selbst sich unter authentischer Weiblichkeit, geschweige denn unter einer „Großen Frau“ oder einer Grande Dame vorstellt.

Ist hier Weibsvolk anwesend?

Monty Python zeichnen im „Leben des Brian“ ein Bild von Frauen, die „mitmischen“ wollen im gesellschaftlichen Spaß (in diesem Fall dem Steinigen der Regelbrecher) und sich zu diesem Zweck bunte Bärte umbinden. Wer so tut, als ob „er“ dazugehört zum „starken Geschlecht“, der darf selbst mit Steinen werfen. Dazugehören – einer der stärksten Gründe, warum sich Frauen immer noch kleiner machen oder verstellen und „so tun als ob“. Woher kommt diese Angst vor der eigenen Größe? Ist es ein Vorurteil oder Realität: Wer sich als ganze, große Frau zu erkennen gibt und nicht dazugehören muss oder will, der… die… wird selbst gesteinigt. Weil er, sie nicht dazugehört, nicht mitspielt, sich nicht einordnet, trifft ihn, sie das harte Urteil der anderen. Oder hat sich da schon etwas geändert?

Frauen, die ihren Mann stehen

Heute am „Tag der Frau“ stehen besonders die starken, unabhängigen, die Frauen, die „es“ geschafft haben, als Zielbilder im Blickpunkt. Ja und wer ist das in Wirklichkeit? Die alleinerziehenden, alleinverdienenden, ständig dem Burnout Nahen? Oder die, die sich entschieden haben – für Kinder oder Karriere, für Spaß oder Bildung, für Schönheit oder Selbstaufgabe, für Familie oder Selbstverwirklichung? Das Entscheiden ermöglicht es Frauen durchaus, in einem Bereich herausragend zu werden, ein Vorbild quasi. Und gerade dann wird ihnen das Fehlen der anderen Seiten, der anderen Kompetenzen, das nicht-Performen in den anderen Feldern gerne vorgeworfen. Wer keine Kinder hat, versteht nichts von der Welt. Wer keine Karriere hat, versteht nichts von der Welt. Warum beurteilen Menschen, Frauen wie Männer, einander? Um sie schön unten zu halten und um den eigenen Lebensweg der Anpassung recht zu fertigen? Oder damit die freien Frauen bloß nicht groß,  tatsächlich „Grande“ werden? Aber wer tut denn sowas, bitteschön, in unserer aufgeklärten Zeit noch? Ist ja total unfair. Genau deshalb tut man(n) das. Gender Equality würde so vieles in Frage stellen, so viele aufgeplusterte Selbstbilder, die auf Rollen, Masken und Kostümen statt auf Menschlichkeit aufbauen, zum Platzen bringen. Bei Männern und Frauen. Aber wer sind sie dann? Wer sind wir, wenn wir nicht mehr unser Äußeres, eine erwartungserfüllende Form sind?

Damenhaft oder dämlich?

Was ist eine Dame? Eine ältere, weltgewandte Frau mit genug Geld, die sich dezent zu verhalten weiß und exquisit kleidet? Das klingt irgendwie nach zu wenig, zu angepasst, zu viel Friseur, zu wenig Persönlichkeit.

Und was ist eine „Grande Dame“ – im Sinne einer wirklich Großen Frau? Ich behaupte: Ein Entwicklungsziel. Ziel all jener, die ihren Weg vom begehrten Fräulein zur akzeptierten Frau zur selbstsicheren Weisen gehen. Dieser Wandlungsprozess hängt nicht vom Alter ab, sondern vom geerdeten Selbstwertgefühl, das Frau sich auf ihrem Weg verleiht. Un-abhängig von der Zustimmung anderer verfolgt sie, was sie für richtig, für gut und wahr hält.

Dämlich ist, wer sich klein macht, anpasst, andere runterzieht, sich nicht mit sich und der Welt auseinandersetzt. Dame ist, wer die eigene Größe lebt, im Leben eine aufrechte Haltung – körperlich, geistig und emotional – bewahrt und dadurch ganz nebenbei als Vorbild für all jene wirkt, die noch nicht soweit oder bereit dazu sind. Ohne sie zu verurteilen. So einfach ist das.

La Grande Femme

Lady Liberty, wie die Freiheitsstatue auch genannt wird, hält die Fackel hoch. Die Fackel der Freiheit, der Gleichberechtigung, der unbegrenzten Möglichkeiten. Nicht nur für Amerikaner. Auch für Frauen. Helfen wir ihr, dieses Feuer immer wieder zu entfachen und zu verbreiten, indem wir unser eigenes Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ganz im Gegenteil: Verändern wir die Welt, indem wir unsere Größe zeigen!

WONDERWOMEN

Secret Success Story No 24 – über Weibliche Wunderwirksamkeit

Weib und Wunder

Während der männliche Erfolgstrieb zumeist in Richtung „größer, höher, weiter, schneller, stärker“ geht, und damit im Generellen zur Leistung mahnt, stellt sich der weibliche „Erfolgstrieb“ als erstaunlich wenig greifbar oder generalisierbar dar. Klar, es gibt sie, die Vorstellungen von einer erfolgreichen Frau. Entweder sie steht ihren „Mann“, im Sinne der obigen Erfolgskriterien (Geld, Macht, Karriere) oder… naja, sie ist halt völlig „Frau“. Will heißen: Kinderkriegen, Heim und Herd, hübsch begehrenswert, verlässlich mütterlich, für ihre Lieben da. Immer. Da sein für andere als Erfolgskriterium eines erfüllten Frauenlebens.

Liebe Frauen: Wollt ihr das? Wollt ihr Variante 1. die klassische männliche Leistungsshow? Oder wollt ihr lieber  Variante 2. die klassische weibliche Dienstleistungsshow?

Und was ist, wenn beide Varianten gar nicht wunder-voll genug wirken? Wenn sie schlicht nicht anziehend, nicht erfolgsversprechend, nicht ausreichend sind, um das weibliche Leben tatsächlich und spürbar zu s (statt bloß auszufüllen)? Und damit stellt sich die Frage Wenn die Varianten 1 und 2 nicht wirklich erfolgsversprechend sind: Was will Frau eigentlich? Welches Leben würde sie jenseits von Leistung und Dienstleistung leben wollen?

Weibliches Wollen

Dürfen Frauen denn überhaupt etwas anderes wollen, als sich für andere aufopfern? Dass es Frauen in Führungspositionen schwer haben ist ja nichts Neues. Aber die Frage, ob Frauen „Männerrollen“ übernehmen sollen, dürfen oder wollen, steht hier nicht im Vordergrund. Spezifisch weibliches Führungsverhalten gilt es nach wie vor zumeist erst noch zu entwickeln. Ebenso wie die praktizierte Selbstverständlichkeit von Frauen an Führungsspitzen unserer Realität noch fern liegt. Doch wie gesagt, diese Themen stehen nicht im Zentrum dieses Blogs.

Es bewegt diesen Blog vielmehr die Frage: Was tun, wenn weder männliche noch weiblich Erfolgsbilder Frau dazu bringen (können), ihre eigene Größe zu verbergen. Wenn sie sich weder der Karriere noch der Familie verschreiben. Vielleicht wollen Frauen ja in Freiheit und Beziehung leben: Der Freiheit, ihrer Sinnlichkeit zu fröhnen und einen Sinn in ihrem Leben zu stiften. Beziehungen zu leben, die bereichern und beschützen, um nicht zu sagen: beglücken. „Ja klar“, werden Sie sagen. Ich frage Sie: Wie oft ist dies tatsächlich der Fall? Was passiert, wenn Frau eine solche Wahl trifft, sich darin 120% präsent zeigt und mit aufrechtem Gang, geradem Blick, lauter Stimme kraftvoll ausdrückt, was sie für richtig hält? Und damit nicht der gesellschaftlichen Frauen- oder Männerrolle entspricht…

Größe zeigen – Kritik ernten

In meinen Seminaren zum Thema Female Potency kommt besonders ein Einwand bedenklich oft: Auf die Frage „Was passiert, wenn Sie sich in Ihrer vollen Größe zeigen?“ herrscht vor allem die Angst und/oder Erfahrung „Dann werde ich gleich wieder kleingemacht!“ (runtergemacht, zusammengestutzt, v.a. kritisiert). Angst dominiert die weibliche Welt – vor allem die Angst, nicht gemocht, abgewertet, ausgestoßen zu werden. Frauen sind in überwiegendem Maß Beziehungswesen, wollen Teil einer Gemeinschaft (und wenn sie nur aus 2 Personen besteht) sein, wollen von ihr anerkannt werden. Dabei ist ihnen oft wichtiger, als Mensch angenommen zu werden, als für die eigenen Gedanken geschätzt zu werden. Liebhaben oder Begehrtwerden geht meist über Bewundertwerden. Darin unterscheiden sich ganz prinzipiell viele Frauen von Männern. Will Frau wichtiger Bestandteil eines größeren gemeinsamen Ganzen sein, so will Mann einen möglichst hohen Platz in der Hackordnung einnehmen. Frau: „Ich für andere“. Mann: „Ich oder andere“ (bei gleichzeitigem Aufrechterhalten jener Nutz-Netzwerke, die helfen, höher in der Hackordnung aufzusteigen bzw. sich dort oben zu halten).

Sie können mit Fug und Recht bemerken, dass diese Schilderung des weiblichen Erfolgsstrebens und seiner Grenzen zu plakativ, zu provokativ, zu einseitig formuliert ist. Und dass es Ausnahmen gibt, vielleicht sogar, dass Sie, werte Leserin, ganz und gar nicht so sind. Sie machen sich nicht für die Gruppe oder fürs Gerngehabtwerden – oder für den lieben Frieden – kleiner als Sie sind! Und Sie wollen auch nicht nach oben in der gesellschaftlichen Hackordnung.

Wirklich nicht?

Was wollen Sie dann? Und wie erreichen Sie es? Und verhalten Sie sich wunder-voll dabei? Erleben Sie wahre Wunder auf Ihrem Weg?

Wunder Wirken

Ja, Frauen können das Wunder Leben wirken. Sie können Leben schenken – und müssen es dann beschützen, bemuttern, ihm zu eigenständigem Leben verhelfen. Und dann? Oder stattdessen? Können sie nicht auch noch anders wunderwirksam werden?

An dieser Stelle drängt sich eine kleine Begriffsdefinition des Wortes „Wunder“ auf: Ein Wunder ist ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung oder Erstaunen auslöst. Ich behaupte, eine un-abhängige Frau, bei klarem Verstand, für ihre Gefühle selbst verantwortlich und selbst-bewusst in ihrem Verhalten, erzeugt bei den meisten Menschen noch immer ein Gefühl der Verwunderung. Wenn Wunder-Wirksamkeit bedeutet, Erstaunen in anderen auszulösen, so kann dies vielleicht leichter geschehen, als man zunächst meint.

Ein solches Wunder können wir noch im selben Atemzug mit der voll bewussten Entscheidung, nicht gefallen zu wollen und nicht dazugehören zu müssen, bewirken. Doch Vorsicht: Diese Entscheidung bedeutet nicht, nicht gefallen zu wollen und damit zugleich provozieren zu müssen. Das wäre nur eine wenig funktionelle Gegenhaltung, die erfolgreich Abwehr in anderen, aber wohl kein Erstaunen auslösen würde. Deshalb wirkt die Protestbewegung unter den Frauenbewegungen oft so unsympathisch: Weil sie es drauf anlegt, zu provozieren und eben nicht zu gefallen. Ist ihr gutes Recht, keine Frage. Doch von so einer Haltung spreche ich hier nicht. Wenn ich sage „frei davon, gefallen zu wollen“, heißt das nur, sich von der Fremdmeinung un-abhängig zu machen. Das heißt nicht, dass man sich nicht selbst gefallen darf, in der eigenen Haut nicht wohlfühlen darf, keine Sinnlichkeit zeigen darf, seine Weiblichkeit verstecken muss. Ganz im Gegenteil. Wenn die eigene Form der Weiblichkeit Erstaunen erzeugt und das mögliche Abwehrverhalten (etwa eben die Kritik) der angepassten anderen ausgehalten wird, dann steht dem Ausdruck der eigenen Größe nichts mehr im Weg. Und höchstwahrscheinlich finden sich recht bald andere eigen-willige Menschen in Ihrem Resonanzfeld ein…

Körperlichkeit versus Geistlichkeit?

Warum sollten Sinn und Sinnlichkeit eigentlich einander ausschließen? Wer kam auf die Idee, diese Grenze zu ziehen (ich nehme an, Sie haben dazu eine Theorie – aber auch um einen patriarchal motiviert vorgestellten Gott und seine potenzielle Sichtweise geht es hier nicht)? Und wozu ist eine solche gegenseitige Ausschließung gut, wenn nicht dazu, das Leben und sein Potenzial zu beschneiden?

Warum sollten Frauen ihre Vorstellungen eines erfolgreichen Lebens nicht aus sich selbst schöpfen? Körper, Emotion und Geist: Findet einen Weg, Euch unzensuriert in Eurer eigenen Form, Größe und Fülle, Schönheit und Weisheit auszudrücken – findet Euren Weg! Ein Weg, der nicht über andere oder zu anderen führt, sondern ein Verhältnis zu sich selbst und dem Großen Ganzen, dem Universum, dem/der Göttlichen herstellt. Frauen! Warum gibt es so wenige unter Euch, die sich liebevoll ernst nehmen, sich hoch schätzen, sich verehren? Ist es die Angst vor der Einsamkeit oder wirklich nur die Furcht davor, als Egoist(in) abgestempelt zu werden. Müssen wir nicht alle helfende Hände im Gesamtwerk der Gesellschaft sein? Müssen wir?

Dein Weg voller Wunder

Was können Sie besonders gut und machen Sie besonders gern, das nichts mit anderen zu tun hat? Was schätzen Sie an sich besonders? Wie drücken Sie diese Qualitäten und Ihre Wertschätzung dafür aus? Gehen und stehen Sie aufrecht ohne steif zu sein, erlauben Sie Ihrem Atem, Sie völlig zu durchströmen, langsam und tief. Gestatten Sie Ihrer Stimme, ihr ganzes Volumen auszukosten, fliegen Sie mit Ihren Gedanken dahin. Sehen Sie andere in ihrer Eigenwelt und versuchen Sie nicht dazuzugehören. Mischen Sie sich nicht sein. Bleiben Sie ganz Sie selbst. Leben Sie aufrecht ohne sich zu verbiegen. Und Sie sind ein Wunder. Und wirken.

 

Das Wunder Mann – MiracleMen

Nicht nur zwecks der Gleichbehandlung geht es nächste Woche um Männer, die Mirakel sind. Der lateinische Begriff „miraculum“ bezeichnet ein „Wunderding“ und meint damit sensationelle (ein Publikum unterhaltende) Dinge, v.a. außergewöhnliche menschliche Leistungen. Wie es auch gehen kann, ein Mirakel zu sein, ohne sich der Leistungsmaschinerie zu verschreiben: Success Story No 25: MiracleMen – über das Mirakel im Mann. Am Samstag, 28.11.2015