Special Screen Script 10: THE PERFECT MATCH

Ein echtes Traumpaar

Eine Möglichkeit um herauszufinden, ob Ihr Gegenüber wirklich zu Ihnen passt ist, sich besonders die schwierigen Situationen und kritischen Momente miteinander ganz genau auszusehen. In diesen Augenblicken wird klar, ob Sie beide auch unter Stress und widrigen Bedingungen zusammenhalten. Diese Stressresistenz ist zudem ein guter Gradmesser für die längerfristige Belastbarkeit einer Beziehung. Durchleuchten Sie dazu die folgenden

5 Meilensteine einer gelingenden Beziehung:

  1. Streitkultur: Können Schwierigkeiten offen angesprochen werden? Können Sie miteinander streiten, ohne dass tiefe Verletzungen geschehen? Können Sie Missverständnisse aufklären? Sind Sie beide willens und im Stande, nach einer Diskussion, einem kritischen Feedback oder einem Streit in sich selbst hineinzuhören und zu hinterfragen, was Ihr Anteil daran war? Sind beide fähig, etwaige Fehleinschätzungen oder ein Fehlverhalten nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor dem anderen einzugestehen und sich ernsthaft zu entschuldigen? Können Sie beide aus dem Geschehenen lernen und ziehen Sie gemeinsam Ihre Schlüsse fürs nächste Mal?
  2. Wertschätzung: Begegnen Sie einander auf Augenhöhe, also ohne dass der eine oder andere dauernd kritisiert, heruntergemacht oder sonst irgendwie abgewertet wird? Zeigen Sie einander Ihre gegenseitige Wertschätzung? Auch und vor allem während und nach einem Streit? Will keiner den anderen verändern und verlangt aber für sich selbst, so genommen zu werden, wie er ist?
  3. Machtverhalten: Zeigt eine Seite hingegen ein ausgeprägtes Dominanzverhalten, so kann sich dies nicht nur in abwertendem Verhalten äußern. Auch Gefühle können unkontrolliert ausbrechen, ohne dass dafür die Verantwortung übernommen wird. Das kann soweit gehen, dass es im Krisenfall zu verbaler, emotionaler oder sogar körperlicher Gewalt kommt. Ebenso können Ignoranz oder abwehrendes Verhalten deutliche Anzeichen für ein Bedürfnis nach Überlegenheit sein. Auf der anderen Seite der Machtfrage steht hingegen ein stark konfliktvermeidendes Verhalten – quasi die „Sucht nach Harmonie“ – bei dem die Verantwortung für die Lösung eigener und gemeinsamer Probleme und damit für die Entwicklung der Beziehung nicht übernommen wird.
  4. Selbstsicherheit: Dieser Punkt ist besonders spannend. An sich ist eine Partnerschaft, in der beide Partner stark und souverän sind, wünschenswert. Manchmal kommt es aber anders und das muss nicht schlecht sein, sondern kann sich auf den langfristigen Beziehungsverlauf vorteilhaft auswirken: Ist etwa einer der Partner sehr selbstkritisch oder unsicher, dann bleibt er mit höherer Wahrscheinlichkeit selbst in schwierigen Phasen in der Beziehung. Nichtsdestotrotz sollte das Entwicklungsziel die „gleiche Ebene“ sein, denn ein solches Ungleichgewicht bringt wiederum ein ganz eigenes Konfliktpotenzial mit sich.
  5. Das Nähe-Distanz-Verhältnis: wollen Sie mehr Nähe und sterben vor Sehnsucht und „Er“ oder „Sie“ hält Sie hin? Oder klebt sie/er an Ihnen und Sie bekommen keine Luft mehr zum Atmen? Das funktioniert auf Dauer nicht und führt zu Frustration. Hier ist es angesagt, dass beide sich über ihr eigenes Nähe-Distanz-Bedürfnis klar werden und darüber austauschen. So sollte etwa die Angst vorm Verlassenwerden oder vor einem Kontrollverlust von jedem Partner klar erkannt werden. In der individuellen Auseinandersetzung damit kann sich dann auch das Verhältnis zu einander entspannen.

Zusammengefasst stehen die Zeichen für Ihre Beziehung gut, wenn Sie miteinander streiten können, einander dabei wertschätzen und auf Augenhöhe begegnen, die Verantwortung für die eigenen schwierigen Gefühle übernehmen, ein gesundes Maß an Selbstsicherheit und ein passendes Nähe-Distanz Verhältnis haben.

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie in der TV-Thek unter „Daheim in Österreich“ vom 30.04.2018 eine Woche lang nachsehen: http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13975266/Beziehungstipps-von-Expertin-Nana-Walzer/14292653

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SUPER SIMPLE SOLUTION No 19 – Massen weise Entscheidungen

Ohnmacht oder die Angst vor der Courage?

Wie oft wird einem Politiker vorgeworfen „umzufallen“. Man nehme etwa einen Bundeskanzler, zunächst hochgelobt und von Erwartungshaltung nahezu erdrückt. Früher oder später ereilt ihn die Realität: Europa im Angesicht der Globalisierung, Österreich im Angesicht der Populisten, Parteien im Angesicht ihrer heterogenen Klientel und Boulevard, der einen Keil in der Gesellschaft sucht und verstärkt, um seine Auflagen zu erhöhen

Die Macht der Masse

Sollten wir sämtliche politische Entscheidungen durch „das Volk“ treffen oder zumindest legitimieren lassen? Wie sieht die ideale Form der bürgerlichen Mitbestimmung aus? Wie können Wünsche und Bedürfnisse, Meinungen und Rechte aller berücksichtigt werden?

Was heißt es, wenn eine „gespaltene“ Gesellschaft Entscheidungen trifft, die für 50% der Menschen im Land mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar abzulehnen ist?

Hat die Mehrheit immer Recht?

Wir kennen das Vorgehen aus der Wirtschaft und auch aus der Medienwelt: Meinungsumfragen, Marktforschungen und andere Methoden, um die Stimmung und die Urteile der Menschen zu erheben, dienen den Entscheidern gerne als Basis zur Befriedung der eigenen Leute und vor allem auch als Legitimation für Änderungen (oder eben keine Änderungen). Aber: Wir kennen die Tücken von Umfragen mittlerweile nur zu gut. Um nur eine zu nennen: Trotz aller Hochrechnungen und Wahrscheinlichkeiten, bilden sie natürlich nur ab, was gefragt wurde. Und die Schlussfolgerungen liegen ebenso oft ganz im Auge des Betrachters (Auftraggebers). Wer sich unsicher ist, macht eine Umfrage, um so seine Entscheidung rechtfertigen oder die eigene Argumentationsweise abstimmen zu können. Feige sagen die einen, notwendig sagen die anderen. Ohne Rückendeckung ist es einsam im Dickicht der ungewissen Zukunft mit ihren unvorhersehbaren Schlaglöchern. Aber heißt dass, dass die Befragungen und damit „die Mehrheit“ selbst die „richtigen Entscheidungen“ trifft? Worauf basieren die Entscheidungen „der Menschen“? Richtig. Wie (nicht nur) die Neurowissenschaften postulieren, werden Entscheidungen im limbischen System, also im emotionalen Teil unseres Gehirn, wenn man so will, getroffen – und erst im Nachhinein „rationalisiert“, also vom Verstand versucht, zu erklären.

Damit zum anderen Weg, zu versuchen, das zu tun, was „die Menschen“ wollen: auf die Stimmung „im Land“, sprich in den Medien, vor allem auch den sozialen Medien eingehen. Aber ist wirklich wichtig, was sich lautstark und wiederkehrend im Sumpf der eigenen und fremden Resonanzkreise äußert?

Schwarmintelligenz

Zu Beginn der 2000er Jahre galt dieser Begriff als bahnbrechend: Man nahm an, dass wir gemeinsam, also als Kollektiv, wie „selbstorganisiert“ durch Kooperation und Kommunikation zu wesentlich schnelleren und besseren Entscheidungen finden würden. Mittlerweile hat sich zu dieser Ansicht eine zweite gesellt: „Gemeinsam sind wir dümmer“ betitelt etwa Der Spiegel  einen Artikel im Wissenschaftsteil. Er bezweifelt, dass aus „vielen guten Entscheidungen Einzelner“ die „Weisheit der Masse“ würde. Interessanterweise haben Studien herausgefunden, dass Schwarmintelligenz schnell in „Schwarmdummheit“ umschlagen kann – und zwar, sobald Menschen erfahren, dass andere über ein Problem anders denken als sie selbst. Wir wollen es nicht wahrhaben, aber dann verändern wir selbst unsere Meinung, zumindest ein bisschen. Leider kann sich dieses „bisschen“ hochschaukeln und im kollektiven Konsens zu wahrem Un-Sinn umschlagen.

Der Todessprung der Lemminge

Um die „Weisheit der Vielen“ nutzen zu können ist es wichtig, dass der Einzelne bei seiner Entscheidung nicht weiß, wie die anderen entscheiden. Diese Beeinflussung von außen, überdeckt oft die innere Einstellung. Wir müssten uns abschirmen. Gerade die sozialen Medien sind so äußerst effektive Stimmungsmacher und Manipulatoren. Wir manipulieren uns selbst und einander. Wir müssten also bewusst verstärken, was wir in der Welt sehen wollen. Dazu braucht es eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und den Mut, Kritik einstecken zu können, ebenso wie die Fähigkeit, andere Meinungen zu sehen, zu verstehen und darauf eingehen zu können, ohne die eigene Meinung außer Acht zu lassen.

Die Volksvertreter und der Opportunismus

Diese Gratwanderung machen auch unsere Politiker durch: Zwischen eigener Meinung, Positionierung der Partei und Stimmung der Bevölkerung, suchen sie einen Weg, der ihnen nach außen hin ein anerkanntes Profil gibt und zugleich sich selbst und die „eigenen Leute“ nicht verrät.

Reines Vertrauen scheint daher bei der politischen Mitbestimmung genauso wenig hilfreich zu sein, wie die pure Abwehr gegen alle Politiker. Angst ist kein guter Ratgeber für Entscheidungen, ebenso wenig wie Frustration, Wut oder blauäugiges Wunschdenken geeignete Einflüsterer für sinnvolle Entscheidungen sind. Was also tun?

Die einfache Lösung

Wenn sich Politiker immer nur nach dem „Willen des Volkes“, sprich der Mehrheit, richten würden, wären wertebasierte Entscheidungen oft im Hintertreffen. Die Vorteile einer repräsentativen und parlamentarischen Demokratie liegen insofern auf der Hand, als die politischen Vertreter verpflichtet wären, gewisse Grundstandards wie die Grundrechte aktiv zu vertreten. Minderheiten und Anliegen, die von vielen als weniger populär, weniger akut oder weniger wichtig eingestufte werden, wie etwa Maßnahmen und Strategien zur Gleichberechtigung bzw. Gleichbehandlung, gelangen dadurch nicht allzu sehr ins Hintertreffen. Eine solche Verantwortung zu tragen sollte den gewählten Volksvertretern zugestanden werden. Sie sollten im Sinne der Verfassung und der Grundwerte einer Gesellschaft agieren, ohne den Machtspielen und Manipulationen durch Populisten nachgeben zu müssen.

Zum anderen ist es wichtig, dass jeder Einzelne im Kontakt zu seiner inneren Entscheidungswelt, zu seinen persönlichen Werten steht. Dazu müssen wir lernen, dem Gruppendruck zu wiederstehen. Der Beeinflussbarkeit durch andere muss ein profunder Standpunkt gegenüber stehen können. Hier hilft zum einen Bildung. Etwa bieten sich Kommunikationstrainings und Diskussionstrainings in Schulen an. Sie können zeigen, wie Menschen unterschiedlicher Meinung sein können, ohne sich deshalb angegriffen zu fühlen, rechtfertigen oder verteidigen zu müssen oder die Meinung des anderen annehmen zu müssen.

Nein, wir sind kein Schwarm. Wir sind Individuen, die selbst bestimmen können, was wir für gut und richtig halten und wie wir miteinander leben wollen. Trotz und in aller Verschiedenheit.

SUPER SIMPLE SOLUTION No 10 – Ode an die Freude

Das Unmögliche möglich machen

Ja, es ist möglich, auch wenn alles manchmal hoffnungslos erscheint. Wir können selbst in Zeiten unvorhersehbarer Veränderungen und trotz anhaltender Krisenstimmung einen Schwenk vollziehen. Zu konstruktiver Lösungsorientierung. Zu Hoffnung, die sich nicht in Glauben, sondern Taten manifestiert. Wir können (zurück) zur Lebensfreude gelangen. Danke an alle, die sehen, wer wir sein können, wenn wir nur wollen – und danach handeln!

Um dorthin zu finden, braucht es oft eine Prozess. Einen Prozess der Auseinandersetzung mit dem Mühsamen, der Angst, der Hoffnungslosigkeit – der uns dazu führt, anders als bisher handeln zu wollen.

Freud und Leid

Ja, es ist möglich. Wir können tatsächlich auch auf allen Ebenen unseres Daseins leiden: körperlich, emotional, mental und durch unser Verhalten. Wir können Leid nach Innen und Außen tragen, es steigern, uns hineinsteigern und letztendlich auch seelisches Leid, also Leid, das uns als ganzen Menschen erfüllt, empfinden.

ABER! Bzw. UND: Ebenso sind wir dazu im Stande, auf all diesen Ebenen Freude in unser Leben zu rufen. Einfach, praktisch, effektiv. Um dies tatsächlich zu tun, braucht es „nur“ einen prinzipiellen ersten Schritt. Nämlich dass wir die Verantwortung für unsere Zustände selbst in die Hand nehmen, anstatt sie an die Umstände, das Umfeld, die anderen abzugeben. Haben wir diese Entscheidung für uns getroffen, so steht dem Freud-vollen Leben nichts mehr im Weg. Vor allem nicht wir selbst.

Der heutige Blog dreht sich um diverse erprobte Wege zu tiefen und hohen Freudenzuständen. Wir beginnen beim Körper, gehen dann zum Gefühlsleben über und landen beim Geist. Aus diesen drei Perspektiven gespeist, verändert sich dann unser Verhalten ganz „automatisch“ hin zu mehr happyness, spürbar für uns und andere.

Rezepte für körperliche Freuden

Wann freuen wir uns überhaupt physisch? Alleine die Freiheit von Schmerz reicht noch nicht zum erlebten Jauchzen jeder Zelle. Ernährungswissenschaftler und Gesundheitsmediziner haben diesbezüglich eigene Zugänge: viel Wasser (ca. 1 Liter pro 25 kg), um die Funktionsweisen von Blut bzw. Zellen zu maximieren. Vitamin D (oder tatsächlich auf der Haut ankommende, regelmäßige Sonnenbestrahlung) als Stimmungsaufheller. Ausreichend Proteine/Eiweiß für unsere zellulären Energiekraftwerke, die Mitochondrien. Tryptophan als Basis für die Produktion von Serotonin (unser „Glückshormon“), etwa in Cashew-Nüssen vorhanden. Magnesium im oberen Normbereich (erkennbar in den meisten Standardbluttests) und am besten kaum Kohlehydrate (Respekt wer das schafft). Zucker ebenfalls reduzieren. Und zum Thema Fett: Omega 3 Fettsäuren (Lachs, Hering, Makrele), eh klar. Durch einen angeregten Serotonin-Haushalt sollte dann auch genügend Melatonin für einen tiefen, entspannenden Schlaf sorgen. Extrem wichtig fürs Wohlgefühl. So wir uns selbst nicht zu viel sorgen und die Schlafrhythmen durch unsere emotionale Befindlichkeit bzw. Stress unterbrechen. Damit also zum Stressabbau: Für die effektive Reduktion von Cortisol und anderen Stresshormonen bzw. –Zuständen (wie muskuläre Anspannungen, Atmungsuntiefen etc.) bietet sich – natürlich – Bewegung an. Sex sowieso. Da kommt dann vielleicht auch noch Oxytocin dazu, das seligmachende „Kuschelhormon“…

Sportler bringen ihre Zellen zum Singen, indem sie an ihre Grenzen gehen, wodurch sie die Ausschüttung von seligmachenden Endorphinen forcieren. Wobei manche Studien besagen, dass diese Stoffe tatsächlich gar keine Wohlgefühle verursachen, sondern vielmehr hochwirksame „Schmerzstiller“ sind. Wahrscheinlicher ist es, dass ganz andere Hormone für das Wohlgefühl ausschlaggebend sind: etwa Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Endocannabinoide und Serotonin. Ein anderer Zugang ist der Rhythmus: Ob durch rhythmische Bewegung beim Tanzen, Laufen, Liebemachen etc. ist vollkommen nebensächlich. Der Rhythmus an sich führt zum Entstehen eines „Flow“-Gefühls, das für den Abbau von Problemorientierung bzw. für eine Neubewertung von als problematisch abgespeicherten Erfahrungen sorgt.

Tun – oder nicht tun

Wenn wir all dies wissen (und viele von uns wissen all dies und noch viel mehr über Wege zu mehr Freude), dann stellt sich nur noch die Frage: Warum TUN wir all dies nicht bzw. so oft sogar genau das Gegenteil? Essen, was uns schwer macht, statt leicht. Tun, was uns Energie raubt, statt bringt. Wir verursachen uns selbst und anderen Leid, Schmerz und Unwohlsein – und dies scheinbar durchaus mit einiger Lust… Stundenlanges Fernsehen, Chips-Essen, Ab“hängen“, Alkohol… Wie kann das alles Spaß machen, wenn es doch eher keine echte Freude auslösen sollte?

Fragen wir an dieser Stelle zur Abwechslung einmal nicht nach dem „Warum“, sondern fragen wir uns lieber: „Wozu“? Was haben wir davon, wenn wir uns nicht freudvoll fühlen? Mit dieser Frage betreten wir das Reich der Gefühle:

Worauf freuen Sie sich?

Vorfreude ist erwiesenermaßen eine effektive Methode, um im Hier und Jetzt tatsächlich erlebte Freude ins Leben zu rufen. Doch wie oft kommt es nicht anders als erträumt! Die Enttäuschung scheint ein fixer Bestandteil unseres Erlebens zu sein. Viele von uns hören deshalb früher oder später auf, sich auf etwas zu freuen. Schade eigentlich. Denn im Sinne des Aufrechterhaltens eines Freudenzustandes wäre es wesentlich effektiver, wenn wir lernen würden, zunächst unsere Vorfreude zu genießen – und dann mit Überraschungen und Erwartungsbrüchen konstruktiv umzugehen. Wenn wir dies aber nicht lernen, so lernen wir dafür etwas anderes, nämlich wie wir negative Erfahrungen und Erwartungsenttäuschungen verdrängen. Eben, indem wir unseren Körper stillstellen und unsere Gefühle durch Alkohol etc. künstlich verändern. Wir kompensieren fehlendes körperliches Wohlgefühl und fehlende zwischenmenschliche Verbundenheit (übrigens auch eine Quelle von langanhaltender Freude) mit Hilfe von sog. „Belohnungsstrategien“. Wir freuen uns dann nach der Erfahrung von Mühsal auf  die Belohnung in Form von Schokolade, oder aufs Fremdschämen bei der Reality Show, aufs „Abschalten“ beim Bier etc. Und diese Art von Vorfreude wird nicht enttäuscht werden! Diese Formen von Belohnung liegen wahrlich in unserer Hand… Womit wir schon den Nutzen von „ungesunden“ Tätigkeiten hätten: kontrollierbare Zustände, die uns von effektiv negativen Gefühlen ablenken. Funktioniert. Bloß nicht auf Dauer. Irgendwann werden wir krank, einsam und/oder unglücklich. Spaß und Freude sind eben 2 verschiedene Paar Schuhe. Kurzfristiges Entspannen durch Ablenkung ist durchaus beim Stressabbau hilfreich, aber erst nachhaltige tiefe Freude nährt Körper, Geist und Seele dauerhaft. Spätestens wenn wir uns trotz intensiver Nutzung aller Kompensationsstrategien immer schlechter fühlen, kommt das (Nach)Denken auf den Plan. Und Planänderungen werden ins (geistige) Auge gefasst…

Ein freudvoller Geist…

…ist oft alleine auf dieser Welt. Optimisten werden nicht selten als naiv abgewertet. Und Realisten haben selbstverständlich freudlos zu sein. Grundlose Freude ist etwas für Kinder. Der Ernst des Lebens hat den Erwachsenen fest im Griff zu haben. Sonst kann man ihn/sie ja nicht ernst nehmen. Oder vielleicht doch?

Wir müssen schon ordentlich anders denken, um uns einen Weg aus diesen Vorurteilen heraus zu bahnen. Freude ist in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. Arbeit, Medien, steuerliche Pflichten oder die Mühen der Erziehung und vieles Alltägliche mehr – selten sind sie Quellen für Freude. Und vielfach geben sie gute Anlässe zur kurzfristigen Ablenkung siehe oben. Die Super Simple Solution in Bezug auf ein freudvolles Leben bedarf des Mutes. Vernunftmenschen könnten sich sagen „Es macht einfach Sinn, jene Umstände zu fördern, die tiefe und hohe Freundenzustände auslösen.“ Und Bauchmenschen könnten sich sagen „Es macht einfach auf Dauer noch mehr Spaß, unserem Körper und dem Gefühlsleben zu geben, was wir brauchen – anstatt uns vom Negativen abzulenken.“

Aber was tun wir dann effektiv mit dem als negativ Erfahrenen? Wir lassen es sein, ohne ihm Energie zu geben. Wir tun, was vor der Nase liegt: Wir lösen die Negativität verursachenden Probleme, wo wir dies können. Und wir lassen uns nicht von der Freudlosigkeit anderer anstecken – egal, was sie sagen und von uns halten. Dieser Haltung geht eine Entscheidung voraus, nämlich zu unserer eigenen Wahrheit, zu unserem Freudenzustand, zu stehen und dort zu verweilen, so lange wir möchten. Ohne anderen ihre Realität abzusprechen. Jedem sein Recht auf seine eigene Stimmungsfarbe. Oder?