THE ART OF CHANGE

Secret Success Story No 7 – über die Kunst des steten Wandel(n)s

„Sich wandelnd ruht die Wirklichkeit“

Schon die alten Griechen – allen voran Sokrates und Heraklit mit ihren berühmte Aussage „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ und „Man steigt niemals in denselben Fluss“ – ernannten die Veränderung zum Prinzip des Daseins und erklärten Dauerhaftigkeit zur Illusion. Für sie war es die Selbsterkenntnis, die den Weg der Entwicklung zum höchsten Gut des Menschen, nämlich zur Weisheit, markierte.

Ich bin etwa 9 Jahre und habe 2 klare Lebensziele. Ich will Abenteurer und weise werden. Ersteres Entwicklungsbild stammt von meiner umfassenden Karl May Lektüre. Zweiteres von… das weiß ich gar nicht so genau. Aber wenn ich mir die Erwachsenen in meinem Leben ansehe, fällt mir vor allem eines ganz deutlich auf: nämlich dass sie allesamt unlustig, unglücklich, unentspannt sind. Die Mütter sowieso, das wundert uns Kinder gar nicht sonderlich. Die scheinen nicht viel Spaß in ihrem Leben zu haben. Sie kochen, waschen, putzen, sind dauernd beschäftigt mit Herrichten, Wegräumen, Aufräumen, Planen, Organisieren, Einkaufen und, ah ja da war noch was, Arbeiten. Wer will denn das bitte schön?? Aber auch die Männer, wenn sie mal da sind, sind mit ihren witzig gemeinten Scherzchen irgendwie komisch, und das eher im Sinne von seltsam. Also so richtig mit dem Leben zufrieden scheint keine Erwachsener zu sein. Daher also will ich weise werden. Ich will wissen, wie man mit dem Leben am besten umgeht, auf dass das Leben nicht so mit mir umgeht. Ich will unter keinen Umständen ein mieselsüchtiger Erwachsener werden…

Cut. Viele Jahre später.

Das Leben ist mühsam. Voller Erledigungen. Abarbeiten, Erhalten-Müssen, Disziplinieren, Erziehen. Die angenehmen Freiräume scheinen proportional zur Verantwortung des Erwachsenseins zu verschwinden. Klar, man kann sich ablenken mit Entertainment und Genuss oder Konsum. Worin liegt die aber Weisheit, mit der man die Routine, den Alltag und all das „Müssen“ in schmetterlingshafte Sonnigkeit, in unerwartete Leichtigkeit und berückende Schönheit verwandeln könnte? Als Erwachsener sehne ich mich nach wie vor nach der Kunst der Transformation von Stroh in Gold…

Transformation ist Kunst

Die Komfortzone, das Altbekannte und Gewohnte ist wie ein wunderbar eingelaufener Schuh. Zieh ihn an und nichts tut Dir weh. Es gibt eine Textzeile in einem Song von Sade, in dem sie den Hunger in Afrika besingt, die lautet: „And it hurts like brand new shoes“. Ich empfinde diesen Satz als höchst unpassend. Wie kann man solch gravierendes existenzielles Leid mit banalen neuen Schuhen vergleichen?! Es kann natürlich sein, dass ich den Songtext die ganze Zeit schon falsch verstehe. Aber jedes Mal wenn ich den Song höre, wundere ich mich aufs Neue (und sehe nicht im Internet nach, ob der Text auch wirklich so lautet oder so gemeint ist). Ist das Neue wirklich dermaßen spürbar, derart schmerzlich – körperlich so schmerzhaft wie unstillbarer Hunger?

Was tut eigentlich so weh an Veränderungen? Die Gefühle von Unsicherheit oder das Risiko können es nicht sein, die sind maximal unangenehm, manchmal sowieso anregend aufregend. Mir geht es hier um den effektiven Schmerz, den Veränderungen verursachen können. Eine zerbrochene Beziehung, ein verlorener Job, ein verstorbener naher Verwandter – der Schmerz des Unfreiwilligen oder des Verlustes, die Angst vor der Einsamkeit oder das Bewusstsein der Sterblichkeit: Sie alle sind zutiefst schmerzhaft, zugleich aber höchst verständlich. Nein, ich meine den unerklärlichen Schmerz wenn wir unsere Routinen verändern sollen oder wollen. Der neue Schuh schmerzt wie ein Einschnitt in die Archilles-Ferse unseres Seins. Warum ist es so schwierig, anders zu denken, anders zu fühlen, anders zu handeln als bisher? Warum wollen wir nur schweren Herzens ins Neue schlüpfen, unser bisheriges Leben wenn schon nicht völlig verlassen, so doch zumindest einmal mit anderen Augen sehen? Meine Theorie lautet: Weil Veränderung eine Kunst ist. Und diese Kunst uns nicht gelehrt wird. Wir lernen Altbekanntes kennen, lernen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen und sie dann vehement zu verteidigen. Therapeuten lehren uns vielleicht die Vergangenheit anders emotional zu interpretieren, um besser mit der Gegenwart zurechtzukommen. Coaching zeigt vielleicht unbekannte Wege auf und macht Lust auf neue Schritte, neue Ziele. Aber ins Neue gehen müssen wir selbst. Und das lustvolle Wandeln, das Lustwandeln in stets neue Zustände und Umstände ist uns fremd. Wie sich der stete Wandel lustvoll leben lässt, kann uns die Kunst jedoch lehren. Denn sie zelebriert das stets Andere.

Kunst ist Transformation

Künstlerische Impulse irritieren das Normale, Alltägliche, Gewohnte und Erwartete. Sie tun dies ästhetisch ansprechend oder abstoßend, auf sinnhafte oder sinnentleerende Weise, in sinnlicher oder sinnvoller Art. Und in Kombination all dieser Wege, letztendlich um den Künstler selbst und/oder die Rezipienten seiner Kunst zu berühren, ihren Erlebnishorizont zu erweitern. Kunst thematisiert das Nichtgesehene, das unter der Oberfläche Schwelende, das vielleicht allzu Alltägliche. Kunst macht uns den aktuellen Status Quo und den (anstehenden) Wandel unserer Gesellschaft, den Grad unseres aktuellen kollektiven bewusst Seins zugänglich. Künstler interpretieren die Realität, versuchen das momentan Ideale zu dekonstruieren oder das Gegensätzliche in neuen Einheiten aufzulösen. Kunst thematisiert den uns im Moment des Kunstgenusses zugänglichen Möglichkeitsraum. Sie öffnet unsichtbare Welten und bringt so manch verdrängtes Gefühle zum Vorschein.

In all diesen Formen zelebriert die Kunst den Wandel, indem sie anders agiert als der hypothetische „Otto Normalverbraucher“. Bekannte Bedeutungswelten, akzeptierte Werte-Räume, angenommene Verhaltenskodizes, übliche  Wahrnehmungsvorlieben – sie alle werden abstrahiert, verdreht, neu kombiniert und gemixt. Das Überraschende, die Unterbrechung, der Kontrollverlust, das Unberechenbare werden in der Kunst zu Prinzipien des Wachstums stilisiert. Kunst ist die Expertin des Wandel(n)s. Wie können wir von ihr lernen, das Stroh unseres Alltags ins Gold des Besonderen zu transformieren?

Formvollendete Veränderung

Erfolg in der Kunst ist nur zu einem Teil handwerklicher Kunstfertigkeit geschuldet. Feine Antennen, die in den Zeitgeist hinein reichen sind ebenso essenziell wie Vermittlungsformen zu kreieren, die unweigerlich ankommen. Gegen die sich die Welt nicht wehren kann. Gar nicht wehren will. „Große Kunst“, verstanden als Kunst, die die Welt bewegt, regt an und auf. Wir können uns ihr nicht entziehen. Vorausgesetzt wir nehmen sie überhaupt wahr, verändert formvollendete Kunst etwas in uns. Sie enthebt uns des Banalen, belebt das Besondere in uns, im Moment und darüber hinaus. Aber das Alltägliche passiert ja zumeist diesseits des Kunstvollen. Die Schlüsselfrage lautet daher: Wie kann das tägliche Leben an sich zur Kunstform werden?

Veränderung als Lebenskunst

Lebenskunst meint in diesem Zusammenhang nicht das Auskommen ohne Geld oder das nicht durchgeplante Weltreisen, auch nicht das unabhängige Selbstversorger-Dasein. Mit der Kunst zu Leben sei hier die Fähigkeit adressiert, die Spannungsfelder des täglichen Lebens kreativ nutzen zu können.

Blicken wir auf die Faktoren, die überdurchschnittlich oft zum alltäglichen „Unrundsein“ führen: Fremdbestimmung, Überforderung, Erwartungs-Enttäuschung, Sorgen. Sie zeigen sich in Müdigkeit, Frustration bis Wut und Streit, in anstrengenden Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsstörungen. Sie werden sichtbar, etwa in schwunglosem Auftreten, geknickter Körperhaltung, hängenden Mundwinkeln, gekrausten Stirnfalten, wiederkehrenden Kopfschmerzen, chronischen Krankheiten, allgemeinen Süchten. Alles Zeichen dafür, dass wir unser Leben nicht so erleben, wie wir es gerne wollten. Sie erzählen nach innen und nach außen vom vorübergehenden oder lebenslangen Misserfolg. „Misserfolg“ verstehe ich hier als eine wiederkehrend erlebte Unstimmigkeit zwischen innerer Erwartung und äußerer Realität. Der Versuch, unsere inneren Überzeugungen im Außen sichtbar und wirksam zu machen ist gescheitert. Und die Tretmühle des Alltags zermalmt Tag für Tag jede Hoffnung darauf.  Und jetzt? Was tun?

Genau jetzt ist die Lebenskunst gefragt. Die Kunst, sich und sein Leben aus dem trüben Sumpf des Alltäglichen ins Besondere zu verändern. Die Kunst, zum einen die eigenen Erwartungen zu verändern und zum anderen sich selbst und die Umwelt anders als bisher zu interpretieren. Anstelle des „Funktionierens“ im eigenen Sinn, anstelle des Vergleichens mit eigenen und fremden Vor-Stellungen, könnten wir hier an dieser Stelle des „Aufgebens“ unseres alten Lebens anfangen die Welt und uns selbst frisch wahrzunehmen. Wir könnten in Leichtigkeit und mit Leidenschaft in jedem Moment aus dem Vollen schöpfen. Wie das gehen könnte? Fragen Sie sich in jedem Moment der Enge: „Was ist noch möglich?“ Wie könnte das Gegenteil, das Andere aussehen? Was würde ich gern Neues empfinden? Sie müssen im selben Moment keine Antworten suchen. Die Antworten auf diese Fragen, sofern sie mit tiefem inneren Interesse gestellt werden, werden uns finden. Die Voraussetzung ist nur, dass Sie fragen und dadurch eine Haltung der Offenheit erreichen. Es reicht, wenn Sie sich in diesen Momenten des „Unrundseins“, des „Unwohlseins“ mit sich und der Welt völlig unbegründeter Weise einfach körperlich aufrichten, ohne Grund Lächeln und einen Moment Innehalten im Tun.

Wenn wir den Schritt wagen, nicht in Gedanken und Gefühle vorwegzunehmen, was da ist und kommt und wahrnehmen, was aus diesem Nichtwissen, als dem Nicht nach unseren Gewohnheiten Handeln, aus dem Nichtweiterverfolgen des Bisherigen heraus passiert… Dann verwandelt sich der scheinbar niemals endende ewiggleiche Alltag in einen Fluss einzigartiger Momente mit unbekannter Ausrichtung. Dann begegnen wir uns in der Kunst des Lebens.

Genau hier betreten wir uns bis dahin fremd gewesene Welten und es eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten…

Wie können wir uns in all diesen verschiedenen Welten bewegen, ohne uns selbst in ihnen zu verlieren?  Erfahren Sie nächste Woche mehr über die Fähigkeit des Oszillierens:

Oscillator –  Secret Success Story No 8: Samstag, 25.04.2015, 10.00

BeMeUp – Der Erfolgsblog. Jeden Samstag um 10.00. http://www.bemeup.today

IM ZWEIFELSFALL

Teaser No 3 – über Erfahrung und Misstrauen

Erfolg und Führung: Eine Hassliebe

Sie gehen ihm maßlos auf die Nerven. Dauernd ist was „Dringendes“, das sich nur als Befindlichkeit und unnötige Zeitverschwendung entpuppt. Ständig wollen sie etwas von ihm: Am liebsten Jammern. Darüber, was alles nicht passt und dass alles so nicht geht. Lösungen wollen sie nicht hören, wollen nur loswerden, wie arm sie nicht sind und wer nicht alles daran die Schuld trägt. Sie wollen, dass er ändert, wie es ihnen geht und wie es bei ihnen zugeht. Wollen, dass er ihre Streitigkeiten schlichtet, ihre Entscheidungen trifft, ja wahrscheinlich sogar, dass er ihre Arbeit macht. Angestellte: ultramühsam, soviel steht fest. Wo sind die guten Leute, sprühend vor Energie, mit viel Erfahrung und dennoch offen für Vorschläge, fähig zur Flexibilität angesichts sich täglich ändernder Umstände? Nein, es ist nicht seine Schuld, wenn sich in unregelmäßigen, unvorhersehbaren Abständen – und in den Augen seiner Untergebenen kommt das viel zu oft vor – die Vorgaben ändern. Nein er kann sie nicht früher kommunizieren und nein, es macht keinen Sinn, seine Belegschaft von halbfertigen „vielleicht-Änderungen“ zu unterrichten. Am liebsten würden sie alles wissen – und sich gerade dann am meisten über die Unsicherheiten des Nicht-Endgültigen, nicht-Planbaren aufregen.

Nicht nur muss er die finanziellen Konsequenzen seines Handelns den Geldgebern und Eigentümern gegenüber rechtfertigen. Er muss auch noch die für den Erfolg des Unternehmens notwendigen Schritte seinen Leuten schmackhaft machen. Er ist so müde. Der Spagat zwischen dem Tun, was ansteht und dem Erzählen, wie toll es doch sein wird, laugt ihn aus. Diese Übersetzungsarbeit von „muss“ in „will“ verbraucht zu viel seiner Zeit und Konzentration. Der Widerstand von unten zehrt seinen Willen zum Verständnis für sie und zum Bauen eines gemeinsamen Weges aus. Kurze klare Vorgaben, das können sie haben. Den Rest wimmelt seine rechte Hand ab. Das hat er eben beschlossen. Komme was und vor allem wer wolle, er muss sich schützen, sonst schmeißt er den Hut drauf. Und Aufgeben kommt nicht in Frage. Sollen doch die anderen untergehen oder endlich Schwimmen lernen. Was geht ihn das an?

Erfolg und Vorbilder: Ein Wunschtraum

Er soll zu seinem Wort stehen. Haltung beweisen, Rückgrat haben, Stärke zeigen. Und für uns da sein. Uns verstehen, für uns eintreten. Wofür schuften wir denn sonst, wenn nicht für ihn? Für die Firma? Wofür möchte er unsere Loyalität, wenn wir ihm egal sind? Es soll gefälligst die Arbeit verstehen! Wie kann es sein, dass man ihnen einen Branchenfremden vor den Latz geknallt hat? Er hat keinerlei Ahnung vom Business, von der eigentlichen operativen Tätigkeit des Unternehmens. Vielleicht kann er rechnen und kennt ein paar Leute. Mag schon sein. Aber kennt er unser Produkt überhaupt? Sieht er unsere laufenden Innovationsleistungen, die rechtlichen Grenzen, den speziellen Absatzmarkt, die anspruchsvollen Kunden? Versteht er, was wirklich wichtig für den Erfolg ist? Welcher Aufwand nötig ist, dass wir überhaupt liefern können? Nein. Das zeigt er mit jeder Nicht-Antwort, mit jedem Nicht-Erscheinen, mit jedem abgesagten Meeting. Oder bei den seltenen Sitzungen, wenn er sich selbst und seine Pläne, die sich ständig ändern und völlig unrealistisch sind, zelebriert. Am liebsten hört er nur sich selbst reden. Er hat Angst vor uns, vor unseren Fragen, vor unseren berechtigten Einwänden. Nur wenn wir ihn gemeinsam in die Mangel nehmen können wir an ihn heran kommen, in ihm Betroffenheit auslösen, ihn dazu zwingen, auf uns zu hören, uns wahrzunehmen, uns wichtig zu nehmen. Denn ohne uns geht gar nichts! Das hätte er wohl gerne: austauschbare Nummern, die schweigend alles machen, was er will. Aber wir sind Menschen, mit Rechten, nicht nur Pflichten. Soll er beweisen, dass seine Entscheidungen etwas wert sind, soll er mal zeigen, dass er sich Mühe gibt. Bis dahin lassen wir ihn anrennen, noch nicht offen und direkt – aber wenn er so weiter macht…

9 Aspekte erfolgreicher Führung: Ein Praxisbericht

Über das erfolgreiche Führen hört und liest man viel. Dort ist dann von soft skills und hard acts, von der guten Stimmung und dem konsequenten Handeln, die Rede. Ja, klare Zielsetzungen und Kommunikation sind essenziell für ein starkes Miteinander. Was noch so auf die Liste der theoretischen Erfolgsbringer gehört und leider im Alltag des „everyday business“ viel zu oft untergeht:

  1. Realistische Zielsetzungen: die Ziele sind prinzipiell erreichbar, eindeutig messbar, klar verständlich und im besten Fall gemeinsam entwickelt. Sie verkörpern Meilensteine am Weg der Unternehmens-Vision, setzen die Unternehmens-Mission um, lassen sich unter Einhaltung der Unternehmens-Werte erzielen und erfüllen die Mitarbeiter mit Stolz und Optimismus
  2. Realistische Ressourcenplanung: die „Human Ressource“, also die Mitarbeiter, ist/sind in ausreichendem Maß vorhanden, sowie fähig und willens, die vereinbarten Ziele zu erreichen
  3. Realistische Budgetierung von Zeit und Geld: „realistisch“ bedeutet hier, einen Puffer von zumindest 20% für Unvorhergesehenes mit einzukalkulieren
  4. Visionsfähigkeit, Engagement, sowie Erfahrung im Umgang mit emotionaler Verunsicherung von Mitarbeitern: gerade in veränderungsfreudigen Zeiten punkten Führungskräfte mit „Leuchtturm-“ und „Fels-in-der-Brandung“-Qualitäten bei gleichzeitiger Ansprechbarkeit und Präsenz
  • Im „echten Leben“ versagen an diesen ersten 4 Punkten bereits viele Leader, vor allem in Zeiten wie diesen, in denen Veränderungen an der Tagesordnung sind
  • Noch mehr Führungsverantwortliche scheitern an diesen Faktoren, an denen sie selbst nicht unbeteiligt sind:
  1. Verständnis der Belegschaft für den kontinuierlichen Wandel von Umständen, Zielen, Aufgaben, Handlungsweisen, Erfolgskriterien, Mitarbeitern, Teams etc.
  2. Prozessorientierte Einstellung: Erfolg ist kein Berggipfel, den es durch sportliche Leistung zu erringen gibt – er gleicht eher einem Fluss mit schwankenden Wellen-Höhen und -Tälern, die entlang es mit der Balance eines Wellenreiters zu surfen gilt
  3. Breit gefächerte Erfolgskriterien (d.h. Umsatz, Wachstum, Gewinn und ROI ergänzend): Innovationskompetenz, Wandlungsfähigkeit, Adaptionsgeschwindigkeit, Lösungsorientierung, Resilienzvermögen, Mitarbeiterfluktuation, Eigeninitiative, Verantwortungsgefühl, Zusammenhalt, stringentes Image nach Innen und Außen, markenkonformer Führungsstil, markenüberzeugte Mitarbeiter, stimmige Unternehmens-Kultur, etc. – im Unternehmen klar dargestellt, messbar gemacht und letztendlich in ein den Prioritäten entsprechendes umfassendes Erfolgsbild gegossen
  4. Flexibilität in den Methoden der Zielerreichung: nein, es führt nicht nur ein Weg – der Weg der Vergangenheit – nach „Rom“, sprich: zum Erfolg. Aber über das wie streiten oft „alte“ und „neuere“ Mitarbeiter – v.a. wenn die Führungskraft „neuer“ ist. Offenheit statt „Recht haben“, auf beiden Seiten. Respekt für Erfahrung aber auch Augen für andere Möglichkeiten
  5. Erfolg als Gemeinschaftsleitung: „Erfolge“ (siehe Punkt 7) gemeinsam definieren, gemeinsam messen und gemeinsam zelebrieren

Lesen Sie ab nächster Woche mehr über bewährte und ungeahnte Wege zum Erfolg!

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Start nächsten Samstag, 07.03.2015, 10.00 mit  THE QUEST FOR SUCCESS

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DIE WAHL

Teaser No 2 – über das Unbequeme an der Komfortzone

Der Ruf der Ferne

Sie ist wirklich gut. Sprüht vor Geist, überzeugt mit scharfen Beobachtungen und schafft ungewöhnlich treffende Zusammenhänge. Das muss er neidlos zugeben. Er sieht sich um. Zusammengekniffene Augen, handy-erleuchtete Gesichter, heruntergezogene verkniffene Mundwinkel. Was ist mit diesen Leuten bloß los? Sie sind so mit sich und ihrer scheinbaren Misere beschäftigt, dass sie keine neuen Inhalte zu schätzen wissen. Er blickt wieder nach vorne. Der Vortrag neigt sich seinem Ende zu. Die Message ist bestechend einfach: stay true, stay you. Etwas hölzern formuliert vielleicht, aber nicht grundfalsch.

Doch im Konzern, so scheint‘s, fällt diese Aussage auf Sahara-Boden. Authentizitäts-Wüste, kein Bedarf nach eigener Stimme, nach selbstständigen Wesen. Es ist schwer zu sagen, was zuerst da war: die fehlende Wertschätzung der Vorgesetzten für Eigeninitiative oder die Angst der Angestellten, fürs Anderssein rausgeschmissen zu werden. Beide Parteien verdienen zu gut dafür. Das Risiko der Selbstverwirklichung zahlt sich schlichtweg nicht aus. Es müssen doch die Hypotheken, Alimente, Urlaube und Versicherungen bezahlt werden.

Ent-Scheidungen

„Prioritäten“ hört er sie vorne sagen. Ja was hat er selbst für Prioritäten in seinem Leben gesetzt? Mit welchem Ergebnis? Er denkt nach und weiß im selben Moment, noch bevor ihm ein konkreter Gedanke kommt, dass er noch nicht hat, was er eigentlich will. Sein Leben wird von einer stummen Suche, die unter seinen Handlungen schlummert, begleitet. Wann immer er sich für „Sicherheit“ entschließt, versinkt das fragende Schweigen ein Stück weiter hinein in seinen Untergrund. Und mit ihm sinkt die Gewissheit, das eigentliche Ziel, welches immer es sein mag, jemals zu erreichen. Jeden Abend kehrt er zu seiner Familie zurück: Dort sinkt auch er. Nach 2 Glas Wein zusammen mit all den Dingen, die zu tun waren und die nie ein Ende finden in einen unruhigen Schlaf. Prioritäten, hah! Lange zuvor schon wurden die Weichen gestellt, jetzt beherrscht eine Abfolge von Konsequenzen sein Leben. Nein, er hat nicht das ganz Falsche studiert, nicht die ganz falsche Frau geheiratet, nicht völlig in der Kindererziehung versagt.

Doch das zufriedene, stolze Gefühl, am richtigen Weg zu sein, das kennt er persönlich nicht. Er ist sich nicht einmal sicher, ob es tatsächlich existiert, denn er hat einen scharfen Blick und sieht, wie die anderen sich selbst mit einer selbstgebastelten Fassade des „ich hab‘s geschafft“ täglich aufs Neue belügen. Er sieht dies an den unförmigen Körpern, die von runtergeschluckter Enttäuschung mit Hilfe von zu viel Essen sprechen. Er sieht es an den gesprungenen Adern in manchen Gesichtern, an den grobporigen Nasen und roten Augen, die vom übermäßigen Zuspruch zum Alkohol, von Schlaflosigkeit und nächtlichen Ablenkungen erzählen. Er hört es auch an den genervten Tonfällen, nimmt es selbst am Überhören feiner Stimmungen wahr. Weiter, immer weiter. Bis zum Kollaps oder Sieg. Er bezweifelt aber, dass es den Sieg überhaupt gibt. Zumindest nicht für ihn. Man müsste vielleicht kinderlos, gewissenlos, skrupellos, beziehungslos sein, um so viel Zeit und Kraft in den Sieg, was immer das auch ist, investieren zu können. Oder bessere Beziehungen, bessere Karten, mehr Glück im Spiel des Lebens haben. Doch so? Wo ist er jetzt, in diesem Moment, in dem er hinsieht, denn in seinem Leben…

Der Ruf der Nähe

Und mit einem Schlag versteht er die abwehrenden Gesichter, die kritischen Kommentare während des Vortrages: sie zeugen davon, dass es den hier Mitgefangenen, Mitgehangenen nicht viel anders geht als ihm selbst. Sie wollen nicht hier sein, nicht in dieser Form von (Arbeits-)Leben. Doch dies zu sehen wäre zu riskant, also sehen sie nur so weit, dass sie nicht hier sein wollen, zumindest nicht in diesem so seltsam unangenehmen Vortrag…

Denn gegen den Externen zu sein ist wesentlich vielversprechender als sich selbst und die eigenen Lebensentscheidungen in Frage zu stellen. In der Abwehrhaltung bekommt man Unterstützung von anderen, denen es nicht viel anders geht. Und endlich war eine Spur von Solidarität zu spüren. Verwirrt stellt er beim Buffet fest, dass er seiner Kollegin nickend zustimmt, als diese von einem völlig weltfremden Vortrag spricht. In diesem Moment weiß er nicht, ob er nur zu müde zum Verteidigen der so an die Stille gewohnten Stimme in sich drinnen ist. Oder ob er es nicht vielleicht genießt, mit jemand durchaus Attraktiven in seiner unmittelbaren Nähe einfach eine Welle der Gemeinsamkeit zu reiten. Er braucht nicht viel tun, um dieses angenehme Gefühl zu steigern – nur ein bisschen gegen etwas zu sein, das morgen schon nicht mehr da sein würde…

Fragen Sie sich selbst

  • Wie viel Selbstverleugnung ist im Arbeitsleben notwendig?            
  • Muss der Mensch ein Produkt sein (oder haben oder schaffen)?       
  • Sind Sie in Ihrem eigenen Arbeitsleben am richtigen Weg?          

Lesen Sie nächsten Samstag mehr über unbestreitbar streitbare Erfolgsfälle

IM ZWEIFELSFALL –  Teaser No 3: Samstag, 28.02.2015, 10.00

 BeMeUp – Der Erfolgsblog

Start der 27 Secret Success Stories: Samstag, 02.03.2015, 10.00

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