SUPER SIMPLE SOLUTION No 15 – Der Schlüssel FÜR unsere Zukunft

Sage mir wofür du stehst – und ich sage dir, wer du bist

Dagegen sein kann jeder. Wofür einstehen schon viel weniger. Ins „dagegen“ können Ängste und Vorurteile eingepackt werden. Ins „dafür“ schon weniger. Um effektiv FÜR etwas zu sein, braucht es eine andere Art der Überzeugung, eine Art positive Grundstimmung. Hoffnung, Wünsche, Ideale – sie alle kommen im FÜR zum Ausdruck. Und hier gilt es, ganz genau hinzuschauen: WOFÜR jemand steht gibt Auskunft darüber, ob dieser jemand nur FÜR sich und „seinesgleichen“ oder für alle Menschen und eine gemeinsame Zukunft eintreten möchte.

Hier, genau hier, trennt sich die Spreu vom Weizen.

Will ICH mehr Vorteile, mehr Geld, mehr Sicherheit, mehr Gefühl der Kontrolle?

Oder will ich darauf vertrauen, dass WIR mehr Wohlstand, mehr Sicherheit, mehr Gefühl der Mitbestimmung FÜR ALLE wollen und erreichen können?

Und hier ist er schon, der Knackpunkt: das Ver-TRAUEN. Das ist erschüttert. In das EU-Europa, in die Politik, in die Sicherheit, in das Gefühl, heutzutage und in Zukunft ein selbstbestimmt erfolg-reiches Leben führen zu können. Wo ist bloß die Hoffnung hin? Sie wird niedergemetzelt von den Gegnern. Und die Gegner handelt aus Gewohnheit gegen etwas oder jemand, sie tun dies auf Basis ihrer Erfahrung. Es lohnt sich, hier etwas genauer hinzusehen:

Wo kommt Ver-TRAUEN her?

Aus guten Erfahrungen. In der Kindheit, in der Beziehung, in der Arbeitswelt. Gute Eindrücke stärken den Mut, sich FÜR etwas, das so noch nicht vorhanden ist, einzusetzen. DAGEGEN zu sein, wird von schlechten Eindrücken, schlechten Erfahrungen, schlechten Ahnungen genährt. DaGEGENsein schafft GEGNER, braucht Feindbilder, die es zu bekämpfen gilt. Und wird genährt von der „halb leer“-Perspektive, weil eben etwas noch nicht so ist, wie es sein sollte, könnte, müsste.

Da FÜR zu sein braucht PARTNER, braucht Kooperation, braucht gemeinsame Ziele.

Aber FÜR etwas zu sein, indem man GEGEN alle(s) andere(n) ist, schränkt die Möglichkeiten – und die Resultate – gewaltig ein.

Warum ist es so schwer, FÜR etwas zu sein, das uns ALLEN GUT tut?

Die Antwort liegt in der Ver-ANTWORTung. Wollen wir ein besseres Miteinander, ein besseres Leben für uns alle, so gilt es ANTWORTEN auf die drängenden Fragen zu suchen, zu finden – und umzusetzen. Diesen Schlüssel zur Zukunft sehen und drehen zu können verlangt analytisches Denken, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Tatkraft.

Warum ist es so leicht, GEGEN etwas zu sein, was ANDEREN gut tun könnte?

Die Antwort liegt in der EIN-Fach-heit. Eine Antwort reicht, um gegen die Komplexität der Welt einzutreten: NEIN!

Ein NEIN sagt lautstark: Ich will mich nicht damit auseinandersetzen, es reicht mir, ich kann nicht mehr, ich bin überfordert, ich verstehe die Welt nicht (mehr).

Unsere Welt im globalen Zusammenspiel ist unüberschaubar und unkontrollierbar. Das ist das PROBLEM. PRO Blem. Ich bin an dieser Stelle für folgende Interpretation: Ein PROblem haben, heisst, Für ein Blem zu sein. Ein „Blem“ ist in diesem Zusammenhang alles, was mich stört, irritiert, unangenehme Gefühle verursacht, mir Angst macht. Ein PRO-Blem in diesem Sinne zu haben bedeutet: Ich nehme mich dieses Blems selbst und PROaktiv an. Ich übernehme die Ver-ANTWORTung daFÜR, für das jeweilige Blem, und suche aktiv nach Lösungen, die UNS ALLEN etwas bringen. Das kann doch nicht so schwer sein! Noch dazu, da es ja noch andere geben muss, JA mit SICHERHEIT gibt, die ebenfalls an diesen PRO-Blemen arbeiten. Damit wir alle am Ende, das immer auch ein Anfang ist, besser (zusammen)leben können.

Das PRO-Blem der Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit

Wo Privilegien sind und waren und ein Ausgleich in naher Zukunft angestrebt wird, da herrscht die Angst vor dem Verlust. Aber worauf haben wir denn überhaupt – jeder einzelne von uns – einen Anspruch?

Gilt etwa das „Gesetz der Reziprozität“ in unserer Gesellschaft? Also „wer etwas leistet“ bekommt auch etwas? Oder gilt das Prinzip der Solidarität? Also „wer existiert“ hat ein Recht darauf, menschenwürdig zu leben?

Das bringt uns zu einer entscheidenden Grundsatzfrage: Was ist überhaupt eine anerkennenswerte Leistung?

In meinen Augen liegt Leistung nicht darin, sein Leben sinnloser Tätigkeit zu verschreiben und sich dafür bezahlen zu lassen. Wahre Leistung zu erbringen bedarf des Mutes FÜR etwas einzustehen, das einen Unterschied FÜR Jetzt und die Zukunft macht. Etwas echt zu leisten bedeutet, etwas zu tun, was letztendlich ALLEN etwas bringt. Und was bringt ALLEN etwas? Alles, was uns alle in Richtung von mehr Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit führt. Solche Leistungen fördern das MIT-EIN-ANDER.

Daher gilt für mich alles, was zu mehr körperlicher, emotionaler und geistiger Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit führt, als (be)lohnenswerte Leistung.

Auf dem Weg zu mehr MIT-Ein-ANDER beGEGNET uns wieder die Ver-ANTWORTung. Wer also tatsächlich Antworten liefert, die zu mehr Miteinander führen, der leistet. Dabei geht es nicht nur um Worte und Taten, auch Einstellungen und Haltungen können höchst effektiv sein, da sie ein ganzes Umfeld zu verändern vermögen. Dafür braucht man nicht reich und mächtig zu sein, es reicht, ein Mensch mit offener Einstellung und dem Mut zur gemeinsamen Zukunft zu sein und diese Haltung zu leben.

Es geht auch nicht darum, welchem Beruf jemand nachgeht. Emotionale Gerechtigkeit beispielsweise  kann man an der Tankstelle genauso vorleben, wie man FÜR geistige Freiheit in der Schule – ja, auch als Lehrer – eintreten kann. Wer als Mensch existiert und die Co-Existenz anderen Menschen ermöglicht oder erleichtert, sowie das MIT-EIN-ANDER stärkt, der hat meiner Meinung nach auch einen Anspruch. Wer auf Kosten anderer lebt, der soll auch dafür zahlen. So einfach ist das. Oder? Nein, natürlich nicht. Denn wer kann schon beurteilen, ob jemand etwas leistet, das ALLEN zu Gute kommt…

Was hat uns die EU jemals Gutes gebracht?

Wer kann schon beurteilen, ob die EU uns ALLEN etwas gebracht hat? Scheinbar ist unser Geld immer weniger wert, die Arbeitsplätze werden weniger und instabiler, etwas sparen geht schon lang nicht mehr. Wir, also die EU-Staaten, leben alle auf Schulden. Außer „Die Reichen“. Dort sammelt sich offenbar das Geld. Aber sind „Die Reichen“ die EU?

Oder 180 Grad in die andere Richtung gefragt: Nimmt uns „Die EU“ etwas weg, etwa indem sie FÜR Menschenrechte eintritt? Was sind die Konsequenzen, weltweite Konsequenzen wohlgemerkt, davon, wenn jemand wie die EU eine solche Haltung nicht nur theoretisch, sondern praktisch, weil strukturell verankert, vorlebt?

„Die EU“ hat uns beispielsweise einen größeren gemeinsamen Lebensraum eröffnet, indem sie etwa Mobilität auf vielen Ebenen gefördert hat. Sie hat uns damit mehr Freiheit gebracht: die Freiheit zu Reisen, zu Arbeiten, zu Wohnen. Aber reicht uns das? Nein.

Wir sind (gegen) Europa!

Wer tut all dies, wer gibt die Antworten, die zu mehr Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit führen? Antworten, die im selben Atemzug so viele Menschen verstören. Wer ist DIE EU? „Die EU“ ist ein Projekt. Wessen Projekt ist die zweite entscheidende Frage.

DIE EU sind zum einen Menschen, die zugunsten ALLER und nicht nur im Sinne der Nationalstaaten denken und handeln. Aber warum treten sie FÜR dieses Anliegen nicht noch wesentlich offener und direkter ein? Wo ist die strahlende PRO-europäische Leitfigur, die voller Überzeugung für ein sinnvolles Miteinander steht? Vielleicht gibt es sie, aber sie treten nicht lautstark auf, weil viele von ihnen das Gefühl haben, zwar FÜR ALLE zu handeln, dafür aber nicht von ALLEN, sprich in diesem Sinne: von den EU-Bürgern geschätzt zu werden. Sie wollen den Bürgern ihrer (National)Staaten gefallen. Müssen es vielleicht, um im politischen System überleben zu können.

Und es gibt „die anderen“, die Lobbyisten und all jene, die zuallererst die eigenen oder die Interessen von Konzernen etc. vertreten. DIE wollen Geld machen, Geld, das höchstwahrscheinlich NICHT ALLEN zu Gute kommen soll. DIE SIND ABER NICHT DIE EU! WIR SIND EUROPA! Oder?

Sagen wir JA zueinander und geben wir dem NEIN eine klare Absage.

Setzen wir uns ein – nicht ab!

Denn ohne uns geht’s nicht.

Nur MIT uns geht was weiter.

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SUPER SIMPLE SOLUTION No 14 – GEWALTIGE PROBLEME UND IHRE LÖSUNGEN

Vor gar nicht allzu langer Zeit

Neulich stand ich vor der Eden, zum Reden – trug sich Folgendes zu: „Hearst Gsch…ene, wenns net sofurt de Pappn hoitst, vergiss I mi!“. Ich überblickte die Situation und entdeckte einen Möchtegern-Herkules in sein Handy brüllen. Also keine unmittelbare Gefahr im Verzug. Außer akustisch-emotionaler Umweltverschmutzung meine ich.

Hmmm dachte der Menschenfreund in mir. Und versuchte zu verstehen und sowohl den Inhalt als auch den Tonfall einzuschätzen. Mit dem Ziel, letztendlich dem gesamten Subjekt des Anstoßes vergeben und es in der Folge guten Gewissens vergessen zu können. Folgende Analysen liefen zur Hilfestellung in Richtung Rechtfertigen durch Erklären innerlich in Windeseile mir ab:

  1. Armer Mensch“. Nicht sehr hübsch, nicht sehr gebildet, nicht sehr eloquent. Vielleicht in schwierigen Umständen aufgewachsen. Wenig Chancen, in der Gesellschaft auf Anerkennung zu treffen. Trotzdem. Deshalb muss er ja noch lange kein geistig unflexibles und emotional abgestumpftes Wesen sein. Oder? Ergo: Kein Entschuldigungsgrund.
  2. Unangenehmer Mensch“. Verbaler Notstand und akustische Aggression: Tonfall und Wortwahl lassen auf wenig argumentativen Spielraum schließen. Man kann also wahrscheinlich nicht mit ihm reden, um die Hintergründe der emotional-verbalen Schmutzattacke zu ergründen. Emotionale Umprogrammierung durch Aufmerksamkeit und Zuhören scheinen im Moment ebenfalls keine Option zu sein. Dagegenreden: Keine Chance. Bleiben als Handlungsoptionen: Schweigen, vorwurfsvoll Schauen oder Ignorieren. Mögliches Ergebnis: Null positiver Einfluss. Erkenntnis: Wer spürbar unangenehm ist, mit dem will man sich schlichtweg auch nicht auseinandersetzen. Na gut, so viel wusste ich schon vorher… Also weiter im Denken.
  3. Bedrohlicher Mensch“. Steht unter körperliche Höchstspannung. Achtung Gewaltbereitschaft. Signalisiert durch geballte Faust, weiße Handknöchel, verzerrten Gesichtsausdruck, zusammengekniffene Augen, zusammengebissene Zähne, hochrote Gesichtsfarbe, sprungbereites nach vorne Beugen. Kontaktaufnahme daher wenig ratsam. Explosionsgefahr. Aggression als Schutzschicht, Einsamkeit vorprogrammiert. Vielleicht bekommt er nur Zuwendung durch Gewalt? Weil sich sonst niemand rantraut an ihn – niemand, der nicht selbst bereit ist, eine einzustecken und/oder auszuteilen? Gewalt sucht Gewalt… Sieht nach auswegslosen Teufelskreis aus.

Über kurz oder lang

So komme ich nicht weiter. Lauter Sackgassen. Gewalt führt zu mehr Gewalt. Oder man wartet, bis die Wut verraucht ist. Und dann? Wie kann man lebende Vulkane von einer anderen Verhaltensweise überzeugen, geschweige denn zu einem veränderten Verhalten bewegen? Erste innere Reaktion meinerseits: Gar nicht. Das müssen die Gewaltandroher und –Täter schon selbst wollen. Aber warum sollten sie? Wo sie doch das Gefühl von Macht nur dann haben, wenn sie mit aller Kraft ihre körperliche Überlegenheit demonstrieren können? Wenn dieses Verhalten weg fällt, was bleibt ihnen? Wer sind sie dann? Was macht sie an Stelle dessen groß, stark und einflussreich?

Lügen und die kurzen Beine

Aber nein, damit lüge ich mir nur selbst in den nicht vorhandenen Sack. Wir können angesichts verbaler oder selbst körperlicher Gewalt immer etwas tun. Oder? Verantwortung und Ohnmachtsgefühle streiten in mir. Bald werde ich noch selbst so unrund wie Möchtegern-Herkules. Tun oder Nicht-Tun, das ist hier die Frage… Oder nur tun, wenn jemandem Gefahr droht? Aber dann lernt der Typ ja nie, anders mit Frustration umzugehen. Viel weiter komme ich auf diese Art auch nicht.

Langfinger leben länger

Meine Freundin, die mir bisher verständnisvoll beim Denken zugeschaut hat, schnappt sich eine Rose vom vorbeigehenden Rosenverkäufer. Sie trabt auf Herkules zu, sieht im ernsthaft in die Augen, lächelt sehr zart und subtil und reicht ihm die Rose. Er hört auch zu schimpfen, sieht vom Boden auf auf, senkt die Hand mit dem Handy. Seine Augen werden groß, er richtet sich mit ganzem Körper auf. Könnte gefährlich werden. Sie lächelt daraufhin noch etwas breiter, dreht sich um und geht, noch bevor er etwas sagen – oder tun – kann. Ich fühle mich wie in den 70ern (zumindest stelle ich mir vor, was die „Blumenkinder“ damals mit solchen Gesten sprachlos und zugleich lautstark sagen wollten). Doch siehe da, es wirkt. Er wird leiser und geht gemäßigten Schrittes weg. Sein Körper wirkt entspannter. Er ist zumindest vorübergehend von seiner Wut abgelenkt.

Der Rosenverkäufer lächelt und will kein Geld.

Die Moral von der Geschichte

Denken hilft manchmal nicht weiter. Zögern auch nicht. Aber im richtigen Moment etwas Überraschendes und Wohlwollendes tun wirkt. Die Einstellung zählt. Keine Moralpredigt, kein Besserwissen, kein Zurückstreiten, kein Dagegenhalten, keine Gewaltandrohung, kein Schimpfen. Weniger ist mehr. Zeichen setzen. Ruhe, Entspannung, Wohlwollen und Respekt körperlich ausdrücken. Weniger Worte, mehr Wesenheit. Ver-Trauen zeigen. Den Mut haben, sich offen zu zeigen.

Gut, werden Sie vielleicht sagen. So kämpfen Mädchen. Aber ich, 2 Meter großer Muskelmann? Kann ja keine Rosen schenken…

Männer und Macht

Ah ja, da war noch was. Der Hahnenkampf, das Testosteron. Das geistig-emotionale Siegenwollen, das körperliche Abreagieren. Hmmm. Wie wär‘s mit einer Zigarette oder einem Bier statt der Rose? Muss nicht funktionieren, zugegeben. Aber die Geste zählt, oder? Allerdings ist wenig Hoffnung auf einen positiven Ausgang gegeben, wenn sich der Aggressor angegriffen fühlt. Und ein Mann, der dem Vulkan auf spannungsgeladene Art zu nahe kommt, kann ihm leicht zum Ausbruch verhelfen. Gut, Sie sind ja jetzt 2 Meter groß und brauchen sich nicht fürchten. Aber was ist mit ihrem 1.74 Meter großen Freund, der zufällig alleine auf der Straße steht, als es passiert. Was tut er sinnvoller Weise? Er muss sich vielleicht anders mit der bedrohlichen Energie auseinandersetzen. Vielleicht muss er mitten hinein in den Vulkan…

Männer mag Mann eben

Männerfreundschaften sind was Schönes. Sich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Oder auch mal härter schubsen. Wenn sich beide aneinander abreagieren können und wollen ist das vielleicht nicht immer ganz so schlecht. Powerkuscheln auf männlich. Stacheln statt Rosen. Und dann ein Bier gemeinsam. Und ‘ne Zigarette… Echte Freunde eben. Aber hilft uns das weiter, gerade wenn keine freundschaftliche Ebene vorhanden ist? Nein.

Frust und Freiheit

Die Kernfrage lautet: Wohin mit all dem Frust? Die richtige Kanalisierung des Aggressionsüberschusses ist die eigentliche Herausforderung. Gut – dafür ist Sport (machen und schauen) da, dazu gibt’s eben Männerfreundschaften oder den Wettbewerb im Business. Aber was ist, wenn sich die Sucht zu Siegen und die Angst vorm Verlieren auf alle Lebensbereiche ausdehnen? Ins Privatleben und auf völlig fremde Menschen, die weder freundschaftlich noch geschäftsmäßig verbunden sind. Dann regiert letztendlich der Frust, er nimmt überhand. Hier liegt die Gefahr. Der Frust sucht sich unbeteiligte Projektionsflächen, um sich abzureagieren. Es geht darum, den Stresslevel senken zu können und die eigene Mitte wieder zu finden. Aber dir probaten Mittel und Wege zurück in die Ausgeglichenheit scheinen oft zu fehlen. Oder das diesbezügliche Wissen und Können.

Doch die Freiheit des einzelnen endet beim Veräußern von aggressiver Energie, egal welcher Art: Durch bedrohliche Körperhaltungen, verbalen Drohungen, Beschimpfungen, Abwertungen. Oder durch unfaire Argumentation wie in Form von absichtlicher Falschinformation, Halbinformation, Lügen, Missinterpretation, Ignoranz u.v.m. All diese Verhaltensweisen bringen keine Lösung des Problems, sie lösen die Sucht nach dem Siegen nicht. Denn niemand kann immer gewinnen und Angst lässt sich nicht durch Siegen bekämpfen. Jemand, der ständig Siegen will, beweist sich und anderen einen ständigen Mangel an Selbstwertgefühl. Egal wie groß er sich aufplustert, er fühlt sich immer zu klein. Das ist ein Problem, das nicht einmal eine Rose, auch kein Zweikampf und auch keine Euromillion lösen können. Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ist das eigentliche Problem. Und diesem Gefühl entgegen wirken, können interessanterweise eben nicht Gewalt und Geld oder Siege. Sondern Aufmerksamkeit, bedingungsloser Respekt und Wertschätzung.

Frieden und Freude

Aber gilt deshalb die Formel Immer Frieden = Immer Freude? Ich glaube nicht. Vielleicht wäre ein Leben ohne Testosteron, ohne Grenzgänge gar nicht mal so lustig. Manche Menschen haben ihre Freude mit und an einem testosterongeschwängerten Mann – und an einer „starken“ Frau – vor allem, wenn beide ihre Kraft richtig, also nicht verletzend und im Einklang mit der Umgebung, einzusetzen wissen.

Aber alle anderen Menschen? Die wollen ihren lieben Frieden haben und erhalten. Zu Recht. Denn wer seinen eigenen Frust selbst halbwegs zu zähmen weiß, der will nicht auch noch den Frust von anderen serviert bekommen, geschweige denn ungefragt zum Frustabbau anderer hergezogen oder missbraucht werden.

Ich bin daher für die Einführung von gesellschaftlich anerkannten, einfach handzuhabenden  und alltäglich verfügbaren Möglichkeiten zum Loswerden von Frustrationen aller Art. Beispielsweise durch den Bau einer Art Telefonzellen, gut gepolstert und schalldicht. In Unternehmen, auf Strassen, wo auch immer – verfügbar sollten sie sein. Ich nenne so eine Zelle jetzt mal Scream-Box. Da kann jeder, der sich akut frustriert und wütend fühlt, ohne Umschweife reingehen, schreien und hauen, was das Zeug hält… Und gut is.

SUPER SIMPLE SOLUTION No 13 – Aber Und Glauben

Wer Was Wie und Warum

WER etwas äußert ist oft wichtiger, als WAS gesagt wird. Und WAS gesagt wird, wirkt oft weniger relevant als WIE es rüberkommt: Untersuchungen bestätigen schon seit Langem, dass die Macht der Worte zum größten Teil in der Art und Weise ihres Ausdrucks liegt. WIE wir etwas ausdrücken, hängt davon ab, welche Worte wir wählen und welche emotionale Konnotation wir ihnen verleihen, sowie vom Rahmen, in dem wir etwas präsentieren. WER und WIE besiegen das WAS, wenn es um Glaub-Würdigkeit geht.WARUM dies so gut funktioniert ist schnell erklärt: WER etwa  Bildsprache und Vereinfachungen (wie Verallgemeinerungen oder Zuspitzungen und Überhöhungen) zu verwenden weiß, diese Worte in anregende Mimik und Gestik verpackt und am richtigen Ort von sich gibt – der kann sein Publikum höchst effektiv emotionalisieren. WARUM jemand sich und seine Inhalte derart in Szene setzt? Weil Emotionen, egal welcher Couleur, die Relevanz des Senders automatisch erhöhen. Will jemand auffallen, bewundert oder gemocht werden, sollte er/sie seine Ansichten so inszenieren, dass sie Emotionen hervorrufen. So weit so klar.

ABER. Was hat das alles mit Glauben zu tun?

Der Glaube ans Gute 

Glauben emotionalisiert uns ebenfalls ungemein. Oder gar umgekehrt: Emotionen lassen uns an Dinge oder Ideen glauben. Der Wunsch an etwas zu glauben, weil es uns emotional anspricht, garniert mit Bildsprache, serviert auf einem Spiegel von Vereinfachungen, ergibt eine ver-Führerische Mischung, die unsere Welt- und Selbstwahrnehmung stark beeinflussen kann. Werfen wir Hoffnung, Angst und Glaube in eine Topf, so entsteht ein wild-duftender Zaubertrank, der stark nach Aber-Glauben riecht: Trotz der an sich nackt-neutralen Wirklichkeit wollen viele von uns ABER an das GUTE GLAUBEN! Wer den Glauben ans Gute, an die Hoffnung, an die Liebe glaub-würdig – also spürbar Gefühle weckend – in den Menschen hervorzurufen versteht, der wird automatisch gemocht, sogar bejubelt. Aber nur von denen, die an das Gute glauben wollen. Eh klar.

Die Dunkle Seite der Macht

ABER. Was ist mit denen, die an den Weltuntergang glauben? An die ständige Bedrohung durch eine prinzipielle Übermacht der Dunklen Seite? Sie glauben an die übermächtige Existenz des Bösen (alternativ: der Blödheit), sowie an eine nicht zu besiegende Macht der Gewalt – und dass beide uns bald fest im Griff haben werden. Genau daran glaubt offenbar dieser Tage ein guter Teil der europäischen, auch der österreichischen Bevölkerung: Dieser Teil fürchtet den Untergang des Abendlands, der westlichen Kultur und Werte, der Wirtschaft sowieso, und die Umwelt hat gar für viele schon längst verloren…

Warum glauben so viele aber an genau dieses ABER, das nachweisbar sehr oft im krassen Gegensatz zur tatsächlich erlebten Realität dieser Menschen steht? Eine mögliche Antwort ist: Weil es Kommunikatoren und Medien sehr effektiv schaffen, genau diese negativen Bilder lebhaft und spürbar in ihnen aufzurufen. Es sind Bilder von Krieg, Kampf, Bedrohung, Abstieg, Verlust. Bilder, die 1-3 Generationen zuvor noch bittere Realität waren. Es sind Bilder des Schreckes, die für die meisten Geflüchteten tatsächlich jetzt bittere Realität sind. Für genau die wiederum viele keine Gefühlsregungen übrig haben. Weil sie offenbar diese Schreckensszenarien verkörpern, vor denen viele hier Angst haben. Derart spürbar verkörpern, dass der Glaube an ein Gutes Ende für solche Menschen in einem übermächtig empfundenen ABER untergeht…

Wort-Wahl

So in die Enge der Angst getrieben, scheint die Wahl nur aus Wegschauen, also aus Ignoranz oder Abwehr, und aus Intensivieren durch Aufbauschen zu bestehen. Kurz gesagt: Paranoia, Verdrängung und Aggression kämpfen in vielen von uns um die Vorherrschaft. Sie alle sind Versuche, mit Angst und dem Glauben an das Böse, Üble umzugehen.

ABER. Was hilft tatsächlich im Umgang mit der Wirklichkeit? Was sollen wir tun? Sollen wir nun ans Gute oder Böse glauben? Wir wollen doch weder naive Gutmenschen noch angstverhaftete Schlechtmacher sein, oder? Welche Seite entspricht mehr der Wirklichkeit? Wir haben schlicht die Wahl. Oder? Nein. Ich bin an dieser Stelle für ein spürbares: UND! Einfach weil ein UND wahrer ist, indem es mehr Realität zu umfassen vermag, als es endweder-oder jemals können. Gut und Böse. Beide sind real. Zumindest so real, wie eben jeder Glaube unsere Handlungen zu beeinflussen vermag. Und ich meine hier nicht den religiösen Glauben, sondern den Alltagsglauben. Also das, was wir für wahr und wirklich halten und was doch nur eine emotional gefärbte Bewertung von Tat-Sachen ist.

ABER das UND hat einen Nachteil: Es macht die Dinge kompliziert…

ABER versus UND

ABER hingegen reduziert das Viele auf die Eine Sicht der Dinge. Und vereinfacht dadurch alles, was danach kommt, wie etwa Entscheidungen zu treffen. Ein UND hingegen stellt Perspektiven einander zur Seite. Viele Perspektiven gemeinsam machen de facto das Geflecht der Wirklichkeit aus, in dem wir leben. Reduzieren wir unsere Sichtweisen auf nur wenige Stränge der An-Sicht, so geben wir damit zugleich unserem Gehirn den Auftrag, alles, was wir erleben so zu filtern und umzuinterpretieren, dass es zu dieser Voreinstellung passt. Ein ABER will stets die eigenen Voreinstellungen, die eigene Vor-Stellung bestätigen. Ein UND hält uns hingegen offen für mehr Möglichkeiten.

Glauben Und Wissen

ABER. Was glauben wir zu wissen? Das ist eigentlich das einzige, worauf es wirklich ankommt. Wir glauben zu wissen, was wir selbst erfahren haben. ABER wir glauben oft, Dinge selbst erfahren zu haben, von denen uns nur emotional höchst nachvollziehbar erzählt wurde! Die Macht der Worte und die Überzeugungskraft guter Redner bewirken ein effektives und lebhaftes Hineinversetzen in alle möglichen Szenarien. Die effektive Manipulation der Befindlichkeit – darin sind gute Redner wahre Meister, egal ob Prediger oder Fanatiker, ob Kabarettisten oder Politiker. Manchmal verschwimmen die Grenzen sowieso: Wissenschaftler, die ihre 1-Satz-Message  kabarettreif rüberbringen. Politiker, die fanatisch predigen. Medien, die mit sachlicher Stimme gefärbte Inhalte präsentieren. Infotainment. Kennen wir alles. ABER. Wo ist die tat-sächliche Wirklichkeit? Dies ist eine Frage, die besonders oft von Negativszenario-Gläubigen an Positivisten und Optimismus-Gläubige gerichtet wird. Die Wirklichkeit liegt in der Sache und zeigt sich in Taten. ABER eben nicht alleine. Hier kommt das UND: Sie liegt auch in der Emotion. Denn durch das Gefühl geben wir den Taten und Sachen erst eine Bedeutung, die für uns Relevanz hat.

Wissen Und Wirklichkeit

Wissen, das sich an die Wirklichkeit hält, müsste ohne Bewertung, ohne Interpretation auskommen. Wissen, was ist, bedeutet im selben Atemzug zumindest zu ahnen, was man alles nicht wissen kann. Keine Wahrscheinlichkeitsrechnung kann das Nicht-Wissen tatsächlich effektiv beseitigen. Wie uns Risikoberechnungen vielfach gezeigt haben, bewahren sie uns nicht davor, Entscheidungen zu rechtfertigen, die letztendlich das auslösen, was vermieden hätte werden sollen. Siehe Immobilien- und Finanzblasen.

Die Wirklichkeit gleicht einem nüchternen Objekt, erlebt von dieselbe emotionalisierenden Subjekten. Ob man es nun glauben will oder nicht: Jedes Wissen kann immer nur einen Auszug der Wirklichkeit liefern. Einen Teil darstellen, der niemals umfassend genug sein kann, um die gesamte Wirklichkeit zu beschreiben. Die wichtigste, weil handlungsrelevanteste Frage an dieser Stelle lautet: Ist dieser Umstand für uns frustrierend oder antreibend? Wissenschaftler fühlen sich durch das Nicht-Wissen und ihren Glauben an eine zu entdeckende dahinterliegende, als Ganzes in ihrem Wirkungsgefüge zu erfassende Realität, „angeturnt“. Sie forschen dann aus Leidenschaft. Aber viele andere regt das Nicht-Wissen und die unüberschaubare Komplexität des Lebens, des Seins und des Rests einfach nur auf. Um beruhigt leben zu können, reduzieren sie die unendliche Wirklichkeit auf einfache Wahrheiten. Sie behaupten alles über die Wirklichkeit zu wissen, indem sie eine Wahrheit definieren und diese, ihre Definition glauben. Der Glaube an die eigens zu diesem Zweck produzierte „Wahrheit“ spendet Sicherheit.

Wahrheit Und Weisheit

Weisheit weiß Sicherheit zu spenden, ohne die Wahrheit der Wirklichkeit zu limitieren. Weisheit agiert oft mit einem unsichtbaren aber spürbaren UND. Mein Lieblings-Haiku illustriert dies deutlich:

„Wie klingt das Klatschen einer Hand?“, fragte einst der Meister seinen Schüler.

Die Weisheit verweist auf das Unsichtbare, das Mit-Existente – selbst wenn es das Nichts, die Leere, das Undenkbare ist. Das noch-Mögliche, Mitgemeinte, Auch-Existierende. Weisheit schließt ein UND eröffnet. Schafft Verbindung UND Freiheit. Weise sind höchst unabhängig und zutiefst verbunden.

Weisheit, Wunder Und Wirksamkeit

Weisheit wirkt Wunder. Warum? Weil sie das ABER in ein UND zu verwandeln weiß. Wo ein UND, da Ent-Wicklung. Wo Entwicklung, da WACHstum. UND:

Wo die Wachheit ohne Wertung, da die Wirklichkeit.

SUPER SIMPLE SOLUTION No 12 – Zur Ökologie des Humanen

Menschlichkeit

„Vor nichts soll man sich so hüten als vor dem Aufwachsen jenes Unkrauts, welches Anmaßung heißt und in uns jede gute Ernte verdirbt.“ – Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Was macht einen Menschen aus, was unterscheidet ihn von Tier und Pflanze? Zunächst einmal, dass er sich seiner selbst bewusst sein kann. Bewusstheit, Reflexionsfähigkeit, Denkvermögen – all dies sind üblicherweise dem Menschen zugeordnete Qualitäten. Sie können dazu genutzt werden, sich selbst und andere zum Wachsen, zum Blühen und Gedeihen zu bringen – oder eben dazu, sich und andere zurechtzustutzen, dahinvegetieren oder gar eingehen zu lassen. Und sofort drängt sich ein Argument für das Kleinmachen, Kleinhalten auf: Der gesunde Baumschnitt, das notwendige Unkrautjäten, der ideale Garten. Ja, und so schnell geht es. Das Rechtfertigen von Eingriffen ins Wachstum von Menschen. Eltern, Schule, Arbeit, Mitmenschen – alle maßen sich an, uns selbst und andere Menschen formen zu wollen. Doch wohin soll uns dies führen? In den Garten Eden?

Zwischenmenschlichkeit

„Die Wüste wächst: weh, wer zur Wüste ward! // Wüste ist Hunger, der nach Leichen scharrt. // Ob Quell und Palme sich hier Nester baun // Der Wüste Drachenzähne kaun und kaun“ – Friedrich Nietzsche, Fragmente

In der Zwischenmenschlichkeit beweist sich die Strapazierfähigkeit eines Gewächses namens Mensch. Zwischenmenschlich verursachte Überschwemmungen (Überforderungen), Stürme (Angriffe), Dürren (Entzug von Aufmerksamkeit) oder der Mangel an fruchtbarem Boden (fehlende Unterstützung) lässt die Pflanze „Mensch“ verkümmern, reduziert sie aufs blanke Überleben. Aufs tierische Reiz-Reaktionsspiel: Siegen oder Verlieren. Leben oder Sterben. Manche behaupten, dass wir in voller Absicht solchen „regulierenden“ Einwirkungen ausgesetzt werden, die jede Menschlichkeit in uns erodieren lässt und uns in Funktionsmaschinen verwandelt. Wir sollen viele Früchte tragen, damit sie jemand anders essen kann. Wir werden „kultiviert“, damit wir eine reiche Ernte abgeben. Aber welcher Natur ist diese Ernte? Wer sich und andere auslaugt, in die Enge treibt und der essenziellen Nährstoffe entzieht, erntet letztendlich nur eines: Wüste. Und die Wüstlinge fühlen sich bestätigt. Aber wie damit umgehen?

Wer wildert den Wildwuchs an menschenverachtender Überregulation?

„Im Kampf mit der Dummheit werden die billigsten und sanftesten Menschen zuletzt brutal. Sie sind damit vielleicht auf dem rechten Wege der Verteidigung, denn an die dumme Stirn gehört, als Argument, von Rechts wegen die geballte Faust. Aber weil, wie gesagt, ihr Charakter sanft und billig ist, so leiden sie durch diese Mittel der Notwehr mehr, als sie Leid zufügen.“ – Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Anders ausgedrückt: Die Faust – ganz egal ob in verbaler, emotionaler, körperlicher Form oder durch Ignoranz dargebracht – bringt’s einfach nicht im Umgang mit Kleinmachern, Kleingeistigen oder auch Kleinbeigebern. Letztere haben eine oft unbeachtet große Macht inne, nämlich die des Selbstbetruges, die es scheinbaren Heilsbringern ermöglicht, die Menschlichkeit weiter zu beschneiden:

„Die Anhänger eines großen Mannes pflegen sich zu blenden, um sein Lob besser singen zu können.“ – Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Was wir hingegen tatsächlich brauchen, um uns weiter zu entwickeln – über das blanke Überleben hinaus zu Menschen, die zur Mitmenschlichkeit fähig sind – ist eine Kultur des menschlichen Wachstums! Schluss mit dem Kultivieren des Kampfes gegeneinander. Warum wird Leistung immer im Vergleich zu anderen gemessen? Damit es Sieger gibt? Davon gibt es naturgemäß viel zu wenig, warum sollte das alle Menschen zum Kampf motivieren? Damit Gewinne eingefahren werden können? Vielleicht. Aber warum wird oft nur da gewonnen, wo andere verlieren? Die Antwort auf beide Fragen scheint nahe zu liegen: Die Kultur des Kampfes gegeneinander existiert, damit es Sieger und Verlierer gibt. Das Spiel der konkurrenzbasierten Zivilisation, die Mechanismen des Gewinnens in der Wirtschaft, bauen auf diesem Prinzip auf. Damit sich letztendlich die Gruppe der Sieger behaupten kann, ihr Haupt hoch tragen kann, ihren Platz an der Sonne findet und sich bestätigen kann. Und damit die Verlierer ihre Arbeit tun, nämlich den Gewinnern zuzuarbeiten.

Schluss damit! Es ist Zeit fürs sich selbst und sich gegenseitig Aufbauen, Guttun, Wohlwollen!

Es ist Zeit für eine Kultur der Menschlichkeit, die sich durch ein kultiviertes Miteinander zum besten aller auszeichnet.

Wachstumsförderer

Mitfreude, nicht Mitleiden, macht den Freund.“ Friedrich Nietzsche, Der Mensch mit sich allein

Die entscheidende Frage zu stellen, ist zunächst einfach: Was brauchen Menschen, um zu wachsen? Die Antwort scheint ebenfalls leicht: Nahrung, ein Heim, Sicherheit, Zugehörigkeit, Anerkennung, Wege zum Selbstausdruck – schlicht ein gutes, weil Körper, Geist und Herz wohltuendes, förderliches Verhältnis zu sich und anderen.

AAAAber!“, werden dann die Wüstlinge und Großplantagenbesitzer einwenden: „Wenn jeder so darf wie er will, dann gibt es ganz sicher Chaos, Mord und Totschlag. Anarchie! Keine Regeln und keine Hierarchie, das macht aus Menschen Tiere. Und die Welt wird ein Selbstbedienungsladen der Egoisten und Gewalttätigen…“ Sagen u.a. eben diese, vielleicht aus einem Hauch an Selbsterkenntnis heraus. Wir alle kritisieren und befürchten letztendlich, was wir von uns selbst her kennen, in uns gesehen haben, befürchten oder uns zutrauen.

Doch auf diese Abwehrhaltung gibt es auch eine Antwort, sie ist allerdings etwas vielschichtiger: Es geht nicht darum, keine Regeln des menschlichen Miteinanders (à la 10 Gebote, Menschenrechte, Gesetze etc.) mehr zu haben. Es geht vielmehr darum, dem Menschen als Wesen seine Entwicklung zu ermöglichen. Und dafür die Rahmenbedingungen in sich, in anderen und in der Umwelt herzustellen. Was braucht die Pflanze, um zu wachsen? Licht, fruchtbaren Boden, Wasser und vielleicht Tiere, die beim Fortpflanzen helfen, sprich die Bestäubung übernehmen. Der Mensch braucht nicht viel anderes zum Wachstum:

  1. Licht: Sonnenlicht und das Licht der Aufmerksamkeit in und auf sich – und von und auf andere(n).
  2. Fruchtbarer Boden: die Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt so zu verdienen, dass Körper, Herz und Geist nicht eingehen, sondern mit Nährstoffen (etwa in Form von Nahrung, Anerkennung und Inspiration) versorgt sind.
  3. Wasser: „es regnet“ bedeutet für die meisten schlechtes Wetter und eine getrübte Stimmung. Doch wir brauchen die Ruhephasen, die Tiefgänge, die Reflexion, das „Im Trüben Fischen“, um uns kennenzulernen und über unsere Vorannahmen und Grenzen hinauszuwachsen.
  4. Tiere: Ein bisschen Liebe darf und muss sein. Körperlich und aus vollem Herzen.

 Kooperations-Kultur

Der Dünger gemeinsamen Wachstums ist die wohlwollende Einstellung. Jedes einzelnen. Zu sich und zu anderen, zur Welt. Und das Vertrauen, dass wir – und zwar jeder von uns – das Zeug zum Wachstum haben. Warum fällt das vielen aber so schwer? Weil sie eben in keiner wachstumsfördernden Umgebung aufgewachsen sind, keine vertrauensvolle Einstellung aufbauen konnten und vielleicht selbst jetzt noch in einem Umfeld voller Argwohn und Ablehnung dahin darben. Ihre Stärke holen sie sich dann vom Überwuchern anderer. Oder sie reduzieren sich aufs blanke Überleben. Und die Wildnis und Wüste rufen…

Zivilisation quo vadis? Wir gehen und wir bestimmen, wie es uns geht. Und damit wohin wir gehen. In jedem Augenblick haben wir die Chance, uns und anderen Licht zu spenden – durch unsere Aufmerksamkeit. Wir können uns und anderen einen fruchtbaren Boden aufbereiten, indem wir unsere Arbeit so erledigen, dass wir auf Körper und Emotionen Rücksicht nehmen, ebenso wie wir auf weiteres Wachstum anregende geistige Aussichten Wert legen. Wir können den Regen des Lebens offen aufnehmen und mit seiner Hilfe unsere Wurzeln in der Tiefe festigen.

Auf dass sich solche Früchte bilden können, die uns und anderen Herz und Seele nähren

SUPER SIMPLE SOLUTION No 11 – Friends For Life

Wann ist ein Freund ein Freund?

Ein Freund ist jemand, der da ist und da bleibt. Ein Leben lang. Punkt. Zumindest emotional verbunden, wenn schon nicht physisch anwesend. Es ist ein Mensch, der einem, egal wie oft man sich sieht, verlässlich gerade heraus sagt, was Sache ist. Ohne dabei die Beziehung selbst in Frage zu stellen. Auseinandersetzungen, unterschiedliche Sichtweisen, Ecken und Kanten – all das gehört zur Freundschaft. Genauso wie prinzipielles Wohlwollen, Akzeptanz des anderen an sich, so wie er ist. Der Mut zu einer solchen freien Meinungsäußerung, zum sich-Öffnen und Zeigen seiner Verletzlichkeit, indem man seine innere Wahrheit offenbart, basiert auf diesem gegenseitigen Vertrauen. Natürlich kann es auch solchermaßen funktionierende Partnerschaften, und auf gegenseitiger Freundschaft basierende familiäre und sogar Arbeitsbeziehungen geben. Welch Freude, welche Glück. Und dennoch ist die so verstandene Freundschaft kein selbstverständliches Attribut eines gelingenden Miteinanders. Warum eigentlich nicht?

Zur Freundschaft gehört eben mehr als nur friedlich gemeinsam sein. Mehr, als einander „nur“ gut zu tun, einander zuzuhören, zu helfen oder zu trösten. Der echte Freund bemuttert (oder bevätert) einen nicht. Er ist einfach da – und er ist, wer er oder sie ist. Voll und ganz. In der Freundschaft geht es nicht darum,  Notwendigkeiten zu erledigen, Interessen zu teilen, Bedürfnisse zu befriedigen oder gemeinsam nicht allein zu sein. Es geht um mehr – und um weniger. Und das ist gut so.

Frei sein und Freund sein

Ein Freund hat scheinbar mehr Freiheit in der Beziehungsgestaltung, mehr Wahlmöglichkeiten als Kollegen, Partner oder Familienmitglieder. Und er hat weniger Verpflichtungen, er/sie muss nichts. Schon gar nicht den Alltag gemeinsam bewältigen. Freunde müssen nichts, außer dem eigenen Gewissen und Herzen folgen. Freundschaft basiert auf einem gegenseitigen ich will. Aber die Konsequenz ist eine andere, als es vielleicht die einer Ehe ist. Beide Freunde behalten sich die gleichberechtigte Wahl, ob und wann sie kommen und gehen. Und sie erhalten sich die Notwendigkeit, ihr eigenes Leben zu führen. Die freie Wahl, kombiniert mit der Verpflichtung dem eigenen Gewissen gegenüber, macht die Freundschaft letztendlich leichter als den (familiären, arbeits-, oder Beziehungs-)Alltag.

Freundschaft ist unendlich kostbar. Weil man sich einfach nur mag – ohne Wenn und Aber, ohne Erwartung und Hoffnung, ohne Bedingung. Man nimmt sich und einander wie man ist: Auch in kritischen Zeiten, in angespannten Momenten, in Phasen der Unstimmigkeit, bleiben Freunde offen und sich selbst und einander loyal. Freunde trennen sich vielleicht örtlich oder zeitlich, aber sie bleiben tief drin einander verbunden.

Freundschaft zwischen Mann und Frau

Gibt es Freundschaft zwischen Mann und Frau?

Diese Frage stellte ich bereits vielen Menschen. Viel öfter noch als „Ja“ lautet die Antwort: „Nein“. Beim genaueren Hinsehen ergibt sich dabei eine gewisse Differenzierung durch die Einstellungen, die die jeweiligen Beteiligten im Aufeinandertreffen mitbringen: „Ja, geht“ – sagen Menschen, die ein Stück weit unabhängiger und erwartungsloser sind als ihr Gegenüber. „Nein, geht nicht“ – behaupten Menschen mit gewissen Erwartungen an eine Beziehung zu anderen, also mit ganz bestimmten Hoffnungen und Befürchtungen, was eine intensive zwischenmenschliche Verbindung betrifft und was sie zu leisten hat.

Schlechte Aussichten auf Freundschaft

Die Konsequenz dieser Einstellung ist eine strikte entweder-oder Haltung. Entweder Partnerschaft oder Nichts. Freundschaft ist keine Option. Warum tun sich viele aber offenbar einfacher damit, sich von an sich ihr Leben bereichernden Menschen zu distanzieren als von eigenen Erwartungen und Bedürfnissen ein Stück weit Abstand zu nehmen?

Eine hilfreiche Perspektive auf diese Frage eröffnet der folgende Blickwinkel: „Unter welchen Umständen kann es überhaupt Freundschaft zwischen Männern und Frauen geben?“. Hier herrschen zwei Ansichten vor: Einerseits nachdem die beiden „etwas miteinander“ hatten. Und andererseits so eine der beiden Seiten gleichgeschlechtlich orientiert ist.

Damit drängt sich die Schlussfolgerung auf: In dem Moment, in dem Sex keine prominente Rolle (mehr) spielt bzw. sich die Begehrlichkeit nicht zwischen zwei Menschen drängt, wäre für Freundschaft zumindest prinzipiell Platz. Aber für viele scheint sie dennoch unmöglich. Tiefe Freundschaften im Beruf, im alltäglichen Leben, sofern sie sich zwischen Mann und Frau entwickeln, werden immer wieder suspekt beäugt. Von Kollegen, von Partnern, manchmal sogar von einem selbst. „Was läuft da wirklich?“, fragen sich vielleicht alle Beteiligten. Warum erscheint uns das reine, nicht von durchmischten Motiven bedrohte Einander-Mögen aber derart unwahrscheinlich?

Die Kollision von Partnerschaft und Freundschaft

Wie viele interessante Menschen lassen wir ziehen, weil einer der beiden sich gedrängt fühlt, sich „für“ den eigenen Partner zu entscheiden – und das bedeutet, sich im selben Atemzug gegen eine gegengeschlechtliche Freundschaft zu entscheiden..?

Offenbar sind Beziehungen, die ohne Besitzanspruch, ohne Machtanspruch, ohne allzu viel Projektionsfläche beiderseits auskommen, echt selten. Echte Freunde können genau dies. Egal welchen Geschlechtes sie sind. Das hat mit Vertrauen zu tun. Mit Selbstvertrauen und dem Vertrauen in andere. Freunde freuen sich mit uns, egal wer da rundherum ist. Nur wo unreine, also unklare Motive herrschen, werden Bänder gebrochen.

Es wird Zeit, hinter die Fassaden unserer Rollen, unserer körperlichen Form und unserer eigenen Erwartungen zu blicken und den ganzen Menschen in uns und anderen wahrzunehmen.

Und es wird Zeit, das Exklusivitätsprinzip von tiefen Verbindungen zu hinterfragen. Es ist nämlich jede Verbindung derart eigen und einzigartig, dass gar keine unangenehmen, geschweige denn  eine andere Beziehung bedrohenden Interferenzen auftreten müssten.

Gleichgeschlechtliche Freundschaft

Im Gegensatz dazu erscheint die freundschaftliche Beziehung von Frauen und Männern jeweils untereinander wesentlich einfacher. Das möglicherweise versteckt agierende Motiv der sexuellen Begehrlichkeit fällt zumeist schon einmal weg. Dazu kommt, dass man vielleicht ähnliche Probleme und Interessen teilt und die Herausforderungen von Körper, Familie, Beruf, Beziehungen aller Art aus vermeintlich ähnlicher Perspektive kennt. Der Wegfall jeder Hoffnung auf körperliche Bedürfnisbefriedigung und die angenommene Gewissheit von Gemeinsamkeiten scheinen eine breitere und stabilere Basis für Freundschaft zu schaffen.

Doch was wäre nicht alles an wundervollen Begegnungen und Verbindungen möglich, wenn wir eine solche Basis zu ALLEN uns inspirierenden, und berührenden und tief mit sich selbst verbundenen Menschen aufbauen könnten – unabhängig von Geschlecht (oder von Alter, Aussehen, sozialem Umfeld etc.)? Wenn wir uns durch körperliche Attraktivität nicht irritieren ließen? Wenn wir alleine eine Erwartung in das Vertrauen zu uns selbst und in andere haben?

Ein Freund, ein guter Freund…

…bereichert das Leben schlicht unendlich. Die eigenen Kinder werden groß, die Jobs und vielleicht auch die Partner wechseln. Freunde bleiben. Auch Partner, die zugleich Freunde sind, bleiben – egal in welcher Form. Schnee, Regen, Sonnenschein? Die Freundschaft hält.

Und wie finden wir einen solchen Freund? Indem wir selbst ein solcher Mensch sind, der hinter die Fassaden sieht, seine Hoffnungen, Ängste und Bedürfnisse nicht zwischen sich und andere stellt – und sich und anderen in all diesen anzuvertrauen vermag. Indem wir uns und einander so tief vertrauen, wie dies Kinder können und tun – und indem wir zugleich uns selbst und einander kennen, verstehen und sein lassen, wie es Erwachsene vermögen. Daran erkennen wir einander als echte Freunde – im Regen und im Sonnenschein…

SUPER SIMPLE SOLUTION No 10 – Ode an die Freude

Das Unmögliche möglich machen

Ja, es ist möglich, auch wenn alles manchmal hoffnungslos erscheint. Wir können selbst in Zeiten unvorhersehbarer Veränderungen und trotz anhaltender Krisenstimmung einen Schwenk vollziehen. Zu konstruktiver Lösungsorientierung. Zu Hoffnung, die sich nicht in Glauben, sondern Taten manifestiert. Wir können (zurück) zur Lebensfreude gelangen. Danke an alle, die sehen, wer wir sein können, wenn wir nur wollen – und danach handeln!

Um dorthin zu finden, braucht es oft eine Prozess. Einen Prozess der Auseinandersetzung mit dem Mühsamen, der Angst, der Hoffnungslosigkeit – der uns dazu führt, anders als bisher handeln zu wollen.

Freud und Leid

Ja, es ist möglich. Wir können tatsächlich auch auf allen Ebenen unseres Daseins leiden: körperlich, emotional, mental und durch unser Verhalten. Wir können Leid nach Innen und Außen tragen, es steigern, uns hineinsteigern und letztendlich auch seelisches Leid, also Leid, das uns als ganzen Menschen erfüllt, empfinden.

ABER! Bzw. UND: Ebenso sind wir dazu im Stande, auf all diesen Ebenen Freude in unser Leben zu rufen. Einfach, praktisch, effektiv. Um dies tatsächlich zu tun, braucht es „nur“ einen prinzipiellen ersten Schritt. Nämlich dass wir die Verantwortung für unsere Zustände selbst in die Hand nehmen, anstatt sie an die Umstände, das Umfeld, die anderen abzugeben. Haben wir diese Entscheidung für uns getroffen, so steht dem Freud-vollen Leben nichts mehr im Weg. Vor allem nicht wir selbst.

Der heutige Blog dreht sich um diverse erprobte Wege zu tiefen und hohen Freudenzuständen. Wir beginnen beim Körper, gehen dann zum Gefühlsleben über und landen beim Geist. Aus diesen drei Perspektiven gespeist, verändert sich dann unser Verhalten ganz „automatisch“ hin zu mehr happyness, spürbar für uns und andere.

Rezepte für körperliche Freuden

Wann freuen wir uns überhaupt physisch? Alleine die Freiheit von Schmerz reicht noch nicht zum erlebten Jauchzen jeder Zelle. Ernährungswissenschaftler und Gesundheitsmediziner haben diesbezüglich eigene Zugänge: viel Wasser (ca. 1 Liter pro 25 kg), um die Funktionsweisen von Blut bzw. Zellen zu maximieren. Vitamin D (oder tatsächlich auf der Haut ankommende, regelmäßige Sonnenbestrahlung) als Stimmungsaufheller. Ausreichend Proteine/Eiweiß für unsere zellulären Energiekraftwerke, die Mitochondrien. Tryptophan als Basis für die Produktion von Serotonin (unser „Glückshormon“), etwa in Cashew-Nüssen vorhanden. Magnesium im oberen Normbereich (erkennbar in den meisten Standardbluttests) und am besten kaum Kohlehydrate (Respekt wer das schafft). Zucker ebenfalls reduzieren. Und zum Thema Fett: Omega 3 Fettsäuren (Lachs, Hering, Makrele), eh klar. Durch einen angeregten Serotonin-Haushalt sollte dann auch genügend Melatonin für einen tiefen, entspannenden Schlaf sorgen. Extrem wichtig fürs Wohlgefühl. So wir uns selbst nicht zu viel sorgen und die Schlafrhythmen durch unsere emotionale Befindlichkeit bzw. Stress unterbrechen. Damit also zum Stressabbau: Für die effektive Reduktion von Cortisol und anderen Stresshormonen bzw. –Zuständen (wie muskuläre Anspannungen, Atmungsuntiefen etc.) bietet sich – natürlich – Bewegung an. Sex sowieso. Da kommt dann vielleicht auch noch Oxytocin dazu, das seligmachende „Kuschelhormon“…

Sportler bringen ihre Zellen zum Singen, indem sie an ihre Grenzen gehen, wodurch sie die Ausschüttung von seligmachenden Endorphinen forcieren. Wobei manche Studien besagen, dass diese Stoffe tatsächlich gar keine Wohlgefühle verursachen, sondern vielmehr hochwirksame „Schmerzstiller“ sind. Wahrscheinlicher ist es, dass ganz andere Hormone für das Wohlgefühl ausschlaggebend sind: etwa Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Endocannabinoide und Serotonin. Ein anderer Zugang ist der Rhythmus: Ob durch rhythmische Bewegung beim Tanzen, Laufen, Liebemachen etc. ist vollkommen nebensächlich. Der Rhythmus an sich führt zum Entstehen eines „Flow“-Gefühls, das für den Abbau von Problemorientierung bzw. für eine Neubewertung von als problematisch abgespeicherten Erfahrungen sorgt.

Tun – oder nicht tun

Wenn wir all dies wissen (und viele von uns wissen all dies und noch viel mehr über Wege zu mehr Freude), dann stellt sich nur noch die Frage: Warum TUN wir all dies nicht bzw. so oft sogar genau das Gegenteil? Essen, was uns schwer macht, statt leicht. Tun, was uns Energie raubt, statt bringt. Wir verursachen uns selbst und anderen Leid, Schmerz und Unwohlsein – und dies scheinbar durchaus mit einiger Lust… Stundenlanges Fernsehen, Chips-Essen, Ab“hängen“, Alkohol… Wie kann das alles Spaß machen, wenn es doch eher keine echte Freude auslösen sollte?

Fragen wir an dieser Stelle zur Abwechslung einmal nicht nach dem „Warum“, sondern fragen wir uns lieber: „Wozu“? Was haben wir davon, wenn wir uns nicht freudvoll fühlen? Mit dieser Frage betreten wir das Reich der Gefühle:

Worauf freuen Sie sich?

Vorfreude ist erwiesenermaßen eine effektive Methode, um im Hier und Jetzt tatsächlich erlebte Freude ins Leben zu rufen. Doch wie oft kommt es nicht anders als erträumt! Die Enttäuschung scheint ein fixer Bestandteil unseres Erlebens zu sein. Viele von uns hören deshalb früher oder später auf, sich auf etwas zu freuen. Schade eigentlich. Denn im Sinne des Aufrechterhaltens eines Freudenzustandes wäre es wesentlich effektiver, wenn wir lernen würden, zunächst unsere Vorfreude zu genießen – und dann mit Überraschungen und Erwartungsbrüchen konstruktiv umzugehen. Wenn wir dies aber nicht lernen, so lernen wir dafür etwas anderes, nämlich wie wir negative Erfahrungen und Erwartungsenttäuschungen verdrängen. Eben, indem wir unseren Körper stillstellen und unsere Gefühle durch Alkohol etc. künstlich verändern. Wir kompensieren fehlendes körperliches Wohlgefühl und fehlende zwischenmenschliche Verbundenheit (übrigens auch eine Quelle von langanhaltender Freude) mit Hilfe von sog. „Belohnungsstrategien“. Wir freuen uns dann nach der Erfahrung von Mühsal auf  die Belohnung in Form von Schokolade, oder aufs Fremdschämen bei der Reality Show, aufs „Abschalten“ beim Bier etc. Und diese Art von Vorfreude wird nicht enttäuscht werden! Diese Formen von Belohnung liegen wahrlich in unserer Hand… Womit wir schon den Nutzen von „ungesunden“ Tätigkeiten hätten: kontrollierbare Zustände, die uns von effektiv negativen Gefühlen ablenken. Funktioniert. Bloß nicht auf Dauer. Irgendwann werden wir krank, einsam und/oder unglücklich. Spaß und Freude sind eben 2 verschiedene Paar Schuhe. Kurzfristiges Entspannen durch Ablenkung ist durchaus beim Stressabbau hilfreich, aber erst nachhaltige tiefe Freude nährt Körper, Geist und Seele dauerhaft. Spätestens wenn wir uns trotz intensiver Nutzung aller Kompensationsstrategien immer schlechter fühlen, kommt das (Nach)Denken auf den Plan. Und Planänderungen werden ins (geistige) Auge gefasst…

Ein freudvoller Geist…

…ist oft alleine auf dieser Welt. Optimisten werden nicht selten als naiv abgewertet. Und Realisten haben selbstverständlich freudlos zu sein. Grundlose Freude ist etwas für Kinder. Der Ernst des Lebens hat den Erwachsenen fest im Griff zu haben. Sonst kann man ihn/sie ja nicht ernst nehmen. Oder vielleicht doch?

Wir müssen schon ordentlich anders denken, um uns einen Weg aus diesen Vorurteilen heraus zu bahnen. Freude ist in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. Arbeit, Medien, steuerliche Pflichten oder die Mühen der Erziehung und vieles Alltägliche mehr – selten sind sie Quellen für Freude. Und vielfach geben sie gute Anlässe zur kurzfristigen Ablenkung siehe oben. Die Super Simple Solution in Bezug auf ein freudvolles Leben bedarf des Mutes. Vernunftmenschen könnten sich sagen „Es macht einfach Sinn, jene Umstände zu fördern, die tiefe und hohe Freundenzustände auslösen.“ Und Bauchmenschen könnten sich sagen „Es macht einfach auf Dauer noch mehr Spaß, unserem Körper und dem Gefühlsleben zu geben, was wir brauchen – anstatt uns vom Negativen abzulenken.“

Aber was tun wir dann effektiv mit dem als negativ Erfahrenen? Wir lassen es sein, ohne ihm Energie zu geben. Wir tun, was vor der Nase liegt: Wir lösen die Negativität verursachenden Probleme, wo wir dies können. Und wir lassen uns nicht von der Freudlosigkeit anderer anstecken – egal, was sie sagen und von uns halten. Dieser Haltung geht eine Entscheidung voraus, nämlich zu unserer eigenen Wahrheit, zu unserem Freudenzustand, zu stehen und dort zu verweilen, so lange wir möchten. Ohne anderen ihre Realität abzusprechen. Jedem sein Recht auf seine eigene Stimmungsfarbe. Oder?

SUPER SIMPLE SOLUTION No 9 – Krieg und Frieden

Umbruch – Abbruch – Aufbruch

So kann es nicht weitergehen“, hört man diese Tage allerorts. Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Sozialwesen, Gesundheitswesen, Pensionen etc. – lauter offensichtlich weder einfach noch schnell zu klärende Dauerbaustellen. Und im Verweilen inmitten eines scheinbar ewigen Prozesses, der ebenso scheinbar niemals zur Kraft einer notwendigen Erneuerung findet, klopft schon  ab und an die Frage an: Können systemisch notwendige Weichenstellungen überhaupt herbeigeführt werden, solange hauptsächlich systemerhaltende Kräfte an der Macht sind?

Doch braucht es tatsächlich ein „blaues Wunder“, das einer Kriegserklärung an die Vernunft und Menschlichkeit gleichkommt, um frisches Wasser auf die stockenden Mühlen der sukzessiven Veränderung zu gießen?

Noch pointierter gefragt: Brauchen wir unbedingt die Emotionen von Hass und Angst, um dem real vorhandenen Frust in der Bevölkerung, dem medial geschürten Eindruck der Hoffnungslosigkeit und vor allem der generell zu beobachtenden Orientierungslosigkeit lautstark Ausdruck zu verleihen?

Wer hat Macht?

Brauchen wir wirklich eine Art gewalt(tät)igen „Reset-Button“?

Eine solche Frage in Zeiten wie diesen zu stellen, klingt für viele leider gar nicht utopisch. Und das macht die Frage an sich durchaus gefährlich, was unseren lieben Frieden betrifft. Aber wäre eine alternative „sanfte Revolution“ ausreichend, um jene Funktionsweisen der auf kurzfristigen Profit ausgerichteten Finanzwelt und des auf kurz- und mittelfristigen Wählergewinn ausgerichteten Politzirkus, effektiv und grundlegend in Richtung Nachhaltigkeit und Menschlichkeit umzuformen? Es darf gezweifelt werden…

Im Zweifel jedoch liegt eine oft unbeachtete Kraft: Die Kraft zu hinterfragen, in welchen Händen die Macht liegt und liegen sollte. Liegt sie dort, wo sie bisher war, können viele davon ausgehen, dass ihre Interessen durch jene, die die Strukturen so wie sie sind mit aufgebaut und erhalten haben, gewahrt bleiben – und sich daher nicht allzu viel verändert. Logisch. Man kann nicht beides haben – alt und neu. Der Vorteil des „alten Systems“ liegt auch noch auf einer anderen Hand: Man darf darauf hoffen, dass sich die „alten Hasen“ auskennen, wie unser Staat denn so funktioniert und was daher „geht“ und was nicht. Viele bezweifeln aber zugleich und berechtigter Maßen, dass die seit Jahrzehnten schon als notwendig erachteten Reformen unter solcher Führung tatsächlich angegangen, geschweige denn umgesetzt werden. Der liebe Friede schürt also den brodelnden Kriegswillen.

Was anders wird, wenn nichts anders wird

Wenn es bloß so bleibt wie jetzt“ lautet die ängstliche Einstellung derer, denen es recht gut geht. „Frieden um jeden Preis!“ heißt für viele zwischen Optimismus und Pessimismus Unentschlossene das prinzipielle Motto, an dem sie sich orientieren. Für wiederum andere zeigt aber das Zünglein an der Waage zwischen Vertrauen und Aggression eindeutig nach rechts. Wenn nichts anders wird, werden diese Menschen mehr. „Jetzt ist Schluss!“ fordern sie, die nach Veränderung hin zu mehr Sicherheit und Klarheit streben. Aber welche Veränderung vermag diese Resultate zu erzielen? Zurück zur „guten alten Zeit“? Eine Illusion. Zeit läuft nicht rückwärts. Diese Menschen wollen eigentlich ein Gefühl von Sicherheit, und das um jeden Preis. Aber womit sie sich zufriedengeben ist leider bereits das Versprechen von Sicherheit. Denn es funktioniert auf der Gefühlsebene. Der Kopf allerdings kann nur schütteln: Ein solches Versprechen in veränderungsintensiven, wenig planbaren Zeiten! Reine Bauernfängerei. Oder? Starre Ideologien geben die entsprechenden Heilsversprechen ab – und sie können durchaus Systeme verändern. Hin zu weniger individueller Freiheit, weniger demokratischer Mitbestimmung, weniger Mitmenschlichkeit. Freiheit, Gleichheit und Mitmenschlichkeit sind keine relevanten Größen totalitärer Weltanschauungen. Sicherheit durch Kontrolle, Planbarkeit durch Ausgrenzung und Orientierung basierend auf Abwehr hingegen schon.

Daumen hoch für Daumenschrauben

Und obwohl viele wissen, dass die neuen alten Kräfte des blauäugigen Nationalismus oder des grünäugigen Weltverbessertums  neben frust-entlastenden Emotionen und vielversprechenden Grundsatzforderungen nur selten alltagstaugliche, praktikable Lösungen liefern, nutzen sie ihre Macht, den alten Nicht-Veränderern durch ihre Stimme zu drohen. Das ist ihr gutes Recht. Und es zwingt sogar alteingesessene Regierende in die Knie. Niemand kann sagen, wo uns das hin führt. Krieg oder Frieden?

Revolution und Evolution

Wo ist also eine Lösung in Sicht? Erst da, wo wir eine Lösung auch tatsächlich suchen. Jede Problemstellung braucht zunächst eine Zielvorstellung, um von beiden Punkten ausgehend einen Weg zur Lösung zu finden. Die Frage, die sich uns Wählern diese Tage stellt lautet weniger: „Blau oder Grün?“ In dieser Frage finden sich weder praktikable Zielvorstellungen, geschweige denn alltagstaugliche Lösungen.

Kehren wir also zunächst zum Ausgangspunkt zurück, indem wir fragen: „Was ist das Problem?“ Und auf einmal liegt die Antwort klar auf der Hand: Unsicherheit, Hoffnungslosigkeit und Orientierungslosigkeit. Erlebt etwa am Arbeitsmarkt, geschürt vor allem durch das Feuer der Medien.

Daran anschließend stellt sich die entscheidende Frage: „Wie können wir in unserer Gesellschaft Stabilität, Aussichtsreichtum und klare Ausrichtung entwickeln?“ Ohne dazu das Blaue vom Himmel zu versprechen.

Wenn das Problem der vermeintliche Stillstand in allen eingangs erwähnten  Feldern ist – liegt dann das Ziel nicht erst recht in einer spürbaren Weiterentwicklung? Nicht im Rückschritt, nicht im Festhalten, sondern im lösungsorientierten Weiterdenken und Weitergehen? Aber wo sind sie, die Vordenker, die Systemwandler, die „gesellschaftsgenetischen Mutanten“ – die zugleich wissen, „wie der Hase läuft“? Wo sind die tatkräftigen Visionäre mit Systemerfahrung, die energiegeladenen „Start-ups“, geleitet von den „Business-Angels“ unserer Gesellschaft?  Sie existieren, aber oft sind sie Einzelkämpfer oder medial wenig beachtete Organisationen, jedenfalls nur selten öffentlich sichtbar in politischen Parteien oder Interessensverbänden organisiert.

Zukunftssicherung durch Vergesellschaftung

Wir miteinander!“ sollte nicht nur das Motto all jener lauten, die unsere Gesellschaft zum nachhaltig Besseren im Sinne der Menschlichkeit verändern möchten. Sie mögen sich zusammenschließen, medialen Einfluss gewinnen und politische Strukturen formen – vielleicht eine Art Zukunftsministerium gründen, in dem Arbeitskreise aus praxiserprobten nachhaltig-visionären Experten vereint und verschränkt arbeiten. Ein think- und do-tank. Hier können die notwendigen systemischen Veränderungen strategisch geplant werden. Notwendige Veränderungen sind jene, die zu mehr Menschlichkeit, mehr Gleichberechtigung und mehr Miteinander führen. Ein besseres Leben für alle ermöglichen. Sozial-ökologisch-ökonomischer Fortschritt. Und von dieser Positionierung aus sollte auch die Umsetzung konsequent inhaltlich und kommunikativ begleitet werden. Von unseren Politikern und Medien. Und das alles geschieht unter Einbezug der zur Mitgestaltung willigen Bevölkerung. So würden wir die manchmal kriegerisch anmutende Lust auf Veränderung in die friedliche Kraft der Erneuerung zum Besten aller kanalisieren. Simpel? Solutions!