Special Screen Script 9: WAS TUN BEI LIEBESKUMMER

Erste Hilfe beim Liebesleiden

Unter Liebeskummer leiden wir alle einmal und natürlich erwischt es auch die Lieben in unserem Umfeld. Was wir Sinnvolles tun können, um ihnen bei der Verarbeitung all der schwierigen Gefühle zu helfen, richtet sich am besten danach, in welchem Stadium sich der oder die Liebesleidende gerade befindet:

Verhalten in den 5 Phasen des Liebeskummers:

  1. Phase – Vorahnungen: Das Liebesleiden beginnt schon oft bevor überhaupt erst ein Anfang gemacht wurde – oder bevor tatsächlich Schluss gemacht wurde. Variante eins: Betroffene werden von ihrem Subjekt der Begierde irgendwie nicht gesehen, nicht wahrgenommen oder bekommen einen Korb. Oder Variante zwei: sie spüren, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt. Am Wichtigsten ist in dieser Phase, dass sich Betroffene offen aussprechen können. Hier möchten sie ihre negative Gefühle, Selbstzweifel, Sorgen und Bedenken einfach nur teilen. Geben Sie selbst keine guten Tipps und keine Ratschläge, auch wenn es schwer fällt. Vielleicht erzählen Sie von einer persönlichen Erfahrung, bei der es anders kam, als erwartet. Hören Sie aber vor allem zu, seien Sie da, unterstützen Sie und bauen Sie das Selbstwertgefühl der Liebesleidenden auf.
  2. Phase – Schock: Wenn es dann soweit ist und die Trennung ausgesprochen ist, so steht eine Zeit des Schocks an. In dieser Phase sind Betroffene weder für Worte, Erklärungen, Vorschläge etc. offen. Jetzt geht es eher um körperliche Unterstützung. Bringen Sie vielleicht etwas Tee, etwas Warmes zu essen, auch wenn es nicht angerührt wird (es ist die Geste des sich-Kümmerns, um die es geht). Umarmungen können ebenso guttun. Reden Sie schlichtweg nicht, seien Sie einfach da. Auch wenn Sie weggeschickt werden, versichern Sie, dass Sie jederzeit für sie da sind!
  3. Phase – Verleugnung: In dieser Phase wird die Trennung gern wegrationalisiert, also es wird so getan, als ob sie noch nicht (endgültig) stattgefunden hat. Sie hören dann Aussagen wie „Das kann doch nicht wahr sein!“ oder „Der findet nie wieder jemanden wie mich!„, „Die kommt schon wieder“ oder Ähnliches. Hier wird auch an sich selbst gern gezweifelt (etwa in Form von Selbstanklagen wie „Hätte ich doch nur…„) oder es wird versucht, mit dem/der ExpertnerIn in Verhandlungen zu treten, was man besser oder anders machen könnte. In dieser Phase schreiben Menschen dann 1001 SMS mit guten Vorschlägen, flehentlichen Bitten, harten Anschuldigungen, Beschimpfungen usw. Eine andere Form des Auslebens dieser Phase glänzt hingegen durch immense Aktivität, durch dauernde Ablenkung, ständiges Ausgehen, nur noch Arbeiten oder viel zu viel Trinken und Essen. Sie können jetzt beim Verarbeiten des Trennungsschocks helfen, wenn Sie Betroffenen dabei helfen, keinen Unsinn zu machen und weder sich selbst noch anderen zu schaden. Organisieren Sie etwa ein Treffen mit FreundInnen, damit sie sich mit vertrauten und wohlwollenden Menschen in aller Ruhe aussprechen können.
  4. Phase – Das Tal der Tränen: In dieser Phase geschieht die emotionale Akzeptanz. Die vom Liebeskummer Geplagten verstehen jetzt auch mit dem Herzen, dass es „aus“ ist. Jetzt wird viel geweint, das gebrochene Herz geht ganz auf, die Trauer wird zugelassen. Seien Sie so gut es geht da, unterstützen Sie still, bis alle Tränen geweint sind. Früher oder später können Sie vielleicht Herzschmerzfilme gemeinsam ansehen, vielleicht auch Filme, die eine lustige Komponente haben. Sobald sich Weinen und Lachen abwechseln, ist das Schlimmste überstanden.
  5. Phase – Akzeptanz: Irgendwann ist der Schmerz vorüber. Die Wunde kann heilen und die ehemals Leidenden öffnen sich neuerlich nach der Verarbeitungsphase. Die ganze Verarbeitung kann übrigens sehr unterschiedlich lange dauern, je nachdem in welcher Phase jemand eventuell „steckenbleibt“, also sich der Verarbeitung entgegenstellt bzw. je nachdem wie lange die Partner vorher zusammen waren und welche Konsequenzen das Fehlen des/der PartnerIn mit sich bringen. Früher oder später ist es aber bei dem Allermeisten wieder so weit: Sie gehen wieder aus dem Haus dem Haus und treffen sich mit neuen Menschen. Ermutigen Sie sie dazu!

Als Grundeinstellung in allen Phasen gilt:

  • Da-Sein signalisieren
  • Einfühlen, ohne die eigene Perspektive in den Vordergrund zu stellen
  • Das Leiden lindern statt es zu vergrößern (was etwa durch gemeinsames Reinsteigern passieren kann oder dadurch, dass negative Gefühle noch mehr aufgebauscht werden)
  • Selbstwertgefühl aufbauen
  • Zuversicht ausstrahlen

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie in der TV-Thek unter „Daheim in Österreich“ vom 23.04.2018 eine Woche lang nachsehen: http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13974527/Tipps-bei-Liebeskummer/14289261

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Special Screen Script 8: PRINZ ODER FROSCH?

Verlieben ist einfach, doch was danach kommt…

…ist mitunter mehr als ernüchternd. Auf den Rausch der Sinne, auf den Höhenflug des Verliebtseins folgt nur allzu oft der tiefe Fall. Wie schön wäre es, wenn wir das vermeiden könnten! Ein Grund für das immer wieder einsetzende schale Gefühl der Enttäuschung ist die Annahme, dass wir bis in alle Ewigkeit so intensiv verliebt sind und glücklich bleiben. Gegen diese verführerische und hoffnungsgeladene Selbsttäuschung hilft, offenen Auges anzuerkennen, dass die erste Verliebtheitsphase garantiert einmal zu Ende geht. Und zwar nach durchschnittlich 6 Monaten bis etwa 1,5 Jahren. Die Hormonstürme flauen langsam ab und der Alltag kehrt statt dessen Stück für Stück ein. Jetzt lernen wir den anderen und auch uns selbst in dieser Beziehung genauer kennen, und alle Macken und Eigenarten treten vor allem in Stresssituationen deutlich hervor. Niemand kann sich auf Dauer von seiner Schokoladenseite zeigen. Doch damit kommen neue Herausforderungen auf die Beziehung zu. Um Enttäuschungen vorzubeugen, schauen Sie sich am besten so früh wie möglich die häufigsten Verursacher von späteren Schwierigkeiten an.

Achten Sie auf die 5 Beziehungskiller

  1. Der Egofaktor: Wenn Ihr Partner nur auf sich selbst schaut, auf seine Hobbies, seine Freunde, seinen Beruf etc. dann sollte Ihnen klar sein, dass Sie keine zentrale Rolle im Leben des anderen spielen und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nie spielen werden
  2. Die Unsicherheitsfaktor: Wenn fehlendes Commitment Ihres Partners ein ständiges Zweifeln und Grübeln erzeugt und Sie sich einfach nicht sicher sind, ob die Beziehung jemals „etwas wird“. Auch Überlebensnöte wie finanzielle und berufliche Sorgen können eine Beziehung massiv belasten
  3. Der Familienfaktor: Wenn das Miteinander zum Tauziehen wird. Wer macht hauptsächlich den Haushalt? Wer kümmert sich ständig um die Kinder? Wie sehr mischt sich die Schwiegerfamilie ein? Gibt es eine verfahrene Patchworksituation? All das kann frustrieren und zum nächsten Punkt führen:
  4. Der Unlustfaktor: Wenn das Liebesleben, die Lebenslust und das Lustige mit der Zeit unter die Räder kommen. Wenn im stressigen Alltag keine Zeit mehr für die Liebe oder für die traute Zweisamkeit bleibt
  5. Der Vertrauensfaktor: Wenn sich herausstellt, dass Treue, Gleichwertigkeit und Offenheit nicht von beiden gleich verstanden werden. Also wenn einer fremdgeht, ein Parallelleben führt, sich verstellt, den anderen nicht akzeptiert oder als gleichwertig anerkennt. All dies kann uns zutiefst enttäuschen.

Erkennen Sie die ersten Anzeichen für Beziehungskiller schon frühzeitig, so können Sie aktiv damit umgehen, gegensteuern oder Ihre Grenzen ziehen und werden nicht erst im Nachhinein ent-täuscht! Dadurch wird es (selbst im Falle vergangener negativer Erfahrungen) möglich, mit offenen Augen und offenem Herzen das Verliebtsein gleich doppelt zu genießen.

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehen: 

http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13973770/Beziehungsweise-in-Oesterreich-mit-Nana-Walzer/14285092

Special Screen Script 7: EIN FREUND, EIN GUTER FREUND

Was echte Freundschaft auszeichnet…

…zeigt sich oft erst mit der Zeit. Selbst gute Bekanntschaften kommen und gehen, so manche ehemalige Freundschaft verläuft sich im Sand. Andere Menschen wiederum enttäuschen uns unvermutet und mitunter gerade dann, wenn wir sie am nötigsten in unserer Nähe bräuchten. Wie hilfreich wäre es, schon bei Zeiten feststellen zu können, ob jemand das Potenzial dazu hat, ein echter Freund, eine echte Freundin zu sein?

In der Tat gibt es sie, die

7 Anzeichen für echte Freundschaft*

  1. Wohlfühlen: Mit einer guten Freundin fühlen Sie sich einfach wohl. Sie akzeptiert Sie, so wie Sie sind. Sie sieht und schätzt Ihre Stärken, sie kennt Ihre Schwächen – und mag Sie trotzdem
  2. Wahrhaftigkeit: Ein echter Freund sagt Ihnen die Wahrheit, so wie er sie sieht. Das ist manchmal nicht angenehm. Aber er tut es aus einem Wohlwollen heraus und nicht, um Ihnen wehzutun
  3. Wertschätzung: Eine gute Freundin zeigt Ihnen ihre Zuneigung. Durch Komplimente, Wohlwollen, Interesse. Sie stärkt Ihr Selbstvertrauen und bringt das Beste in Ihnen zum Vorschein
  4. Aufmerksamkeit: Ein wahrer Freund ist offen für Sie, Ihre Ideen, Probleme und Interessen. Er hört zu und fragt nach. Und merkt sich, was Ihnen wichtig ist
  5. Verbundenheit: Eine echte Freundin bleibt. Und zwar lebenslang. Auch wenn Sie einander nur selten sehen, fühlen Sie sich verbunden. Und wenn Sie sich dann vielleicht erst nach Jahren wiedersehen, so ist es, als wäre keine Zeit vergangen
  6. Mitfreude: Wahre Freunde fühlen mit. In guten wie in schlechten Zeiten. In guten freuen sie sich mit, in schlechten unterstützen sie
  7. Humor: Mit einem Freund können Sie einfach lockerlassen und auch über die schwierigen Seiten des Lebens lachen

Viele dieser Punkte stellen sich natürlich erst nach einer gewissen Zeit heraus. Zeit, die nötig ist, um beidseitiges Vertrauen aufzubauen. Nicht umsonst gewinnen viele Menschen ihre besten FreundInnen schon in der Schulzeit. Damals verbrachten sie jahrelang fast jeden Tag miteinander – gingen gemeinsam durch dick und dünn, teilten die schwierigsten und schönsten Erlebnisse, ertrugen die langweiligen und genossen die aufregenden Momente dieser intensiven Lebensphase zusammen.

Lernen wir einander erst im Erwachsenenalter kennen, so braucht es vor allem auch die „Reibungsphasen“, in denen und durch die beide einander erst so richtig gut kennen lernen können. Bleiben die FreundInnen dann trotz aller „Hitze des Gefechts“  für einander offen, dann werden ihnen ihre individuellen Grenzen, Werte und Ansichten nicht nur klar. Vielmehr werden ihnen durch die intensive Auseinandersetzung miteinander in Form von vielen Gesprächen die Eigenarten des anderen aus ihrer jeweiligen Lebensgeschichte heraus nachvollziehbar. Ähnlichkeiten und Andersartiges kann so an die Oberfläche gelangen und gesehen werden. In diesem Prozess lernen sich die FreundInnen gegenseitig aber auch selbst besser kennen. So wird eine präzise(re) gegenseitige Einschätzung möglich, auf deren Basis sich das Gefühl von Vertrautheit und Verlässlichkeit entwickeln kann. Nähe zu sich und zum anderen kann aufgebaut werden.

Zu Beginn einer Bekanntschaft achten Sie am besten darauf, dass Sie miteinander eine gute Zeit haben, dass sich beide zeigen können, wie sie sind, sowie dass Sie sich gegenseitig schätzen und echtes Interesse am Leben des anderen zeigen.

  • im Text werden „Freundin“ und „Freund“ der Lesbarkeit halber abwechselnd und jeweils synonym für das andere Geschlecht verwendet

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehen: 

http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13972896/Beziehungsweise-in-Oesterreich/14281571

Special Screen Script 6: BEZIEHUNGSFORMEN & BEZIEHUNGSFALLEN

Warum es manchmal einfach nicht klappen will

Eine Möglichkeit, warum Menschen auf Dauer (also nach der ersten Zeit der Verliebtheit) nicht miteinander können, sind zu große Unterschiede in den Erwartungen, Vorstellungen und Bedürfnisse. Um diese auseinanderklaffenden Differenzen schnell erkennen zu können, hilft es, sich möglichst bald in der werdenden Beziehung Klarheit darüber zu verschaffen. Fragen Sie sich selbst und den anderen, welche der 3 Beziehungsformen Sie beide sich vorrangig wünschen. So können Sie erkennen, ob sich Ihre Vorstellungen decken. Stellen Sie sich dazu die folgenden Fragen:

Wollen Sie mit Ihren Partner vor Allem den Alltag meistern, wollen Sie hauptsächlich Ihre Bedürfnisse stillen oder wollen Sie sich aneinander und miteinander weiterentwickeln?

Eine Beziehung, die auf gemeinsamen Zukunftsvorstellungen und dem gemeinsamen Funktionieren in der Welt beruht, ist eine Funktionsgemeinschaft. Sie suchen dann vielleicht die Mutter/den Vater ihrer zukünftigen Kinder, wollen eine Familie aufbauen, „Haus und Hund“ oder auch nur ein gesichertes und funktionierendes tägliches Leben miteinander teilen.

Wenn Sie viel mehr die schönen Seiten des Lebens mit einem Partner teilen wollen, also etwa gemeinsam Essen, Trinken, Spaß haben, Unterhaltung, Kunst, Kultur, Reisen, Sex etc. genießen möchten, dann suchen Sie so etwas wie einen Spielgefährten fürs Leben. Dies ist eine Bedürfnisgemeinschaft, weil vorrangig gemeinsam körperliche, emotionale und geistige Bedürfnisse gestillt werden.

Wollen Sie vielleicht alles das, aber im Grunde noch viel mehr: miteinander durch Dick und Dünn gehen, das Abenteuer „Leben“ gemeinsam erleben, sich selbst dabei verändern und zugleich miteinander wachsen? Dann suchen Sie eine Entwicklungsgemeinschaft. Hier werden etwa Streit und Spannung zum aneinander Lernen genutzt. Das braucht viel Reflexion und den Willen zur Auseinandersetzung. Manchen Menschen ist aber genau das, dieses gemeinsame Auseinandersetzen mit dem Beziehungsleben, das „Darüber-Reden“ und auch das eigene Selbstreflektieren ein Gräuel…

Hier nochmals die 3 Beziehungsformen im Überblick:

  1. Eine Funktionsgemeinschaft (Alltag teilen)
  2. Eine Bedürfnisgemeinschaft (Bedürfnissen stillen)
  3. Eine Entwicklungsgemeinschaft (sich selbst und miteinander weiterentwickeln)

Stellen Sie fest, welche Form von Beziehung Sie selbst vorranging wollen bzw. in welchem Mischungsverhältnis der drei Formen eine Beziehung für Sie so gut passt, damit sie diese als erfüllend empfinden. Dann können Sie leicht und rechtzeitig verstehen, warum ein anderer nicht, noch nicht – oder vielleicht auch nicht mehr – zu Ihnen passt.

 

Special Screen Script 5: KANN DENN ARBEIT SÜNDE SEIN?

Liebe am Arbeitsplatz

Viele Menschen „erwischt es“ im Arbeitsumfeld – sie stellen sich dann Fragen wie: „Zwischen meiner Kollegin und mir funkt es ganz schön. Ich weiß aber nicht ob es wirklich sinnvoll ist, ein Verhältnis mit ihr zu beginnen. Worauf muss ich dabei achten?“ 

Statistiken gemäß verliebt sich jeder Dritte irgendwann mal in einen Kollegen oder eine Kollegin – und etwa jede vierte Beziehung beginnt tatsächlich am Arbeitsplatz. Vieles spricht dafür, einiges dagegen.

Folgende 3 Punkte sollten Sie sich gut überlegen, bevor Sie zur Tat schreiten:

  1. Beziehungsform: Zunächst gehört geklärt, ob Sie eine Affäre oder eine Beziehung anpeilen. Affären leben vom Reiz des geteilten Geheimnisses, können aber zu Schwierigkeiten führen, wenn einer von beiden mehr will. Diese Konflikte können sich dann auf das Arbeitsumfeld ausbreiten und für schlechte Stimmung sorgen oder die Belegschaft spalten (wer hält zu wem?).
  2. Hierarchie: Wenn Sie etwas mit einer Kollegin anfangen, kein Problem. Aber mit einer/m Vorgesetzten oder mit jemandem, der Ihnen unterstellt ist, kann es schwierig werden. In der Firma könnte es sich herumsprechen, es können Gerüchte auftauchen, dass Sie begünstigt werden oder ihre Freundin/ihren Freund bevorzugen. Auch die worst case-Szenarien sehen unschön aus: Sie könnten als Untergebene/r in ein ungewolltes Abhängigkeitsverhältnis geraten oder als Vorgesetzte/r wegen sexueller Belästigung verklagt werden.
  3. Recht: In Österreich ist es rein rechtlich gesehen kein Problem, in der Arbeit ein sexuelles Verhältnis zu beginnen. Arbeitsrechtlich darf ein Dienstgeber die Beziehung zwischen Mitarbeitern jedenfalls nicht verbieten. Manchmal müssen Partner aber den Firmenvorschriften gemäß die Abteilungen wechseln. Natürlich darf die Arbeitsleistung und Professionalität nicht leiden. Man sollte auch Privates von Beruflichem strikt trennen. Alles Intime sollte ebenfalls in der Öffentlichkeit unterlassen werden: also kein Händchenhalten, Küssen oder Streiten im Büro.

In jedem Fall sollten Sie vermeiden, Liebesgeheimnisse und Intimitäten oder gar Beziehungsfrust in der Firma loszuwerden, denn das kann nicht nur die Beziehung, Sie selbst oder Ihren Partner, sondern letztlich Ihr gesamtes Arbeitsumfeld stark irritieren.

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehen: http://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13970441/Liebe-am-Arbeitsplatz/14269480 

Special Screen Script 4: FREUNDSCHAFT PLUS

Zweisamkeit mal anders: Kann das gut gehen?

Wer mehr will als eine bloß platonische Freundschaft, der fragt sich vielleicht, ob das Beziehungskonzept „Freundschaft plus“ nicht eine Option wäre. Dazu sollte uns bewusst sein, dass Freundschaft plus nach ganz anderen Spielregeln verläuft als die üblichen Paarbeziehungsformen.

Als klassisches „Paar“ ist man nämlich meistens der gegenseitigen Treue verpflichtet. Bei reinen Freunden hingegen fehlt die körperliche Komponente, kurz gesagt: der Sex. Aus diesen Unterschieden zwischen dem weit verbreiteten Paarbeziehungsmodell und der Freundschaft plus ergeben sich dann auch die folgenden Schwierigkeiten im Alltag:

Die 3 größten Herausforderungen für das Beziehungsmodell „Freundschaft plus“

  1. Keine Gefühle: Hormonrausch: ja bitte – Liebe: nein danke. Dabei sind diese beiden sehr intensiven Gefühlswelten nicht immer leicht auseinander zu halten und können schnell verwechselt werden. Was der eine dann als „einfach nur angenehm“ empfindet, kann für den anderen schon „mehr“ bedeuten. Wer sich auf Freundschaft plus geeinigt hat, der hat zudem kein Recht auf Exklusivität. Das heißt, beide können sich auch mit anderen treffen und sollten das auch ganz offen einander mitteilen (können). Jeder kann nach Lust und Laune tun, wonach ihm oder ihr ist – keiner ist dem anderen  verpflichtet. Eine solche Offenheit und das Teilen des anderen mit unbekannt vielen Dritten, Vierten etc. hält nicht jeder aus. Eifersucht oder jeglicher Erwartungsdruck (wie etwa, dass man sich bald wieder sieht), sind tabu.
  2. Keine Zukunftsplanung: Die Chancen stehen verschwindend gering, dass eine gemeinsame Wohnung, eine gemeinsame Familie, ein gemeinsames Leben irgendwann mal angedacht, geschweige denn verwirklicht werden. Das kann im Moment vielleicht passend sein, kann auf Dauer aber „zu wenig“ werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer von beiden irgendwann einmal eine stabile Zweierbeziehung führen möchte, ist groß – und dann kommt die unberechenbare Zeit „danach“: Können beide einfach wieder „nur“ Freunde sein? Gibt es ein „zurück“?
  3. Kein gemeinsames Auftreten: Im Freundeskreis und in der Öffentlichkeit bleiben Sie immer nur „gute Freunde“. Für die anderen sind beide Singles, aktive natürlich, aber dennoch. Auch typische Paaraktivitäten, wie ein romantisches Dinner zum Valentinstag, werden Sie voraussichtlich nicht machen. Oder eher scherzhaft bestreiten. Kann auch Spaß machen. Oder doch Hoffnungen schüren?

Wenn man sich diese drei Herausforderungen ansieht so wird eines klar: Freundschaft Plus ist für jene gut geeignet, die tatsächlich keine ernsthafte Partnerschaft suchen oder eingehen wollen. Sie kann eine Zeit lang gut funktionieren. Das Risiko, dass einer der beiden irgendwann „mehr“ möchte ist aber durchaus gegeben. Und bei einer etwaigen Enttäuschung kann auch die Freundschaft gefährdet sein…

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehenhttp://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13969425/Talk-mit-Kommunikationsexpertin-Nana-Walzer/14263694

 

 

Special Screen Script 3: WAHRE LIEBE?

Woran man den Partner fürs Leben erkennen kann 

Ob Sie Ihre Wonderwoman oder Ihren Superman gefunden haben zeigen Ihnen die folgenden sieben klar erkennbare Signale!

DIE 7 V – KENNZEICHEN DER GROßEN LIEBE
1. Verbundenheit: erkennbar etwa im gegenseitigen direkten, offenen und tiefen Augenkontakt – bei dem keiner von beiden etwas anderes will, als einander in Verbundenheit zu spüren
2. Verstehen: wissen, wer man selbst ist und was man will – wissen, wer der andere ist und was er/sie will – Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrnehmen, zulassen und annehmen
3. Vertrauen: den Entscheidungen des anderen vertrauen, darauf vertrauen, dass ihr einander nur Gutes wollt und selbst im Konfliktfall einen Weg findet
4. Verlangen: Körperliche Anziehung, die auf Gegenseitigkeit beruht, ein beidseitig erfüllendes Liebesleben
5. Verantwortung: beide Seiten sind willens und im Stande, für die eigenen Gefühle, die eigenen Bedürfnisse, das eigene Leben und für das Wohl der gemeinsamen Zukunft Sorge zu tragen
6. Vorstellungen: Ähnliche Werte und Prioritäten, Interessen und Einstellungen sowie Vorstellungen vom Alltag und der gemeinsamen Zukunft sichern, dass auch in schwierigen Zeiten am selben Strang gezogen werden kann
7. Nicht Verstellen: So sein, wie man ist und einander gegenseitig klar sehen und akzeptieren. Wer dem anderen helfen will sich zu verändern, der kann Vorschläge machen und unterstützen – aber er sollte keine Bedingungen stellen. Wer den anderen nicht nehmen kann, wie er ist, also mit seinen Schwächen und Macken, der erweist sich selbst als nicht der/die Richtige für den anderen…

Einen wichtigen Punkt gilt es dabei zu beachten: Viele Menschen haben sich mit der Zeit an das Suchen und Finden, an das Kosten und Probieren im Beziehungsleben gewöhnt. Sie sind gar nicht bereit, ihre (Beziehungs-)Reise aufzugeben und endgültig bei einem Partner anzukommen. Damit stellt sich die vielleicht wichtigsten Frage von allen: Sind Sie selbst denn überhaupt bereit der oder die „Eine“ für Ihr Gegenüber zu sein?

Und trotz aller guter Vorzeichen können sich Menschen und Umstände mit der Zeit auch verändern, sodass eine Neuausrichtung innerhalb unserer selbst, im Umgang miteinander oder in Bezug auf unser Verhältnis zur Umwelt (denken wir da etwa an die Arbeitswelt und Familienverbände) notwendig wird. Erst an diesen Bruchstellen des eigenen Lebensweges und der partnerschaftlichen Lebensgeschichte beweist sich, ob eine Beziehung halten kann, was zunächst unter besten Vorzeichen begonnen hat …

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie hier nachsehenhttp://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13968373/Beziehungsweise-mit-Kommunikationstrainerin-Nana-Walzer/14258097