Sunny Side Step 10: Die Wahrheit über Weihnachten

Weihnachten – wozu?

Beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme, frei nach dem Ausschlussprinzip: Trotzdem sich alles zu Weihnachten ums Konsumieren zu drehen scheint -sei es nun in Form von Essen, Trinken, Bäumen, Kitschdeko oder Geschenken- kann es dabei kaum nur ums Konsumieren gehen. Trotzdem vielleicht althergebrachte Lieder gesungen werden und die Menüfolge und der Ablauf den „Heiligen Abends“ entweder Familientraditionen entstammen oder dem steifen Willen der/des Familienbestimmenden unterworfen sind, kann es bei Weihnachten nicht wirklich um fixe Formen, Rituale oder Vorstellungen gehen. Trotzdem die Familie und Freunde zusammenkommen, kann es zu Weihnachten nicht nur um Familie und Freunde gehen. Obwohl sich die meisten gerade an Weihnachten irgendwann mal wegen Kleinigkeiten in die Haare bekommen und hoffentlich wieder beruhigen, kann es nicht um Harmonie alleine gehen.

Weihnachten ist größer

So wie es heute gefeiert wird, besteht das Weihnachtsfest aus einem Sammelsurium diverser Gebräuche und ist nicht unbedingt der Religion unterworfen, ja nicht einmal einem Glauben. Was auch immer gefeiert wird – und viele gehen sicherlich zur Mette oder haben eine Krippe aufgebaut und gedenken vielleicht auch über das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten bestimmter religiöser Sichtweisen –, mittlerweile handelt es sich wahrscheinlich bei vielen Menschen weder um eine Winterfeier, noch um eine Geburtstagsfeier. Weihnachten ist größer geworden als die Geschichten, die wir uns darüber erzählen und als die Rituale, die wir pflegen mögen. Sei es das Christkind oder der Weihnachtsmann, Karpfen oder Truthahn – um all das geht es eigentlich nicht.

Wenn Wünsche wahr werden

Weihnachten ist ein Turning Point im Jahr, ein Tag und Abend, an dem alles schön und gut sein soll und mit dem der Ausklang des Jahres sanft eingeläutet wird. Am besten friedlich und fröhlich. Sinnlich und besinnlich. Geschenkt und beschenkt. Wir feiern miteinander das Leben, wir erleben miteinander eine Feier. Egal was wir genau feiern und ob wir überhaupt etwas Bestimmtes feiern, es wird wohl irgendwie ums Zusammensein gehen. Ums Miteinander. Ums Freude bereiten und Freude empfinden. Miteinander sein und sich freuen, sich selbst freuen, sich mitfreuen und sich miteinander freuen. Das ist Weihnachten. Sollte es zumindest sein, finde ich. Kein Stress, keine Perfektion, keine Leistungsshow, kein Konsumwahn, keine übervollen Bäuche und übermäßig trunkenen Hirne, die von sich selbst und der unangenehmen Gesellschaft ablenken sollen. Wer Weihnachten nicht glücklich ist, sollte diese Form von Weihnachtsfeiern schlicht sein lassen. Und stattdessen Menschen suchen, mit dem er/sie wirklich gern beisammen sein möchte. Menschen, die sich freuen. Sich freuen können und mitfreuen wollen.

Freude ist keine Kleinigkeit, Freude ist eine Kunst. Sie wird durch die Zutaten Echtheit, Humor, Mitgefühl, Wertschätzung, Staunen und einem gesunden Abstand zu sich selbst entwickelt. Wer derartige Menschen nicht kennt, der sollte vielleicht zumindest an Weihnachten versuchen, ein solcher Mensch zu sein. Damit wäre auch einer möglicherweise vorhandenen unangenehmen Gesellschaft gedient. Denn freudvolle Menschen vermögen ganze Atmosphären umzudrehen, Stress zu entspannen, Ärger zu befrieden, Trauer zu trösten, Unverständnis und Intoleranz Raum zu geben, sodass sie keinem weh tun. Lustige Weihnachtsgeschichten, richtig gute Musik, stimmungsvolle Beleuchtung und ein breites, in sich ruhendes Lächeln können zusätzlich einiges an fröhlicher Grundstimmung bewirken.

Do Good – Have Good

So lautet ein altes Sprichwort aus Indien. Seine eigene Freude zu verschenken ist nicht nur im besten aller Sinne ansteckend, sondern schwingt auch garantiert zurück. Ein wahrhaft würdiges Weihnachtsgeschenk…