SPECIAL SCREEN SCRIPT 16: Dompteur der Dominanz

Den Platzhirsch entthronen

Kennen Sie das? Sie kommen in eine Besprechung oder in ein Lokal und werden von oben bis unten abschätzig gemustert. Plötzlich bekommen Sie das Gefühl, abgewogen und bewertet zu werden – und zwar nicht zu Ihren Gunsten. Dominante Menschen geben durch ihre Körpersprache, ihre Haltung, ihren Gesichtsausdruck und ihren Blickkontakt zu verstehen, wer hier der Platzhirsch ist. Und das ist beileibe nicht angenehm. Aber das muss nicht sein! Die wesentliche Entscheidung, die wir dominanten Menschen gegenüber treffen müssen, ist zunächst die folgende: Spielen wir mit oder nicht? Also wollen wir beweisen, dass wir selbst stärker, klüger, schneller, besser – mit einem Wort: überlegen sind? Oder ist es vielleicht ratsamer, solche Menschen ganz zu ignorieren? Und gibt es noch eine dritte Möglichkeit? Um diese Entscheidung treffen zu können und sich entsprechend zu verhalten, macht es Sinn, sich zunächst über 3 Dinge klar zu werden:

  1. Die erste Reaktion: Was löst dominantes Verhalten in Ihnen aus?
  2. Der anschließende Automatismus: Welche Reaktionsweise sind Sie gewohnt?
  3. Die richtige Wahl: Wie verhalten Sie sich am besten?

Dominanz stresst

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, machen wir ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich nun vor, Sie gehen des Abends auf einer Straße, um eine Ecke und stehen plötzlich einem dominant wirkenden Menschen gegenüber. Sein starrer Blick ist direkt auf Sie gerichtet, die Augen leicht zusammengekniffen, die Mimik nicht freundlich – die ganze Haltung wirkt intensiv und irgendwie herausfordernd.  Was tut sich in Ihnen?

  1. Sind Sie gestresst, spannen sich Ihre Muskeln an, halten Sie den Blick?
  2. Oder wechseln Sie die Straßenseite, blicken Sie weg, gehen schneller?

Die eine Variante signalisiert Ihre Bereitschaft zum Kampf, die andere Ihre Bereitschaft zur Flucht. Beide Reaktionsweisen, also Kampf und Flucht, sind klassische Stressreaktionen. Denn genau das lösen dominante Menschen aus: Sie stressen uns schlichtweg. Wir reagieren sofort darauf, und zwar ohne es bewusst zu wollen und auf Basis unserer Gewohnheit. Je nach Persönlichkeit und Geschichte neigt jeder von uns eher zum Kampf oder zur Flucht. Mit diesen beiden Reaktionen sind wir aber im Geschäftsalltag, im Privatleben oder in der Disko höchstwahrscheinlich nicht glücklich. Wunderbarerweise gibt es noch eine dritte Möglichkeit auf dominante Menschen zu reagieren. Sie liegt darin, sich nicht stressen zu lassen.

Im entscheidenden Moment gelassen bleiben

Es kann einige Übung brauchen, sich in Gegenwart dominanter Menschen nicht bedroht, angegriffen oder runtergemacht zu fühlen. Atmen Sie in solchen Situationen zunächst tief aus, entspannen Sie Ihre Muskeln, richten Sie sich auf, öffnen Sie den Brustkorb leicht und blicken Sie den anderen direkt und neutral an, einfach interessiert und ohne zu starren. Spüren Sie, was sich in Ihnen tut, bleiben Sie bei sich, lächeln Sie vielleicht mal kurz und freundlich und sehen Sie was passiert. Auf diese Weise erhalten Sie die Chance, anders als bisher und adäquater zur tatsächlichen Situation zu reagieren. Lassen Sie sich von den ungeahnten Möglichkeiten überraschen und genießen Sie Ihre eigene Souveränität…

Den ORF-Beitrag zum Thema können Sie in der TV-Thek unter „Daheim in Österreich“ vom 25.06.2018 eine Woche lang nachsehen: https://tvthek.orf.at/profile/Daheim-in-Oesterreich/13887572/Daheim-in-Oesterreich/13980992/Kommunikationstipps-bei-dominanten-Menschen/14322892

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