Super Simple Solution No 2: Große Frauen

Ein Bild von einer Frau!

Ja, aber was für eines? Das Bild der idealen Frau ist heute widersprüchlicher denn je. Wobei das Wunschbild der „eierlegenden Wollmilchsau“ überwiegt. „Sie“ soll alles können: schön sein, klug sein, verständnisvoll sein, Karriere machen, Kinder haben. Jung sein und jung bleiben, wissen was sie will und es verfolgen, zugleich da sein für alle, sich versprühen, sich hingeben und die Kontrolle behalten. Und bloß keine Szenen machen. (Der Klischee-)Mann wünscht sich seine persönliche Variante von „Heilige-Mutter-Geliebte“, die nur ihm zu Diensten ist. Eine solch mild-nachgiebig-einsichtige, koch-putzend-kinderhütende Wahnsinnige im Bett widerspricht wohl dem, was Frau selbst sich unter authentischer Weiblichkeit, geschweige denn unter einer „Großen Frau“ oder einer Grande Dame vorstellt.

Ist hier Weibsvolk anwesend?

Monty Python zeichnen im „Leben des Brian“ ein Bild von Frauen, die „mitmischen“ wollen im gesellschaftlichen Spaß (in diesem Fall dem Steinigen der Regelbrecher) und sich zu diesem Zweck bunte Bärte umbinden. Wer so tut, als ob „er“ dazugehört zum „starken Geschlecht“, der darf selbst mit Steinen werfen. Dazugehören – einer der stärksten Gründe, warum sich Frauen immer noch kleiner machen oder verstellen und „so tun als ob“. Woher kommt diese Angst vor der eigenen Größe? Ist es ein Vorurteil oder Realität: Wer sich als ganze, große Frau zu erkennen gibt und nicht dazugehören muss oder will, der… die… wird selbst gesteinigt. Weil er, sie nicht dazugehört, nicht mitspielt, sich nicht einordnet, trifft ihn, sie das harte Urteil der anderen. Oder hat sich da schon etwas geändert?

Frauen, die ihren Mann stehen

Heute am „Tag der Frau“ stehen besonders die starken, unabhängigen, die Frauen, die „es“ geschafft haben, als Zielbilder im Blickpunkt. Ja und wer ist das in Wirklichkeit? Die alleinerziehenden, alleinverdienenden, ständig dem Burnout Nahen? Oder die, die sich entschieden haben – für Kinder oder Karriere, für Spaß oder Bildung, für Schönheit oder Selbstaufgabe, für Familie oder Selbstverwirklichung? Das Entscheiden ermöglicht es Frauen durchaus, in einem Bereich herausragend zu werden, ein Vorbild quasi. Und gerade dann wird ihnen das Fehlen der anderen Seiten, der anderen Kompetenzen, das nicht-Performen in den anderen Feldern gerne vorgeworfen. Wer keine Kinder hat, versteht nichts von der Welt. Wer keine Karriere hat, versteht nichts von der Welt. Warum beurteilen Menschen, Frauen wie Männer, einander? Um sie schön unten zu halten und um den eigenen Lebensweg der Anpassung recht zu fertigen? Oder damit die freien Frauen bloß nicht groß,  tatsächlich „Grande“ werden? Aber wer tut denn sowas, bitteschön, in unserer aufgeklärten Zeit noch? Ist ja total unfair. Genau deshalb tut man(n) das. Gender Equality würde so vieles in Frage stellen, so viele aufgeplusterte Selbstbilder, die auf Rollen, Masken und Kostümen statt auf Menschlichkeit aufbauen, zum Platzen bringen. Bei Männern und Frauen. Aber wer sind sie dann? Wer sind wir, wenn wir nicht mehr unser Äußeres, eine erwartungserfüllende Form sind?

Damenhaft oder dämlich?

Was ist eine Dame? Eine ältere, weltgewandte Frau mit genug Geld, die sich dezent zu verhalten weiß und exquisit kleidet? Das klingt irgendwie nach zu wenig, zu angepasst, zu viel Friseur, zu wenig Persönlichkeit.

Und was ist eine „Grande Dame“ – im Sinne einer wirklich Großen Frau? Ich behaupte: Ein Entwicklungsziel. Ziel all jener, die ihren Weg vom begehrten Fräulein zur akzeptierten Frau zur selbstsicheren Weisen gehen. Dieser Wandlungsprozess hängt nicht vom Alter ab, sondern vom geerdeten Selbstwertgefühl, das Frau sich auf ihrem Weg verleiht. Un-abhängig von der Zustimmung anderer verfolgt sie, was sie für richtig, für gut und wahr hält.

Dämlich ist, wer sich klein macht, anpasst, andere runterzieht, sich nicht mit sich und der Welt auseinandersetzt. Dame ist, wer die eigene Größe lebt, im Leben eine aufrechte Haltung – körperlich, geistig und emotional – bewahrt und dadurch ganz nebenbei als Vorbild für all jene wirkt, die noch nicht soweit oder bereit dazu sind. Ohne sie zu verurteilen. So einfach ist das.

La Grande Femme

Lady Liberty, wie die Freiheitsstatue auch genannt wird, hält die Fackel hoch. Die Fackel der Freiheit, der Gleichberechtigung, der unbegrenzten Möglichkeiten. Nicht nur für Amerikaner. Auch für Frauen. Helfen wir ihr, dieses Feuer immer wieder zu entfachen und zu verbreiten, indem wir unser eigenes Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ganz im Gegenteil: Verändern wir die Welt, indem wir unsere Größe zeigen!

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