Super Simple Solution No 1: Love Love Love

Short Intro: Was ist schon super simple?

Die Blogbeiträge dieses Jahres stehen unter dem Motto “Super Simple Solutions“. Nicht, weil die Welt einfach wäre, sondern weil sie Klarheit braucht. Komplexität, Gleichzeitigkeit, Pluralismus von Lebenswelten, Ambivalenzen und Widersprüche, Orientierungslosigkeit – sie alle kennzeichnen unser Leben derzeit. Entscheidungsfindung scheint schwer zu fallen, die Richtung geht vielen verloren. Angst und Verwirrung nehmen sich den Platz, den eigentlich die gemeinsame friedliche Lösungsfindung einnehmen sollte. 2016 steht dieser Blog unter dem Motto des „Machbaren im Unmöglichen“: Die Super Simple Solutions präsentieren Sichtweisen, die scheinbar unüberschaubare Dilemmata auf realistisch gangbare Handlungsweisen reduzieren und uns dadurch vom allgegenwärtigen Leidensdruck zurück in die Freude des Seins führen sollen…

Liebe als Urgrund

In der Liebe sprechen die Boten des Geheimnisvollen zu Dir.“ Rumi

Die Liebe ist das Schönste, das uns passieren kann. Sie macht das Leben – und jedes Leiden darin – lebenswert, liebenswert. Aber worin besteht eigentlich das „Problem mit der Liebe“? Meiner Ansicht nach darin, dass sie in ihrer Ungreifbarkeit die größte aller Projektionsflächen für uns Menschen liefert. Das Geheimnisvolle, das Unergründliche, das Unkontrollierbare kann mit Ängsten und Hoffnungen, mit Erwartungen – und Enttäuschungen aufgefüllt werden. Kaum jemand lässt die Liebe einfach Liebe sein. Wir wollen und suchen, halten fest und verteidigen, streiten und leiden. Alles für und wegen und um der Liebe Willen. Oder? Wie viele Kämpfe mit uns selbst und anderen sind letztendlich „der Liebe“ geschuldet? Wahrscheinlich tun wir letztendlich alles aus Liebe. Auch hassen. Und nicht-Fühlen. Liebe ist der Ursprung, der Anfang und das Ende. Ist Liebe damit zugleich der Tod? Ja, zumindest der Tod des Egos, der Tod der Einsamkeit, der Tod der Sinnlosigkeit. Liebe als Urgrund des Daseins. Glaube, Hoffnung – oder Realität?

All you need is…

… ja, aber was denn jetzt? Wenn die Liebe Quelle und Motivation für ebenso viel Gegen- wie Mit-Einander ist, was brauchen wir dann tatsächlich für ein erfülltes und zufriedenes, freudvolles Leben? Vielleicht eine andere, eine  Art „entrümpelte“ Sichtweise auf „Die Liebe“…

Zugegeben, ich glaube nicht an die Liebe. Jede Vorstellung, jedes Sehnen, jeder Glaube an… schränkt ihre tatsächliche, faktische Größe ein, versucht sie in die begrenzte Form unseres Vorstellungsvermögens zu pressen. Die Liebe ist groß. Nein: größer. Als jeder Glaube, als Hoffnung – als Erwartung. Aber ist sie auch größer als die Angst? Ich behaupte ja. Denn sie vermag das Unmögliche zu vollbringen, nämlich die Widersprüche unseres Lebens zu verbinden und dort Einheiten zu schaffen, wo es eigentlich gar keine geben können dürfte.

Liebe ist schlichtweg göttlich menschlich. Herrlich dämlich. Strahlend dumpfsinnig. Das Schönste und Vernichtendste. In der Liebe begegnen sich die Gegensätze und verwandeln Zwei in Eins. Spürbar.

Das Problem mit der Liebe nimmt eigentlich in ihrer unendlichen Schönheit seinen leidigen Anfang. Mit der Vergänglichkeit dieser schönsten aller Schönheiten, der Liebe, beginnt das alltägliche Drama. Dem (befürchteten) Ende der Liebe entspringt die Quelle aller Angst und Hoffnung(slosigkeit).

Das Wunder der Liebe

Die super simple Lösung:

Liebe sein, statt sie erwarten oder ihr nachtrauern.

Liebe leben, statt ihre Absenz zu zelebrieren oder ihren drohenden Verlust zu verfolgen.

Doch wie wird man derart un-abhängig liebe-voll?

So manch Neurowissenschaftler könnte vielleicht einem Alchemisten gleich einen entsprechenden Hormoncocktail, quasi den „Stein der Liebenden“ mixen. Die „richtige Chemie“ für das Gefühl von „Liebe“ setzt sich aus diesem Blickwinkel etwa aus einer Mischung von glücklichmachendem Serotonin, fröhlichen Endorphinen, belohnendem Dopamin, einem aufregenden Schuss Adrenalin, sowie etwas entspannendem Kortisolabbau und geborgenheitsspendendem, vertrauensseligen Oxytocin zusammen. Die Umstände, die eine eben solche Hormonausschüttung fördern, inkludieren beispielsweise viel Bewegung, frische Luft (und tiefe, regelmäßige Atmung), gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Sonnenlicht, emotionale Verbundenheit, körperliche Berührung, geistige Herausforderung und Phasen der Entspannung.

Aber wollen wir überhaupt derart simpel liebesfähig werden? Oder möchten wir lieber abhängig bleiben von anderen, von den Umständen, vom Mysterium? Diese Entscheidung liebt in jedem von uns.

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